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Der Judasbrief - Herbstzyklus - Teil 4

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Exkurs zum Propheten Amos

Inhaltsverzeichnis

Wiederholung und Begriffserläuterungen
01. Kurze Wiederholung: Herbstzyklus Teile 1-4

Der Prophet Amos

 5. Was macht Amos in Tekoa? - Amos 1, 1 - 3

Die Gerichtsurteile mit Beweisgründen

 6. Damaskus 1,3-5
 7. Gasa 1,6-8
 8. Tyrus 1,9-10
09. Edom 1,11-12
10. Ammon 1,13-15
11. Moab 2,1-3
12. Juda  2,4-5
13. Israel 2.6-7

Kommentar zum Judasbrief - Teil 5d

Amos 1, 1-3

Exkurs über Amos - Teil 1

Der Prophet Amos - Teil 1

Was macht der Prophet Amos in Tekoa?

Was wir nun berichten, dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn besonders im Alten Testament reden die Propheten, getrieben vom Heiligen Geist, ernsthaft zu uns, so auch der Prophet Amos. Hören und schauen wir genau hin, wie er unter der Schwere seines Dienstes leidet. Und wie  bei den anderen Männern Gottes ist auch sein Name Programm. Amos bedeutet: Last und schwer und bedrückend und arbeitsaufwendig. Mit wenigen Worten wird uns vor Augen gemalt, wie sich die Arbeit des Propheten gestaltet. Ob sein Vater gewusst hat, was auf seinen Sohn einmal zukommen wird, weil er ihm den Namen Amos gab?

Jetzt interessiert uns, was und wo er arbeitet. Amos scheint hauptberuflich Hirte zu sein, so sagen es uns zu mindest die Übersetzer. Was uns nicht erzählt wird, ist, welche Tiere er hütet. Waren es Schafe, waren Ziegen oder gar Rinder? Mal schau'n, ob wir eine Antwort darauf finden. Im ersten Satz seines Buches stellt er sich vor und sagt, er ist unter den Hirten Tekoas. Heißt das nun, er arbeitete nur dort und wohnt woanders? Und, wo liegt dieses Tekoa überhaupt? Wir schauen nach. Tekoa ist ein kleiner Ort, der in etwa 10 km südlich von Bethlehem gelegen ist.

Es wird kolportiert, dass unmittelbar hinter Bethlehem die judäische Wüste beginnt. Wenn dem tatsächlich so ist, dann wundert man sich schon, dass dort Hirten sind, die Vieherden weiden. Eines dürfte sicher sein, die judäische Wüste ist ungeeignet für die Haltung von Rindern. Hier ein Bild von einer gewissen Rachel, hebräischer Eintrag:  רחל ולדן auf https://de.wikipedia.org/‭ ‬das sie gemeinfrei gestellt hat.‭ ‬Auf dem Bild lässt sich unschwer erkennen,‭ ‬Kühe finden dort kein Weide und können somit in der judäischen Wüste nicht überleben.‭ ‬Und wie sieht es mit Schafzucht aus‭? ‬Nach einer Durchsicht lassen sich in Kapitel‭ ‬6‭ ‬Fettschafe entdecken,‭ ‬die aber werden im Nordreich geschlachtet.‭ ‬In der Hauptstadt Samarias prassen sie,‭ ‬strecken den lieben langen Tag alle viere von sich.‭ ‬Nun,‭ ‬es bliebe da noch eine dritte Möglichkeit,‭ ‬Amos ist Ziegenhirte.‭ ‬In einer so kargen Landschaft,‭ ‬wie es die judäische Wüste ist,‭ ‬lassen sich dort durchaus Ziegen halten.‭ ‬Aber es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt.‭

Amos war möglicherweise Hirte, aber das sagt der Text allenfalls indirekt. Das Wort, das alle Übersetzer, auch die englischsprachigen, durchweg mit Hirte bzw. Shepherd übersetzen, lautet Noqed und das bedeutet gerade eben nicht Hirte, wenn dem so wäre, würde in Amos 1,1 das hebräische Wort Raah (רעה‭) ‬stehen,‭ ‬tut es aber nicht.‭ ‬Der Prophet und der muss es schließlich wissen,‭ ‬verwendet für sich nicht Raah,‭ ‬sondern Noqed‭ (‬נקד‭)‬.‭

