Torah des Passah - damit fing alles an - Simson-Project

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Torah des Passah - damit fing alles an

Torah des Messias
Tora des Passah - Exodus 12,49

Teil 3
2. Die Torah des Passah

Nun sehen wir uns die Schriftstelle an, in der das Wort Torah zum zweiten Mal vorkommt.  Exodus 12, 49:

Ein Gesetz, Torah, soll sein für den    
Eingeborenen und für den Fremdling, der in    
eurer Mitte weilt.
Und Vers 43: Dies ist die Satzung des Passah.

Ein Gesetz bedeutet: ein einziges Gesetz, Es handelt sich  um eine zusammengesetzte Einheit,  nicht um eine absolute „eins“. Das verwendete hebräische Wort für “eins” אחד (e-chad) ist ein Zahlwort und deutet darauf hin, dass dieses Gesetz nur eine Satzung hat. Zudem verbirgt das Wort echad ein Geheimnis. Wir werden später noch darauf zu-rückkommen. Das Gesetz des Passah regelt, wer davon essen darf und wer nicht.
Sehen wir uns zuerst das Wort Satzung an. Es kann über-setzt werden mit:

    1. festgelegt, eingesetzt, berufen;
    2. Brauch, Sitte, Gewohnheit
    3. Methode, Verhalten
    4. Art und Weise
    5. Anordnung, Verordnung, Rechtsverordnung
    6. Ort, Stätte, Platz
    7. Gesetz

Das Wort Satzung, חוכה (cho-kah´), ist die weibliche Form und kommt von männlichen Wort chok חוק (H2706) und wird mit Erlass oder gesetzliche Verfügung übersetzt. Die männliche Form leitet sich von dem Verb cha-kak חקק (H2710) ab und bedeutet “eingravieren”.

Und so wird das Gesetz, durch unseren Glauben, von Gott   auf unsere Herzen geschrieben. Oder anders ausgedrückt: Der HERR graviert persönlich sein Wort auf unsere Herzen; Und jetzt wird es noch intimer: Der Bräutigam schreibt sich  selbst auf das Herz seiner Braut. Wenn wir alle Übersetzungsvarianten und die Wortwurzeln untersuchen und erläutern, dann erzählen sie uns die wundersame Geschichte Jesu mit seinem geliebten Volk:

In der Genesis wird verheißen, dass der Messias:

durch sein Opfer,
auf Golgatha,
mittels Kreuzigung,
indem er angenagelt wird,
eingraviert auf ewig in Hände, Füße und Seite,   
    (deshalb die männliche Form des Wortes),
wegen der Sünde seines Volkes,
den Tod auf Golgatha,
gemäß dem Recht Gottes, erleidet.

Das alles tat er für dich und mich. Für Israel () erleidet der Messias den Opfertod am Kreuz, (deshalb  die weibliche Form des Wortes).
Auch das Gesetz in Exodus 12 ist ein anderes Gesetz, anders als das vom Sinai. Es ist das Gesetz des Passah. Gott erklärt es so: Dies ist eine Nacht, die dem Herrn zu beobachten ist, weil er sie aus dem Lande Ägypten herausführte.

Die Formulierung, die dem Herrn zu beobachten ist, erinnert an das Passah, dass an jedem ersten Tag der Woche dem Gedenken des Lammes Gottes dient. Die Stunden der Finsternis sind die Nacht, die über das ganze Land kam, als das Passah geschlachtet wurde. In dieser Zeit erduldete der HERR das Gericht. Gott möchte, dass wir uns an das Geschehen am Kreuz erinnern, denn es ist seine Nacht, die Nacht, die dem Herrn zu beobachten ist.
Das wird in einem Gesetz proklamiert. Wir sehen, dass das Passah Ägyptens eins-zu-eins auf Golgatha passt. In den drei Stunden der Finsternis, von 12 bis 15 Uhr, als das Lamm Gottes geschlachtet wurde, lag die ganze Welt im Dunkeln. Für das Volk Gottes starb das Lamm Gottes. Und so gedenken wir im Abendmahl seines Todes.


Die Feinde des großen Sohnes Davids
An dieser Stelle sollten wir nochmals an die Gründe erinnern, die uns zu diesem Buch führten. Es war von uns nicht geplant ein solches Buch zu schreiben. Es sollten nur jene Stellen kurz erläutert werden, in denen das Wort Torah vorkommt und zwar vor der Gesetzgebung am Sinai. In welch dramatische Richtung sich das Werk entwickeln und welche Themen die Gesetze berühren würde, war uns nicht bewusst. Unbedarft und naiv und völlig ahnungslos machten wir uns ans Werk und erforschten die Schriften.


Das verkrampfte Herz  
Es gibt leider Feinde und die sagen: Sollte Gott in der Wüste einen Tisch zu bereiten vermögen? Ps.78,19 David liefert seinen Feinden, wenn sie es doch hören wollten, eine herrliche Antwort: Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde (H6887).

Da gibt es Feinde, die über den Tisch des Herrn streiten: „Es kann nur einen Tisch geben!“ sagen sie und erheben sich über David, den Geliebten, und lästern, stellen sich gegen Geschwister und drängen sie raus, wie damals, so auch heute. Unkraut vergeht nicht.
Wer oder was sind die Feinde? Kann man die Feinde kennen? Ja, man kann sie kennen und erkennen. Erst wenn wir das hebräische Wort untersuchen, verstehen wir, wer diese Feinde sind. Mögen wir doch von “dem großen Sohn Davids” nicht als seine Feinde gerechnet werden. Lange habe ich gezögert die Strong-Nr. 6887 zu erklären, aber die Zeiten werden nicht besser. Manchmal muss man einfach ein klares Wort sprechen.
Das hebräische Wort lautet צרר zarar. Man kann sich die  Bedeutung gut merken, denn es erinnert uns an das deutsche Wort zanken oder zerreißen. Die wörtliche Übersetzung lautet:
beengen, sich verkrampfen oder auch klammern.


Was will der Herr mit dem Wort "zarar" andeuten?
Die Praxis des Brotbrechens verursacht in allen Gläubigen, die Sonntags als Besucher in die sogenannte „Anbetungsstunde“ der Exklusiven Brüdergemeinden kommen, Bauchkrämpfe. Warum? Als Fremde dürfen sie am Abendmahl nicht teilnehmen. Aber auch die Exklusiven Brüder bekommen Bauchkrämpfe, weil, in ihrer Tradition verhaftet, ihre Zulassungspraxis, die sie nun einmal eingeführt haben, irgendwie ändern sollten aber nicht ändern können und viele auch nicht ändern wollen; und so werden die Schriften daraufhin nie oder selten durchforscht. Am Status quo wird festgehalten und mehr noch, man klammert sich an die Auslegungen der entsprechen Textstellen, wie sie von den alten Brüder vorgenommen wurden. Die haben die Schriften jedoch nicht richtig verstanden, weil sie das Abendmahl nur im Neuen Testament zu finden meinten. Hilfe tut Not, denn durch den verengten Fokus strauchelten sie. Ihre Interpretationen führen dazu, dass die Bauchschmerzen anhalten, die Krämpfe nicht nachlassen, denn sie schließen Fremde weiterhin aus.
Bauchkrämpfe
Die Ausgeschlossen bekommen Krämpfe, weil sie nichts zu  essen kriegen und die Exklusiven bekommen Krämpfe weil ihr Brot unrein ist. Dazu weiter unten.

Angenommen, eine Gemeinde der Exklusiven würde Fremde am Mahl teilnehmen lassen, so käme ganz sicher der Ausschluss aus dem „Verband“ der Alten Versammlungen. Der Ausschluss gilt nicht nur national. An allen „angeschlossenen“ Gruppen erging auf schnellstem Wege eine Ausschlussmitteilung. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit würde der Ausschluss mit „Gewalt“ erfolgen, d.h., deren Order wird den Gemeinden zugemutet, ja, vorgeschrieben. Wenn nicht vorrangig mit Worten, dann aber mit einer unausgesprochenen Drohung: Wenn ihr fremde Brüder oder Schwestern von dieser oder jener Gemeinde am Abendmahl teilnehmen lasst, dann seid auch ihr raus. Wo bleibt da die Liebe zu Fremden, von der Paulus im Römerbrief schreibt?


Hilfe naht
In Kapitel 12,13 des Römerbriefes steht in der Elberfelder das Wort Gastfreundschaft. Doch wenn wir den griechischen Ausdruck präziser übersetzen, so lautet er: Liebe zu Fremden. Fremde? Was sind das für Fremde, denen wir zärtlich und liebevoll Gastfreundschaft gewähren sollen, sie gerne bewirten und ihnen freudig eine Herberge bereiten?

Die Fremden sind Heilige, d.h., es sind Christen, die man  persönlich nicht kennt aber unvermittelt zu uns auf Besuch kommen und die Gemeindestunden besuchen. Sie sind sogar der Art fremd, dass sie noch nicht einmal einen "Empfehlungsbrief" kennen, geschweige denn einen bei sich tragen. Sollten sie einen bei sich haben? Nein, denn Empfehlungsbriefe müssten bestenfalls Mitarbeiter des Reiches Gottes bei sich tragen.
Empfehlungen sind das eigentliche Thema im 2. Korintherbrief. Paulus schreibt über die Korinther: Ihr seid unser Brief! Warum sind die Korinther ein Brief des Paulus und der seiner Mitarbeiter? Weil Paulus und die Schwestern und Brüder im Dienst am Evangelium den Korinthern die Gute Botschaft aufs Herz geschrieben haben.

Man beachte: Es zirkulierten damals niemals Briefe, die eine Empfehlung aussprechen sollten im Sinne von: Der darf am Abendmahl teilnehmen. Die Empfehlungsbriefe, die hier gemeint sind, empfehlen auf besondere Weise die Mitarbeiter des Reiches Gottes. Das sind solche, die im täglichen Dienst am Evangelium stehen, für die örtlichen Versammlungen arbeiten und das Gemeinwohl der weltweiten Versammlung im Auge haben. Obwohl in Korinth so vieles im Argen lag, konnte Paulus dennoch sagen: die ihr offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid. Und noch mehr konnte der Apostel sagen: Ihr seid unser Brief, eingeschrieben in unsere Herzen, gekannt und gelesen von allen Menschen. Damit sind alle Korinther gemeint, keiner von ihnen ist ausgeschlossen. Alle zusammen sind Mitarbeiter im Weinberg Gottes und ein Brief Christi und in die Herzen der Mitarbeiter geschrieben.

Daher bitte: Keine Briefe schreiben, sondern Briefe sein. Nicht mit Tinte auf Papier, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, sowohl auf unsere fleischernen Herzen eingraviert, als auch auf unser Fleisch geschrieben; (das sind im übertragenen Sinn die Pergamente, die Paulus in Troas zurück ließ). Das sind von Gott beschriebene Empfehlungen. Das sind Empfehlungen erster Klasse.

Viele Brüder verwenden ausschließlich zu diesem Thema das Neue Testament, weil sie das Passah Ägyptens völlig abtrennen von dem Abendmahl. Das tun sie nicht nur bei diesem Thema. Die Bibel bildet jedoch eine Einheit. Erst wenn wir beide Teile zusammenfügen, dann besitzen wir das Wort gleichsam wieder als einen Strom, der zuvor von Gott in zwei Teilflüsse getrennt wurde, dem Alten Testament auf der einen Seite und dem Neuen Testament auf der anderen Seite. Die Welt wird in der Bibel u.a. durch das Land Sinear symbolisiert. Sinear bedeutet: Land der zwei Flüsse. Und so fließen die beiden Ströme, das Alte und das Neue Testament, durch diese Welt.


Vorbilder der  Gastfreundschaft im Alten Testament
Lasst uns liebevoll und zärtlich zu den Fremden sein, wie auch Abraham und Lot. Als Abraham für die drei Fremden das Essen eilig zubereitete, wusste er möglicherweise noch nicht, wen er da vor sich hatte. In gleicherweise handelte Lot. Seine Liebe und Fürsorge den beiden Boten gegenüber ist vorbildlich. Ob es Engel waren? Man darf es anzweifeln, muss es aber nicht. Malach bedeutet Bote und kann sowohl auf Engel als auch auf Menschen angewendet werden. Damals könnten es möglicherweise Engel gewesen sein, doch prophetisch, da sind wir uns sicher, werden es Menschen sein. Der HERR sagt: in der Auferstehung sind wir wie Engel Gottes. Genau in diese Zeit fällt der Besuch der Fremden, nämlich nach der Auferstehung der Erstlinge und ihrer Entrückung.  

Anmerkung: Bei den zwei Begleitern Jahwes handelt es sich unseres Erachtens nach um Henoch und Abel. Warum? Beide werden in Verbindung mit dem bevorstehenden weltweiten Gericht in Verbindung gebracht:

1. Es hat aber Henoch, der siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt: „Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende, Gericht auszuführen gegen alle und völlig zu überführen alle ihre Gottlosen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit, die sie gottlos verübt haben, und von all den harten Worten welche gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.“ Judas 1,4

2. das Blut Jesu …das besser redet als Abel. Hebr. 12,44 Was redet Abels Blut? Es schreit: Rache!

Lot hält an seiner Einladung fest. Er lässt nicht locker. Geduld ist ein Tugend, nicht wahr? Lot hat Geduld. Er drängt die Fremden solange, bis die Boten seiner Einladung folgen und in sein Haus eintreten. Was später im Hause Lots geschieht, wird in der Verkündigung sträflich vernachlässigt.

Der Liebende bietet seinen Gästen nicht nur eine sichere Herberge an, sondern er bereitet den Fremden auch ein ganz besonderes Abendbrot. Und, was gab es im Hause Lots zu essen? Eines darf ich schon jetzt verraten, es war vom Köstlichstem. Das hebräische Wort „Mishteh“ (משתה H4960) für Mahl  bedeutet:

1. ein Getränk,
2. ein Getränk trinken (die Handlung),
3. ein Trinkgelage,
4. aber es kann auch mit dem Wort Fest übersetzt werden.

Die Wortwurzel bedeutet:
1. annehmen,
2. trinken,
3. ein- bzw. aufsaugen und
4. einverleiben.

Was ist das für ein Abendbrot, dass mit dem Wort Mishteh bezeichnet wird, aber sowohl ein Getränk betont als auch das Trinken selbst hervorhebt? Gleichzeitig wird das eigentliche Essen in den Hintergrund gerückt. Was ist das für ein Mahl, dass dann auch noch als Fest gefeiert wird?

Es ist schwer vorstellbar, dass Lot mit seinen Gästen ein Trinkgelage abhielt. Sicherlich, es gab reichlich zu Trinken, wie der Text uns wissen lässt, denn das Getränk und das Trinken erhalten den Fokus und betonen die beiden Dinge. Doch wie zu jedem Fest üblich, wurde selbstverständlich auch Essen gereicht. Lot stand in der Backstube und hatte ein einzigartiges Brot gebacken. Wörtlich übersetzt bedeutet das Brot „ungesäuertes Süßes“.


Die Bedeutung des Festes
Sowohl das Süße als auch das Ungesäuerte deuten auf den Messias und auf sein Gedächtnismahl und natürlich, allem voran, der Trank, denn erst das Getränk verleiht dem Fest seinen Glanz und bewirkt bei den Gästen eine ausgelassene und unaussprechliche Freude.
Ungesäuertes ist in der Bibel immer ein Bild für Reinheit und Sündlosigkeit. Der Messias war rein und sündlos und so gab er seinen fleckenlosen Leib zum Opfer. Das Süße spricht vom Honig, dass als Bild für das Evangelium gebraucht wird. Die Freundlichkeit des Messias gegenüber den Menschen ist sprichwörtlich. Ganz gleich, wer zu ihm kam, allen ist er mit Liebe, Geduld und großer Weisheit begegnet. Seine Worte waren freundliche Worte, seien Reden gütige Reden. Weil jedoch das Wort des Herrn süßer ist als Honig und Honigseim, erzählt es uns vom Messias selbst, wie zum Beispiel vom guten Hirten, der dem einen fortgelaufenem Schaf nachgeht, bis er es gefunden hat.
Das Getränk ist vom Weinstock, sein Wein vom Allerfeinsten. Das war es, was Lot den Fremden anreichte. Der Wein symbolisiert das Blut, dass Jesus für unsere Sünden vergossen hat. Die Kuchen von seinem Leib, der für uns zerschunden wurde. Das Süße im Kuchen deutet auf sein Wort hin, der Guten Botschaft des Neuen Testaments, dass bereits im Alten Testament versteckt, aber gefunden werden konnte.  


Das Freudenfest an weiteren Schriftstellen
Für den gehorsamen Lot, seiner Familie und seinen Gästen, wurde der Abend zu einem Freudenfest, wie wir es in Esther 1 prophetisch beschrieben finden. Es ist das zweite, das siebentägige Fest. Und so ist das Abendmahl auch für uns immer wieder ein Fest,  (so beschrieben in Esther 1. Es ist das erste Fest für die Fürsten der 127 Landschaften). Freuen wir uns! Der Messias hat alles gutgemacht, auch wenn die draußenstehenden Feinde Mord und Zeter schreien. Die Freude am Herrn kann uns niemand nehmen, die Freude am Herrn wird unsere Stärke sein.  
Auch das Fest für die Kameraden Simsons deutet auf das Abendmahl, auch wenn die Gesellen das Rätsel nicht selbst lösen können. (Siehe http://simson-project.com )

Nachdenkzettel: Wenn das Abendmahl prophetisch in Esther genannt wird und nicht nur im ersten Kapitel, und dann in Richter 14 und vielen anderen Stellen, dann unsere Frage: Warum finden die Brüder der Alten Versammlung das Mahl nur im Neuen Testament?

Hatten die Fremden ein Empfehlungsschreiben bei sich?  


Der Schleier
Lot ist ein Geheimnis und würde es auch bleiben, wenn der HERR nicht den Schleier, so die Bedeutung des Namens Lot,  lüften würde. Wir vollführen jetzt wiedereinmal seltsame Kapriolen, so wie auch unser HERR es tut. Rhetorische Akrobatik nennen wir das. Es sind meisterliche Kunststücke vom Erfinder aller Kunst. Und so kitzeln wir aus ihm Verborgenes raus und bringen es ans Licht.

Wenn die Schriften des Alten- und Neuen Testaments das fleischgewordene Wort Gottes beschreiben, dann beschreiben sie wen? Die Frage einfacher gestellt: Wen beschreibt die Bibel? Sie umschreibt geheimnisvoll den Sohn Gottes. Alle Erzählungen, wenn wir sie richtig verstanden haben, malen uns den  Herrn in unzählbaren Varianten vor Augen.
In jedem vor uns liegendem Text aus Genesis 19 fragen wir: HERR, was wird von dir erzählt? Welchen Knoten müssen wir lösen? Bei einem Knoten wissen wir nicht aus welcher Richtung der Faden kommt und wohin der Faden weiter läuft. Führt die Erzählung nach unten weiter oder läuft der Erzählfaden in die entgegengesetzte Richtung. Um einen Knoten zu lösen, müssen wir an irgendeiner Stelle anfassen und dem Faden etwas Luft zu verschaffen, d.h., den Abschnitt des Faden vom Knoten etwas lockern, sodass ein kleiner Zwischenraum entsteht. So auch mit dem Textteilen. Wir lösen das Wort Lot etwas vom Knoten – wir untersuchen seine Bedeutung - und verschaffen ihm damit einen winzigen Abstand. Und so machen wir es mit einem anderen Wort, dem Begriff „einkehren“ - denn die Fremden kehrten bei Lot ein. Dann nehmen wir einen weiteren Teil des Fadens, beschrieben mit dem Wort „Mahl“ und zupfen vorsichtig daran, damit wir das Mahl besser sehen und suchen in der Schrift, wo sich das Mahl ebenfalls beschrieben findet. Wenn wir geduldig bleiben und das Ganze behutsam und vorsichtig auseinander fisseln, dann liegt am Ende der Faden in seiner vollen Länge vor uns und wir verstehen die kryptische Sprache der Erzählung. Auf diese Weise finden wir diverse Verstecke des Herrn.
Doch der aufgelöste Knoten erzählt noch nicht alles. Der Faden liegt vor uns und wir erkennen, dass die Erzählungen  in verschiedene Richtungen laufen können und dadurch verschiedene Interpretationen zulassen. Sowohl die irdische Perspektive als auch die himmlische Perspektive werden angedeutet. Irdisch betrachtet lädt Lot ein, himmlisch betrachtet lädt der HERR ein. Wer lädt nun tatsächliche ein? Es sind beide, der Herr und Lot.
Wir entdeckten noch einen rhetorischen Kniff: Die Figuren liegen über Kreuz. Während Lot meint, er würde gewöhnliche Menschen einladen, obwohl es Menschen aus dem Himmel sind, lädt der HERR keine himmlischen Personen ein, sondern Menschen, die auf der Erde leben.

Das Wort „erkennen“. Es lautet auf hebräisch jadah (ידע ).
Das Wort hat folgende Bedeutungen:

1. kennen, wissen, verstehen;
2. feststellen, ermitteln, nachprüfen, herausfinden durch anschauen;
das Wort wird in großer Vielfältigkeit verwendet;
bildlich, wörtlich, verhüllend und schlussfolgernd (einschließlich durch Beobachtung, Fürsorge, (An)erkennung bzw. Bestätigung);
ursächlich: durch Weisung, Unterweisung, Unterricht;  Benennung, Bezeichnung, Ziel; Strafe usw.

Wenn die Männer der Stadt die Besucher „erkennen“ wollen, dann hat „erkennen“ u.a. auch die Bedeutung wie in Genesis 4,1: Adam erkannte seine Frau Eva und sie wurde davon schwanger. Was bedeutet dann Adams Erkennen? Wir schlussfolgern: Adam hatte mit seiner Frau Geschlechtsverkehr und deshalb wurde sie schwanger.  Und so können wir das „erkennen wollen“ der Sodomiter durch Schlussfolgerung ebenfalls als sexuelles Begehren auffassen. Damit wird der damalige Zeitgeist angedeutet, die moralische Grundhaltung jener Epoche, die prophetisch auf unsere Zeit anspielt. Auch wir leben in einer Periode, in der die Werte umgestaltet werden.

Wenn Lot den Messias darstellt, dann wollen die Männer der Stadt Sodom den Messias kennen und verstehen lernen.  Lot bietet, sicher nicht zum ersten Mal, seine Töchter an und das wiederum deutet darauf, dass die Männer der Stadt nur durch  seine Töchtern den Messias kennenlernen und erkennen können. Das Wort erkennen bedeutet hier dann "lernen durch Unterweisung". Die Bürger von Sodom wollen aber nicht und so kommt der Zeitpunkt, an dem alles gesagt ist, das letzte Wort gesprochen. Der Mob will sich nun mit Gewalt den Zutritt zum Haus verschaffen. Und so wird Lot von seinen Gästen zurück ins Haus gezogen. Auch die letzte Chance haben alle Männer, von klein bis groß, ausgeschlagen und so ist die Uhr für die Sodomiter abgelaufen. Der HERR konnte sich davon persönlich einen Eindruck verschaffen: die Sodomiter wollen nicht. Wer nicht sehen will wird blind. Nun werden sie von Gott mit Blindheit geschlagen und das Urteil wird beim Aufgang der Sonne vollzogen.

Die Fremden, die Lot mit Adonai anredete, sind für ihn Retter, aber für die Sodomiter sind sie Richter. Zuerst retten die Adonai Lot vor dem Pöbel, indem sie ihn ins Haus nehmen. Am nächsten Tag, noch vor Sonnenaufgang, retten sie Lot und seine Familie, bevor sie Sodom und die umliegenden Städte vernichten, die Gegend in Schutt und Asche legen.  
Als Richter schlagen die Besucher in der Nacht alle Männer der Stadt mit Blindheit und am nächsten Tag führen sie das Gericht Gottes aus, denn es heißt in Genesis 19,13: Jahwe hat uns gesandt, die Stadt zu verderben.

Der unsichtbare Dritte
Von den drei Männern, die zu Gast bei Abraham waren, blieb der HERR noch eine Weile bei seinem Gastgeber stehen. Die Anderen zwei machten sich auf und gingen nach Sodom. Nachdem Gott die Unterredung mit Abraham beendet hatte, ging auch er fort. Aber wohin? Der Text teilt uns mit: Und Jahwe ging, als er mit Abraham ausgeredet hatte.  Wohin ging der HERR?

