Die Torah des Messias - alle Kapitel auf einem Blick - Simson-Project

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Die Torah des Messias - alle Kapitel auf einem Blick

Torah des Messias


Vorwort
Die Bibel ist Gottes Wort, doch nicht immer verstehen wir den historischen Text. Wenn wir die allegorische Redeweise akzeptieren, dann erschließen sich viele Details, Geheimnisse werden enthüllt. Während des Studiums zu unserem Thema haben wir große Freude erlebt, aber auch tiefe Bestürzung erfahren. Einzig die Freude wollten wir mit jedem teilen, wären da nicht Dinge ans Licht gekommen, die uns alle betreffen. Ob wir dabei immer den richtigen Ton getroffen haben? Wenn nicht, lasst es uns wissen, damit wir das unverzüglich korrigieren.


Die einzelnen Kapiteln bauen aufeinander auf, deshalb empfehlen wir, das Buch wenigstens einmal von oben nach unten durchzulesen, besonders die einführende Erklärung zur Allegorie, die zum Standardwissen eines jeden Christen gehören sollte. Leider werden die grundlegenden Dinge der Literatur heute wenig bis gar nicht mehr in den Schulen unterrichtet und so herrschen große Unkenntnisse über die Vielzahl der rhetorischen Mittel, derer sich auch unsere guten Schriftsteller bedienen. Wenn du das vorliegende Werk einmal, in einem Rutsch, durchgelesen hast, um dir einen Überblick zu verschaffen, kannst du dann anschließend die einzelnen Themen gesondert bearbeiten. Man wird dabei entdecken, dass die Torah des Messias systematisch aufgebaut ist und sich in der Lehre des Neuen Testaments wiederfindet. Das Alte Testament hat die Dinge verborgen, die im Neuen Testament geoffenbart werden. Das Geoffenbarte des Neuen enthüllt die verborgenen Teile des Alten. Ständig müssen wir zwischen den beiden Bibelteilen hin- und herspringen und die Dinge zur Deckung bringen, gleichsam wie bei einem Bild, das nur mit zwei Augen seine räumliche Dimension freigibt.



Die Allegorie
Die Allegorie in der Bibel ist eine Erzählung, die eine Geschichte hinter der Geschichte erzählt. Die bildliche Ebene wird in der Regel durch die Verwendung von Wortbildern deutlich. Aber auch dort, wo der Text dem Leser keine Metaphern anbietet, für den Leser offenbar rein geschichtliche Dinge berichtet werden, wird ebenfalls bildlich erzählt. Das ist es, was der Apostel Paulus uns in großen Lettern beschreibt und erklärt, wenn er den Galatern die beiden Bündnisse erläutert. Auch die großen Buchstaben, die Paulus verwendet, können neben der wörtlichen auch eine bildliche Bedeutung haben. So könnten die großen Buchstaben andeuten, dass nicht nur Paulus wegen seines Alters schlecht sehen konnte, sondern uns heute ermahnt, weil wir in der Christenheit zunehmend blind werden. Anderseits müssen wir die großen Buchstaben auch wörtlich nehmen, denn damals hat man tatsächlich das Neue Testament ausschließlich in Großbuchstaben verfasst; im Anschauen der Großbuchstaben lassen sich so mache Geheimnisse entdecken, denn auch die Buchstaben sind Bilder, wenn auch abstrahierte Abbildungen.




Die hebräische Schrift leitet sich direkt von Bildern ab. Heute sieht man ihnen ihre Bildherkunft nicht mehr an. Doch die alten Alphabete sind uns überliefert und so können wir an den Buchstaben gleichfalls die allegorische Redeweise erkennen. Der erste Buchstabe, das Aleph, es schreibt sich so א, bildete in der Frühzeit den Kopf eines Stieres ab. Der letzte Buchstabe, das Taw, es schreibt sich so ת, bildet ein aus zwei überkreuzte Hölzer ein Kreuz ab.

Nun folgen einige Argumente für die bildliche Ebene aller biblischen Texte.


1. Dieter Burgdorf, Professor für Literatur und Literaturtheorie an der Universität Leipzig, schreibt  in seiner „Einführung in die Gedichtanalyse“: Von einer Allegorie könne man sprechen, wenn ein Text oder Textabschnitt mindestens zwei voneinander unterscheidbare Bedeutungsschichten enthalte, eine wörtliche und eine andere, eben allegorische Bedeutung.