Wir gehen der Sache auf den Grund und fragen: Was heißt Noqed wirklich? Weil wir immer zuerst  die englischen Lexika zu Rate ziehen, lesen wir dort einen ersten Eintrag: Spotter. Ein leichtes Schmunzeln huscht über unsere Wangen. Wer der deutschen Sprache mächtige ist, weiß, was wir meinen. Spot wie Punkt, Fleck oder Ort? Langenscheidt muss her. Zum Stichwort Spotter finden wir folgende Einträge: ein Detektiv, ein (Luft) Aufklärer, ein Artilleriebeobachter, ein Flugmelder. Na, das kann's ja wohl nicht sein oder? Wir saßen da und grübelten. Eine Internetrecherche half uns weiter: Ein Spotter ist jemand, der Objekte gezielt beobachtet. Wir schließen daraus, Amos ist ein Beobachter. Aber wen oder was und vor allem wofür? Die Tipps von Langenscheidt sind gar nicht mal so schlecht. Nehmen wir zum Beispiel den Aufklärer. Seine Aufgabe ist es, aus sicherer Deckung gemäß dem Auftrag die Dinge genauestens zu beobachten und zu notieren, um dann ein präzises Lagebild zu erstellen. Die Informationen dienen dazu, das weitere Vorgehen zu planen, abzustimmen und zu einem festen Zeitpunkt gefahrlos auszuführen.

Wir fanden weitere Übersetzungsvarianten zum Begriff Noqed und die lauten: Schafscherer, Schafhändler und Besitzer von Schafen. Könnte es sein, dass Amos am Rand der Umzäunung steht und die Tiere beobachtet, dann nach geraumer Zeit sich die besten Exemplare herauspickt, um sie anschließend mit dem eigenen Brandeisen zu markieren? Und das alles in Tekoa. Der Name des Ortes wird uns verraten, warum gerade dort. Tekoa wird übersetzt mit: Blasinstrument, Trompete; andere übersetzen mit Einfriedung. Auf einer Wikipedia-Seite fanden wir folgendes Angebot: Tekoa bedeutet: Ort des Aufschlagens [der Zelte]. https://de.wikipedia.org/
Hören wir uns an, was die Wortwurzel Taqa dazu sagt und welchen der soeben genannten Varianten sie zustimmt oder auch nicht.  

  1. klappern, d.h. die Hände zusammen klatschen bzw. ein Instrument, das dröhnt oder klappert
  2. einen Nagel oder Zeltpflock oder einen Pfeil führen, lenken oder vorantreiben;
  3. zum Leibeigenen werden, indem man die Hände zusammenschlägt.


Die Interpretation zu Amos, Noqed und Tekoa

Ob nun als Schafhändler oder Schafscherer, vielleicht sogar als Hirte, der Noqed Amos hält sich mit weiteren Noqeds in Tekoa auf, die ebenfalls wie er, an dem Vieh interessiert sind. Amos beobachtet und studiert die Tiere genau und sondert für sich nur die besten ab und lässt sie an Ort und Stelle mit seinem Brandeisen markieren, damit später ja keine Verwechselungen möglich sind. Anschließend errichtet er auf einem Grundstück einen Zaun und treibt die erkaufte Schar mit Händeklatschen in den Pferch und bringt sie in Sicherheit. „Das geschah zwei Jahre vor dem Erdbeben.“ Oder anders ausgedrückt: Spätestens rechtzeitig.