Szenenwechsel
Lot findet am Abend die zwei Männer auf der Straße, nachdem sie durch das Tor der Stadt eingetreten waren. Als Boten vorausgesandt, werden sie von Lot eingeladen. Das in den Übersetzungen verwendete Wort für Engel lautet wörtlich Botschafter oder Gesandte. Lot redet mit den Gesandten, die zuvor in Kapitel 18 mit Enosh –Männer- bezeichnet werden.  Wer sind diese Enosh also Männer? Das hebräische Wort Enosh bedeutet sterblich, hinfällig. Wie wir aus Genesis 18,13 erfahren ist einer der Enosh Jahwe, denn es heißt: Und Jahwe sprach zu Abraham: Warum hat Sara denn gelacht und gesagt: Sollte ich auch wirklich gebären, da ich doch alt bin?

Wie ist es möglich, dass einer der drei Männer Jahwe ist und doch als Enosh bezeichnet wird, obwohl Gott und damit ewig ist? Wie ist es möglich, dass der "Ich bin", der Ewig-Seiende, als sterblich dargestellt wird? Die einzig denkbare Antwort kann nur lauten: Der dritte Mann, der sichtbar für Abraham war und später für Lot aber unsichtbar, deutet auf den Sohn Gottes, der ca. 2000 Jahre später auf Golgatha als Mensch sterben wird.

Kommen wir nun zu einer weiteren Besonderheit. Die zwei vorausgegangenen Fremden redet Lot mit Adonai an, das ist ein Pluralwort, dass für gewöhnlich als Anrede für Gott verwendet wird, für den dreieinigen Gott. Martin Luther hat den Titel Adonai ins deutsche mit HERR in Großbuchstaben übersetzt, doch hier redet Lot die Fremden mit Adonai an, obwohl sie ein Kapitel zuvor als Enosh bezeichnet werden. Erst wenn wir aufmerksam die biblischen Texte in ihren Originalsprachen lesen, geben sie uns Rätsel auf, die wir lösen sollen. Wir sollten uns solche Raritäten nicht entgehen lassen und sie unbedingt erwerben und sie unseren himmlischen Schätzen hinzufügen.
Das Wort Adonai leitet sich von Adon ab und bedeutet Herr. Adonai bedeutet, wir wir bereits wissen, Herren. Nun haben wir aber im Hebräischen ein weiteres Wort für Herren und das lautet Adonim, dass gleichfalls ein Pluralwort ist. Sehen wir uns die hebräischen Texte genau an, vielleicht kommen wir dem Geheimnis auf die Spur.
In Deuteronomium 10, 17 heißt es: Denn Jahwe, euer Gott, er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, mächtige und furchtbare Gott, der keine Person ansieht und kein Geschenk annimmt.

Jetzt setzen wir die hebräischen Ausdrücke für Gott und Götter bzw. Herr und Herren ein und lesen den Vers 17 nochmals.

Denn Jahwe euer Elohim, er ist Elohai der Elohim und Adonai der Adonim, der El, der Große und der Mächtige und der zu Fürchtende, der nicht einer ist, der auf das Sichtbare (Angesichter) sieht und keine Spenden (Geschenke und Bestechungen) annimmt.

Elohim
Hier wird Gott als Richter – Elohim – beschrieben, der unbestechlich ist. Begreifen wir den Begriff Richter als einen Ausdruck, der eine Person bezeichnet, der die Fähigkeit besitzt Recht zu sprechen und durchzusetzen, dann fällt es uns nicht mehr schwer auch die Engel, die Gottes Recht nicht nur kennen, sondern auch ausführen, als Elohim zu bezeichnen. Und so werden auch die Heiligen der höchsten Örter Elohim sein, weil Gottes Gesetz auf ihre Herzen geschrieben wurde. Aber nicht nur dort, sondern, jetzt wieder bildlich, auch auf ihr Äußeres, das ist die Haut.
Gott steht als höchster Richter über alle Richter. Er ist der Elohai, der weit über die Elohim steht. Er, der Gott der Götter repräsentiert das höchste Gericht. Wir finden diesen Aspekt in Josua 5,14 deutlicher. Ein Mann erscheint dem Josua mit einem gezogenen Schwert. Josua fragt den Mann: Bist du für uns oder für unsere Feinde? Der Mann antwortet: Nein, sondern als der Oberste des Heeres Jahwes bin ich jetzt gekommen.  Auch wenn Josua nur den  Heerobersten sieht, so wissen wir, dass der HERR nicht allein kommt, um Gericht auszuführen. Judas 1,14-15: „Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende Gericht auszuführen gegen alle und völlig zu überführen alle ihre Gottlosen ...“.  Der oberste Elohim kommt inmitten seiner Elohim, der höchste Richter unter den Danitern, denn auch Dan bedeutet Richter. Wenn die Danitern im Himmel sind, dann können sie auch nicht auf der Erde sein, deshalb fehlt Dan auch in der Aufzählung der Versiegelten aus Offenbarung 7.  Übrigens: Das ist das Los Daniels. Gott hat ihm verheißen: Du aber gehe hin bis zum Ende; und du wirst ruhen, und wirst auferstehen zu deinem Lose am Ende der Tage. „Das Ende der Tage“ ist ein besonderer Ausdruck, der den Zeitraum vor der sichtbaren Wiederkunft Jesus bezeichnet. Daniel wird in dieser Zeit aus der Erde heraus, gleichsam wie ein antikes Gefäß, welches durch Ausgrabung ans Licht kommt, auferstehen und Richter sein.  
Adonai
Das Gleiche wird durch den Begriff Adonai deutlich. Gott ist der Adonai über alle Adonim, der Herr über alle Herren. Mit dem Begriff Adonai wird eine besondere Beziehung beschrieben, die Gott zu seinem Volk hat. Der Herr ist der Ehemann seiner Frau, dem Volk Israel. Er leitet und führt in der Ehe, nicht als Tyrann, sondern in liebender Fürsorge. Im  Neuen Testament finden wir die Parallele: Christus ist der Bräutigam seiner himmlischen Braut, die als Stadt beschrieben und als das Neue Jerusalem bezeichnet wird. (Israel ist die Braut des Messias. Das geistliche Israel ist die Braut des Lammes. Die Irdische ist Nebenfrau, die Himmlische ist Hauptfrau). Die Gesamtheit eines Volkes wird in der Bibel durch eine Frau symbolisiert, deshalb hatte Salomon, bitte jetzt wieder bildlich verstehen, sehr viele Frauen.

Auch Psalm 136,1-3 werden die Elohim und Adonai erwähnt: Preiset Jahwe! Denn er ist gütig, denn seine Güte währt ewiglich. Preiset den Gott der Götter, denn seine Güte währt ewiglich. Preiset den Herrn der Herren! Denn seine Güte währt ewiglich.
Diesen Psalm betet der Überrest Israels. Das wird im letzten Vers erkennbar, denn dort freuen sie sich und rufen aus: Preiset den Gott der Himmel. So betet kein Christ, denn:

1. Christen leben in einer engen Beziehung zu Gott;
2. Christus ist in ihnen, bzw. Christen in Christus;
3. Christen sind in Beziehung zum irdischen Volk bereits Elohim und Adonai und wohnen im Himmel.

Der Überrest Israels anerkennt nun den Sohn Gottes als den Elohai der Elohim. Gleichzeitig anerkennen sie, dass die Heiligen der höchsten Örter ebenfalls Elohim und Adonim sind.

El
Das in Psalm 136,26 verwendete Wort für Gott lautet El und bezeichnet den Starken, das Oberhaupt bzw. den Chef, aber auch einen Schafsbock, einen Wandpfeiler, eine Eiche oder einen anderen kräftigen Baum. Der Messias ist für Israel, symbolisiert durch die irdische Stadt Jerusalem, Bräutigam. Aber er ist auch der Starke, der die Feinde des Volkes tatsächlich besiegt. Als Heeroberster streitet er gemeinsam mit Josua. Am Ende wird der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, das ist Satan, umgehauen. Der Baum des Lebens aber, Jesus, der Sohn Gottes, der bleibt stehen. Von diesem Baum essen und ernähren sich dann alle Völker. Deshalb sagte Jesus: Ich bin das Leben. Aber nicht nur das Leben, sondern er ist auch der Weg zum Baum des Lebens. Und wie man zu diesem Baum gelangt, erzählen die Schriften des Alten- und Neuen Testaments. Und weil Jesus auch von sich sagte: Ich bin die Wahrheit, müssen alle Teile der Bibel zueinander passen und immer ein klares Bild ergeben. Ohne das Neue Testament bleiben die Wahrheiten des Alten im Dunkeln, aber mit dem Neuen geht die Sonne auf.

Die Elohim und Adonai sind Daniter
Lot lädt die Fremden zu sich ein. Ob er wusste, welchen Auftrag die beiden hatten? Es darf bezweifelt werden. Aber eines ist sicher, Lot redet die Unbekannten mit Adonai an, denn er spricht zu ihnen: Ach siehe, meine Adonai! Gen.19,2. Das die beiden Herren auch Richter sind, haben wir mit dem Begriff Elohim weiter oben bereits ausgeführt. Auch der Text in Genesis 19 bestätigt es. Vers 19: Denn wir wollen diesen Ort verderben, weil ihr Geschrei groß geworden ist vor Jahwe. Die Elohim, jetzt wieder aus der Perspektive des Adlers, sind die Richter aus dem Himmel. In der allegorischen Ebenen werden sie als Daniter bezeichnet, das sind jene Männer, die sich ein Erbe im Norden suchten. Der Norden, wie wir wissen, steht für den Himmel. Der letzte Richter im Buch der Richter ist Simson. Auch er ist ein Daniter. Keiner zweifelt die Liebe Simsons zu den Frauen an, aber seinem Zorn wird wenig Beachtung geschenkt. Schnaubend kehrt Simson der Daniter ins Vaterhaus zurück.   


Jetzt nochmals gut mit überlegen!
Wir kehren zu Lot und den beiden fremden Besuchern zurück. Wenn Lot der Einladende ist, von wem erzählt uns dann die Schrift? Deutet sie denn nicht auf den Herrn, der uns zum Abendmahl einlädt? Und ist das nicht auch das, was die exklusiven Brüder lautstark immer und immer wieder wiederholen? „Der HERR ist der Einladende.!“ Recht haben sie.
Und das ist wahrlich erstaunlich. An Erkenntnis besteht  bei ihnen kein Mangel. Sie nehmen aus dem Fundes der Klartexte der Evangelien und den Briefen des Apostel Paulus, aber verengen das Thema, indem sie das Alte Testament aussparen. Priska, die uns die historischen Schatten des Zukünftigen erzählt, lassen sie ausser Acht, verengen ihr Sichtfeld. Die Perspektive wird beschränkt. Und so leiden sie unter dem Tunneleffekt, können aus ihrer selbsterrichteten Ummauerung nicht heraus. Sie übertönen das Rufen des Herrn mit ihrem , klingenden Erz  – siehe 1.Korinther 13-. „Der HERR ist der Einladende, der HERR ist der Einladende, der HERR ist der Einladende ...“. Lärmend mauern sie sich mit diesen „schallenden“ Zimbeln ein, vertreiben viele Menschen vom Tor der Schafe und die Geschwister aus dem Haus. Ist dem wirklich so? Wir befürchten ja. Das griechische Wort für „schallen“ bedeutet:

1. lärmen,
2. einmauern,
3. herausschreien,
4. klirren;

das Ganze mit Zimbeln; das sind kreisrunde Instrumente, mit denen sie den Takt für ihren eigenen Reigen (Tanz) vorgeben. Und so kreisen die Exklusiven kreisend, eingemauert, immer und immer wieder und immer wieder wiederholend um ihre Lieblingsthemen:

1. Wo zwei oder drei … da ist er in ihrer Mitte!
2. Der HERR ist der Einladende!
3. Johannes 17,
4. Wir wollen Philadelphia sein!
5. Die Fußwaschung.

Wie öde, nicht wahr? und nervtötend obendrein, denn so deutet es der Apostel mit den schallenden Zimbeln doch an. Paulus schreibt: … und hätte der Liebe nicht, so bin ich nichts. Ist uns Paulus nichts? Doch, er ist uns der geliebte Gesandte, der Apostel der Nationen, und als solcher hat er uns den Herrn in frohen Farben vor unsere Augen gemalt. Seine Texte sind melodische Lieder, liebliche Klänge, sie umfassen den ganzen Kanon der Heiligen Schrift.
Was sind uns die Exklusiven? Entweder sind sie uns zu Geschwistern, in denen die Liebe Gottes in ihre Herzen ausgegossen wurde und verwirklichen die Liebe zu den Fremden oder sie sind Menschen, die das Wasser des Wortes Gottes mit ihren Füßen, d.h., durch ihren Lebenswandel, trüben. Solche Wasser machen Fische krank, im schlimmsten Fall lösen sie ein Massensterben aus.


Ein Fremder empfiehlt Fremde
Wir waren weiter oben bei der Frage stehen geblieben, ob die Fremden, die in Lots Haus eingekehrt waren, ein Empfehlungsschreiben bei sich trugen.

Nein und ja! Die Fremden hatten nichts schriftliches in der Hand. Wir müssen daher die Frage mit einem klaren Nein beantworten. Aber sie selbst waren ein Empfehlungsbrief an den Fremden – ihrem Gastgeber, denn der HERR selbst hatte das Gesetz auf ihre Herzen geschrieben und täglich schrieb er weiter. An ihrem Lebensstil wurde es allen Menschen offenbar. Sie befolgten seine Anweisungen und Belehrungen und das wurde von den Zeitgenossen gesehen. Durch ihr Tun wurde ihre Außenseite, jetzt wieder symbolisch, die Haut beschrieben. Darauf wird angespielt, wenn Paulus seinem echten Sohn Timotheus bittet, die Schriftrollen, die er, der Apostel, in Troas zurückgelassen hatte, mitzubringen. Durch unsere Nachfolge wird Gottes Gesetz, bitte bildlich verstehen, auf unsere Haut geschrieben und kann von allen Menschen gelesen werden. Die Haut bildet den Schutzmantel des menschlichen Körpers und dient als Bild für den Mantel, den Gott mit dem Gesetz beschrieben hat. Solch ein Mantel schützt vor allen Gefahren, schützt den inneren Menschen. Wir sind umkleidet mit dem Wort Gottes, wenn wir es zulassen, dass der HERR täglich weiterschreiben darf.
Das es sich um geistliche Dinge handelt ist selbstredend. Sehen wir uns ein paar Dinge an, die unsere völlige Umkleidung ausmachen. Ein Teil seines Gesetzes dient uns als Kopfschutz, das ist der Helm des Heils. Er schützt unsere Gedankenwelt und Schlussfolgerungen. Der Brustharnisch der Gerechtigkeit, der wie ein Korsett um den Rumpf gelegt sein soll, schützt unser Innerstes und ganz besonders unser Herz. Das Schwert des Geistes ist unsere einzige und universelle Waffe. Nehmen wir sie täglich mit und in die Hand und gebrauchen wir sie gesetzmäßig, d.h., kämpfe weise, gepaart mit Liebe zum Nächsten und mit der Liebe zu Gott. Daraus erwächst eine brennende Leidenschaft, die nicht an sich halten kann, sondern sich an vorderster Front den Schlachtreihen der Feinde entgegenstellt. Es gilt Beute zu machen und Menschen für Jesus zu gewinnen.
Die völlige Ummantelung mit der Torah des Messias lässt sich auch mit dem Element des Wasser beschreiben, indem Fische leben. Vom Kopf bis zum Schwanz sind diese Tiere von dem klaren Wasser umgeben. Ob ein Fisch im Wasser des Alten Testamentes schwimmt oder im Wasser des Neuen, immer ist es die Tora des Messias. Ein schönes Bild, nicht wahr?
Die Boten sind keine Engel
Das die beiden Boten keine Engel sind, leitet sich auch aus der Teilnahme der Fremden am Abendmahl ab. Engel haben daran keinen Anteil, denn die guten Engel müssen nicht erlöst werden und die bösen werden nicht erlöst. Wenn wir jetzt ein drittes Mal fragen: Hatten die Fremden ein Empfehlungsschreiben bei sich? so denken wir, dass von unserer Seite her keine Antwort mehr notwendig ist. Wenn wir dennoch dem Thema noch einige Zeilen widmen, dann deshalb, weil die Schriftstellen, die wir nun anführen, uns wunderschöne Dinge enthüllen.  

Die Empfehlungsbriefe des Paulus
Empfehlungsbriefe sind nur für Mitarbeiter, damals wie heute. Ob in unseren Tagen nötiger als zu den Zeiten der Apostel? Aber wie schon gesagt, nicht Empfehlungsbriefe schreiben, sondern Empfehlungsbriefe sein.

Sehen wir uns zwei größere Abschnitte an, in denen die Mitarbeiter des Paulus eine Empfehlung erhalten. Zuerst untersuchen wir ein Kapitel des Römerbriefes und anschließend ein ganzes Buch. Ja, ein ganzes Buch ist dem Thema Empfehlungsbrief gewidmet. Doch zuerst zu dem 16. Kapitel des Römerbriefs. Es werden die Namen, die Paulus zur Versammlung rechnet, fett geschrieben.

Was lesen wir?
Ich empfehle Phoebe, unsere Schwester, die eine Dienerin der Versammlung in Kenchrea ist, auf dass ihr sie in dem Herrn, der Heiligen würdig, aufnehmet und ihr beisteht, in welcher Sache irgend sie euer bedarf; denn auch sie ist vielen ein Beistand gewesen, auch mir selbst.  

Das gesamte letzte Kapitel des Römerbriefes ist ein einzigartiges und faszinierendes Empfehlungsschreiben und es gilt nicht nur der Schwester Phoebe. Allen Römern werden die guten Mitarbeiter empfohlen. Phoebe wird zuerst genannt und das aus gutem Grund. Ihr Name leitet sich von phoibos ab und bedeutet "hell", "leuchtend", "glänzend". Im ersten Jahrhundert wurde die Versammlung durch den Heiligen Geist ins Leben gerufen und damit ging die Sonne der Gerechtigkeit auf; es wurde hell in der Welt. Phöbe wohnte in Kenchrea. Der Ort war berühmt wegen seines Hafens. Über ihn kamen nicht nur Waren aus aller Welt, sondern auch Matrosen und andere Reisende. Ein idealer Ort, um das Licht auf das eigene Lampengestell zu stellen und für alle Welt leuchten zu lassen. Es gab und es gibt auch dunkle Zeiten. Strahlen dann unsere Sterne? Leuchtet dann unser Nord-Stern, an dem sich die Menschen in der Finsternis orientieren können, damit sie den Weg in den ersehnten Hafen, den Himmel finden?

Der Hafen von Kenchrea deutet auch auf den Fischfang hin. Die Matrosen und die Reisenden gleichen Fischen, die von Phöbe einzeln geangelt oder mit einem Netz gefangen wurden. So wie die ersten Jünger zu Menschenfischern geworden waren, so auch unsere Schwester Phöbe, die   Matrosen, Kaufleute und andere Reisende zum Herrn führte.

Lesen wir weiter:
Grüßet Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christo Jesu, die für mein Leben ihren eigenen Hals preisgegeben haben, denen nicht allein ich danke, sondern auch alle Versammlungen der Nationen.

Paulus beginnt den dritten Vers mit Grüßen an ein Ehepaar, die Mitarbeiter des Apostels sind. Niemand soll Menschen grüßen und ins Haus aufnehmen, die nicht in der Wahrheit stehen; so mahnt uns der Apostel Johannes. Stehen Priska und Aquila in der Wahrheit? Wir meinen ja. Jeder für sich und auch beide gemeinsam.

Priska bedeutet alt, antik, historisch. Gemeinsam, d.h., mit ihrem Mann, haben sie dem Jünger Apollos die Schriften genauer ausgelegt und ihn so zu einem wichtigen Lehrer Israels ausgebildet.
Aquila bedeutet Adler und liefert uns den Hinweis, dass das Paar die himmlischen Bedeutungen der alttestamentlichen Texte gut kannten und diese nicht nur dem Apollos, sondern allen Versammlungen der Nationen weitergaben.

Priska und Aquila waren, wie auch Paulus, Zeltmacher. Und so arbeiteten die drei gemeinsam an der Hütte Gottes (wörtl.: Zelt Gottes), dem transportablem Heiligtum. Priska repräsentiert das Alte und Aqulia das Neue Testament. Das dem so ist, wird auch durch die Ableitung ihres Namens angedeutet. Priska ist die Verkleinerungsform des Namens Priscilla. Und was soll uns dieses Detail mitteilen? Nun, Priska ist klein. Und so hat das kleine Israel der Welt Licht gebracht. Sie ist uns aber auch noch ein prophetischer Hinweis auf den Fluchtort, den Lot erwählte. Er bildet prophetisch den Überrest, der nicht auf den Berg flieht, wie die Boten es ihm sagten, dem Himmel, sondern wählten lieber den unbedeutenden Ort in der Ebene, auch Tal genannt. Die Ebene steht symbolisch für die Erde. Lot entschied sich für die Stadt Zoar -klein. Die Stadt weist auf das irdische Jerusalem hin.
 
Übrigens: Apollos bedeutet u.a. Sonnenlicht. Prophetisch steht Apollos für die Abendsonne. Es ist Gottes dritter und letzter Versuch, das jüdische Volk zu retten. Dazu mehr auf: http://Simson-project.com/interpretation.html
Wer mich sucht, sagt der HERR, der wird mich finden. Wo finden wir hier den Herrn? Hier ist es Aquila, der durch den Adler symbolisiert wird. Es ist der Adler, der den Gläubigen die Texte des Alten Testaments richtig zu deuten lehrt und zwar vom Himmel her. Deshalb sagt Paulus: Sehet zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet! … der von den Himmeln her redet! Hebräer 12,25

Weiter lesen wir:
Grüßet Epänetus, meinen Geliebten, welcher der Erstling Asiens ist für Christum.

Wir können davon ausgehen, dass Epänetus, nachdem er zum Glauben an den Herrn Jesus kam, in das Werk Gottes eingetreten war. Sein Aufenthalt in Rom könnte seine Mitarbeit andeuten. Wenn er jedoch nur auf Besuch war, muss Epänetus auf jeden Fall in der Wahrheit gestanden haben. Sein Name drückt das schönste Werk eines Christen aus: Epänetus ging „den Herrn allezeit lobend“ über diese Erde. Ob singend im Herzen oder auch mit seinen Lippen, Epänetus wahr im Grunde seines Herzens ein fröhlicher und glücklicher Mensch. Dies Glück verkündigte er bereits mit seinem aufrichtigen Wesen. Wes das Herz voll ist, fließt was über? Es ist der Mund, der die Freude des Herzens für alle Menschen hörbar in manigfaltigen Variationen kund tut.

Weiter lesen wir:
Grüßet Maria, die sehr für euch gearbeitet hat.

Ihre Name leitet sich vom hebräischen Mirjam ab und bedeutet: aufmüpfig, aufsässig, rebellisch. Grund und Auswirkung ihrer Rebellion findet sich in der Wortwurzel: Bitterkeit und Verbitterung. Der HERR hat es ihr dennoch süß gemacht. Aus tiefer Liebe zu Jesus hat Maria für die „Römer“ sehr gearbeitet. Der Brief ging doch an die Römer oder nicht?
Zudem ist Maria auch der prophetische Hinweis auf Noomi, die gleichfalls annahm, dass der HERR es war, der ihr Leben  bitter gemacht hatte, indem er ihr den Mann und die beiden Söhne nahm. Doch auch ihr und ihrem Enkel Obed, er bildet den  Überrest Israels, wird es der HERR am Ende süß machen. Nur der Himmel, der bleibt ihnen leider verwehrt.

Weiter lesen wir:
Grüßet Andronikus und Junias, meine Verwandten und meine Mitgefangenen, welche unter den Aposteln ausgezeichnet sind, die auch vor mir in Christo waren.

Mitgehangen, mitgefangen! Die Verwandten des Apostels waren bereits Christen, noch bevor der Saulus ein Paulus wurde. Sie gehören schon lange zu den Ausgezeichneten und jetzt teilen sie als Mitgefangene die Leiden des Apostels. Wer bereit ist, für den Herrn zu leiden, der gehört zu den Schwerstarbeitern. Andronikus bedeutet: Mann des Sieges; auch er hat gesetzmäßig gekämpft, weil er wie Paulus wusste: Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark durch den Herrn. Junias bedeutet jugendlich oder jugendfrische; er (oder sie?) erleben, was der HERR versprochen hat: Die auf den Herrn harren, werden laufen und nicht müde werden, sie werden auffahren wie Adler (himmlische Dimension). Wer schon früh in seiner Jugend damit anfängt, fährt reichlich Ernte ein und darf erfahren: So deine Jahre, so deine Kraft. Prophetisch deutet es auf Menschen nach der Entrückung, denn dann wird die Jugend des Junias für immer erneuert. Wer den Herrn kennt und lieben gelernt hat, fürchtet Rom nicht.