2. Paulus schreibt an die Galater über die zwei Bündnisse, dem irdischen Jerusalem und dem himmlischen Jerusalem und sagt, das dies einen bildlichen, das heißt allegorischen, Sinn hat. Wenn nun beide Bündnisse allegorisch zu verstehen sind, dann müssen alle Texte, die sich auf die beiden Bündnisse beziehen, ebenfalls eine bildliche Bedeutung haben.









3. Die bildliche Ebene habe ich in aller Stille vor drei Jahren in der Geschichte Simsons entdeckt ohne das ich vorher je etwas von Allegorien in der Bibel gewusst hatte. Erst auf der Suche nach der passenden rhetorischen Figur ordnete ich die Erzählung aus Richter 14 den Allegorien zu.







4. Vor wenigen Monaten fand ich eine Beschreibung zu der jüdischen Interpretationspraxis. Sie wird mit dem Akronym PaRDeS abgekürzt. Es handelt sich um vier Ansätze der Auslegung bzw. Interpretation des Alten Testaments. Der zweite Ansatz, im Wort PaRDeS mit dem großen R dargestellt, bezieht sich auf die zweite, die allegorische Interpretationsebene.










5. Priska und Aquila, das jüdische Ehepaar aus dem Neuen Testament, repräsentieren durch ihre Namen zwei  Ebenen. Die wörtliche Ebene wird durch Priska  und die bildliche durch Aquila dargestellt, denn Priska bedeutet alt, historisch und Aquila bedeutet Adler.  Gemeinsam legen sie dem Jünger Apollos und allen Versammlungen die Schriften genauer aus, sie erklären u.v.a. den Sohn des Menschen, der zugleich der ist, der aus dem Himmel gekommen ist.







6. Paulus schreibt: Denn wir sehen jetzt durch einen Spiegel (das ist die bildliche Ebene), undeutlich (die Spiegel waren damals poliertes Kupfer), dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich (mich) stückweise, dann aber werde ich (mich) erkennen, gleichwie auch ich erkannt worden bin. 1.Kor.13,12



In welchen Spiegel hat Paulus hineingesehen? Ich meine, es ist die Bibel. Sie ist unser Spiegel. Nicht nur ein Sünder sieht sich darin, sondern auch wir erfahren viele schöne Dinge über uns.







7. Elihu (mein Gott ist er) beschreibt seinen Gott und sagt zu Hiob u.a.: kannst du, gleich ihm, das Himmelsgewölbe ausbreiten, fest wie ein gegossener Spiegel? Die unendlichen Weiten des Firmaments bilden einen Spiegel? Wenn ja, was spiegeln sie?  Sie spiegeln das Irdische.  Wir sehen, wie Paulus trefflich sagt, undeutlich. Ein weiterer Grund liegt darin, dass im Spiegelbild die Seiten vertauscht sind. Während das Irdische linksläufig ist, bewegt sich das Himmlische rechtsläufig. Das  Rechts-Links-Schema lässt sich sowohl 1. sprachlich aus der Bibel entnehmen als auch 2. durch die Matrize – dem Typos, erklären





Beispiel zu 1: Sprachlich wird das Rechts-Links-Schema nun an den  Namen Timnath-Serach und Timnath-Heres erklärt. Zum einen heißt der Ort Heres und zum anderen Serach.

Serach schreibt sich so:

1.  סרח . Das ist die Schreibweise in Josua 24.  




Heres schreibt sich so:

2.  חרס . Das ist die Schreibweise in Richter  2.




Beide Namen lassen sich nicht nur von rechts nach links lesen, sondern auch von links nach rechts. (Komprimierte Details auf: https://www.youtube.com/watch?v=LBuQKWj4UOQ




Beispiel zu 2. Das Rechts-Links-Schema zwischen Matrize und seinem Druckbild.  Texte müssen in der Druckvorlage rechtsläufig angefertigt werden, damit sie nach dem Druck auf dem Druckmedium linksläufig gelesen werden können, hier auf die hebräische Sprache bezogen.  Mit einem Abdruck kann nicht alles erzählt werden, deshalb braucht es viele Matrizen auf denen die Rätsel portionsweise angefertigt werden, die dann anschließend  auf Pergamentrollen fortlaufend kopiert werden. Das Druckerzeugnis ist daher immer Abdruck und Abbild vom Originalbild. Studieren wir das Druckergebnis, können wir vom Abbild auf das Originalbild schließen, auf die allegorische Ebene.  










Metaphern




Die Bildworte, das sind die Metaphern, gehören zu den wichtigsten Stilmitteln der biblischen Erzählungen. Was die Bildworte uns alles mitteilen, muss erforscht werden.

