Klartext richtig lesen und nichts unterm Tisch fallen lassen - Simson Project

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Klartext richtig lesen und nichts unterm Tisch fallen lassen

Konstruktion > Stilmittel
Erst verlieben, dann verloben
Der Klartext ...

... ist Grundlage für die Ausdeutung. Wir müssen ihn aufmerksam und konzentriert lesen, damit wir das Erzählte verstehen. Simson wird ein Nasir sein, von Mutterleib an bis zu seinem Tod. Wenn wir diese Tatsache unter den Tisch fallen lassen, dann vergessen wir sie und betrachten den Text falsch. Ein Nasir ist rein und dient Gott. Als Prinz kennt er die Etikette und weiß sich ordentlich zu bewegen und zu verhalten. Er hat sich einzig und allein an Gott gebunden, bis an sein Lebensende.
Simson geht nach Timnath und sieht ein Mädchen. Er geht anschließend zurück zu seinen Eltern und erzählt ihnen von seinem Ausflug in die Stadt. Er kommt auf die Philisterin zu sprechen und teilt Vater und Mutter mit, dass er das Mädchen heiraten möchte.

Sein Verhalten zeigt uns seine Vertrautheit mit den Eltern. Er kann über seine Empfindungen für das Mädchen sprechen, ohne von den Eltern barsch abgewiesen zu werden. Die Frage nach einer Frau aus dem eigenen Volk beantwortet er klug: Das Mädchen ist gerecht und aufrichtig in meinen Augen.

Was bedeutet der Ausdruck in meinen Augen? Er will sagen, dass er als gehorsamer Junge, der zuvor eine gute Erziehung genossen hatte, jetzt die Dinge selbst beurteilt. Von den Eltern kommt kein Einwand. Vater und Mutter kennen ihren Sohn und wissen, wenn Simson die Philisterin als gerecht und aufrichtig bezeichnet, dann ist das auch so. Vater und Mutter sind in Bezug auf Simson über alle Zweifel erhaben. Es gibt keinen Anlass, seinen Worten und Taten zu misstrauen.

Das innige Verhältnis zu Vater und Mutter kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass sie ihren Sohn nach Timnath begleiten und der Vater mit dem Mädchen ins Gespräch kommt.

Eine gute Erziehung, auf der Grundlage der Bibel, schafft gesunde und selbstbewusste Kinder. Das gemeinsame Gespräch gehört genauso dazu, wie auch die Forderung an die Kinder, auf die Eltern zu hören. Wenn an der Schwelle zum Erwachsenen die Kinder immer noch im vertraulichen Gespräch mit Vater und Mutter sind, dann haben die Eltern Grundsätzliches richtig gemacht.  

Die Eltern erfahren nicht alle Dinge, die Simson erlebt, aber das ist auch nicht notwendig. Die brüllenden Löwen nehmen die Eltern nicht wahr, und das können sie auch nicht. Empfindungen und Gefühle können nicht gesehen werden, auch wenn sie manchmal durch lachen und weinen erkennbar werden.

Erst geht er allein zur Philisterin und später gemeinsam mit seinem Vater, der sich mit der Freundin des Sohnes unterhält. Unterdessen feiert Simson mit dreißig Kameraden eine Art Junggesellenparty. Zu Beginn des Festes gibt er seinen Freunden das Rätsel auf mit Aussicht auf einen Gewinn. Für jeden Kameraden ein Hemd und ein Wechselkleid. Weil gewinnen schon immer Spaß macht, wollen sie sein Rätsel hören.

Aus dem Fresser kam Fraß, und aus dem Starken kam Süßigkeit.

Die Freude über einen Gewinn schwindet nach drei Tagen. Keiner der Freunde kann das Rätsel lösen. Nun drängen sie die Verlobte und drohen ihr, kündigen sich als Brandstifter an. Warum handeln sie so? Weil sie arm sind. Die Kammeraden können und wollen den Wetteinsatz nicht liefern. Alle 30 dachten nur an ihren Erfolg, nicht aber, dass sie auch verlieren könnten und dann ein jeder sein Hemd und einzigste Kleid an Simson abtreten müssen.

Wie wären sie dann da gestanden? Ganz einfach: Nackt! Mit Nichts, mit dem sie ihre Blöße vor Simson hätten bedecken können.

Die Verlobte wird während der sieben Tage unsicher. Das ihre eigenen Landsleute sie bedrohen macht ihr Angst. Sie wendet sich an ihren Bräutigam, weint und fleht, ihr doch die Auflösung des Rätsels zu erzählen. Simson stellt eine Frage, auch sie ist rhetorisch zu verstehen: Ich habe es meinen Eltern nicht erzählt, und dir soll ich es verraten? Es kann nur eine Antwort darauf geben: "Ja, natürlich! Nur dir will ich mein Geheimnis kundtun!" Warum nur ihr? Weil sie der Gegenstand seiner Liebe ist, um ihretwillen hat Simson dem Löwen widerstanden, ihn in der Luft, mit nichts in der Hand, zerrissen.

Ab siebten Tag erklärt Simson seiner Braut das Rätsel und sie verrät es den Männern ihres Volkes. Kurz vor Toresschluss und ungeniert stellen sich die Gesellen vor Simson hin und fragen: Was ist süßer als Honig? Und was ist stärker als der Löwe? Die Männer haben das Rätsel nicht gelöst sondern erpresst. Sie sind sich der richtigen Antwort dennoch nicht sicher und formulieren deshalb die Auflösung des Rätsels in Form einer Frage.

Simson erkennt ihr niederträchtiges Verhalten und trotzdem besorgt er in Asklon den Wetteinsatz, indem er 30 Männer erschlägt und ihnen die Gewänder nimmt; den anderen, die das Rätsel kund taten, gab er Wechselkleider. Das Simson trotz des Betruges seinen Wetteinsatz liefert zeigt uns: er bezahlt seine Wettschulden.

Warum mussten 30 Männer sterben? Und warum nimmt er ihnen die Gewänder weg, wenn doch seine Kameraden Wechselkleider bekommen? Eine befriedigende Antwort kann nur der hebräische Text liefern.  Das Wort Gewänder steht dort nicht, sondern: "er erschlug dreißig Mann, wegen ihrer Verdorbenheit". Das ist nur aus der Sicht des Neuen Testaments zu verstehen. Die 30 Mann in Askalon deuten auf die geistlichen Mächte der Bosheit. Sie sind nicht nur schlecht, sondern durch und durch verdorben. Der Messias hat einen Triumph über die 30 gehalten.
Die 30 Kameraden erhalten aber nicht deren verdorbene Kleidung, die ein Symbol für Sünde darstellen, sondern, sie bekommen Wechselkleider geschenkt. Die Wechselkleider stehen für Reichtum, den der Messias erworben hat.
Die Kameraden Simsons gehören nun zu den wirklich Reichen und besitzen jetzt die Chance, ewiges Leben zu erhalten. Die dreißig Männer müssen die Wechselkleider nur noch anziehen, dazu müssten sie sich aber der abgewetzten Kleidung entledigen.

Ob sie den Reichtum Simsons für sich persönlich annehmen? Wenn der Tod der 30 Männer Askalons auch ihr Tod bedeutet, dann haben sie auch weiße Gewänder, denn der Herr hat ihnen dann die schmutzigen Kleider ausgezogen und neue  angezogen.


 
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