Weiter lesen wir:
Grüßet Amplias, meinen Geliebten im Herrn.

Auch hier sehen wir wieder einen tüchtigen Bruder. Sein Name bedeutet „erweitert“, „vergrößert“, „ausgebaut“. Na, wenn das kein deutlicher Hinweis ist auf eine gesegnete Mitarbeit ist, dann … ich den Besen.

Prophetisch weist sein Name darauf, dass Gott sich wieder verstärkt um die Schlafenden sorgt, dass sind besonders die Juden, aber auch die anderen noch versteckten Stämme Israels nach dem Fleisch, die über die Jahrhunderte hinweg in einen Tiefschlaf gefallen sind. Paulus erklärt es im Römerbrief so: Was wird die Annahme – das ist die Zustimmung der erwachenden und jetzt dem Evangelium gehorchenden Juden - anders sein als Leben aus den Toten. Römer 11,15b

Weiter lesen wir:
Grüßet Urbanus, unseren Mitarbeiter in
Christo, und Stachys, meinen Geliebten.

Wie der Kopf einer Ähre ragt Stachys heraus,, der sich in der Evangelisation gleichsam an die Menschen heranpirscht. Schon als Kornähre wird sichtbar, dieser Stachys hat reichlich für den Herrn Frucht gebracht. Aus diesem Grund ragt er sichtbar über die anderen hinaus. Urbanus ist „der aus der Stadt“ und gut erzogen, darum ist er „höflich und freundlich“ zu allen Menschen. Von welcher Stadt mag hier wohl die Rede sein? Urbanus kennt den herzlichen Wunsch unseres Herrn: Lasset eure Gelindigkeit allen Menschen kundwerden. Eine schöne Arbeit, eine verdienstvolle Aufgabe, nach der jeder von uns streben sollte. Und warum? Weil sie schon hier auf der Erde fröhlich macht und allen zeigt: Ich bin aus Rom, ähm, aus Jerusalem. Ist das nun das gleiche oder dasselbe? Was bedeutet der Name der Stadt? Wir fragen nicht nach dem Namen Jerusalems, dessen Bedeutung kennen wir: „Gründung des Friedens“, lautet er. Ich frage nach der Bedeutung des Namens Rom.

Prophetisch deutet der Text darauf hin, das endlich die Erntezeit auch für Israel angebrochen ist. Stachys Wuchs ragt über die andern hinaus. Solchen herausragenden Brüdern muss man sagen: Diene dem Volk Gottes, herrschen ist später angesagt, erst wenn Jeshua HaMashiach wie der Blitz plötzlich erscheint. Zuvor macht uns der HERR durch viele oder wenige Leiden vollkommen. Vergiss es nie: Jesus ist  immer bei uns. Apropos Stachys: Sie spricht auch von ihm, unserem Herrn, der über alle hinausragt.

Weiter lesen wir:
Grüßet Apelles, den Bewährten in Christo.
Grüßet die von Aristobulus Hause.

Apelles bedeutet „gerufen“; es sieht so aus, als wenn der Gerufene sich in seiner Berufung bewährt hat, denn er ist dabei geblieben und hat den Ruf weitergetragen. Sein Name wird auch mit Trennung und Ausgrenzung übersetzt. So war es schon immer, seit Anbeginn des Christentums wurden die Bewährten in Christus aus den Synagogen hinausgeworfen und stigmatisiert. Wir wünschen jedem Leser, dass er ein Apelles bleibt und sein Vertrauen in Jesus nicht über Bord wirft.
Die Treuen wurden schon immer ausgegrenzt. Auch unser HERR machte die schmerzvolle Erfahrung. Wie wurde er doch verachtet und für nichts geachtet. Verachtung gilt als die umfasste Ablehnung eines Menschen und trifft ihn in seinem ganzen Menschsein, sowohl körperliche als auch seelische Schmerzen sind die Folge. Die innere Not und das Herzeleid des Messias werden u.a. in Psalm 69 miterlebt. In Vers 8 oder 9, je nach Verszählung, sagt der Messias: Entfremdet bin ich meinen Brüdern, und ein Fremdling geworden den Söhnen meiner Mutter. Wie groß war sein Schmerz, wenn er seufzt: Als ich weinte … Und wie groß muss sein Schmerz heute erst sein? Wie viel Tränen werden von ihm noch geweint?

Prophetisch deuten die Brüder in Psalm 69 auf das christliche Zeugnis und die Söhne seiner Mutter auf die Juden. Weil die echten Christen entrückt sind, werden viele Namens-Christen auf die Juden eifersüchtig sein, denn Gott hat sich ihnen in besonderer Weise wieder zugewendet. Und das Jesus den Söhnen seiner Mutter seit bald 2000 Jahre ein Fremdling geworden ist, lässt sich in der jüdischen Literatur nachlesen. Welch ein Glück, Apelles machte den Anfang und suchte ihn, er suchte den, der für ihn noch fremd und unheimlich war. Und Jesus ist ihm freundlich entgegengekommen. Noch während Apelles sein Glück nicht fassen kann, geht er hinaus und erzählt es auch dir. Jedem will der HERR seine Freundlichkeit erweisen, will ihm gnädig entgegen gehen.  
Der Name Aristobulus erinnert an berühmte Persönlichkeiten des Altertums. Welche Art von Arbeit liegt bei ihm und seiner Truppe vor? Sein Name bedeutet „beste Beratung“. Aristobulus' Haus liefert ein Beratungsmanagement vom Feinsten, denn sie konnten Apelles für Jesus gewinnen. Als Neuling hat er sich in der Arbeit als zuverlässig erwiesen und im Dienst hat er sich bewährt. Teams, wie die des Aristobulus, sind uns gut und teuer, sie werden immer und überall gebraucht, nicht wahr?

Prophetisch spricht das Haus des Aristobulus vom Himmlischen Haus, dessen Erfahrungen jetzt hervorragend genutzt werden, Rechtzeitig werden die Kenntnisse und Fertigkeiten einer neuen Generation weitergeben. Was das Durchhaltevermögen und die Ausdauer des Hauses anbelangt, muss sie unbedingt sprichwörtlich werden, denn 2000 Jahre sind wahrlich kein Pappenstiel.

Weiter lesen wir:
Grüßet Herodion, meinen Verwandten. Grüßet
die von Narcissus Hause, die im Herrn sind.

Herodion bedeutet „heldenhaft“. Eines dürfte sicher sein, dieser Bruder hat gesetzmäßig gekämpft und gesiegt. So wie die Helden Davids, hat er mit dem Schwert oft viele auf einen Streich. Das Schwert des Geistes ist und bleibt die schärfste Waffe, um Menschen für Jesus zu gewinnen.

Narcissus' Haus könnte auf krankhafte Dinge hinweisen, wie z.B. Blähungen, die starke Bauchkrämpfe verursachen und schlechte Winde erzeugen. Paulus grüßt nur solche, die im Herrn sind und dazu gehören natürlich auch Kranke und Verwundete. Vielleicht war das Haus des Narcissus eine Arztpraxis oder Heilstätte. Dort konnten die Kranken und Verwundeten, ob von körperlichen, seelischen oder geistlichen Dingen geplagt, in aller Stille und Ruhe gesunden. Schaffen auch wir heute Schutzräume für unsere Verwundeten und Kranken und wir werden staunen, wie sie in ihrem eigenen Tempo gesunden und zu Helden Christi werden.
Prophetisch spricht Herodion von den ganz Mutigen, denn sie haben sich trotz der zahlenmäßigen Übermacht dem Gegner gestellt, tapfer gekämpft und obsiegt. Weil Herodion zusammen mit Narcissus genannt wird, könnte Herodion nach den anstrengenden Schlachten bei Narcissus seine Verletzungen verbinden lassen und sich erholen, damit alle Wunden in Ruhe ausheilen können. Esther 1,3
Vergesset nicht, die größte Auseinandersetzung der Weltgeschichte kommt noch, daher: Lasst sie ein wenig ausruhen und im Herrn neue Kräfte schöpfen.  

Weiter lesen wir:
Grüßet Tryphäna und Tryphosa, die im Herrn arbeiten. Grüßet Persis, die Geliebte, die viel gearbeitet hat im Herrn.

Tryphäna bedeutet luxuriös und Tryphosa „prächtig gedeihend bzw. schweigend. Beide arbeiten im Herrn. Persis ist eine Schwester aus dem Nahen Osten, ob aus Persien, Saudiarabien oder Israel? Eines wird deutlich, auch sie hat viel gearbeitet und ihren Reichtum für den Weinberg Gottes verwendet; und nie und niemals hat sie darüber geredet. Wie viele Araber und Araberinnen glauben an Jesus als ihren Herrn und Gott und verrichten mit ihrem Vermögen den Dienst in aller Stille. Wie viele Juden setzen bereits heute einen Großteil ihres Vermögens für Gott ein. Aber ein wichtiges Land dürfen wir nicht vergessen, Amerika. Dieses Land gibt ein vielfaches von dem, was der Rest der Welt zusammen an Vermögen für Gott einsetzt.

Weiter lesen wir:
Grüßet Rufus, den Auserwählten im Herrn, und seine und meine Mutter.

Rufus bedeutet Rot. Das erinnert mich an die Versammlung namens Sardes. Sardes bedeutet „die Rote Eine“. Es scheint ein Hinweis auf die Zeiten der Verfolgung zu sein. Rufus hat vielleicht sogar ein Martyrium wegen seines Glaubens hinter sich. Er trägt die Malzeichen an seinem Leibe.
Aber wer ist diese Frau, die Paulus sowohl als seine Mutter als auch die des Rufus bezeichnet? Es könnte sich um eine Schwester handeln, die sich des Paulus derart angenommen hatte, als wenn der Apostel ihr eigener Sohn wäre. Was für eine herzliche Liebe! Mütter geben für ihre Kinder alles, selbst das eigene Leben.
Prophetisch deutet Rufus auf die Drangsale von Seiten der Menschen und auch deren Mordlust. Die Mutter deutet auf das Himmlische. Es ist die Braut des Lammes und die Mutter des Überrests Israels, das Weib aus Offenbarung 12, die mit der Sonne bekleidet ist und in Geburtswehen liegt. Das Kind in Offenbarung 12 ist nicht der Messias, sondern der Zweitgeborene Rahels, der Überrest Israels, auch Benjamin genannt.

Weiter lesen wir:
Grüßet Asynkritus, Philegon, Hermes,
Patrobas, Hermas und die Brüder bei ihnen.

Hier könnte es sich um eine kleine Versammlung handeln, die es in der Welthauptstadt Rom zuhauf gab. Asynkritus bedeutet „unvergleichbar“. Es wird die Einzigartigkeit eines Bruders hervorgehoben, um die Einzigartigkeit eines jeden Gläubigen herauszustellen. Gott schafft keine Kopien. Beim Herrn gibt es nur Originale. Und weil Asynkritus mit einer ganzen Reihe von Brüdern und Schwestern genannt wird, muss auch die Versammlung ein Original gewesen sein.

Phlegon bedeutet leuchtend; seinen Lebenswandel stellte er nicht unter den Scheffel, alle Menschen in seinem Lebensumfeld konnten sein Licht sehen und seine Wärme spüren.
Hermes war der Götterbote der griechischen Götterwelt. Er besaß eine bedeutsame Eigenschaft, er war schnell, deshalb wurde er auch „der schnelle Götterbote“ genannt.  Aber unser Hermes ist besonders und darauf spielt sein Name an. Hermes ist der schnelle Bote des dreieinigen Gottes. Mögen viele eilige Hermes unterwegs sein, um besonders den Juden und Muslimen den Dreieinigen Gott vorzustellen.

Patrobas bedeutet „des Vaters Leben“. Bei diesem Bruder könnte man das Sprichwort anwenden: Wie der Vater, so der Sohn. Dazu passt der Vers: Sehet, welch eine Liebe hat der Vater uns erzeigt, dass wir seine Kinder heißen sollen. Mögen die Menschen doch von uns sagen können: Ganz der Vater.

Hermas ist die weibliche Form von Hermes, auch sie ist eine schnelle Botin ihres Herrn, der jetzt im Himmel weilt. Hermas und Hermes konnten viel von den unsichtbaren Dingen erzählen und es wurde nie langweilig, weil die Wunder und Herrlichkeiten seines Wortes von den Götterboten schlicht, einfach und doch spannend erzählt wurden.

Und die Brüder alle. Ist das nicht schön? Keiner von den Geschwistern wird ausgelassen, auch wenn sie nicht namentlich erwähnt werden. Jesus kennt alle ihre Namen und weiß von ihrem Werk. Auch dich kennt er und weiß von deinen Mühen und der vielen Arbeit, die kein anderer sieht noch kennt. Jesus aber nimmt davon Notiz und gibt dir und jedem anderen Überwinder einen ganz besonderen Namen, den er mit eigener Hand, mit dem Finger Gottes, auf einen weißen Stein, persönlich eingraviert.

Prophetisch deutet die Gruppe um Asynkritus auf die Versammlung Israels an. Phlegon bedeutet leuchtet. Es ist die Abendsonne, die ihre warmen Strahlen in die Welt aussendet. Hermes und Hermas sind emsig dabei, den Juden und den Moslems weiterhin den Dreieinigen Gott vorzustellen, wie z.B. alle drei Personen der Gottheit von der Schöpfung an tätig waren. Ja selbst als Jesus auf Golgatha sein Leben hingab, um die jeden Menschen zu retten, da waren sowohl der Vater als auch der Heilige Geist zugegen.
Und Patrobas hat Gott als den liebenden Vater vorgestellt und in seinen Reden alle Facetten seines warmherzigen Wesen vorgestellt. Sicherlich, Gott ist auch ein furchtbarer Gott, aber dass unterstellen sie ihm sowieso. Den liebenden Vater, den kennen die allermeisten Menschen noch nicht.  

Weiter lesen wir:
Grüßet Philologus und Julias, Nereus und seine Schwester und Olympas und alle Heiligen bei ihnen.

Philologus bedeutet Freund des Wortes. Welch eine schöne Bezeichnung für einen Christen, dessen Freund das Wort Gottes ist. Ist die Bibel auch dein Freund?
Nun, Jesus ist das fleischgewordene Wort Gottes und somit ist Philologus ein Freund Jesu. Übrigens: Freunde tauschen einander Geheimnisse aus und so erzählt und erklärt der HERR dem Philologus seine Rätsel.

Julias deutet durch seinen Namen sinnbildlich auf seine königlich-himmlische Herkunft. Gott hat Julias zum König- und Priestertum auserwählt. Seiner Berufung gemäß übt er bereits heute mit dem Herrn die verborgene Herrschaft aus, dient den Menschen priesterlich, sowohl durchs Gebet als auch im praktischem Tun.
Nereus leitet sich von Naus ab und bedeutet Boot, mit der Grundbedeutung von nass. Nereus und wasserscheu? Von wegen! Dieser Bruder ist nicht vorzeitig aus dem Schiff, welches sich Gemeinde nennt, ausgestiegen, sondern hat alle Höhen und Tiefen der Unwetter auf dem Meer durchlebt. Er hat hart gerudert, ist nicht müde geworden, ganz gleich wie viele Wellen über ihn zusammenschlugen. Nur einer, du kennst ihn, ging über Bord.

Olympas leitet sich vom Ort des griechischen Göttersitzes ab, hoch droben, auf einem der ewigen Hügeln muss es sein. Im übertragenem Sinn ist Olympas wie einer, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, gleich wie ein Engel, und erklärt den Brüdern und Schwestern Gottes Handeln, so wie der Engel Gabriel dem Daniel oder die Engel dem Jünger, welchen Jesus liebte oder wie Mose dem Volk Israel() oder wie die zwei Fremden, die der Einladung Lots gefolgt sind.  

Ich denke, das Kapitel kann jeder in seiner eigenen Bibel in Ruhe zu Ende lesen und dann selbst auf Entdeckungsreise geh'n. Immer dreht sich alles um den Herrn und sein Werk, es umfasst:  

1. die Arbeit am Evangelium,
2. den Dienst an den Heiligen,
3. die Liebe unter den Geschwister,
4. die Liebe zu ihm.

Aber es geht dann auch notwendiger Weise um solche, die Zwiespalt und Ärgernisse anrichten. Der Apostel Paulus fordert alle Christen auf, sich von diesen Menschen wegzuwenden; auch sie sind zwar Arbeiter und Lehrer, aber nicht Lehrer des Guten, sondern Lehrer des Bösen und somit dessen Arbeiter. Gute Mitarbeiter empfiehlt der HERR, aber sie brauchen auch unsere Unterstützungen und Empfehlungen. Machen wir es ihnen leicht, hören ihnen zu und ermutigen sie, so wie es Paulus getan hat. Auch in diesen Angelegenheiten ist uns der Apostel ein wegweisendes Vorbild.

Grußadressen verschleiern Himmlisches
Paulus hat uns die Liste mit den Grußadressen nicht nur deshalb geschrieben, um die Geschwister, die sich in dieser Zeit in Rom aufhielten, zu grüßen und ihre Vielfältigkeit der Dienste und Mühen herauszustellen. Das 16. Kapitel beschreibt uns auf sehr kreative Weise auch die Geschichte des Christentums. Von Pfingsten an bis zur Entrückung. Dazu sehen wir uns die letzten betrachteten Verse nochmals an und versuchen die dahinterliegende Struktur zu erkennen.



Zwei Gruppen: die Brüder und die Freunde

Die Brüder
    Grüßet Asynkritus, Philegon, Hermes,
    Patrobas, Hermas und die Brüder bei ihnen.

Asynkritus: unvergleichbar;
Philegon:      leuchtend;
Hermes: der Götterbote;
Patrobas: des Vaters Leben;
Hermas: die Götterbotin;
Brüder alle: die gesamte Versammlung.




Die Freunde
    Grüßet Philologus und Julias, Nereus
    und seine Schwester und Olympas und
    alle Heiligen bei ihnen.

Philologus:           Freund des Wortes;
Julias:           königlich-himmlische Herkunft;
Nereus und Schwester: Boot; Wurzel: nass;
Olympas: Sitz der Götter;
alle Heiligen:           bei ihnen.


Vergleichen wir die Verse 14 und 15, fallen markante Unterschiede auf. Die erste Gruppe, Vers 14, bilden die Brüder und beschreibt die Versammlung Gottes. Sie wird als „unvergleichbar“ charakterisiert. Die zweite Gruppe, Vers 15, wird aus den Freunden gebildet, die ebenfalls als Heilige bezeichnet werden.   
Die Gruppe der Brüder besteht aus den Gläubigen aller Gemeinden, von Pfingsten bis zur Entrückung. Die Gruppe der Freunde werden gebildet aus allen Gläubigen aus der Zeit des Alten Testaments und den Gläubigen nach der Entrückung, das sind all jene, die eine Wiedergeburt erlebt haben, so wie Abraham. Und so wie der Patriarch als Freund Gottes bezeichnet wurde, so auch die Heiligen, die vor Pfingsten gelebt hatten und die Heiligen, die nach der Entrückung an den Herrn Jesus glauben.

Das sich in der ersten Gruppe Philegon befindet will andeuten, dass die Versammlung, wenn sie im Himmel ist, immer noch leuchtet, gleich wie die Sonne oder wie es in Offenbarung 21,11 heißt: und sie hatte die Herrlichkeit Gottes. In der Gruppe der Freunde wird uns mitgeteilt, dass die Gläubigen ebenfalls königlich-himmlischen Geschlechst sind, allerdings und dann im besten Fall, sind die Freunde Krondiener. An der Spitze der Pyramide stehen der Herrn und seine Herrin, Jesus und seine Braut. Sie bilden symbolisch die Sonne ab, das ist das Licht, dass am Tage herrscht. Und in Ewigkeit wird im himmlischen Jerusalem die Nacht nicht mehr sein.

Der Götterbote Hermes steht für den Herrn und die Hermas steht für die Versammlung. Wieder zurück zur Gruppe der Freunde. Wer ist Nereus? Das ist der Bootsbesitzer. Aber noch mehr. Sein Name ist eine Anspielung auf die Arche, dem Rettungsmittel aus Holz. In der Geschichte Jonas, jetzt jüdischer Fokus, repräsentiert der Prophet die Juden und der große Fisch ist dann ihr Rettungsmittel. Und in der Apostelgeschichte ist es der Untergang des Schiffes, auf dem Paulus als Gefangener unfreiwillig reiste, um sich in Rom vor dem Kaiser zu verantworten.

Am Ende von 6000 Jahren sind alle Heiligen, seien sie Brüder oder Freunde, am „Sitz der Götter“, dem himmlischen Jerusalem, angekommen.

Zusammenfassung
Paulus empfiehlt den Römern wertvolle Mitarbeiter. Warum gerade den Römern? Wir meinen, dass der Heilige Geist der römisch-katholischen Kirche deutlich machen will: Seht, dass sind wahrhaftige Christen. Den Römern werden die Christen gleichsam als Spiegel vorgehalten, auf das sie lernen, wie echte Christen aussehen, leben und arbeiten. Gleichzeitig sollen sie sich selbst sehen und erkennen, dass sie nicht die seligmachende Kirche, sondern den Weg der Nachfolge Jesu durch ihre jahrhundertlange Wanderschaft verleugnet haben. Rom ist nicht auf dem schmalen Weg, der zum Leben führt. Nein, sie eilen, um unschuldiges Blut zu vergießen und sie rasen ins Geschoß des Richters und damit dem Gericht Gottes entgegen. Wenn der oberste Priester der römischen Kirche sagt: „Es ist gefährlich, eine persönliche Beziehung zu JESUS haben“, dann droht er indirekt allen, die in solch einer intimen Beziehung mit Jesus leben, seien es Katholiken oder Orthodoxe, seien es Protestanten oder Evangelikale. Wer gefährlich ist, ist eine Gefahr für den römischen Staat. Solche Gefahrenpotentiale müssen unschädlich gemacht werden und wenn es nicht anders geht, dann weg mit ihnen ans Kreuz oder auf den Scheiterhaufen.

Der Empfehlungsbrief an Philemon
Ich scheue mich nicht, das ganze Buch  abzudrucken, weil der Brief nicht nur zu den zärtlichsten der gesamten Heilgen Schrift gehört, sondern weil er uns als Parabel auf den verworfenen Herrn selbst gelten kann.  


Der Brief an den Pferdeliebhaber Philemon
Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, Philemon, dem Geliebten und unserem Mitarbeiter, und Appia, der Schwester, und Archippus, unserem Mitkämpfer, und der Versammlung, die in deinem Hause ist: Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Ich danke meinem Gott, indem ich allezeit deiner erwähne in meinen Gebeten, da ich höre von deiner Liebe und von dem Glauben, den du an den Herrn Jesus und zu allen Heiligen hast, dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in Anerkennung alles Guten, welches in uns ist gegen Christum Jesum.
Denn wir haben große Freude und großen Trost durch deine Liebe, weil die Herzen der Heiligen durch dich, Bruder, erquickt worden sind. Deshalb, obgleich ich große Freimütigkeit in Christo habe, dir zu gebieten, was sich geziemt, so bitte ich doch vielmehr um der Liebe willen, da ich nun ein solcher bin, wie Paulus, der Alte, jetzt aber auch ein Gefangener Jesu Christi.
Ich bitte dich für mein Kind, das ich gezeugt habe in den Banden, Onesimus, der dir einst unnütz war, jetzt aber dir und mir nützlich ist, den ich zu dir zurückgesandt habe ihn, das ist mein Herz; welchen ich bei mir behalten wollte, auf dass er statt deiner mir diene in den Banden des Evangeliums. Aber ohne deinen Willen wollte ich nichts tun, auf daß deine Wohltat nicht wie gezwungen, sondern freiwillig sei. Denn vielleicht ist er deswegen für eine Zeit von dir getrennt gewesen, auf daß du ihn für immer besitzen mögest, nicht länger als einen Sklaven, sondern mehr als einen Sklaven, als einen geliebten Bruder, besonders für mich, wieviel mehr aber für dich, sowohl im Fleisch als im Herrn.
Wenn du mich nun für deinen Genossen hältst, so nimm ihn auf wie mich. Wenn er dir aber irgend ein Unrecht getan hat, oder dir etwas schuldig ist, so rechne dies mir an. Ich, Paulus, habe es mit meiner Hand geschrieben, ich will bezahlen; dass ich dir nicht sage, dass du auch dich selbst mir schuldig bist.
Ja, Bruder, ich möchte gern Nutzen an dir haben im Herrn; erquicke mein Herz in Christo. Da ich deinem Gehorsam vertraue, so habe ich dir geschrieben, indem ich weiß, dass du auch mehr tun wirst, als ich sage. Zugleich aber bereite mir auch eine Herberge, denn ich hoffe, dass ich durch eure Gebete euch werde geschenkt werden.
Es grüßt dich Epaphras, mein Mitgefangener in Christo Jesu, Markus, Aristarchus, Demas, Lukas, meine Mitarbeiter. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geiste!