In unseren Tagen wird viel darin geforscht, mehr als wir meinen. Die Wissenschaft hat uns eine Flut von Er-kenntnissen über die Natur geliefert, mehr als in jeder anderen Epoche zuvor. Nehmen wir ihre Forschungsergebnisse, die Dinge die sie beobachtet und untersucht haben, zu Hilfe, wenn wir die Texte der Bibel richtigen auslegen wollen, z.B. das Land Hawila. Es wird zum ersten Mal in Genesis 2 erwähnt, ein wundersames Land und sein Gold ist wirklich gut. Hawila schreibt sich auf hebräisch: חוילה (Cha-wi-lah'). Es bedeutet:







1. kreisförmig,



2. rund,



3. rundumlaufend,



4. kreisrund,



5. zyklisch.





Als Nomen:




1. Rundschreiben,



2. Rundbrief,



3. Wurfsendung.





Die Wortwurzel חול (chul H2342) bedeutet:



1. sich drehen, sich winden; wirbeln, rotieren; und das in einer kreisförmigen und/oder spiralförmigen Weise; insbesondere auch tanzen, sich krümmen, winden, beben im Schmerz, Leid, Kummer und Mühe (besonders beim Gebären) aber auch vor Furcht.






2. bildlich: warten, abwarten, ausharren; verdrehen, irreführen, pervertieren - moralisch verderben.





Was wird mit dem Land Hawila beschrieben? Es handelt sich um ein abstraktes Modell. Wenn wir es auf seine wesentlichen Merkmale reduzieren und dann darstellen, erhalten wir einen Trichter bzw. ein Trapez. Die abstrakte Form liefert uns die Muster für:







1. Pyramiden



2. Trompeten



3. Zikkurat (säulen- u, pyramidenförmige Bauwerke)



4. Objektive



5. Augen  



6. Mund



7. Ohr



8. Säulen



9. Trichter



10. Wendeltreppen oder -leitern.



11. Kelch bzw. Becher



12. Blumen (Lilien)



13. Sandwirbel (sand whirl)



14. und manches mehr.





Wie wir sehen, sprüht das Land Hawila nur so von trichterartigen Dingen. Gott hat in seiner Weisheit sowohl seine Erzählweise als auch die die Gegenstände seiner Erzählung in das Wort Hawila hineingelegt.




Betrachten wir zuerst die abstrakteste Ebene, die uns Menschen bekannt ist. Es ist die Welt der Zahlen. Wir deuten nichts eigenes hinein, sondern nehmen unser Material einzig aus der Bibel. Das Wort kommt in der hebräischen Bibel 7x vor. Die Zahl 7 steht für Vollkommenheit, Vervollständigung, Ganzheit und Vollzähligkeit. Ganz besonders findet diese Zahl in der Offenbarung seinen augenfälligsten Niederschlag.







1. Die sieben Posaunen -trichterförmig (funnel-like);



2. die sieben Schalen – rund;



3. sieben Augen – rund und Auge;





wir puzzeln aus anderen Schriftstellen weitere Details:




4. sieben Säulen (Spr. 9,1);



5. sieben Brote - damals in der Regel rund, Matth. 15,34;



6. sieben Körbe - rund, wie ein Gefäß;



7. sieben Gießröhren -ein Ast, der eine langgezogene trichterförmige Form hat);



8. das Siebengestirn – tichter- bzw. trapezförmig: ein Sternbild, dass außerdem noch folgende Namen trägt: Plejaden, Taube, sieben Schwestern, Gluckhenne; die Plejaden sind ein Sternhaufen im Sternbild Stier, das Symbol auf der Flagge Ephraims.




9. Sieben Sterne im Sternbild Orion - zwei trichter- bzw trapezförmige Sternanordnungen werden durch den Gürtel von drei Sternen zusammengehalten Amos 9,8 und Hiob 38,31;



10. Sieben Sterne im Teilsternbild großer Wagen (Ursa Major) - trichter- bzw. trapezartig mit Deichsel  Hiob 9,9).





Die Himmel erzählen uns das Werk seiner Hände. Sind die Erlösten nicht auch das Werk seiner Hände? Wenn dem so ist, dann wird uns am Firmament einiges erzählt. Der Himmel spiegelt, denn es heißt über das Himmelsgewölbe: fest, wie ein gegossener Spiegel. Hiob 37,18 Und was spiegelt er genau? Irdische Dinge, die auf himmlische verweisen.







Einleitung



Zurück zum Gesetz, zurück zur Torah? Die Frage trieb mich um,  nachdem ich ein Buch gelesen hatte, indem eine solche Forderung erhoben wurde. Ich fing an zu forschen.