In Vers 2 brüllt der Herr aus Zion und aus Jerusalem lässt er seine Stimme wie die einer Posaune erschallen. - Achtung! Es geht los! - Als Folge werden die Auen der Hirten trauern, aber nicht die Auen es Südreiches Juda, sondern die in Samaria und dort sind es wirklich Hirten - Raah – die ihre Schafe auf Wiesen weiden lassen, trotz Wassermangels. Auf dem Gipfel des Karmel verdorren bereits die Pflanzen. Nur über die allegorische Ebene lässt sich erfassen, was Gott uns sagen will. Die Auen sind saftige Graslandschaften, sie sind ein Bild für den Wohlstand. Wegen des Wassermangel in den Auen lassen die Blumen – ein Bild für die Menschen - ihre Köpfe hängen. Die Lebensgrundlage wird ihnen mehr und mehr entzogen. Der Karmel ist eine Metapher für den Weinberg und der wiederum für die Freunden des Lebens und für die Freunden im Tempelbezirk, der wiederum für das Haus Gottes, die Gemeinde steht, in dem die Freude am Herrn zu hören und zu spüren ist.

Aber, aber! Es vertrocknen die „Gärten der Freude“. Müssten da nicht in den Gemeinden und Kirchen die Alarmglocken läuten? Laodicäa verkennt ihre Lage und schwelgt weiter, nicht nur im materiellen Reichtum, auch in der Illusion, geistlich reich zu sein. Jeder kann es sehen, nur Laodicäa ist blind: Es lechzt die Natur nach Wasser, die Gemeinde-Auen tragen Trauer und entschwunden sind die Freuden des Karmels. Sieht sie's nicht, hört sie's nicht? Alles, aber auch wirklich alles verdorrt und warum?


Wegen drei und wegen vier

So lautet kurz und knapp die Antwort Gottes. Es handelt sich um eine Phrase, die wir von nun in regelmäßigen Abständen zu hören kriegen. In jedem seiner Gerichtsurteile setzt Gott sie vorne an, gleichsam als Überschrift, sowohl im ersten Kapitel als auch im zweiten. Oft haben wir uns gefragt: Warum diese Phrase und dann auch noch acht Mal? Es ist schon eine Weile her, dass wir die Texte des Propheten Amos mit den sieben Gemeinden der Offenbarung in Verbindung brachten, doch erst durch den Judasbrief mit seinem am Festzyklus orientierten Aufbau bekam der Refrain – wegen drei und wegen vier - seinen eigentlichen Sinn. „Wegen drei“ deutet auf die drei Gemeinden, die die Herbstfeste repräsentieren  und das sind Sardes, Pergamos und Thyatira.  „Wegen vier“ deutet auf die bösen Handlungen der drei an den anderen vier in den Zeiten vor der Entrückung. Damit wird sowohl die geschichtliche Reihenfolge angesprochen als auch die Neusortierung der Gemeinden nach dem Festzyklus.

Die Zuordnung der Texte aus Amos 1 und 2 zu den Gemeinden der Offenbarung muss eine Forderung  erfüllen: Ihr Aussage muss so eindeutig sein, das sie über jeden Zweifel erhaben ist. Sie bildet die Basis für das Erkennen der dahinterliegenden Struktur. Wir kamen zu dem Schluss, die Sache muss von hinten aufgedröselt werden. Nur das letzte Gerichtsurteil war so eindeutig und umfassend, dass wir es gar nicht ignorieren konnten. Alle weiteren Zuordnungen wurden im Rückwärtsgang bearbeitet, dadurch erkannten wir einen rote Faden und den systematischen Aufbau der ersten beiden Kapitel.

Wegen drei und wegen vier ist die Zusammenfassung dessen, was die Angeklagten während ihres Wirkens an Schulden aufgehäuft haben, die ungesühnt geblieben sind. Und so lautet die Summe der Anklagen: Wegen drei und wegen vier. Mathematisch heißt das 3 plus 4 gleich 7, und das bedeutet,  Gott rechnet ab. Wie allgemein bekannt ist, gilt die Zahl 7 in der Bibel als die Zahl der Vollendung bzw. der Vollständigkeit. Die Urteilsbegründungen in Amos 1 und 2 formulieren das Vollmaß der Sünden der ökumenischen Trias. Am Ende der Tage strömt der Gerichtsbecher über.


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