Paulus und Timotheus schreiben an den Mitarbeiter namens Philemon. Am Ende des Briefes richtet Paulus von anderen Mitarbeitern Grüße aus. Ein Brief von Mitarbeitern an Mitarbeiter mit vielen Grüßen, die eine enge Beziehung zwischen den Geschwistern ausdrücken, eine einzigartige dazu, denn Gott hat sie zu einem neuen Menschen zusammengefügt.  

Jesus ist Onesimus
Der leidende Gottes-Knecht, ob er entflohen oder fortgejagt wurde? Wer weiß das schon so genau? Doch seine Geschichte wird uns durch die Flucht des Richters Jephta nochmals erzählt und dass er in ein gutes Land floh, dem Lande Tob. Viele Jahre später tut es den Brüdern leid und sie lassen ihn rufen. Und so wird Onesimus, ähm, Jephta von den Gileaditern gebeten, sie aus ihrer großen Not zu befreien. Ja, Jephta war ein tapferer Held!  (Siehe auch Skript: Elia und Elisa)

Paulus der Alte repräsentiert das in die Jahre gekommene christliche Zeugnis, aber gleichzeitig auch den Herrn, den Mann, alt an Tagen.

Nur nicht verwirren lassen. In diesem Brief kann jeder der drei jede Rolle einnehmen. Der Text ist gerade dazu gemacht, um in die Rolle des anderen zu schlüpfen. Die Liebe zum Herrn und die Liebe zu den Geschwistern macht es möglich.
Der Empfänger des Briefes, Philemon, repräsentiert u.a. die Juden, die zum Glauben an Christus gekommen sind. Jesus gilt dem Philemon vielleicht aber nur als ein großer Rabbi oder sogar als Messias, aber vielleicht nur als der leidende Messias, dem Ben-Joseph? Philemon wartet eventuell, wie Nathanael, auf den Messias Ben-David, dem König Israels, der als Heeroberster die Feinde besiegt? Aber reicht das denn? Ist Jesus nicht viel mehr? Heute gibt es eine Menge von Juden, die sich als messianische Juden bezeichnen, doch an welchen Messias glauben sie?
Der Hebräerbrief erhebt den Sohn Gottes über die Engel und noch viel höher, denn es heißt: Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Doch von den Engeln heißt es: Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten. Und wenn schon die Engel, die weit über uns stehen, dem Sohn Anbetung zollen sollen, wie viel mehr wir, die wir Menschen sind.

Es könnte gut sein, das Philemon ganz andere Erwartungen an Onesimus gestellt hatte, die Onesimus damals nicht erfüllen wollte, denn sonst hätte er niemanden nützlich sein können. Wir meinen, nützlich für die Ewigkeit. Welchen Nutzen hätte es für uns gehabt, wenn Jesus damals den Thron Davids bestiegen hätte? Wer hätte uns dann von unserem Elend erlösen können?

Onesimus heißt wörtlich übersetzt: nützlich, rentabel, ergiebig, gewinnbringend. Sein Name ist Programm. Alles was der Sklave Onesimus tat war wertvoll. Wenn der Prediger fragt: Was hat der Mensch für einen Gewinn bei all seiner Arbeit, dann verweisen wir den schlauen Salomon auf Onesimus. Alles was der Knecht Gottes tat wurde für uns gewinnbringend angelegt. Als Knecht Gottes heißt er nicht nur Nützlich, er ist es für uns in jeder Hinsicht. Und auch seine Diener haben ewigen Gewinn, wenn sie in seinem Weinberg arbeiten.

Sehen wir uns die griechische Wortwurzel des Namens genauer an, dann wird uns Onesimus vor unseren Augen enthüllt und der unschätzbare Wert seiner Person und seiner Arbeit uns unermesslich reich machen.

Onesimus:  

ist ein Vergnügen,
bereitet eine Lust,
an ihm empfindet man Wonne (Wohlbehangen),
er bereitet Freude.

Kurz gesagt: Onesimus macht glückselig.

Da sag noch einer, Onesimus war unnütz. Unsinn! Wann immer der Autor dieser Zeilen den Herrn vor den Menschen bekannt hat, kam große Freude im Herzen auf und das sehnliche Verlangen, davon nicht zu lassen. Möge das Feuer der Leidenschaft für meinen Herrn nie erlöschen. (Dieses Feuer muss unbedingt immer wieder angefacht werden. Und wie? Es ist ganz einfach: Holz nachlegen, das Holz vom Kreuz.) HERR, wie herrlich und lieblich ist dein Name.

Onesimus wird dem Pferdeliebhaber wärmstens empfohlen. Das Schreiben ist kein nüchternes Arbeitszeugnis, sodass sich die Qualitäten des Mitarbeiters in Geld berechnen ließe. Es sind Zeilen der Liebe. Wir haben bereits die Wortwurzel untersucht, in der die Freude und Wonne der Arbeitenden zum Ausdruck gebracht wird. Onesimus war keine Trauerweide, sondern er steckte alle mit seiner Freude an.  Und so darf und sollte die Beschreibung eines solchen treuen Dieners auch immer mit großer Lust und Wonne erfolgen, um dem Empfänger mitzuteilen, wie wertvoll uns ein Nützlicher,  ein Onesimus, ist.

Ob wir ebenso nützlich sind? Paulus schrieb liebevoll und zärtlich. Möge es doch auch uns gelingen das Getöse, dass vor weit über 100 Jahre in Bethesda losgetreten wurde, in ruhige Bahnen zu lenken und dennoch klar und deutlich mit unserem Anliegen rüberkommen, um so die Zerstreuten zu sammeln.

Philemon der Pferdeliebhaber
Pferde sind stolze Tiere. Sie stehen symbolisch für Kraft und zwar für natürliche Kraft. Philemon vertraut auf seine eigenen Fähigkeiten und neigt deshalb zur Eigenbrötelei. Er mauert sich in seiner eigenen Welt ein und hält bewusst die anderen von sich fern, so wie ein Hengst, der keine Rivalen duldet.
Die Potenz eines Rosses lässt sich an seiner Wildheit und seinem ungestümen Verhalten beobachten, obwohl die Pferde zu den Fluchttieren gerechnet werden. Trotz dieser Einordnung ist ein Hengst durchaus fähig, in seiner Kraft und Wildheit, einen Löwen zu töten. Leithengste dulden keine Rivalen und sollte sich ihnen dennoch einmal ein anderer stolzer Hengst entgegenstellen, dann geht es heftig zur Sache. Philemon fürchtet vielleicht den Sklaven, weil Onesimus nicht auf die eigene Kraft vertraut, sondern auf die Kraft des Heiligen Geistes. Diese Kraft fehlt ganz offensichtlich dem Philemon noch. Mit der Aufnahme des Onesimus erfährt Philemon das Pfingsten Philadelphias und erhält die Kraft des Heiligen Geistes. Erst dann erkennt Philemon, wie schwach er eigentlich in sich selbst ist.  

Die Feinde in Psalm 23
Bevor wir uns die Empfehlungen aus Römer 16 und dem Brief an Philemon angesehen haben, waren wir bei den Fremden, die Fremde einladen, stehen geblieben. Nun sehen wir uns die Feinde etwas genauer an und lesen dazu Psalm 23, 5 und erfahren genaueres: Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.  Das hebräische Wort Zarar beschreibt präzise die Feinde des großen David und stellt sie außerhalb des engen Kreises, wenn er sagt: Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde. Die Zänker gehören formal auch zum Volk Gottes, aber sie engen die treuen Christen ein, indem sie sich an Spitzfindigkeiten klammern, die einzig und allein den rein menschlichen Vernunftschlüssen entsprungen sind.
Indem die Feinde an ihren Überlieferungen krampfhaft festhalten, werden sie unweigerlich zu Fanatikern, die einem nicht mehr zuhören wollen, selbst wenn man ihnen plausible Erklärungen vorstellt. Auf diese Weise entstehen Sekten.
Einige von ihnen gehen dabei soweit, dass sie einem den Mund verbieten. Manch einer sagt es in einem höflichen Ton, doch das macht die Sache auch nicht besser. Wenn Gott das eine Gesetz, dass aus einer Satzung besteht, auf das fleischerne Herz eines Menschen geschrieben hat, dann darf dieser auch am Tisch Platz nehmen. Dann darf der Fremde die Gastfreundschaft, das ist die Liebe der Gemeinde zu ihm als Fremden, genießen.
Onesimus war kein Fremder. Er war und ist ein Diener des Philemon und auch des Apostels. Ob entlaufen oder fortgejagt, ob schuldig oder nicht schuldig, was auch immer die Trennung zwischen ihm und Philemon bewirkt haben mag, Paulus bringt die Störung zur Sprache, will die Dinge für Onesimus und Philemon in Ordnung bringen, wenn da etwas war. Und scheint, dass auch Philemon selbst die Ursache des Zerwürfnisses sein könnte. Der Text lässt jedoch auch diesen Aspekt völlig offen, gleichwie auch die Rolle des Onesimus in der Luft hängt. Der Brief ist ein Lückenbrief.
Wir glauben, jeder muss die Leerstellen im Text für sich selbst füllen. Es hängt ganz von deiner Beziehung ab, die du zu einem Onesimus hast. Ob du ihn fortgejagt oder er dir entflohen ist? Oder bis du vielleicht selbst der Entlaufene oder Fortgejagte? Oh, wie schnell wird man sich in der Entfernung fremd. Geschiedene Ehepartner können davon ein Lied singen und es tönt immer in Moll.
Paulus jedenfalls behandelt die Angelegenheit mit äußerstem Feingefühl. Das erinnert uns  an Situationen, in denen es an Feingefühl nicht nur mangelte, sondern gänzlich fehlte. Es donnerte in verbalen Auseinandersetzungen von Brüdern gegen Brüder. Bei solchen Wortgefechten werden in erster Linie die Gefühle verletzt. Auch und besonders solche Verletzungen müssen bereinigt und geheilt werden. Streit unter Brüdern? Das scheint auch hier der Fall gewesen zu sein. Durch  gegenseitige Herabwürdigungen, ob nur gefühlt oder real, verlieren beide Seiten den inneren Frieden, gehen unmerklich mit dem Harder nach Hause und mit der Wut lange schwanger.
Hören wir auf den Herrn und lassen die Sonne nicht über unseren Zorn untergehen, sondern versöhnen uns, bevor die Nacht hereinbricht, die Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Auch und besonders die Versöhnung zwischen Juden und Christen muss auf der Tagesordnung stehen.
Welch großen Gewinn hätten wir, wenn die Ausgrenzung beendet und das Volk Gottes in gemeinsamen Stunden unseres Herrn gedenken würde? Wie er litt und wie er starb und dass um unsertwillen. Und nicht nur die Christen untereinander, sondern auch die an Jesus Christus gläubig gewordenen Juden. Sie mit uns und wir mit ihnen. Manch örtliche Gemeinde wird den Mut, so hoffen wir, aufbringen und die falsche Absonderung beiseite tun, auch auf die Gefahr hin, dass sie vom „Verband“ ausgeschlossen werden.


Ein hinterlistiger Anschlag
Der Feind schläft nicht. Er streut Gift. Wenn wir im Alltag mit eigenen Schlussfolgerungen so oft daneben liegen, wie viel mehr in geistlichen Dingen. Jakobus, der Halbbruder des Herrn, sagt in Bezug auf die Lehre: Wir alle straucheln oft. Das Straucheln bezieht sich nicht auf moralisch Sündiges, sondern auf die Ausdeutungen der Schrift. Wenn Jakobus in der Lehre strauchelte, wie viel mehr wir? Das Straucheln gilt sowohl für Luther als auch für die anderen Reformatoren. Gehören sie wegen ihrer Fehldeutungen nicht mehr zur Gemeinde? Natürlich gehören sie weiterhin dazu. Das gilt auch für die Männer und Frauen vor und nach der Reformation; und das gilt auch für die tüchtigen Arbeiter der Erweckungsbewegungen des 16., 17., 18., 19. und 20. Jahrhunderts; und natürlich auch heute.

Jeder lehrende Bruder kann sich irren, auch gemeinschaftlich mit anderen.

Nun kommen wir nochmals zur Praxis der Exklusiven, die auch unter dem Namen „Alte Versammlung“ bekannt sind. Möge der HERR ihre Trutzburg sturmreif schießen und mögen meine Ausführungen Munition für ihn sein. Es gilt die Mauern falschverstandener Absonderung niederzureißen und nicht die Brüder zu beschädigen. Vielleicht werden sie beschämt, aber wäre das nicht heilsam?

In Jeremia 1 wird uns bereits mitgeteilt, dass der HERR die Mauern menschlicher Überlegungen einreißen, dann aber selbst neue Mauern aufrichten wird. Schutzmauern sind zwingend und notwendig, aber nur solche, die Gott selbst aufbaut. Dazu das Skript „Der Prophet Maleachi“,auf http://Simson-project.com/ Behandelt wird ein Zitat von R. Brockhaus, geb. 13.02 1856, gest. 19.09.1932), aus dem ersichtlich wird, wie die Exklusiven leider noch heute denken:
Quelle: http://www.bibelkommentare.de

In den verschiedenen religiösen Benennungen, die ihrem eigenen Bekenntnis nach sich als solche versammeln, wie auch in den Gemeinschaften, die auf dem Boden der Unabhängigkeit errichtet sind, ist die Wahrheit von dieser Einheit des Leibes und der Gegenwart Christi in der Mitte der Versammlung, wie sie in Matthäus 18,20 den Zweien und Dreien verheißen ist, die „zu Seinem Namen hin versammelt sind“, praktisch aufgegeben. Das Bewusstsein von der in dem einen Brot dargestellten Einheit des Leibes Christi ist entweder gar nicht vorhanden, oder diese Einheit wird trotz des vorhandenen Bewusstseins nicht verwirklicht. Deshalb kann man nicht sagen, dass der „Tisch des Herrn“ bei ihnen ist. Sie feiern das Abendmahl, und, wie schon gesagt, vielleicht einzelne von ihnen mit tieferem Ernst als manche von denen, die auf dem Boden der Einheit zu stehen bekennen. Aber die in dem Wort „Tisch des Herrn“ enthaltene Wahrheit kommt bei ihnen nicht zur Darstellung, wird vielmehr schon durch ihr Bestehen geleugnet.  
In Kürze werden wir auf unserer Webseite umfassend dazu Stellung nehmen. An dieser Stelle kann das nur in komprimierter Form geschehen und wie schon gesagt, die Textgrundlage bildet das Buch Maleachi. Wenn du aber selbst forschen möchtest, dann studiere die Texte aus Maleachi 1, die Verse 8 und 13. Untersuche insbesondere die Wörter „Geraubtes“, „Krankes“ und „Lahmes“. Hilfreich wird dir nur der hebräische Text sein. Nochmals die Begriffe mit der dazugehörigen Strong-Nr.:

1. Geraubtes H1497
2. Lahmes H6455 Wurzel H6452
3. Krankes H2470
4. Blindes H5787

Die Begriffe beziehen sich auf:

1. das Opfer,
2. die Art und Weise der Opferung,
3. die Opfernden in Beziehung zu den anderen Priestern, das sind die Mitgeschwister.
Blindes עור (iw-wer)  
1. blind (wörtlich und bildlich);
Verstärkungsform von
blind sein עור (aw-wer) eine Grundwurzel von H5785 mit der Bedeutung: einen Film über den Augen haben; jetzt die Erklärung:
H5785 עור (or)
1. Haut (wie nackt),
2. (durch Schlussfolgerung) versteckt, ledern.

Die Wurzel: עור (oor) H5783,  sie bedeutet:
1. entblösst (sein), enthüllt, aufdecken, offenlegen.

Die Priester in Maleachi sind blind, erkennen sich nicht, sehen nicht, dass sie vor Gott nackt sind, gleichwie in der Parabel von Anderson: Des Kaisers's neue Kleider. Wollten sie doch endlich sehend werden, sich selbst erkennen, dann würde der HERR sich ihnen offenbaren, sich und seine Geheimnisse enthüllen; dieser Zusammenhang ist schon verblüffend, nicht wahr? Sich selbst im Spiegel des Wortes Gottes als entblösst zu erkennen und dies dem Herrn aufrichtig bekennen, dazu gehört schon eine gewaltige Portion Gottesfurcht, sie aber bewirkt die Enthüllung seiner Person und der seiner Geheimnisse. Erst dann verstehen wir seine Rätsel und Puzzle.
Adam und Eva hatten das einzig richtige getan, sie bekannten vor dem Herrn, dass sie nackt sind. Erst dann bekleidete Gott sie. Er überkleidet sie mit Fellen von Tieren, die er zuvor vom toten Körper abzogen und später, nach der Gerbung, den Menschen anzogen hatte. Die Tiere werden entkleidet und der Mensch mit der Tierhaut bekleidet. Die Bekleidung kam vom Opfer und von wem sprechen die Opfer, wenn nicht vom Lämmlein, das geschlachtet worden ist. Wer ist das Lamm? Es ist der Messias, der Jesus von Nazareth, das ist der Christus, den wir angezogen haben.
Ein Mensch kann dies alles mit dem Kopf verstanden haben und glauben, wenn es aber nicht bis ins Herz dringt, dann ist dort drinnen dunkel, das Herz blind und es herrscht in der Finsternis eisige Kälte. Durch das Auge dringt kein Licht, weil es mit einem sonderbarem Film überzogen ist. Ob das die sonderbare „Brüderbrille“ ist, die mir einmal ein sogenannter Bruder ins Gesicht schleuderte. Es fehlte nicht viel und ich hätte ihn fragen müssen: Was schlägst du mich mit Fäusten? Verbal hatte er bereits mehrmals zugeschlagen.
Das Eis kann kälter. Der Jakobusbrief ist an die zwölf Stämme in der  Zerstreuung gerichtet. Die Stämme werden durch die Namen der Söhne Jakobs repräsentiert. Das Wissen darüber dürfte heute Allgemeingut sein. Doch als ich vor Jahren in einer Bibelstunde den Fokus auf die Adressaten legte, wurde ich mit finsterster Miene angeschnauzt. In der darauffolgenden Woche standen die Brüder an der Eingangstür, um mich abzupassen, mir zu verstehen zu geben, dass ich draußen bleiben soll. Weil ich, wie zufällig, den Privateingang des Hauses nutze, saß ich bereits, ganz unbekümmert, auf meinem Stuhl, als sie meine Anwesenheit bemerkten. Es wurde angeregt, die Polizei zu holen, man brüllte mich an, die Schnauze zu halten …

Das Eis kann noch kälter. Davon zu berichten bricht mir das Herz und so belasse ich es mit den zwei Beispielen.     

Krankes H2470  חלה (chalah)
1. (wörtlich) eingerieben, gerieben;
2. erweitert (bildlich) schwach sein, krank, betrübt, gequält, betroffen;
3. oder (ursächlich) trauern, krankmachend;
4. und auch: schlagen (schmeichelnd, geschönt),  ansuchen, erbitten, bitten;

Wir reiben uns mit diversen Ölen und Cremes ein, um unsere Haut vor schädlichen Einflüssen von außen zu schützen, wie z.B. gegen UV-Strahlung, Austrocknung, Kälte uvm. Ins bildliche übertragen bedeutet es, dass eine Selbstmedikation vorgenommen wurde. Mit einem Gemisch aus selbstgemixter Tinktur hat man sich einbalsamiert. Und so sind nicht wenige unter uns geistlich tot, nur sieht das keiner. Wie denn auch? Man findet Blindes, Lahmes und Krankes, die von mancherlei Plagen oft gequält werden. Nicht Gott hat sie krank gemacht, es sind die eigenen Dornen, die ins Auge geh'n.
Ein Laie könnt's nicht besser machen, das was sie versuchen nun zu tun, die Sache, nur noch schlimmer als ich dachte. Der Ausfluss ihrer Blindheit ist der trübe Schleier, der an ihren Augen klebt, immer lichtundurchlässiger den Schmerz erregt. Der HERR empfiehlt aus seiner Pharmazie  wirksame Augensalbe und nur die.

Die Salbe muss wohl ganz speziell sein, denn das griechische Wort für Augensalbe ist ein Hapax Legomenon, das ist ein Wort, dass nur einmal in der Bibel vorkommt und auf die Endzeit weist; wie übrigens alle Hapax Legomena. Eine einzigartige Augensalbe, die nur am Ende des christlichen Zeugnisses gebraucht wird?
Untersuchen wir doch einmal das Wort „sehen“, um herauszufinden, was die Salbe so heilen soll. Das griechische Wort heißt „blepo“ und bedeutet ansehen, betrachten, untersuchen. Und welche Diagnose stellen wir? Wir sollen es dir unbedingt verraten:

1. sie können den Herrn nicht in die Augen schauen;
2. haben den Herrn nicht untersucht;
3. haben Jesus nicht von allen Seiten betrachtet.

Stattdessen haben sie:

1. Kalenderblättchen gelesen,
2. eigene Kommentare zur ihrer Mischnah gemacht,
3. einseitig gelesen aus abgesonderten Verlagen,
4. favorisieren nur die eigene Interpretation.

Ihnen fehlt die intime Vertrautheit. So wie in einer zerrütteten Ehe. Formal besteht die Beziehung noch, aber selbst die Nachbarn können am Umgang miteinander sehen und erkennen, dass die Beziehung am Boden liegt. Einander ansehen würde nur schlechte Gefühle aufkommen lassen und so redet man nur über's Nötigste, wenn man aneinander vorbeiläuft. Den materiellen Pflichten geht man vorbildlich nach, doch die Beziehung pflegt man nicht, Gefühle sind Luxus. Das hat gewaltige Auswirkungen auf Familie, Gemeinde und ganz besonders beim Mahl.
Kannst du dir das vorstellen: Man ist verliebt, sitzt sich gegenüber und der eine macht eine Trauermiene und dem anderen ist zum heulen zumute. Sieht so eine gesunde Beziehung aus? Mann, Frau, rutscht, innerlich schon vor dem Brotbrechen, hin, her, weiß nicht wie, ..., kommt aber dem nicht nach.

Und so hat das zerrissene Band seine tragischen Auswirkungen auf Fremde, die als unvoreingenommene Gäste den kalten Wind verspüren und dann gehen, um sich an anderen Orten zu wärmen.

Lahmes H6455 פסח (Pisse-i-ach)
1. lahm von
H6452 פסח (pas-sach)
1. springen, hüpfen; (bildlich) überspringen, auslassen, aussparen, umgehen;
2. (Schlussfolgerung bzw. Auswirkung) zögern, sich zieren;
3. und auch wörtlich: hinken, humpeln, lahmen;

Beim Abendmahl wird gehüpft. Ja, richtig gelesen. Beim Brotbrechen überspringt man die innere Stimme, die leise Mahnung des Herrn: Gehe zuerst hin und versöhne dich. Und es wird weiter gesprungen. Man überspringt Geschwister, man ziert und weigert sich, Fremde am Abendmahl teilnehmen zu lassen. Warum eigentlich? Warum verweigert man sich, das Brot und und den Wein mit ihnen zu teilen? Warum werden die Fremden, sie sind doch auch Geschwister im Herrn, grundsätzlich ausgelassen? Das sind böse Dinge, die können Gott nicht gefallen, rein gar nicht. Deshalb kennzeichnet der HERR ihre Schlacht- Speis- und Dankopfer als lahm.
Wer Teller und Kelch dem Fremden verweigert, der lässt auch den Geringsten in der Gemeinde im Stich, reicht ihm noch nicht einmal die Hand.

Geraubtes H1497 גזל (Gasal)
1. ausgerissenes, herausgerupftes,
2. schinden, häuten, enthäuten; entkleiden, entblößen; oder rauben, ausrauben; plündern;
 es wird auf Zweierlei angespielt.
1. Auf die katholische Beichte und
2. Auf die Zulassungspraxis der Exklusiven.