Eigentlich wollte ich die Schriftstellen nur kurz beschreiben, in denen das Wort Torah vorkommt und damit aufzeigen, dass es im Alten Testament vor dem Gesetz des Sinai noch andere Gesetze gab. Doch während der Ausarbeitung wurde mir klar: Ich muss auch die Themen behandeln, die durch die Gesetze geregelt werden.




Für mich war es eine Überraschung festzustellen, dass Gott vor dem Sinai seinem Volk Gesetze überliefert hatte von denen ich keine Ahnung hatte. So ist der Herr, er versteckt die schönsten Dinge, damit wir Freude daran haben sie auszugraben, denn für Gott ist es eine Ehre, die Dinge zu verbergen (zu verstecken) und der Könige Ehre ist es, die Sache zu erforschen. Sprüche 25,2

Und weil auch ich ein König bin, siehe Off. 1,6, konnte ich gar nicht anders. Und so machte ich mich ans Werk, um die Angelegenheit nach bestem Wissen und Können zu untersuchen.




Voller Verwunderung habe ich oft dagesessen, mich des  Themas vorsichtig, Schritt für Schritt, angenähert und bin dabei immer wieder überrascht worden. So wird es vielleicht auch dir lieber Bruder, liebe Schwester ergehen. Wenn du schöne Bescherungen liebst, dann ist diese Lektüre für dich genau das Richtige. Die Frage, ob wir zurück zur Tora müssen, wird im Laufe des Buches beantwortet.










Die Torah des Messias




“Das Gesetz oder Torah des Messias” ist ein sprachlicher Ausdruck, den ich in diversen Vorträgen von verschiedenen Rednern hörte. Im Judentum wird er dazu verwendet, um  auszudrücken: Wenn der Messias kommt, wird er das Gesetz verändern. Was verändert werden soll und in welchem Umfang, wurde von den Rednern nicht wirklich erklärt.




Wenn wir den Reden Jesu aufmerksam zuhören und uns seine Dialoge mit den Schriftgelehrten genauer ansehen, erkennen wir, dass der Herr einerseits Bezug nimmt auf das Gesetz Mose und andererseits auf die Überlieferungen der Ältesten.




Spricht Jesus über das mosaische Gesetz, präzisiert er es in dem er sagt: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt wird ..., das ist das Gesetz Mose. Ich aber sage euch: ..., das ist das Gesetz des Messias. Unser Herr ist der Gesetzgeber. Er ist derjenige, der das “neue” Gesetz bringt und seine Satzungen vorlebt. Das Gesetz ist nicht wirklich neu, wie wir noch sehen werden.




In Matthäus 5,26 lesen wir, dass der Herr das Gesetz  erfüllen wird. Mit dem Wort erfüllen will der Herr u.a. sagen, dass er es in gewisser Weise vervollständigt, die Lücken im Verständnis ausfüllt. Und Lücken gab es zuhauf. Das Gesetzt vom Sinai ist ein belehrendes Gesetz, dessen richtige Belehrung und Interpretation durch den Messias selbst vorgetragen und präzisiert werden.

Nach diesem Muster korrigiert der Herr immer wieder die falschen  Auslegungen der mündlichen Überlieferungen der Ältesten, die bis heute im Talmud, das sind die Mischna und die Gemara, überlebt haben. Es handelt sich um schriftlich fixierte Überlieferungen der Gelehrten Juden, die zuvor, über viele Jahrhunderte hinweg, mündlich weitergegeben wurden. Die Schriftgelehrten haben besonders in den Zeiten nach Maleachi ein umfangreiches Lehrsystem konstruiert und so den eigentlichen Sinn des Gesetzes verdunkelt und teilweise verdreht und vor allem aber den Zugang zum Tanakh verbaut.




Ähnliche Entwicklungen fanden im Christentum statt. Die sogenannten Überlieferungen der römischen Kirche haben die Inhalte des Neuen Testament aufgeweicht und ebenfalls verdreht. Nach deren Verständnis genießt die menschliche Tradition sogar eine höhere Autorität als das Wort Gottes selbst. Das ist Majestätsbeleidigung, denn Jesus selbst ist das fleischgewordene Wort Gottes. Der Apostel Johannes schreibt: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses Wort oder auch dieser Gott, wurde Fleisch, d.h., der Sohn Gottes nahm die Gestalt eines Menschen an. Wenn wir nun den menschlichen Überlieferungen einen Vorrang zusprechen, dann leugnen wir die Autorität Gottes. Und genau das geschieht durch das Lehrsystem der römischen Kirche. Auf diese Weise stellt sich Rom, und ganz besonders der Papst, über Gott. Und so positioniert, macht er sich in der finalen Erhebung selbst zu Gott.