Während sich der Proband im Beichtstuhl immer wieder bis auf die Knochen entblößen muss, wird er unter den Exklusiven als Fremder „durchleuchtet“. Solche Untersuchungen können, jetzt wieder bildlich gesprochen, gleichfalls bis zur völligen Entblößung führen. Solche Praktiken sind Unfug. Gott nennt das, man spitze die Ohren, Raub. Und was raubt man so? Vor allem die Sichtweise des anderen, dann den zeitgemäßen Kleidungsstil, früher wenigstens. Wer nicht mit Schlips und Kragen daherkam, der gehörte nicht dazu. Apropos dazu gehören: Waren sie schon einmal in Israel und haben das orthodoxe Viertel besucht? Ich war öfter dort und immer erinnern mich Kleidung, Gesichter und der Habitus an die Brüderversammlungen und dann gerate ich, wie so oft, in eine traurige und deprimierende Stimmung.
Wäre da nicht mein HERR, der mich an jedem neuen Tag erfrischen, aufrichten und erfreuen würde, dann hätten Melancholie und mehr mich ertränkt.
Ach ja, vergaß zu fragen: Und was wird da ausgerupft? Oft sind es die noch kleinen Pflänzchen, die man so leicht aus der Erde ziehen kann. Sie verdorren bald, würde der HERR nicht über die Kleinen seinen Engeln befehlen. Größere und große Pflanzen sind nicht so leicht zu entwurzeln. Mit vereinten Kräften wird man sie dann eines Tages doch noch los. Die Lücken, die entstehen, kann man dann nicht mehr füllen. Doch es fallen die Bösen selbst in das Loch. Wer lahmes lähmt, krankes nicht heilt und raubend raubt, den wird Gott berauben, lähmen und krank werden lassen. Wenn der Gerechte nur mit Not, so wie Hiob, und Leid, so wie Hiob, Rettung erfährt, wie wird es erst dem ergehen, der es dem Herrn angetan hat? Hat Jesus nicht gewarnt? Was ihr einem meiner Geringsten getan oder nicht  habt, dass habt ihr mir getan bzw. nicht getan.

Auf den Opfern der Priester lasten noch andere böse Dinge. Nehmen wir das Brot. Unsere blinden Passagiere bringen unreines Brot und verachten damit seinen Namen. Welchen Namen verachten sie? Sie verachten den Namen HERR  (אדון Adon H113). In Vers 6 wird noch ein weiterer Name genannt: Vater! Die Priester verunehren den Namen „HERR“ und den Namen „Vater“. Beide Namen beziehen sich auf ein und dieselbe Person. Beide Namen werden durch das unreine Brot verachtet. Sowohl der Vater als auch der Sohn werden durch solche Praktiken geächtet.

Wodurch wurde das Brot unrein? Weil sie den Namen des Herrn verunreinigten. Und wie wurde der HERR verunreinigt? Jetzt kommen wir zum eigentlichen Kern. Die Priester behaupten, was sie aber nicht beweisen können: Der Tisch des Herrn (der Anderen) ist verächtlich. Die Priester stellen eine Behauptung auf und sagen, der Tisch des Herrn sei verächtlich. Diese böswillige Unterstellung verursacht die Verunreinigung des Herrn und das wiederum bewirkt, dass die Darbringung des Opfers, das Brot, unrein wird. Das Brot symbolisiert den Leib des Herrn. Wer das Brot unrein darbringt, der verachtet den Herrn.
Zäumen wir doch einmal das Pferd von hinten auf. Was bedeutet das Wort verächtlich in Bezug auf den Tisch des Herrn? Das hebräische Wort lässt sich mit Geringschätzung oder Missachtung übersetzen (H959). Die Priester verunreinigen den Herrn, in dem sie behaupten, dass der Tisch des Herrn von anderen Gemeinden gering geschätzt wird bzw. von anderen Priestern missachtet wird. Und das tun die Exklusiven seit bald 100 Jahren, denn R. Brockhaus behauptet:

Deshalb kann man nicht sagen,
dass der „Tisch des Herrn“ bei ihnen ist.

Das ist eine Missachtung und Geringschätzung anderer, aber vor allem verachten sie den Vater und den Sohn. Das nennt die Bibel verunreinigen. Und so wird das Brot durch ihre Ächtung den anderen Geschwister gegenüber unrein. Ihre Lob- und Dankopfer reichen, wenn überhaupt, nur bis zur Decke. Es feiern die Brüder Hochmut und Arroganz Hochzeit, aber nicht das Mahl des Herrn.

Die Exklusiven schließen jeden aus, der in einer anderen Gemeinde das Abendmahl feiert, die nicht zum Verband der Alten Versammlung gezählt wird. Ist das nicht Hochmut? Ist das nicht arrogant? Das ist, die Brüder lieben's praktisch: Verachtung der andern Gemeinden und gleichzeitig verachten sie damit den Herrn. Und weil sie den Herrn verachten, wird ihr Brot unrein. Sie können von dem einen Leib so viel reden wie sie wollen, sie, die Exklusiven, verwirklichen diese Einheit auf keinen Fall, sondern treten sie durch ihre Praxis mit Füßen.
Die Brüder der Alten Versammlung, so sagt der HERR, sind Räuber. Sie rauben, was ihnen nicht zusteht, indem sie den Fremden übergehen, Brot und Wein dem Gast vorenthalten, obwohl er Anteil daran hat, denn er gehört zu dem einen Leib.

Alles Enge bedrängt doch sehr. Es schlägt nicht nur auf den Magen, es verkrampft ihn auch und macht ihn krank. Was macht ihn genau krank? So richtig weiß es noch keiner, aber die Blähungen, auf sie kommen wir noch zu sprechen, lassen nicht nach. Und so finden sich die Verengenden am Ende in Laodicäa wieder. Der HERR steht vor ihrer Tür; er ist nicht drin. Er steht draußen und  klopft an. Gewährt man ihm Einlass? So gerne würde er eintreten und ihnen seine Augensalbe verkaufen. Ob sie ihm öffnen und den Preis dafür zahlen wollen?

Nach dem Studium dieser Verse wurde klar, warum Gott die Alte Versammlung während des Dritten Reiches verbieten ließ. In der Zeit des Versammlungsverbotes feierten sie i.d.R. kein Abendmahl. Ist das nicht bemerkenswert? Heute klopf er erneut, vielleicht zum letzten Mal. Wer dem Herrn die Tür auftut, mit dem wird er das Abendmahl feiern. Versprochen ist versprochen!


Geysire
Ihre Wasser werden plötzlich „ausgestoßen“ und strömen eruptiv an die Oberfläche, damit wird gezeigt, dass es sich um Springquellen handelt, die lange Zeit als solche nicht erkannt wurden, weil sie inaktiv waren. Durch Erdbeben werden sie reaktiviert. Springquellen entstehen unterirdisch, im Verborgenen. Durch heiße Gesteinsmassen, dem Magma, werden unsichtbare Wasserteiche erhitzt, die dann, von Zeit zu Zeit, durch einen dünnen Austrittskanal als Geysire explosionsartig emporschießen. Es entstehen kurzzeitlich kleine bis große Wassersäulen, die auch Geysire (isländisch: strömen) genannt werden. Martin, ein Besucher des Geysirs Strokkur in Island berichtet, dass der heftige Geruch ihn sehr beeindruckte. Ob der Geruch ihn davon abhielt, ein solches Naturschauspiel zu erleben? Nein, Martin blieb und wurde, wie er sagte, voll entschädigt. Auch andere Besucher sind von dem Schauspiel voll auf begeistert.  
Den heftigen Geruch, den Martin wahrnahm, gleicht dem Gestank von faulen Eiern und Schwefel. Was da so ausdünstet, worauf mag dies wohl hindeuten?  


Emmaus
Zwei Jünger gingen nach einem Dorf namens Emmaus. Ob es dort auch Geysire gab? Wir wissen es nicht. Eines ist jedoch sicher, es gab dort heiße Quellen. Und noch eines ist gesichert, die beiden Jünger erkannten in Emmaus den auferstandenen Herrn beim Abendmahl, während Jesus das Brot brach. Bereits auf dem Weg nach Emmaus entzündete Jesus die Herzen der beiden. Und als sie den Auferstandenen erkannten, hielt es sie nicht mehr auf ihren Sitzen, sie eilten mit sehr großer Freude zurück nach Jerusalem.   
Kleopas und der andere Jünger hatten den Fremden zum Mahl eingeladen und Jesus nahm ihre Einladung an. Dies scheint uns die Umkehrung der Geschichte Lots zu sein. Die Emmaus-Jünger laden den vermeintlich Fremden  - Jesus, zu sich ein. In gleicher Weise werden auch die beiden Boten von Lot – allegorisch der HERR, eingeladen. Und so wird in beiden Erzählungen das Mahl für die Teilnehmer zu einem Freudenmahl.

Emmaus bedeutet „heiße Quelle“ und ist ein Hapax Legomenon, das ist ein Wort, dass in der Bibel nur einmal vorkommt, und wie alle Hapax Legomena weisen sie auf die Endzeit. Die Liebe der Vielen ist am erkalten, aber in den Wenigen wird der HERR ein Feuer entzünden und diese werden, wie zur Zeit der Apostel, sich wieder in den eigenen Häusern oder an auch an fremden Orten treffen und das Abendmahl feiern. Als Fremde dürfen sie wissen, wenn sie den Herrn einladen, sei´s auch an fremden Orten, dann ist er auch in ihrer Mitte, denn er, der Verschleierte ist es, der als Fremder Fremde einlädt.  



Verdorbenes
Die Gemeinde Laodicäa ist weder heiß noch kalt. Jesus nennt sie lau (1. Hapax Legomenon).  Sie aber halten sich für beglückte Leute, die reich mit Beute, fleckenlose Kleidung tragen und den Durchblick haben. So kann man sich irren. Tatsächlich steht der Herr vor ihrer Tür. Warum?
Laodicäa ist blind und hat, aus falscher Furcht, die Türen verschlossen. Sie lassen keine Fremden rein. Mit den Fremden steht auch der HERR vor ihrer Tür. Nun, Jesus klopft, denn sehen können sie nicht, deshalb macht er sich lautstarkes Pochen bemerkbar. Das Jesus vor der Tür steht könnte auch mit seinem Gesundheitszustand zusammenhängen.
Ist er denn krank oder krank geworden? Der HERR klopft, dann spricht er: Weil du lau bist und weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien (2. Hapax Legomenon) aus meinem Munde. Das Wort griechische Wort für ausspeien, emeo, bedeutet erbrechen. Dem HERRN ist übel zu mute, speiübel sogar. Warum? Weil ihm das unreine Brot auf den Magen geschlagen ist? Oder hatte er einen Bissen genommen, schmeckte das verächtliche Brot und will es jetzt ausspucken? Ganz gleich, ob Erbrechen oder Ausspucken, beide Reaktionen sind Schutzreflexe des Körpers. Sie sollen den einen Leib vor schädlichen Einflüssen schützen, ihn bewahren vor dem verdorbenen und unreinen Brot.


Medizin
Was kann die Gemeinde tun? Jesus empfiehlt aus seiner Hausapotheke:  Augensalbe – Kollourion (3. Hapax Legomenon), um was zu tun? Jesus sagt: um deine Augen zu salben – egchrio (4. Hapax Legomenon), auf dass du sehen mögest. Dem Herrn ist übel und er wird das unreine Brot ausspeien, wenn die Gemeinde nicht umkehrt. Jesus empfiehlt Augensalbe. Welchen Zusammenhang haben der Gesundheitszustand Jesu und die Blindheit der Versammlung? Eine Verknüpfung können wir auf jeden Fall vornehmen: Laodicäa sieht nicht, das es ihrem Herrn schlecht geht. Wie denn auch?


Der Fisch
Ein Fisch lebt in einer sauberen Umgebung. Das Wasser ist klar und die Temperatur ist nicht zu kalt und auch nicht zu heiß. Wird ins Wasser Gift eingeleitet, so lässt sich das zuerst an den Augen der Fische erkennen. Ein Grauschleier liegt auf ihren Augen. In einem weiteren Stadium werden sie blass und farblos und am Ende sterben sie. Welche Fische gehören zur Risikogruppe? Alle Fische! Was ist zu tun, wenn man erkennt, dass Gift im Wasser ist? Ich zitiere eine Webseite, die sich mit den folgenden Tipps an besorgte Aquaristen wendet:

1. Die Fische umsetzen und
2. Ursache der Vergiftung suchen,
3. Wasser zu einem Großteil austauschen und
4. über Aktivkohle filtern.  

Wenn die Vergiftung nicht unverzüglich behandelt wird, dann müssen die Fische, wohl oder übel, umgesetzt werden. Die Ursache der Vergiftung ist uns jetzt bekannt, wir müssen dringend die Wasser austauschen, d.h., unsere Lehre der Absonderung und vieles mehr über Bord werfen und die Belehrung des Herrn an Bord nehmen. Die falsche Absonderung stellt sich gegen Gott und gegen Menschen. Nach dem Austausch der Wasser muss das jetzt vorhandene Wasser mit Aktivkohle gefiltert werden. Wovon spricht Kohle? Es redet von Holz, dass aus dem Feuer des Gerichts gerade noch rechtzeitig entnommen wurde. Die Aktiv-Kohle neutralisiert beständig die Gifte, die vom Feind ins Wasser eingebracht werden.

Alles fremd
Zwei Fremde an einem fremden Ort, laden den vermeintlich Fremden zu Wein und zu Brot. Laodicäa redet viel und oft von dem einen Leib, eines ihrer Lieblingsthemen.  Sie sagen: Der eine Leib spricht von dem einen Brot, die Vielen,  das sind die Gläubigen an jedem Ort. Sie alle bilden den einen Leib. Aber der Tisch, der Tisch der Anderen, ist nicht der Tisch des Herrn, sagen sie. Wenn jene sich in ihren Gruppen sammeln, um das Abendmahl zu feiern, ist es nicht der Tisch des Herrn, so sagen sie: Ihr Tisch ist verächtlich, und tatsächlich verachtet Laodicäa die Fremden. Durch ihre Praxis sagen sie: Wir sind der Leib, das Brot. Der HERR ist in unserer Mitte, an jedem Ort - ihr nächstes Lieblingsthema. Doch Jesus steht draußen. Ihm haben sie den Zutritt verwehrt, halten die Türen vor ihm verschlossen, haben ihn nicht geehrt. Und Jesus sagt ihnen: Was habt ihr getan, an meinen Geringsten, das habt ihr getan, an mir, dem Geringsten.

Die falsche Absonderung wird auch durch die beiden Jünger, die nach Emmaus gingen, dargestellt. Sie verließen betrübt Jerusalem und gingen ihren eigenen Weg. Der HERR lässt sie aber nicht allein, er gesellt sich ihnen zu, sozusagen unsichtbar, spricht zu beiden Jüngern, ohne dass sie ihn erkennen. Jesus gibt den Weg nicht vor, er lässt sich scheinbar auf ihren Weg ein. Einer der Jünger heißt Kleopas. Den Namen müssen wir uns unbedingt ansehen. Er leitet sich von kleos (G2811) ab und bedeutet:

1. Ansehen, Ruhm, Berühmtheit.

Welche Art von Berühmtheit liegt hier vor? Die Exklusiven haben viele gute Vorzüge und das hat sie weltbekannt gemacht, aber sie werden gerufen, laut angerufen und von wem? Der zweite Namensteil erklärt es uns. Er lautet griechisch Pater und steht für einen Vater. Gott der Vater spricht zu ihnen und zwar laut. Nun auf zwei Gruppen gedeutet, auf:

1. die katholische Kirche,
2. und die Exklusiven.

Die Eucharistiefeier ist dem Herrn genauso ein Greul,  wie auch die falsche Absonderung der Brüder aus der Alten Versammlung. Gott der Vater ruft laut, er macht lärm, um seinen Söhne auf den richtigen Weg zurückzubringen, zurück nach Jerusalem. Lese und studiere das Buch Maleachi.
Nachdem die Jünger beim Abendmahl den Herrn erkannten, sind sie zu den anderen, die in Jerusalem waren, zurückgeeilt.

In Kapitel 4 behandeln wir das Thema: die Torah des Manna. Gleich zu Beginn, unter der Überschrift: die Struktur des Neuen Testaments, kommen wir nochmals auf die falsche Absonderung zu sprechen, die so viel Streit unter den Geschwistern verursacht hat.  

Binden und lösen
In Matthäus 16 lesen wir dazu die Worte Jesu, die er an Petrus richtet: Und ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein. Was will der HERR dem führenden Jünger mitteilen? Dazu sehen wir uns die griechischen Wörter für binden und lösen genauer an.

Binden – δεω (deo) G1210 bedeutet:
1. binden
2. (bezüglich einer Heirat) verlobt sein,
selbst geloben zu heiraten.
Lösen – λυω (lyo) G3089 bedeutet:
1. lösen,
2. wenn durchgeführt: brechen, zerstören, auflösen
3. (ehelich) scheiden.

Was soll Petrus binden und lösen? Der Apostel hat von Jesus die Schlüssel des Reiches der Himmel erhalten. Was soll Petrus mit den Schlüsseln? Aufschließen, das ist sicher, aber was? Petrus soll eine Tür, die ins Reich der Himmel führt, aufschließen. Für wen soll er die Türen öffenen? So viele Fragen auf einmal. Der Reihe nach. Petrus schließt auf:

1. für die Juden,
2. für die Samariter,
3. für die Nationen.

Für die Juden – Apostelgeschichte 2
Pfingsten vor bald 2000 Jahren. Über 120 Menschen waren beisammen, da kommt der Heilige Geist auf sie. Daraufhin reden die Jünger in mindestens 16 verschiedenen Sprachen zu der zusammengelaufenen Volksmasse, die bestürzt darüber sind was sie hören. Petrus und die anderen 11 Apostel erheben sich, stehen auf und Petrus ergreift das Wort. Nach der Rede fragen die Zuhörer, es waren ausnahmslos Juden: Was sollen wir tun Brüder? Petrus antwortet: Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Es waren 3000 Menschen, die an diesem Pfingsttag ihre Sünden bekannten und sich auf den Namen Jesus taufen ließen, dann erhielten sie die Gabe des Heiligen Geistes.  

Für die Samariter – Apostelgeschichte 8
Philippus, ein Jünger Jesu, ging in eine Stadt Samarias und predigte ihnen vom Messias. Die Zuhörer glauben dem Evangelium und lassen sich taufen. Davon hören die Apostel in Jerusalem und senden Petrus und Johannes nach Samaria. Durch Gebet und Handauflegen erhalten auch die Samariter den Heiligen Geist.

Für die Nationen – Apostelgeschichte 10
In diesem Kapitel wird uns von einem Soldaten berichtet, dem römischen Hauptmann Kornelius; dieser war gut, ernsthaft und gottesfürchtig und nicht nur er, auch sein ganzes Haus. Zu diesem Mann wird Petrus gesandt, um die Gute Nachricht zu überbringen. Die Botschaft an Kornelius lautet: Gott hat Frieden mit dir und deinem ganzen Haus gemacht durch Jesus, dem aus Nazareth. Und während Petrus die Gute Nachricht überbringt, fällt der Heilige Geist auf alle Zuhörer. Auf diese Weise hatte Petrus den Nationen die Tür zum Friedensreich der Himmel aufgeschlossen.

Die Tür
Petrus ist die Schlüsselfigur, er hat den Juden, den Samaritern und den Nationen das Reich der Himmel aufgeschlossen. Es benötigt keine zweiten, dritten oder vierten Petrus, denn die Türen sind geöffnet. Der Apostel Petrus, wie auch später der Apostel Paulus, hat damit die Gläubigen  mit Christus verlobt, d.h., er bindet sie, griechisch „deo“, an den Messias.
Eine Verlobung kann auch gelöst werden oder nicht? Auch das tut der Apostel Petrus. In Samaria gab es einen Mann, der den gleichen jüdischen Vornamen trug wie Petrus. Es war der Zauberer Simon. Auch er glaubte und ließ sich taufen. Nur mit seiner Einwilligung konnte er getauft werden. Mit der Taufe gelobt ein Menschen, sich mit Christus zu verbinden.  Den Heiligen Geist bekam der Zauberer aber nicht, weil sein Herz nicht aufrichtig war. Petrus sagt zu ihm: Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du gemeint hast, dass die Gabe Gottes durch Geld zu erlangen sei. Du hast kein Teil noch Los an dieser Sache, denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott. Tue Buße über diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir etwa den Anschlag deines Herzens vergeben werde; denn ich sehe, dass du in Galle der Bitterkeit und in Banden der Ungerechtigkeit bist.

Petrus löst mit seinen Worten das Verlöbnis auf, indem er sagt: Du hast kein Teil noch Los an dieser Sache. Zwar gelobte auch Simon der Zauberer mit seiner Taufe, sich mit Christus zu verbinden. Doch weil sein Herz nicht aufrichtig war, löst Petrus das Verlöbnis auf.

Der Glaube Simons war völlig nutzlos und auch seine Taufe ohne Wert. Wir lesen nichts von einer echten Umkehr und so werden die Worte des Apostels eingetroffen sein. Simon der Zauberer ging ins Verderben. Die Samariter aber verbindet Petrus durch Gebet und Handauflegen mit Christus, ohne jenen Simon. Das geschah damals einmalig und musste in der Folgezeit nicht wiederholt werden. Warum auch? Waren doch die Türen zum Reich Gottes aufgeschlossen worden. Der Zauberer aus Samaria hatte nie Anteil daran. Alle Zauberer nach ihm haben ebenfalls keinen Anteil an der Sache, wenn sie nicht Buße tun.

Auch in Matthäus 18,18 geht es um das Binden. Ein Bruder, der sich nicht mit einem Bruder versöhnen will, soll der Versammlung wie ein Zöllner oder Heide sein. Warum? Die Versammlung bildet die Braut des Messias. Bruder mit Bruder sind Teil der Braut und niemals hat ein Mensch sein eigenes Fleisch gehasst. Wenn aber einer, der sich Bruder nennt, sich nicht versöhnen will, sei es mit einem Bruder oder einer Schwester, mit seinem Ehepartner oder Freund, der hat sich durch sein Verhalten bereits selbst abgeschnitten.
Deshalb sagt Jesus: (wörtlich) lasst ihn sein, wie ein Heide oder Zöllner. Der Ausdruck „lasst ihn sein“ steht im Imperativ und ist ein Befehl des Bräutigams. Niemand wird gezwungen zur Gemeinde Gottes zu gehören und so entscheidet sich der Unversöhnliche gegen Jesus und löst damit die Verlobung mit Christus selbst auf. An die Jünger Jesu gerichtet ist das dann das sich-nicht-versöhnen-wollen ein „Auflösungsbekenntnis“.

Wenn Jesus das Thema so ausführlich behandelt, dann ist es sein sehnlichster Wunsch, dass der Bruder mit Bruder sich versöhnt, auch deshalb das lange und geduldige Prozedere. Das Zerwürfnis mit Geschwistern ist auch gleichzeitig ein Bruch mit dem Herrn. Paulus sagt: Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Manne verlobt, um euch als reine Jungfrau dem Christus beiseite zu stellen.
Es sitzt beim Mahl die Braut an seiner Seite, fleckenlos und rein. Jeder, der zur Braut gehört, sitzt mit ihm am Tisch und nimmt teil am selben Brot. Wo zwei oder drei das Abendmahl feiern, da ist der HERR in ihrer Mitte. Und wenn der Dritte, der ein Fremder ist, ausgelassen wird, dann haben die anderen die Braut zerteilt. An solch einem Tisch sitzt nicht der HERR, sondern: Er steht vor der Tür und so auch wir.


Innigste Gemeinschaft
Das Brot das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus.
Das Brotbrechen wird uns hier als Ausdruck der intimsten Gemeinschaft des Leibes des Christus vor Augen gemalt, denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen, ergänzt der Apostel. Die Kritik des Herrn in Offenbarung 3 deutet auf diesen einen Leib, symbolisiert durch das Brot. Die Sünde der Exklusiven: Nicht alle werden aufgenommen und dürfen nicht teilnehmen an dem einen Brot, weil, so argumentieren sie, die Fremden ihnen fremd sind. Sie lassen ihre Gäste aus, überspringen sie. Und so fühlt sich auch der HERR übersprungen und ausgelassen. Sein Innerstes ist darüber so heftig erregt, dass er der Versammlung mitteilt, dass er ihren verächtlichen Bissen ausspucken wird. Jesus fühlt wie die Fremden fühlen: Wie ein Depp draußen vor der Tür stehengelassen. Der HERR vor der Tür, wie auch wir. Hören wir die sehnsuchtsvollen Worte des Herrn, wenn er sagt: „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen“. Und so auch wir, doch man verachtet uns, hat uns darüber vergessen. Wer die Braut verachtet, verachtet auch den Bräutigam.

Eile mit Weile? Von wegen!
Eile ist geboten, die Zeit wird knapp. Der Richter sagt: Ich überführe und züchtige, so viele ich liebe. Sei nun eifrig – zayloo (5. Hapax Legomenon) und tue Buße.
Der HERR liebt sie dennoch, dass ist gewiss. Schon während der Zeit des Versammlungverbotes im Dritten Reich war den Brüdern bewusst, dass der HERR sie züchtigte. Den tieferen Grund kannten sie noch nicht. Erst heute, mit diesem Buch, gibt ihnen Gott ausreichendes Licht. Bekennen sie im Selbstgericht, auch das ist ihnen wohlbekannt, ihre Sünde dem Herrn und kehren um, dann wird ihnen der HERR die Schuld vergeben und sie nicht richten. Tun sie es nicht, kommen sie ins Gericht. Gott wird sie ausspeien. Gott verheißt den Buße tuenden durch Maleachi:

und ein Gedenkbuch ward vor ihm geschrieben für die, die den Herrn fürchten und die seinen Namen achten. Und sie werden mir, spricht Jahwe, zum Eigentum sein an dem Tage, den ich machen werde; und ich werde ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schont, der ihm dient. Und ihr, -die ihr vielleicht spottet-, werdet wiederum den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Die Zeiger stehen auf kurz vor Schluss. Laodicäa muss eilen, unverzüglich Buße tun und zwar schnell, ganz schnell, denn der Text in Maleachi fährt fort mit den Worten: Denn siehe, d.h., schaue genau hin, der Tag kommt, brennend wie ein Ofen ...
Wir stehen kurz vor der Entrückung. Schon steigt der schwefelhaltige Geruch in Emmaus auf. So wie unser Martin von dem Geruch fauler Eier und Schwefel beeindruckt war, so sind es auch wir, die Autoren, und zudem tief erschüttert.

Unsere Hoffnungen - unsere Befürchtungen
Wir möchten den Abschnitt abrunden und zitieren uns selbst in Bezug auf einen uns bekannten Menschen: „Wenn er dem Herrn nachfolgen würde, dann könnte er vielleicht die gleichen Fehler machen, aber wir hätten Hoffnung. Weil er aber dem Herrn nicht gehorcht, befürchten wir für ihn Schlimmes.“

Auf die Alte Versammlung angewendet müsste der Satz dann in etwa so lauten: Es gibt viele treue Geschwister unter ihnen, die dem Herrn nach Erkenntnis nachfolgen. Und weil sie ein offenes Ohr und gesunde Augen haben, darf ich hoffen, dass sie dem Herrn gehorchen.

Aber von den anderen befürchten wir Schlimmes. In der Geschichte des Blindgeborenen befragen die Obersten der Juden den Geheilten. Sie können es nicht glauben und befragen ihn nochmals. Nachdem der Sehende, mehr ungewollt, die Obersten belehrt, schmeißen sie ihn raus. Das ist es, was wir befürchten. Blinde werfen Sehendgewordene aus ihren Versammlungen.

Doch es gibt einen Trost: Der HERR merkt auf und hört, wie aufrichtige Geschwister sich über den Herrn unterhalten und ihn gleichzeitig fürchten. Diesen sichert er zu: ihr werdet mir zum Eigentum sein am Tage des Gerichts und ich werde euch verschonen, weil ihr die Torah Gottes zur Grundlage eurer Arbeit gemacht und ihr euer Leben daran ausgerichtet habt. Im Reich des Vaters wird ihnen das Abendmahl zum Königsmahl.
Der Fisch spukt Jona aus
Jona war ein Prophet des Herrn, so berichtet es uns sein Buch. Aber er war unwillig, wollte nicht, wie Gott wollte. Und so sonderte er sich ab. Seine Absonderung führte stetig nach unten. In seinem Herzen fing es an. Mit dem Entschluss, nach Japho zu gehen, wurde sein Abstieg eingeleitet. Japho, da war doch was. Ach ja, dort lebte der berühmte Gerber Simon. Ob Jona auf die letzten Mahnungen hörte?
Simon bedeutet hören bzw. Hörender. Was aber mag Jona geklagt und gehört haben? Er ignoriert die Hinweise und schlägt sie alle in den Wind. Und so flüchtet der Prophet geschwind zum Hafen hinab. Dort besteigt er eilig, es geht weiter hinab, ein Schiff. Nach Zahlung des Fährgeldes steigt er weiter hinab, ins unterste des Schiffes. Endlich ist der Abgesonderte dort, wo er hin wollte, abgesondert von allem und jedem. Alles um ihn her ist dunkel. Tageslicht dringt dort nicht vor. Mit seiner eigenwilligen Absonderung hat es Jona so gewählt und nun hat ihn Finsternis eingeholt. Oder sind's dann doch die Augen? Wie dem auch sei, Jona frönt sich in seinem Alleinsein und geht noch tiefer hinab. Der nun blinde Passagier schmeißt sich in die Koje, denn nur so kann er den Schwindel, ach nein, das Schaukeln und Schwanken ertragen. Bald schläft er ein.  
Das Schiff ist bereits seit einiger Zeit auf See, da reißt sich los ein heftiger Wind und tobt übers Meer. Schon bald  erhebt sich der Wind zum Sturm, treibt das Schiff vor sich her.  
Achterbahn fahrend segelt's dahin, der führerlose Segler ( hebräisch Ma-lach) reißt die Leinen los. Solch Wetter sind ihnen unbekannt, dies ist ein Tag, der für alle riskant. Nun schwant es ihnen: Da stimmt was nicht. Sie stürmen nach unten man sieht ihn nicht, rinn in die Kajüte, schaukeln an Jonas Hängematte. Ganz ruppig wird der Schläfer geweckt: Hey, raus aus dem Bett und hoch auf's Deck. Dort stellen sie ihn zur Rede, befragen ihn nach seinem Wege und der Fede die er bis hierhin hat mitgeschleppt.

Was hat Jona so betäubt, was geträumt, dass er sich bis ins Unterste des Schiffes flüchtet? Jona ist ein Sohn des Aufrichtigen. Das Wort Amittai, hebräisch אמתי, kommt in der Bibel nur zweimal vor. Einmal hier in Jona 1,1 und das andere Mal in 2. Könige 14, 25. Damit wir die Geschichte Jonas gut verstehen, müssen wir uns mit dem Text aus 2. Könige beschäftigen. Hier eine kurze Zusammenfassung: Amazja wird König, nachdem sein Vater Joas zuvor getötet worden war. Nach einiger Zeit erschlägt Amazja die Mörder und beruft sich dabei auf das Gesetz. Der Schreiber des Buches der Könige zitiert Mose mit folgenden Worten: Nicht sollen Väter getötet werden um der Kinder willen, und die Kinder sollen nicht getötet werden um der Väter willen, sondern sie sollen ein jeder für seine Sünde getötet werden. Indem Amazja nach dem Gesetz handelt, schaltet der die Mörder aus. Damit sind die Gegner aus der ersten Reihe unschädlich gemacht. Es geht in die Nächste Etappe. Amazja marschiert in der zweiten Runde gegen die Edomiter vor. Judas Heer erschlägt 10.000. Die Niederlage Edoms wird auch im Nordreich zur Kenntnis genommen. Nach seinem Sieg über Edom sendet Amazja Boten zum König von Israel und möchte, dass sie einander ansehen. Joas, der König Israels, wehrt das Ansinnen Amazjas mit der folgenden Antwort ab: Würden sie einander ansehen, so würden die Tiere des Feldes den Dornstrauch zertreten. Amazjas Ergeiz gibt keine Ruhe und so kommen Zeder und Dornstrauch zusammen. In Beth-Shemesh, dem Haus der Sonne, treffen die beide Könige aufeinander. Der Dornstrauch wird zum Gefangenen und später, 15 Jahre nach dem Tod von Joas, dem König des Nordreiches, von den wilden Tieres des Feldes getötet. Doch zuvor geht der König von Israel nach Jerusalem und machte einen Bruch und reißt eine Lücke in die Mauer vom Tore Ephraim bis zum Ecktor. Mit dem Aufbrechen der Stadt werden gleichzeitig die Dornen niedergetreten, die Mishnah. Sein Name bedeutet Taube. Jonas Namen deutet es an. Er gehört zu den Friedfertigen. Aber seine Friedfertigkeit geht über das normale Maß hinaus. Jona scheut die Reaktionen. Auch deshalb hat er nicht hören wollen. Was aber genau wollte Jona nicht hören? Dieses Geheimnis wird uns erst in der Apostelgeschichte gelüftet. Das Schiff, auf dem Paulus reist, legt im Hafen von Sidon an. Der Ort bedeutet Fischerei.
Die Erzählungen aus dem Buch Jona und der Geschichte des Apostels laufen parallel. Beide reisen in Richtung Westen. Paulus reist nach Italien, dem Land, das dem Kalb gleicht, aber eben nur gleicht. Nach dem Ablegen des adramyttischen Schiffes (adramyttene bedeutet: Ich werde im Tod ausharren), deutet auf Jona. Während das Schiff unterhalb von Zypern segelte, waren ihnen die Winde bereits entgegen, deshalb muss das Schiff einen Hafen anlaufen. Der Ort heißt Myra und bedeutet bitter. Damit wird ein zweites Mal der bevorstehende Sturm angekündigt. Doch niemand auf dem Schiff hört auf die Stimme Gottes, hört auf das, was durch Paulus geredet wurde. Ungeachtet der Warnungen wechseln die Passagiere auf ein alexandrinisches Schiff, dass auch noch unter der Flagge der Dioskuren segelt. Achtung! Myra ist der erste leise Hinweis auf die Entrückung -dazu weiter unten- zugleich deutet das zweite Schiff auf die Zeit des Antichristen. Den ersten Hinweis erhalten wir durch das Schiff selbst, denn es ist ein  alexandrinischer Segler. Einen weiteren Hinweis erhalten wir durch den Hauptmann. Sein Name lautet Julius. Die Matrosen lichten die Anker und segeln los. Entgegen besseren Wissens, denn es ist Winter, gehen sie auf Fahrt.
Es wird in beiden Geschichten deutlich, Gott ist es, der die Stürme sendet. Jona hat, wie Hiob, den Leviathan aufgereizt. Nun donnert Gott aus dem Sturm; siehe Hiob 40. Damit Gott sich besänftigen lässt, müssen die Verantwortlichen des Schiffes handeln. Wider Willen „spuken“ ihn die Segler aus, werfen den unreinen „Fisch“ namens Jona (zurück) ins Meer, ins natürliche Element dieser Tiere. Dort hat Gott die heilende Augensalbe angemischt, das Meer wird zu einem Salbenkessel angeheizt. Hiob 41,22
Jetzt geht es noch tiefer hinab. Jona, jetzt außergewöhnlich dramatisch, stirbt, stirbt in den untersten Örtern der Erde.  Doch wie ein Wunder, der Prophet überlebt den Tod, wie Gott durch das adramyttische Schiff bereits voraussagte: „Ich werde im Tod aushalten“. Gott befiehlt dem Fisch und so spukt dieser Jona wieder aus.

Am Strand gelandet, erkennt der Prophet die Gegend. Er weiß, ich bin wieder in Gegend um Japho gelandet. Der Gerber hat gute Arbeit geleistet. Jona hat ewiges Leben geschenkt bekommen und so erwächst daraus Neues. In diesem neuen Leben beginnt er ganz von vorne. Nicht das seine alte Natur gänzlich im Meer geblieben wäre, nein, dass nun nicht. Aber Gott leitet ihn, hat mit ihm weiterhin Geduld und liefert dem Propheten auf dem ihm vorliegenden Weg immer wieder hautnahen Anschauungsunterricht.
Zuerst wiederholt der HERR seinen Befehl und sagt zu Jona, dem Sohn Amittais, dem Sohn des Aufrichtigen1: Mache dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr die Botschaft aus, die ich dir sagen werde. Jona macht sich auf den Weg, erreicht die Stadt, geht eine Tagesreise weit hinein und verkündigt: Noch vierzig Tage, so ist Ninive umgekehrt. Und was geschieht nach der Botschaft? Wir lesen erstaunliches: Alles Volk der großen Stadt kehrte um. Der Prophet erlebt genau das, was er zuvor ausrief: Noch vierzig Tage, so ist Ninive umgekehrt. Es handelt sich hier um ein Wortspiel. Der sprachliche Ausdruck ist doppeldeutig und zweierlei aus: Entweder kehrt Ninive um und Gott lässt sie am Leben oder sie kehren nicht um und Gott muss Ninive umkehren, d.h. zerstören. In beiden Fällen trifft die Aussage zu, dass in vierzig Tagen Ninive umgekehrt ist.

Wie kommt es, dass alles Volk umkehrt? Die Niniviten kannten Gott und lebten nach außen hin ein frommes Leben, aber ihr Herz war weit weg von Gott. Es war so weit entfernt, wie die Distanz zwischen Ninive und Jerusalem. Warum wurde der Prophet nur nach Ninive gesendet? Die Stadt ist das sichtbare Zeugnis für die Welt und repräsentiert einerseits das irdische Jerusalem und andererseits das geistliche Jerusalem, das Christentum. Das wird auch durch den Vater des Propheten angedeutet, denn Jona ist ein Sohn Amittais, ein Sohn des aufrichtigen Vaters.
Wir müssen noch unbedingt die Herkunft von Jona klären. In 2. Könige 14,25 wie auch in Jona 1,1 wird uns gesagt, dass Jona aus dem Dorf Gath-Hepher stammt, einem Ort, der ungefähr 3 Kilometer von Nazareth entfernt lag. Das Dorf wurde mit dem heutigen el Meshedi identifiziert.

Jonas Tendenz, sich in falsche Absonderung zu begeben, scheint immer wieder durchzubrechen und bringt ihn in Gefahr. Er sucht unter dem Wunderbaum seinen Schutz. Es ist schon richtig, Gott ließ den Baum wachsen, aber um Jona seine verborgenen Vorstellungen zu offenbaren. Der Baum wird als „Sohn einer Nacht“ bezeichnet und deutet auf die Zeit, in der Jonas Geschichte sich nochmals wiederholt. Es ist die Zeit des Antichristen, der hier als „Sohn einer Nacht“ bezeichnet und mit dem Baum symbolisiert wird. Er wird ein wunderlicher Mann sein, aber er ist der Sohn nur einer Nacht. Jona dagegen ist ein Sohn des Tages, auch deshalb erlebt er eine heiße Zeit. Es ist nur all zu verständlich, dass er vor der Hitze des Tages den Schutz beim Wunder-Mann sucht. Aber dieser Baum verdorrt genauso schnell wie er gekommen ist und zwar durch den Stich eines ebenso wundersamen Wurms.
Suchen wir den Schutz beim lebendigen und ewigen Gott, dann sind wir wirklich sicher und sind zudem ein Baum, dessen Blatt nicht verwelkt und der im Herbst reichlich Früchte trägt.
Jonas wundersame Geschichte wird in der Bibel nochmals erzählt nur eben anders. Die Geschichte findet sich ein zweites Mal im Neuen Testament, dort, wo die Historie ebenfalls auf das Zukünftige hindeutet. Erst durch die Handlungen der Fahrgäste und Matrosen kommen wir dem Geheimnis näher. Und was machen dort die Matrosen? Sie werfen alles über Bord, um das Schiff vor dem Sinken zu retten, doch es reicht nicht. Und was tun dann die Leute auf dem Schiff, auf dem Paulus als gefangener Passagier nach Rom reist? Sie werfen sich am Ende alle selbst ins Wasser, so wie Paulus es ihnen geraten hatte, denn Gott hatte ihm verheißen: Wenn sie es genau so machen, wie Gott es dem Paulus beschrieben hatte, wird keiner umkommen. So ist Gott, er lässt das Schiff, welches sich Gemeinde nennt, in einen heftigen Sturm geraten, damit die Schiffsleute alle ihre selbstgezimmerten Geräte über Bord werfen und anschließend selbst ins Wasser springen müssen, dem Wasser der eignen und endgültigen Kapitulation und der Aufgabe des Schiffes und des eigenen Lebens. Das Wasser dient auch als Bild für die Erlösung, die einmalige finale Reinigung. Nach der Taufe erkennen wir: Endlich kann auch Eisen schwimmen, denn die Ketten der Gefangenschaft wurden gelöst.
Alle Reisenden müssen über Bord gehen und dann erst werden auch alle gerettet sein. Ein jeder, und das ist wichtig, schwimmt für sich selbst, mit oder ohne Holz, an den Strand.

Auch Jona musste erst ins Wasser, um dann nach drei Tagen wieder an den Strand gespült zu werden. Melite heißt die Insel, an dessen Strand Paulus und seine Mitreisenden anlanden. Melite heißt Honig und symbolisiert das Süße des Evangeliums; und weil sie am Strand stehen, deutet es darauf, dass die Menge der Menschen, die sich zum wahren Gott bekehren, größer werden wird, als der Sand am Meer.

Wer das Geheimnis der Insel Melite kennen lernen möchte, mit zärtlichen Imker, seinen Bienen und deren Honig, der findet unsere detaillierte Interpretation auf: http://simson-project.com/ unter den  Menüpunkten „Interpretation“ und „das dritte Bild“.

Das Meer
Das Meer hat, wie wir wissen, desinfizierende Wirkung. Ob die Augenkrankheit Jonas damit geheilt wurde? Durch das vergiftete Wasser hatte sich auf der Hornhaut ein Grauschleier gebildet der verhinderte, dass göttliches Licht ins Auge gelangt. Ob die Gemeinde Laodicäa sehend geworden war, nachdem der HERR sie zurück ins Meer gespuckt hatte? Laodicäa könnte heute im ausgiebigem Wasserbad seines Wortes gereinigt und heil werden, wenn sie will. Und wie stand es mit dem historischen Laodicäa, hatten sie an ihren Augen Heilung erfahren? Augenscheinlich nicht, denn sonst würde der HERR nicht ein drittes Mal den Post-Rundweg Kleinasiens ablaufen. (siehe: Postrundweg in Kleinasien)
Das Auge: https://www.brillen-sehhilfen.de/auge/images/aufbau-auge.png

Der HERR ist der große Fisch. Er lässt Laodicäa nicht allein im Meer. Er fängt den Fisch wieder ein. Das ist fischen mit Liebe. Jesus möchte nicht, dass einer seiner Geringsten dem Räuber überlassen und verschlungen wird. Absonderung für Fische ist so ziemlich das Dümmste, was sie tun können, weil sehr gefährlich. Nur in einem Schwarm sind die Kleinen vor dem Räuber sicher, denn er kann den einzelnen Fisch nicht fixieren, solange der Schwarm in Bewegung bleibt.  
Wohl dem, der vom Herrn gefangen und von ihm ans Ufer heraufgezogen wird, noch bevor die  vielen Räuber sich über den schutzlosen Schwarm hermachen, um einen Fisch nach dem anderen zu verschlingen.



Schiffswechsel in Myra
Warum wechselt man das Schiff? Ob den Reisenden, bestehend aus der Schiffsmannschaft, den Fahrgästen und  den Gefangenen, das Schiff zu eng ist? Oder sind sie leidensscheu? Eines ist sicher, die Verantwortlichen wollten nicht warten und so kommt ihnen ihre Ungeduld teuer zu stehen. Selbst Paulus droht deshalb gegen Ende des Sturms am Leben zu verzweifeln, hätte der HERR ihn nicht gestärkt. Eine solche Stärkung war auch notwendig. Zudem verheißt ihm Gott die Rettung aller Seelen, das sind 267 Personen; doch nur, wenn sie sich an die Anweisungen des Herrn, das ist die des Apostels, befolgen.

Anmerkung: Die Zahl 267 ist besonders. Multiplizieren wir
die Zahlen: 2 x 6 = 12  und 12 x 7= 84.
Es wird die letzte Danielwoche beschrieben. Sie besteht aus 7 Jahren besteht. Jedes Jahr hat 12 Monate.
12 Monate x 7 ergeben 84 Monate.  
Die große Drangsal findet in der zweiten Hälfte statt und zwar volle 42 Monate.

Wie wir kurz zuvor andeuteten, findet ein Wechsel statt. Dies  wird auch in der Offenbarung zwischen Smyrna und Pergamos deutlich. Während im Brief der Gemeinde Smyrna, das ist die Bittere, ihre Leiden vorhergesagt werden, wird uns im Brief an Pergamos von der Ermordung einer geheimnisvollen Person berichtet. Sein Name lautet Antipas und bedeutet Gegenvater.

Es findet aber noch ein anderer, ein zweiter Wechsel statt, der von Smyrna hin zu Philadelphia. Der zweite Wechsel wird erst erkennbar, wenn wir die jüdische Perspektive der Sendschreiben verstanden haben. Dazu nochmals unser Hinweis auf den Abschnitt: Der Postrundweg Kleinasiens.

Wer ist Antipas
Der Papst lässt sich Vater nennen und bildet somit den  eigentlichen Gegenvater. Weil der Führer der römischen Kirche sich als Vater aller Christen begreift, ist der Mann aus Offenbarung 2 sein Antipas – also der Gegenvater des Papstes. Niemand kann zwei Herren dienen, entweder arbeitet man für den Papst oder für Gott  dem wahrhaftigem Vater.  Wer der Mörder des Antipas wohl sein mag?

Jesus warnte: Ihr sollt auch nicht jemand auf der Erde euren Vater nennen; denn einer ist euer Vater, der in den Himmel ist. Es geht hier nicht um die eigenen Eltern, die wir sehr wohl Vater und Mutter nennen sollen, sondern um eine außerhalb der Familie stehenden Person, die sich eine umfassende Autorität über uns anmaßt. Wenn Jesus uns warnt, dann aus gutem Grund.

Unser himmlischer Vater erzieht uns, wenn wir bereits sind, auf ihn zu hören. Er hegt und pflegt seine Kinder und wenn nötig, muss er sie auch härter anfassen. Gott handelt mit uns als mit Söhnen. Immer ist die Liebe zu seinen Kindern die Triebfeder seines Handelns, denn sie sollen ja eines Tages das Erbe antreten und verwalten.

Was aber will der Papst? Reich werden will er, wo doch Jesus um unsertwillen arm wurde. Und zu allem Überdruss teilt Rom seinen Reichtum nicht, sondern stellt ihn öffentlich zur Schau. Zudem fordert es, wie schon seit Jahrhunderten, immer wieder zu Geldspenden auf. Weitere Einnahmequellen sind Geschäfte aller Art.

Roms verschleiertes Königtum
Was ist das nur für eine Herrschaft, die sich im Verborgenen allen Menschen mit ihren Bösen Werken aufdrängt? Der Bischof von Rom will jeden Menschen nach seinem Gutdünken disziplinieren. Er schreibt ihnen vor, was sie zu tun oder zu lassen haben. Selbst über Nichtchristen will er herrschen. Viele seiner Anweisungen und Vorschriften aber widersprechen der Bibel und sind nicht zielführend. Wir müssen es kräftig hinausposaunen: Ein Blinder führt Blinde. Wenn das so weitergeht, wird er mit seinen „Kindern“ in ein Bett geworfen und ins ewige Verderben gehen.
Wie schon gesagt und doch müssen wir es wiederholen: Nur einer kann unser rechtmäßiger Vater sein und das ist der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.

Antipas' Eifersucht – prophetische Dimension
Wer ist nun Antipas? Ist es der Mörder oder der treue Zeuge? Der Papst lässt sich als Vater anreden und bildet somit den  eigentlichen Antipas. Doch Gott verwendet hier diesen Namen für seinen treuen Zeugen. Sprachlich wird damit ausgedrückt, dass bereits im ersten Jahrhundert der Gemeinde ein Rollentausch stattgefunden hatte und seit weit über 1000 Jahren ist es amtlich: Der Bischof von Rom lässt sich unrechtmäßig Vater nennen.
Die römischen Herrscher, ob in Gestalt von Cäsaren oder Päpsten, haben noch immer ihre Rivalen auf irgendeine Weise ausgebotet. Der amtierende Gegenspieler bringt den treuen Zeuge um, indem er ihn in Pergamos ermorden lässt. Der Anklagegrund liest sich dann in etwa so: Antipas verehrt nicht den Mann aus Rom, sondern gibt Gott allein die Ehre und das wird für Rom gefährlich. Wer eine Gefahr darstellt, muss aus dem Verkehr gezogen werden. Antipas lässt sich nicht irre machen und bleibt treu. Aus diesem Grund trägt er das Prädikat „treuer Zeuge“. Wir, die Autoren, kennen nur einen treuen Zeugen und das ist Jesus Christus, der Mann aus Nazareth. Den kann der in Rom lebende Gegenspieler nicht ertragen, ja er leugnet die Vaterschaft Jesu und macht aus ihm einen Sohn Luzifers. Auch vollzieht der Papst eine schleichende Wendung, vollführt seine geheimnisvolle Mutation: Der Trinitarier wird zum Arianer. Der Apostel Johannes warnt: Wer den himmlischen Vater leugnet, hat auch den Sohn nicht. Ob dieser Neu-Arianer nun als Christ getarnt oder als Jude oder Muslim daherkommt, spielt dabei keine Rolle. Am Ende wird er, so wie damals, in einem geheimen Komplott den Antipas ermorden. Er und seine Kinder werden die Christen verbrennen und somit Jesus ein zweites Mal kreuzigen. Wer Christen nachstellt, der vergreift sich an Jesus selbst.
Gleichwie Paulus, der als Saulus die Christen verfolgt hatte, so verfolgt auch Rom in der Gestalt eines Saulus die echten Christen. Der amtierende Bischof von Rom wandelt sich von einem Paulus zu einem Saulus.
Wer Christen verfolgt, wir können es nicht oft genug wiederholen, der verfolgt auch Jesus. Der HERR macht sich immer eins mit seinem Volk, gleichwie es uns in der Apostelgeschichte erzählt wird. Dreimal lesen wir, wie der HERR fragt: Saul, Saul, was verfolgst du mich. Saul bedeutet: gefragt. Dreimal wird die Frage Gottes an Saulus wieder holt und ebenso fragt Saulus dreimal zurück: Wer bist du HERR? Jesus stellt sich kurz und knapp vor und erteilt dem späteren Apostel seinen ersten Auftrag. Wie oft wird wohl die römische Kirche gefragt worden sein: Warum verfolgt ihr Jesus, indem ihr Christen verfolgt und sie sogar tötet?

Die falschen Opfer
Die römische Kirche lehnt praktischer Weise das einmalige Opfer, den Kreuzestod Jesu, ab, indem ihre Priester  Götzendienst treiben. Mittels der Hostie wird der Leib Jesu, wie sie meinen, immer wieder geopfert. Jesus aber ist nur einmal für Sünder gestorben und auch nur einmal für alle Sünden. Das einmalige Opfer Jesu für unsere Sünden wird   somit von römischen Priesterschaft im Messopfer geleugnet. Die Messfeier der römischen Kirche ist deshalb kein Erinnerungsmahl, auch wenn die Priester davon reden. Würden sie sich wirklich daran erinnern, könnten sie erkennen, dass nicht mehr geopfert werden muss. Und mehr noch, nicht mehr geopfert werden darf.


Die falschverstandene Herrschaft
Der römische Papst reißt die Königsherrschaft unrechtmäßig an sich, verkündigt eine Friedenszeit mittels einer neuen Weltordnung. Dazu trägt er, allerdings unter seinen Regie, den USA die politische Führerschaft an, die militärische besitzen sie bereits. Das wird durch den Namen des Hauptmann angedeutet, der den Apostel Paulus als Gefangenen nach Rom führen soll. Julius ist sein Name und der leitet sich vom kaiserlichen Geschlecht der Julier ab. Ein Julius ist jemand, der sich dem Jupiter geweiht hat, dem Gott des Glücks bzw. des Glücksspiels und der Religion.  Ist der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten kein Glücksspieler? Und von Religion hält er viel, da kann man schon mal Christentum mit Judentum vermischen und kaum einer merkt es.
In der Astrologie wird der Jupiter auch als Familienoberhaupt interpretiert. Und weil Rom Astrologie betreibt, ob willentlich oder in Unwissenheit, haben die Katholiken den Anspruch des Bischofs von Rom, er sei ein Vater Aller und nur durch Rom komme ein glückliches Zeitalter, akzeptiert. Wer blind ist, der kann die Tiefen Satans nicht erkennen. Roms Blindheit rührt daher, dass sie an ihren eigenwilligen Interpretationen der Schriften festhalten.  Den wörtlichen Text mit menschlichen Vernunftschlüssen her zu erklären führt unweigerlich zu unsinnigen Ergebnissen, wie z.B. die Aussage Jesu bei der Einsetzung des Abendmahl als er das Brot brach und sprach: „das ist mein Leib“.
Das Brot ist nicht eben nicht der Leib Jesu, sondern er deutet auf den Leib Jesu. Als Erinnerungsmahl erinnern wir uns das den Opfertod Jesu.
Das Mahl des Herrn ist ein Freudenfest. Wir erfreuen uns an unserer Erlösung, die Jesus bewirkt hat. Wir freuen uns an den Sieg über den Tod, den Jesus für uns erkämpft hat. Wir erfreuen uns an den zerrissenen Schuldbrief, auf dem alle unsere Sünden aufgelistet waren. Wir freuen uns daran, dass wir durch den Gerechten zu Gerechten geworden sind.
Wer Jesus vertraut und glaubt, dass sein Werk auf Golgatha für alle Ewigkeit ausreicht, der betritt wahrhaftig Heiliges Land. Es ist das Land des Reiches der Himmel. Das ist das Reich des Messias. Und sein Reich wird in Ewigkeit bestand haben, das Reich Roms dagegen wird am Ende der letzten Danielwoche an einem einzigen Tag zerstört.

Statt Abendmahl obskure Messfeiern
Wie wir bereits gesehen haben, feiert man in der römischen Kirche nicht das Abendmahl. Sie nennen ihren Kult Messfeier. Das Wort Messe bedeutet: schicken, entlassen, wegschicken. Wohin werden die Teilnehmenden geschickt? Warum und wohin werden sie entlassen?  

Auf hinterlistige Art hat der Feind das Verständnis vom  Gedächtnismahl verdreht und so hat sich die römische Kirche selbst aus dem Verlöbnis mit Christus entlassen. Ihr Brot ist unreines Brot, sei es mit oder ohne Sauerteig gebacken, Gott nennt es Sauerteig. Ihr Brot ist unrein, die Hostie völliger Schmarren. „Rom ändert sich nicht, Rom ist immer dieselbe“, so beschreiben die römischen Priester das Wesen der römischen Kirche mit eigenen Worten. Und so geschah es, dass der römische Teig während der vielen Jahrhunderte völlig durchsäuert wurde; siehe Matthäus 13, das Gleichnis vom Weib, dass ein wenig Sauerteig im Teig versteckte. Der Teig kann nur noch entsorgt werden. Er wird weggeworfen auf den Müllplatz, dorthin, wo der ganze Unrat verbrannt wird.  

Alles Zauberei
Die Priester Roms wurden und werden bis heute rituell geweiht. Und so sind sie, kraft ihres Amtes, Magier. Und als Magier zaubern sie aus einer Oblate einen Leib, indem sie sagen: „Der Leib Christi“, das ist die Transsubstantiation, die Verwandlung des Brotes in Fleisch. Anschließend wird die Hostie dem Teilnehmer in den Mund gelegt.
Dem Außenstehenden kräuseln sich da die Fußnägel auf. Die römischen Magier haben Vorbilder, die aus einem anderen Babylon kommen, von denen wir im Evangelium nach Matthäus lesen. Jene Magier erkannten noch den Stern des neuen Königs, Rom nicht.  
Ein einfacher Magier stützt sich auf einen Ober-Zauberer, ist auf ihn angewiesen; deshalb anerkennt die römische Priesterschaft den Oberpriester Roms als Papa an. Er soll und muss ihnen ein geistliches Zuhause bauen und ihnen sagen, wohin die Reise geht. Spätestens seit der Zeit des vierten Konzils von Konstantinopel ist die römische Kirche auf einen langen Rückweg. Sie wandert zurück zu den griechisch-babylonischen Mysterienkulten ihrer geistlichen Vorfahren.
Trefflich schrieb Hieronymus bereits im fünften Jahrhundert über Rom: „Mächtige Stadt, Gebieterin des Erdkreises, Stadt der Stimme des Apostels gelobt, deinen Namen Rom übersetzt der Grieche mit „Kraft“, aber mit „Hoheit“ der Hebräer. Weil du Sklavin genannt wirst, soll sich die Tugend erheben, nicht die Lust erniedrigen. Dem Fluche, welchen dir der Erlöser in der Apokalypse gedroht hat, kannst du durch Buße entrinnen, des Beispieles Ninives eingedenk.1
Wir müssen Hieronymus Aufforderung wiederholen und bekräftigen, wenn er über Rom schreibt: „Du kannst durch Buße dem Zorn Gottes entrinnen.“ Somit sind alle „Römer“ aufgefordert, von den Zaubereien zu lassen und zu Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, umzukehren.
Jegliche Verehrung von Stars und Sternchen, seien sie tot oder lebendig, artet in Götzendienst aus. Allein unserem geliebten Herrn Jesus gebührt unsere Bewunderung und Anbetung, denn: wer ihn nicht ehrt, der ist verkehrt.

Aus Alt mach Neu
Jesus muss schon aus gesundheitlichen Gründen das verdorbene Brot ausspucken, den blinden und damit kranken Fisch zurück ins Meer werfen, um den Leib rein und gesund halten. Ob dann das Kranke gesund wird? Nun, wenn das Wasser gesund ist, kann die Augenkrankheit des Fisches geheilt werden. Klares und sauberes Wasser finden wir reichlich in der Bibel und nur in der Bibel. Jegliche Form der  menschlichen Überlieferungen muss unbedingt und dringend über Bord gehen, das selbsterstellte Steuerruder zum Beispiel oder das handgemachte Takelwerk, besonders aber die Fracht muss baden gehen.
Was hat sich doch während der 2000 Jahre Christenheit und der ca. 4000 Jahre Judentum so alles an Kram und Krempel angesammelt. Erst zögerlich, dann aber der Not gehorchend, werden endlich sowohl die jüdische als auch christliche Mishnah feucht und wellig und spröde. Weg damit! Ab über die Reling und hinab ins Meer. Lasst eure Überlieferungen in den Tiefen der Vergessenheit versinken. Werft die eitle und kommode Ausstattung eurer religiösen Vorstellungen hinaus.

Versteht ihr nicht? Damals, im Jahre 70, ließ Gott den herodianischen Tempel vollständig zerstören und warum? Unsere Antwort lautet: Manasse!  - Grund des Vergessens-.
Wir lesen vom Messias Ben Joseph: Gott hat mich vergessen lassen all meine Mühsal und das ganze Haus meines Vaters.
Warum konnte Jesus sich über den Verlust des Tempels trösten? Weil der Vater etwas noch viel schöneres vorbereitet.

Wohl den Katholiken und wohl den Juden und vielen anderen, die den pompösen Tempeln und Kirchen ade sagen und ausrufen können: Ich habe einen Manasse. Ich habe einen Grund, um den irdischen Prunk den Rücken zu kehren und  zum echten Christen zu werden. Ein solcher Jünger darf  Jesus als seinen Manasse lieben und bekennen: Jesus ist mein Grund, um allen Schund ade zu sagen.


Das hebräische Echad - Eins-
Das Wort kommt im Alten Testament 703-mal vor und immer wird von einer zusammengesetzten Einheit gesprochen. Nicht immer ist es so einfach zu erkennen wie im zweiten Gesetz, dem Gesetz des Passah, denn welche Dinge eine Einheit bilden, muss von uns erforscht werden. Machen wir uns die Mühe und untersuchen die Schriften, dann finden wir auch die anderen Teile, die zum jeweiligen Echad gehören.
Das Gesetz des Passah ist ein Gesetz. Wir haben bereits er-klärt, das es sich beim Wort echad um ein Zahlwort handelt und eine zusammengesetzte Einheit darstellt.  

Wir kommen jetzt auf das Geheimnis zu sprechen, welches mit dem Wortes Echad (אחד) – eins - angedeutet wird. Dazu sehen wir uns nochmals den Text an: Ein (echad) Gesetz soll sein für den Eingeborenen und für den Fremdling, der in eurer Mitte sich aufhält.

Das hebräische Wort echad spricht vom Eingeborenen und von dem Fremdling. Gemeinsam bilden die beiden eine zusammengesetzte Einheit, wenn sie gemeinsam das Passah essen. Paulus erklärt dazu: Denn er (Jesus) ist unser Friede, der aus beiden (Eingeborenen und Fremdling) eines gemacht hat und abgebrochen hat die Zwischenwand der Umzäunung. Epheser 2,14

Mit dem Wort Fremdling wird sowohl ein Christ bezeichnet, der als Fremder zu Gast zu uns kommt, als auch die Gläubigen  aus aus den Nationen, die jetzt gemeinsam mit den Juden die Versammlung des lebendigen Gottes bilden. Der Eingeborene, das waren die Juden und der Fremde, ein Mensch aus Ägypten. Sie feierten damals gemeinsam Passah. Auch wir feiern heute, als Menschen aus den Nationen und aus den Juden, gemeinsam unser Passah, welches Jesus Christus ist, um seines Todes zu gedenken. Mit Liedern, Textlesungen und Gebeten, bringen wir Gott Opfergaben, die ihm wohlgefallen, geistliche Schlacht- und Speisopfer, Opfer des Lobes.  

Die Einsetzung des Mahles durch den Messias
Am ersten Tag der ungesäuerten Brote aber traten die Jün-ger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir bereiten, das Passah zu essen? Der HERR bezeichnet den Ort nicht genau, sondern liefert seinen Jüngern Anhaltspunkte:

1. die Stadt (das ist Jerusalem)
2. bei dem und dem (ein sprachlicher Ausdruck der ersatzweise verwendet wurde aus (Ehr-) Frucht vor der Person, der das Haus gehörte; man getraute sich nicht den Namen auszusprechen);
3. in dessen Haus, dass ist das Haus desjenigen, der mit dem Ausdruck  „den und den“ umschrieben wird.  

Als sie das Passah aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern. Der HERR spricht hier zu allen Zwölfen und sagt: Einer von euch ... Auch Judas war demnach anwesend, denn nachdem jeder von ihnen nachfragte: Ich bin es doch nicht, HERR? antwortete Jesus allen Jüngern: Der mit mir die Hand in die Schüssel eintaucht, dieser wird mich überliefern.

Auch Judas stellte die Frage und erhielt vom Herrn folgende Antwort: Du hast es gesagt. Was hatte Judas gesagt? Auf was spielt der HERR hier an? Wir müssen dazu im Text etwas zurückspringen und erfahren dann in Vers 15, dass Judas zu den Hohenpriestern gegangen war und sagte: Was wollt ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern?
Das ist es, was Judas gesagt hatte. Der Herr macht deutlich: Ich weiß was du gesagt hast und ich weiß, dass du deinen Worten auch Taten folgen lassen wirst. Judas war seit der Verabredung mit den Hohenpriestern mit nichts anderem beschäftigt als eine Gelegenheit zu suchen, auf dass er Jesus dem Gericht überliefere.

Das Abendmahl – mit oder ohne Judas?
War Judas noch anwesend, als der HERR das Abendmahl einsetzte? Wenn wir die vier Evangelien lesen, scheint es schwierig zu sein den richtigen Zeitpunkt auszumachen. Wie können wir den zeitlichen Ablauf des Abends ordentlich und sachgemäß rekonstruieren?

Nun, es steht außer Zweifel, dass Lukas der einzige Evangelist ist der ausdrücklich erwähnt, dass er chronologisch erzählt, denn er erläutert seine Vorgehensweise zur  Abfassung seines Textes sehr genau: Es hat auch mir gut geschienen, der ich allem von Anfang an genau gefolgt bin, es dir vortrefflichster Theophilus, der Reihe nach zu schreiben, auf dass du die Zuverlässigkeit der Dinge erkennst, in welchen du unterrichtet worden bist.

Nun zu den Details. Lukas ist:

    1. allem,
    2. von Anfang an,
    3. genau gefolgt.

Um was zu tun? ... der Reihe nach zu schreiben. Das griechische Wort kathexes (καθεξης), für „der Reihe nach“, wäre besser mit „hintereinander“ übersetzt worden, damit die chronologische Vorgehensweise deutlich wird. Damit auch ja  keine Zweifel aufkommen, als wenn dem nicht so wäre, sehen wir uns die Wort-Wurzeln von kathexes an.

1. die Vorsilbe Katha bedeutet: von oben herab, d.h.: Fange mit dem Text ganz oben an und lese dann runterwärts oder kurz gesagt: von oben nach unten.
2. Das Adverb hexes bedeutet aufeinanderfolgend.

Lukas will dem Theophilus sagen: Alles was du gelernt hast, schreibe ich dir in korrekter und chronologischer Reihenfolge auf. Und das Lukas ein Chronist erster Güte ist anerkennen selbst die Gegner des Christentums. Sehen wir uns seinen Bericht an. Was schreibt Lukas über den Abend vor der Kreuzigung? Lukas 22:
Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tische, und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich hinfort nicht mehr essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reiche Gottes.
Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch. Denn ich sage euch, dass ich nicht von dem Gewächs des Weinstockes trinken werde, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dieses tut zu meinem Gedächtnis!
Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahle und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.
Doch siehe, die Hand dessen, der mich überliefert, ist mit mir über Tische. Und der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie es beschlossen ist; wehe aber jenem Menschen, durch welchen er überliefert wird! Und sie fingen an, sich untereinander zu befragen, wer es wohl von ihnen sein möchte, der dies tun werde.

Aus der Erzählung des Evangeliums nach Lukas, und er be-richtet chronologisch, wird deutlich: Judas war bis zum Ende des Abendmahls dabei. Nur vom Weggang Judas berichtet Lukas uns nicht. Aus den anderen Evangelien erfahren wir, dass Judas, nachdem er den Bissen genommen hatte, den Saal bald darauf verließ. Wo müssen wir „bald darauf“ einordnen?  Erst nach der letzten Diskussion um den Verräter. Wir müssen immer wieder puzzeln, um alle Details des Abends zeitlich richtig einzuordnen.
Nun gibt es Zweifler, die den Bissen für etwas anderes halten als Brot. Sehen wir uns das griechische Wort und seine Wurzeln genauer an.


Der Bissen
Das Wort Bissen lautet griechisch Psomion – ψωμιον- und bezeichnet ein Stück Brot, denn die Wort-Wurzel lautet psocho -ψωχω- und bedeutet pulverisieren, zermahlen, zerreiben, zerstoßen; es ist ein Hapax Legomenon, d.h., es kommt in der Bibel nur ein einziges Mal vor und zwar in Lukas 6,1:
Und es geschah am zweit-ersten Sabbath, dass er durch die Saaten ging, und seine Jünger die Ähren abpflückten und aßen, indem sie sie mit den Händen zerrieben – psocho-.
Die Jünger zerrieben die Ähren gegeneinander und zwar zwischen ihren Händen. Folglich kann der Bissen nur ein Stück Brot gewesen sein. Eine Wurzel besteht aus dem gleichen Material wie der Stamm. Genauso verhält es sich mit den griechischen und hebräischen Wörtern. Wenn die Wortwurzel etwas mit Getreidekörnern zu tun hat, dann gilt dies auch für das abgeleitete Wort. Alle anderen Interpretationen, wie z.B.: es seien Kräuter gewesen, sind somit Unsinn und entbehren jeglicher Logik.

Und weil das Wort zerreiben im griechischen ein Hapax Legomenon ist, deutet es zusätzlich auf das Ende der Endzeit. Die beiden Hände, die die Körner zerreiben, dienen als Symbol für einen oberen und unteren Mühlstein. Gott hat seinen Jüngern sprichwörtlich das Gericht in die Hand gegeben, denn wir lesen:
Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen sitzen wird auf seinem Thron der Herrlichkeit, auf zwölf Thronen sitzen und richten die zwölf Stämme Israels. Matthäus 19,20

Den Bissen, den Judas genommen hatte, wurde ihm zur bitteren Speise, die bitterste, die er je aß. Judas hat sich selbst das Gericht gegessen. Paulus sagt dazu: Wer also irgend das Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt unwürdiglich, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. Denn wer unwürdiglich ißt und trinkt, ißt und trinkt sich selbst Gericht, indem er den Leib nicht unterscheidet.

Judas hatte das Brot und den Kelch unwürdiglich in sich aufgenommen; unwürdiglich bedeutet:

1. abwiegend, bewerten;
2. unwürdig, unverdient;
3. unpassend, ungeeignet.

Obwohl der HERR wusste, dass Judas den Verrat bereits ein-gefädelt hatte, lässt er ihn am Mahl teilnehmen. Warum? Der HERR gibt der Eigenverantwortung ein hohes Gewicht. Paulus bekräftigt das: Ein jeder aber prüfe sich selbst, und also esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch. Judas hatte sich nicht geprüft und anschließend richtig bewertet. Er hätte wissen können, dass er unwürdig war, denn seinen Verrat wollte er aus Geldliebe nicht aufgeben. Und so ist Judas kopfüber zerschmettert worden, nachdem er sich erhängt hatte.

Viele Kranke und Verstorbene hatten die Korinther zu beklagen, weil sie sich nicht selbst prüften. Ordnen wir die Dinge, wenn sie uns bewusst werden, unverzüglich, damit der HERR sie nicht richten muss.

Wie ist 1. Korinther 10 zu verstehen
Paulus schreibt: Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnt nicht des Herrn Tisches teilhaftig sein und des Dämonentisches. Oder reizen wir den Herrn zur Eifersucht? Sind wir etwa stärker als er?

Was will Paulus uns damit sagen? Um es ganz einfach aus-zudrücken: Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.
Warum nicht? Die Antwort ist ganz einfach: Es geht nicht. Und zudem würde der HERR eifersüchtig werden und dass zurecht.

Wenn wir die Bibel lesen, lernen wir mehr und mehr in Bildern zu denken. Aber nicht unsere eigenen gedanklichen Verknüpfungen sind entscheidend, sondern die Bedeutungen, die uns die Schrift liefert. Nimmt ein Mensch sowohl am Abendmahl teil als auch andere Opferriten, dann reizt er den Herrn, der, im Bild gesprochen, unser Bräutigam ist, denn wir sind seine Braut. Stelle dir vor: Eine Braut tanzt nicht mit ihrem Bräutigam, sondern verlässt die Feier und geht auf eine andere Hochzeit. Welcher Bräutigam würde da nicht eifersüchtig werden? Und genau das ist das Bild, dass Paulus aufgreift. Die heutigen Tische der Dämonen befinden sich an diversen Orten, allen voran in den römisch-katholischen Kirchen, die ihren Zauber über die Hostie aussprechen und dann den mystischen Leib dem Teilnehmer in den Mund legen.

Sehen wir uns die Details des Verses an. Zuerst den Kelch und dann den Wein. Wofür steht ein Kelch? Er bildet als Gefäß den menschlichen Körper ab und steht symbolisch für den Leib Jesu. Und wofür steht der Wein? Er steht symbolisch für das Blut unseres Herrn. Jesus hat sein Blut vergossen, damit wir mit Gott versöhnt werden können. Und wo zwei verfeindete Personen sich miteinander versöhnen kommt was auf?
Richtig, Freude! Der Wein symbolisiert auch Freude. Wenn wir uns an anderen Dingen erfreuen oder ergötzen, d.h., auf anderen Hochzeiten tanzen, dann fordern wir den Herrn heraus, reizen ihn zur Eifersucht.

Nun sehen wir uns ein weiteres Detail an, den Tisch. Wofür steht ein Tisch? Er steht für gemeinschaftliches Essen, d.h.,  für unser Zuhause, in der Familie Gottes, in dem wir gemeinsam das Mahl einnehmen. Der Tisch steht aber auch für einen Altar, auf dem das Opfer dargebracht wurde. Am Tisch des Herrn werden die Lob- und Dankopfer dargebracht, sowohl durch Lieder als auch durch unsere Gebete und Wortlesungen.

Das Essen und Trinken des Abendmahls stehen symbolisch für jene Dinge, die wir in uns aufnehmen wollen und ein Teil von uns werden sollen. So wie das auch mit unserer Nahrung ist, die wir täglich zu uns nehmen. Alle Nährstoffe werden im Magen und Darm so lange zerkleinert, also verdaut, bis sie winzig genug sind, um durch die Darmwand zu resorbieren und somit vom Körper aufgenommen werden. Über das Gefäßsystem werden die kleinen Teilchen dann zu allen Zellen des Körpers transportiert.

Ich bin also ein wenig Eisen, ein wenig Kupfer, ein wenig Silber, ein wenig Gold usw. Ohne Spurenelemente würden wir krank werden. Ein guter Wein enthält alle notwendigen  und wertvollen Bestandteile, die unser Körper benötigt. Übrigens: Jedes der zuvor genannten Spurenelemente erzählen jeweils für sich eine eigene Geschichte.

Am Tisch des Herrn trinken wir den „guten Wein“ der symbolisch für ein gesundes Getränk steht und der Gesundheit dient, sowohl der körperlichen.der geistigen und geistlichen. Darum empfiehlt Paulus seinem echten Kind ein wenig Wein zu trinken. Die Freude an das für uns vergossene Blut trägt zur geistlichen Gesundheit bei. Wer immer wieder beim Abendmahl die Trauermiene verzieht und sich in seinen Tränen ergießt, kann das Werk Jesu nicht wirklich verstanden haben.

Geschwister,  das Abendmahl ist ein Freudenfest!

Wo immer wir im Alten Testament den Wein erwähnt finden, spricht er von dieser Freude. Aber der Wein redet nicht nur von der Freude an Gottes Handeln, sondern eben auch, je nach  Textstelle, auch von den Freuden dieser Welt und den vermeintlichen Freuden des Mischweins am Tisch der Dämonen. Paulus empfiehlt Timotheus den Wein wegen des immer wiederkehrenden Unwohlseins. Die Ursache seiner Befindlichkeiten sind nicht für jedermann sichtbar. Mit ein wenig Empathie lassen sich die gesundheitlichen Probleme des Timotheus erkennen, denn in seinem Leben gab es Dinge, die schwer verdaulich waren, Nöte zum Beispiel, die ihm heftig auf den Magen schlugen. Ein wenig Wein, d.h., ein wenig Freude über das Werk auf Golgatha und die Verdauung wird verbessert und stärkt den inneren Menschen.  
Die Freude am Herrn und seinem vollbrachten Werk werden Timotheus gut getan haben. Auch für uns wird die Erinnerung an seine Leiden, die er für uns ertragen hat, zur Stärkung und Aufmunterung hilfreich sein.  Oder wie es der Prophet Jesaja ausdrückt: Siehe, Gott ist meine Rettung -Jeshua, ich vertraue und fürchte mich nicht; denn Jah, Jahwe, ist meine Stärke und mein Gesang, und er ist mir zur Rettung ( Hilfe, Sieg, Reichtum). -zum Jeshua.

Symbolisch auf die Metalle angewendet stehen sie für:

Rettung          – Kupfer
Hilfe   – Silber
Sieg   – Eisen (Vertrauen und Stärke)
Reichtum – Gold

Den Vers jetzt mit den Metallen verbunden:

Siehe, Gott ist meine Rettung -Kupfer,
ich vertraue (mit meinem Geist – Eisen, und fürchte (Geist verbunden mit der Seele) mich nicht,
denn Jah (der Starke), Jahwe (der Ewig-Seiende), ist meine Stärke -Eisen,
und mein Gesang – Gold,
und er ist mir zur Rettung – Silber.
Der Kriegsmann
Timotheus soll sich beim Abendmahl erfreuen. Er soll sich immer wieder daran erinnern, was der HERR auf Golgatha vollbracht hat. Nachdem sich Timotheus im Herrn erfreut und gestärkt hat, kann er weiterhin als ein guter Kriegsmann an den Trübsalen teilnehmen und sich auf die Dinge im geistlichen Kampf konzentrieren.  
Wenn Paulus an die Epheser (Eph.6) den Befehl erteilt: Zie-het an! dann befehligt er weiteren Soldaten. Ab Vers 14 wird uns die Waffenrüstung der Römer, ähm, der Christen vorgestellt, von XXS bis XXL In den Gebrauch und Zweck der ersten Waffe, in die uns der Apostel einführt, ist ein besonderer Gürtel und den sollten wir uns nun genauer ansehen, damit wir ihn auch als Waffe begreifen bevor wir ihn anlegen. Interessant ist, dass ein römischer Soldat, auch wenn er keine Waffen bei sich trug, am Gürtel erkannt wurde. Der Gürtel eines römischen Soldaten war sein Ausweis. Ob im Dienst oder privat, er wurde von allen und jedem, auch ungefragt, erkannt und das am Gürtel.

Die Gürtel waren schon damals aus feinem Leder und gut gemacht sind sie fast unverwüstlich. Wie so ein echter, langlebiger Ledergürtel entsteht, kann uns Simon erklären. Nein, nicht der Petrus. Jener Simon, bei dem Petrus sich für eine gewissen Zeit aufhielt. Er wohnt und arbeitet in einer sehr schönen Stadt namens Japho. Und was ist sein Gewerbe? Er ist Gerber. Sein Handwerk gilt als das älteste der Welt. Schon in Eden zeigte er sein Können.
Um seine Geberei macht man noch heute am liebsten einen großen Bogen. Warum? Sein Arbeitsplatz ist nichts für feine Nasen, es stinkt weithin. Und so war das Gerben zur Zeit der Römer überwiegend eine Arbeit für Sklaven, für solche, die man eh nicht richten mochte. Es haftete ihnen nicht nur Aasgeruch an.  Ob unser Simon ein Sklave ist? Wie dem aus sei, werfen wir einen Blick in seine Arbeitswelt. Das Tier ist bereits tot und auch abgezogen seine Haut. Das Ziel des Gerbens ist es, die Haut haltbar zu machen und weich und beweglich zu halten. Wird die Haut nicht unverzüglich verarbeitet, so wird sie nach dem Häuten so schnell als möglich in Salze gelegt, um den Zerfallsprozess aufzuhalten und seine Qualität nicht zu gefährden. In heißen und vor allem trockenen Klimazonen kann das Fell auch aufgehängt werden, und so verhindert die Trocknung dessen Fäulnis.
Wird die Haut gleich verarbeitet, so wird die dritte Schicht, es ist unterste, entfernt. Der Vorgang wird mit entfleischen bezeichnet. Ach, das Fleisch muss weg? Ja, das Fleisch muss weg.
Auch der sichtbare Teil der Haut wird entfernt, die oberste Schicht. Sie besteht zum überwiegenden Teil aus schwefelhaltigem Protein und Kreatin. Das Protein macht vom Trockengewicht oft mehr als 50% aus und bildet in dieser Welt mit seinen Aminosäuren die Bausteine des Lebens. Das Kreatin ist ein spezielles Protein. Auch das muss weg. Es findet sich vor allem in den Haaren, den Finger- und Fußnägeln. Das sind Orte unserer vergänglichen Eitelkeit. Sie werden chemisch aufgelöst. Die Haare brauchen dann nicht mehr gestylt und die Fingernägel nicht mehr gefeilt werden.

Die Lederhaut bildet den mittleren Teil. Sie wird von unerwünschten Bestandteilen befreit und dann zum Gerben gegeben wird. Die einzelnen Arbeitsschritte überspringen wir jetzt und sehen uns das Ergebnis an. Die Haut, die jetzt zu einem festen aber flexiblem Gegenstand geworden ist, wird uns zu einem besonderen Gürtel.
Vergleichen wir: Unsere heutigen Gürtel sind wenige Zentimeter breit und je nach Körperumfang entsprechend lang. Der Gürtel eines Christen ist vergleichbar mit dem Gürtel eines Priesters. Der Gesamte Oberkörper, von den Achseln bis zur Taille, wird mit einem mehrere Meter langem Gürtel aus feinem Leinen umbunden. Wenn nun Paulus befiehlt: Zieht an! Und als erstes den Gürtel nennt, dann will er uns sagen: Unser ganzes Inneres sei geschützt vom ewigen Gürtel, von dem alles Fleischliche entfernt und gereinigt wurde von allen irdischen Elementen.  
Nun sehen wir uns ganz kurz die Pergamente an. Das sind Tierhäute von Schafen oder Ziegen.

Anmerkung: Die Schafe stehen für die Gläubigen des Himmlischen, die Ziegen für das Irdische.  

Auch diesen wurde die Unter- und Oberhaut entfernt und die Lederhaut gereinigt. Unter hohem zeitlichen Aufwand und unter ständiger Spannung, immer wieder abgeschabt, bis sich das Material in einer gleichmäßigen Struktur befand und hauchdünn war. Das erneute Abschaben konnte nur dann durchgeführt werden, wenn die Tierhaut erneut mit Wasser befeuchtet und die Haut, die sich durch das Wasser entspannte, wiederum unter Spannung gebracht wurde.
Am Ende erhielt man Pergamente, auf die dann mit reinen Schreibgeräten eine Kopie der Torah angefertigt wurde.
Übertragen wir den Erstellungsprozess einer Torah auf uns,    so entfernt Gott Schritt für Schritt die Dinge in unserem Leben, die für die Ewigkeit untauglich sind und schreibt dann, auf uns sein Gesetz. Das kann Gott natürlich nur dann tun, wenn wir selbst dazu bereit sind und erkennen,  dass wir nackt sind, um dann mit einem reinen Kleid bekleidet zu werden.
Adam und Eva waren vor dem Sündenfall zwar ohne Hemd und Hose, aber sie waren, im übertragenen Sinn, nicht nackt, denn sie waren entsprechend umgürtet, das heißt, sie waren umkleidet mit Wahrheit. Durch die Lüge der Schlange legten Adam und Eva ihre Umkleidung ab und umkleideten sich mit Lüge, indem sie die Verdrehungen der Schlange sich zu eigen machten. Als nun Adam und Eva erkannten, dass sie nackt waren, erkannten sie, dass sie die Wahrheit ausgezogen und die Lüge angezogen hatten.
Unbekleidet sein ist per se nichts Böses, wenn dem so wäre, wäre es böse, wenn unsere Kleinkinder nackt am Wasser spielen, um nur ein Beispiel zu nennen. Wenn Gott uns den Spiegel seines Wortes vor Augen stellt, dann will er uns zeigen, das wir nicht mit Wahrheit bekleidet sind, sondern mit Lüge umkleidet. Und deshalb heißt es: Alle Menschen sind Lügner, ja alle Menschen sind nackt.  Psalm 116, 11

Anmerkung: Das es sich um zwei verschiedene Zustände des Nacktseins handelt wird durch die beiden verwendeten Wörter  deutlich.  In Genesis 2,25 lesen wir: Und sie (Adam und Eva) waren beide nackt (hebr.: arom - ערום), der Mensch und sein Weib, und sie schämten sich nicht.
Der hier beschriebene Zustand zeigt an, dass Adam und Eva sich nicht schämen mussten, denn ihre Leiber waren unbeschädigt.

Genesis 3,7 steht: Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, das sie nackt (hebr.: eyrom - עירום) waren, und hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürzen.

Die hier beschriebene Nacktheit zeigt an, dass etwas Grundlegendes anders geworden war. Die Lüge der Schlange hatte ihr gesamtes äußeres Aussehen verunstaltet –sie wurden kreidebleich. Durchbohrt mit dem giftigen Dorn des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen hat die Schlange dem ersten Menschenpaar ihr Todesgift injiziert. Gleich einem Flash kam der Schrecken über sie.  
Was machten sich Adam und Eva nach dem Entsetzen? Es waren nicht wirklich Schürzen, sie nähten sich Gürtel. Das sind selbsterdachte Wahrheiten, entnommen vom Feigenbaum. Doch ihre selbstzurechtgelegten Erkenntnisse, mögen sie auch noch so süß sein, helfen ihnen nicht. Gott kann die selbsterfundenen Bedeckungen nicht akzeptieren, weil das bittere Gift des Stachels be-reits in alle Zellen ihrer Körper eingedrungen und wirksam war. An ihren verbalen Rechtfertigungen wird die Wirkung des Giftes hörbar. Adam schiebt die Schuld auf Eva und Eva die Schuld auf die Schlange und so schiebt ein jeder die Schuld auf einen anderen.

Gott hört den Menschen geduldig zu und verteilt einem jeden das Maß seiner Mühsal. Dem Adam das Feld mit Dornen, der Eva die Schmerzen bei der Geburt. Der Schlange aber kündigt der HERR bereits hier ihren klinischen Tod an:  der Same des Weibes wird dir den Kopf zertreten.

ערום  mit der Strong-Nr. 6174 kommt 15x im AT vor
עירום mit der Strong-Nr. 5903  10x und  
עריה mit der Strong-Nr.  6181    6x.

Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen
Was muss das für ein Baum gewesen sein, der „giftige Stachel“ trug? Wo finden wir ihn noch beschrieben? Wir meinen den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen auch im Buch der Richter gefunden zu haben. In Kapitel 9 stehen vier Bäume im Angebot. Aus welchen der Vier werden sich wohl die Bürger der Stadt Sichem ihren König erwählen? Man mag es kaum glauben, aber sie erwählen sich den Dornbusch und somit Abimelech, den Sohn Jerub-Baals. Dazu sehe man sich folgende Videos auf youtube an:

„Der Traum des Pilatus' Frau_Teil_1“.
 https://www.youtube.com/watch?v=ZLKaSMjkarQ

„Der Traum des Pilatus Frau_Teil_2“
 https://www.youtube.com/watch?v=0fLIZO-_7j4

Eva begehrte nicht die Frucht des Baumes, sondern den Baum selbst. Doch bevor wir uns mit den Details beschäftigen, wollen wir nochmals darauf hinweisen, dass die Geschichten der Bibel sich tatsächlich so zugetragen haben, wie sie uns überliefert wurden. Das wird durch den Namen von Aquilas Frau angedeutet. Sie steht für die historische Geschichte eines kleinen Volkes. Und weil Gott gerade dieses kleine und unscheinbare Völkchen liebt, wird die Koseform des Namens Priska verwendet -Priscilla. Ihre Erzählungen berichten uns von tatsächlichen Dingen und Ereignissen. Gott schuf die Himmel und die Erde. Gott schuf die Sonne, den Mond und die Sterne. Das sind doch ganz konkrete Dinge, nicht wahr? Die Erde wird als Wohn- und Wirkungsort für den Menschen vorbereitet. Pflanzen und Tiere erscheinen und zuletzt macht Gott den Menschen und setzt ihn in einen besonderen Garten. Alles was Gott schuf können wir mit unseren Sinnen wahrnehmen und bestaunen, wissenschaftlich untersuchen und bewundern. In diesen Anfängen trug sich die Genesis-3-Episode zu. Eine Geschichte, zwischen den Himmeln und der Erde, erzählt von einem Menschenpaar und deren Tun. Auch davon erzählt Priscilla. Nun nimmt ihr Mann die Flügel eines Adlers in die Hand und schwingt sich  auf und hinauf in die Luft. Von dort droben, von seinen Sphären aus, erklärt er uns die bildliche Ebene ihrer Geschichte. Sehet zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet! … der von den Himmel her redet!
Hebräer 12,25

Was soll uns der Text aus Genesis 3 dann erzählen, wenn gesagt wird, dass Eva den Baum begehrte? Um den Baum zu verstehen bzw. wofür ein Baum symbolisch steht, müssen wir uns verschiedene Texte der Schrift ansehen. In Psalm 1 wird uns ein Mensch als immergrüner Baum vorgestellt. Er wächst und gedeiht, denn seine Wurzeln reichen bis zu den Rinnsalen der Grundwasser. Im Evangelium nach Markus wird ein Blinder in zwei Etappen wirklich sehend. Nach der ersten  Phase der Heilung sieht er die Menschen wie Bäume umherlaufen. Nach der zweiten Phase konnte er die zuvor  umherwandelnden Bäume als umherlaufende Menschen deutlich und klar erkennen. Seine Augen wurden durch Jesus völlig geheilt. Die beiden Textpassagen mögen reichen, um deutlich zu machen, dass die Bäume Menschen symbolisieren. Damit aber nicht genug, sie verkörpern noch weiteres. Im Buch der Anfänge, der Genesis, wird uns mitgeteilt, dass im Garten Eden zwei mit Namen benannte Bäume standen. Der erste heißt „Baum des Lebens“ und der zweite „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“. Die beiden Bäume können keine Menschen symbolisieren, weil sie, erstens, in der Erzählung von den Menschen unterschieden werden und zweites, weil Adam und Eva die ersten und einzigen Menschen sind, die in der Episode auftreten. Auf wen deuten nun die beiden Bäume? Der erste Baum, der Baum des Lebens, kann von niemand anderem sprechen als von Gott selbst. Er hat alles gemacht und mit Leben erfüllt. Gott ist der Urheber allen Lebens. Somit symbolisiert der Baum des Lebens den Gott der Bibel. Der zweite Baum, wen mag wohl der zweite, der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, versinnbildlichen? Gott kann es nicht sein. Er wird durch den Baum des Lebens dargestellt. Einen anderen Menschen kann er auch nicht verkörpern, denn außer Adam und Eva, die ersten ihrer Art, gab es niemanden. Es fehlt nur noch eine Person in unserem Drama und die betritt unvorhergesehen die Bühne. In Gestalt einer Schlange nähert sie sich Eva. Einzig dieses schillernde Geschöpf kann dem zweiten Baum zugeordnet werden.

Der geheimnisvolle zweite Baum
Warum wird er als Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen bezeichnet? Und warum sollte der erste Mensch nicht davon essen? Durch die Erzählweise der Geschichte wird eine Spannung aufgebaut, indem nur wesentliche Fakten genannten werden, die Lücken müssen vom Leser selbst aufgefüllt werden, aber wie? Petrus erklärt es uns: Indem ihr dies zuerst wisset, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist. Der Apostel der Juden weist uns an, die Schriften genau zu durchforschen und die Einzelteile richtig zusammenzufügen also zu puzzeln, das gilt auch für den Bericht aus Genesis 3. Nun könnte ein Leser einwenden, der Text aus dem dritten Kapitel habe gar nichts mit Weissagung zu tun. Hören wir dazu, was Abraham sagt:  Sie haben Moses und die Propheten. Lukas 16,29a
Abraham teilt den Tanakh -Das Alte Testament- in zwei Teile. Den ersten Teil bildet die Torah – das sind die fünf Bücher Mose- und den zweiten die Propheten. Nun stellt sich doch die Frage: War denn Mose kein Prophet? Hören wir, was Mose selbst dazu sagt: Einen Propheten aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, gleich mir, wird Jahwe, dein Gott, dir erwecken; auf ihn sollt ihr hören. 5.Mose 18,15.

Mose bezeichnet sich als Prophet. Somit sind seine Schriften, wie auch die der anderen Schreiber, Prophetie oder, mit dem anderen Wort ausgedrückt, Weissagung. Moses gilt als der größte Prophet des Alten Testaments und so schließen wir daraus, dass der geschichtliche Text aus Genesis 3 uns  Historisches berichtet und uns gleichzeitig eine verschleierte Weissagung enthält.  Zwei Dinge müssen wir daher tun, zu einen den Schleier heben und dann anschließend puzzeln.
Um nun den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu verstehen, öffnen wir den Vorhang und betrachten die allegorische Ebene, die uns die reale Welt reflektiert; und wenn wir geistlich geöffnete Augen haben, dann wird uns auch die geistliche Dimension enthüllt. Beide Bilder können im Spiegelbild gesehen werden. Das ist wesentlich für die treffende Interpretation. Es ist klar, es kann nur das gespiegelt werden, was wir mit unseren Augen, ob wörtlich oder geistlich, wahrnehmen und im Spiegel betrachten. Sehen können wir nur mit geöffneten Augen und erkennen können wir nur mit geistlich geöffneten Augen. Dazu brauchen wir noch eine weitere Hilfe.
Lehrt uns nicht die Natur? fragte einst Paulus. Der Apostel deutet damit an, dass wir uns die Schöpfung ansehen sollen, um gut und richtig belehrt zu werden. Dazu nun ein paar Beispiele. Sehen wir aufwärts, schauen gen Himmel, so erscheint uns die Sonne am Mittag recht klein, jedoch am Abend, wenn sie am Horizont glüht, ist ihr Umfang bald doppelt so groß. Warum ist das so? Unsere Atmosphäre gleicht einer Lupe. Am Mittag durchlaufen die Strahlen einen kürzeren Weg durch die Atmosphäre, denn die Sonne steht fast senkrecht über uns. Am Abend wird die Sonne dadurch vergrößert, weil durch den flacheren Sonnenstand die Strahlen eine dickere Atmosphäre durchwandern. Was lehrt uns das? Das am Vorabend der Wiederkunft Jesu seine Herrlichkeit besonders gesehen wird. Aber die Himmel erzählen uns noch mehr. Elihu fragt den Propheten Hiob: kannst du, gleich ihm, das Himmelsgewölbe ausbreiten, fest wie ein gegossener Spiegel? Hiob 37,18  
Warum die Frage nach dem Himmelsgewölbe, der dann auch noch für uns Menschen die Funktion eines Spiegels hat? Hiob wird gut verstanden haben, dass er niemals die Weiten des Weltalls erreichen kann, geschweige denn den Himmel zu einem Spiegel gießen. Wenn nun der Sternenhimmel einen Spiegel darstellt, was spiegelt er uns dann? Er spiegelt das Irdische und somit die horizontale Dimension. Die Geschichten der Bibel, die sich auf der Erde zugetragen hatten, deuten mittels der Spiegelung auf Dinge, die uns das Himmlische sehen lassen. Das die beiden Dinge miteinander zu tun haben erfahren wir vom Sohn Gottes selbst, der spricht zu Nikodemus: Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?  Im Propheten Jesaja wird deutlich, dass es sich um den gleichen Gegenstand handelt. Die Menschen denken irdisch und Gott denkt himmlisch: Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jahwe. Denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.  Jesaja 55,8-9

Zusammenfassend können wir nun sagen: Gott spricht durch:
1. den historischen Text;
2. die allegorischen Ebene nach der Entschleierung;
3. die Spiegelung -die Seiten werden vertauscht;
4. die Prophetie – Geschichte deutet auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; gültig sowohl für die horizontale als für die allegorische Ebene.
Kehren wir zurück zu unserem Text aus Genesis 3 und dem verschleierten Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Wenn Eva den Baum begehrte, dann begehrte sie, jetzt allegorisch, einen Baum, der


Gelesen von allen Menschen
Die Männer, die das Gesetz Mose auf Tierhäute abschreiben, schreiben die Torah auf nackte Tierhaut. Jetzt wieder übertragen heißt das bildlich, Gott kann auf unsere Pergamente nur schreiben, wenn wir die Lüge ablegen. Legen wir sie ab, dann können wir den Gürtel der Wahrheit anlegen und dann kann Gottes Gesetz auf uns kopiert werden, gleichwie die Torah Moses auf Ziegenhaut bzw. Schafshaut.

Wenn die Juden das beschriebene Schreibmaterial mit etwas anderem umschleiern, kann das Gesetz nicht mehr klar und deutlich gelesen, geschweige denn verstanden werden. Wenn die Kirche Roms an ihren selbstersonnenen Überlieferungen festhält, dann bleibt sie weiterhin in Lüge gekleidet und verführt durch ihre verschleierten Mysterienkulte die Knechte Gottes zu geistlicher Hurerei.
Als Christen verhüllen wir uns vor den Menschen nicht und  leben deshalb unverschleiert. Wir sind damit eine offene Buchrolle, die von allen Menschen gelesen werden kann und alles was die Menschen dann lesen können ist Wahrheit. Mit solch einer Waffe ausgestattet, dem Gürtel der Wahrheit, erweisen wir uns als gute Kriegsmänner. Mit der Wahrheit umgürtet heißt dann auch: Beste Empfehlung! auch an Rom.
Und weil der Gürtel der Wahrheit als erste Waffe genannt wird, gilt sie auch als die schlagkräftigste. Zudem schützt sie unser ganzes Inneres, besonders unsere Herzen und Nieren.
Das zehnte Kapitel des ersten Korintherbriefs dient uns gar nicht als Kriterium für die Zulassung zum Abendmahl, sondern beschreibt die beiden grundsätzlich anders gearteten Welten, die wir nicht miteinander vermischt werden dürfen, sondern strikt getrennt halten sollen, d.h., keinen bitteren Mischwein daraus machen.

Wann ein Christ am Brotbrechen teilnehmen oder nicht teilnehmen soll wird im nächsten, dem dritten Gesetz, geregelt.





















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