Ähnliche Dornhecken finden wir auch in den evangelikalen Gemeinden. Hier sei als prominentes Beispiel die Brüderbewegung

zu nennen. In ihren Kreisen wird die Bibel durch die entsprechende Brüderbrille gelesen und interpretiert. Das Wort wird viel zu wenig persönlich studiert und wenn doch, dann wird es durch die Kommentare der Alten wieder verengt, durch die Mishnah der Brüder „kontrolliert“. Dazu später mehr. Kehren wir zu den jüdischen Überlieferungen zurück und fragen uns:




 1. Wie stand der Messias zur Torah?

 2. Welche Art der Belehrung lag am Sinai vor?

 3. Wie  haben die Gelehrten ihre Belehrung vermasselt?




Die Fragen werden im Laufe des Kapitels beantwortet.







Jesu Ausführungen und Stellungnahmen

Dazu sehen wir uns seine Reden genauer an. Jesus sagt in Matthäus 5,17: Wähnet nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Wenn Jesus seine Erklärungen mit den Worten „wähnet nicht“ einleitet, will er den Hörenden sagen: Unterstellt mir bitte nicht, ich wolle mit meinen Reden irgendetwas ungültig machen oder verändern.

Sehen wir uns dazu noch zwei weitere Begriffe aus dem Vers an, mit denen Jesus seine Absichten klar macht:




“Nicht auflösen” bedeutet:

 1. nicht “fallen zulassen, nicht ungültig zumachen”;

 2. nicht zu zerstören, nicht zu vertilgen,  nicht zu dekonstruieren;

 3. nicht nicht einzuhalten,  für die Nacht nicht zu unterbrechen.




“Zu erfüllen” bedeutet:

 1. vollständig füllen;

 2. vollpacken;

 3. heraufschrauben auf ein höheres Niveau;

 4. vollständig liefern, sättigen, ausführen;    

     (eine Rede) vervollständigen, beglaubigen.




Der Herr lässt nichts vom Gesetz beiseite. Er erklärt es auch nicht für ungültig. Auch baut Jesus kein neues Lehrgebäude und sondert sich damit von anderen ab. Was Jesus tatsächlich beabsichtigte war, das Gesetz in seiner ganzen Breite und Tiefe und Höhe zu erfüllen, d.h., alle Vorschriften und Satzungen des Gesetzes einzuhalten und als Krönung: es auf ein höheres Niveau zu heben. Um nach diesem Gesetz zu leben, benötigt es eine menschlich schier unmögliche Anstrengung. Jesus hat für uns die Torah erfüllt und so dürfen wir ihm fröhlich in seinen Fußstapfen nachfolgen.




Die Gerechtigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten leitet sich zwar aus dem Gesetz ab, doch mittels ihrer Überlieferungen haben sie das Gesetz verändert und somit unwirksam gemacht. Ihr Verständnis von Gerechtigkeit muss unweigerlich zu kurz greifen und findet deshalb bei Gott keine Anerkennung. Der Gesetzgeber korrigiert auf sanfte Art ihre Interpretationen. Aus diesem Grund spricht Jesus wie folgt zu ihnen: Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich kommen. Vorzüglicher sollte die Gerechtigkeit der Zuhörer sein, vorzüglicher als die der Schrift­gelehrten und Pharisäer, d.h., in Menge und Qualität besser und überströmend. Und diese Gerechtigkeit ist der Ausweis am Eingang in das Reich der Himmel.

Jesus kritisiert in erster Linie nicht die Pharisäer und Schriftgelehrten, sondern deren Gerechtigkeit, die sie mittels ihrer Überlieferungen zu erreichen suchen. Wenn Jesus vom Vor­züglicheren spricht, dann spielt er auf die andere Gerechtigkeit an, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt. Schon der Prophet Habakuk greift das Thema auf. Er schreibt: Der Gerechte aber wird aus Glauben leben. Hab.2,4  Und durch Mose wird überliefert, wie ein Mensch gerecht wird. Er schreibt: und er (Abraham) glaubte dem Herrn; und er (Gott) rechnete es ihm zur Gerechtigkeit. Genesis 15,6




Abraham vertraute auf die Worte und Anweisungen Gottes, das ist der Glaube, der ihm als Gerechtigkeit zugerechnet wurde. Und mutig verließ der Patriarch seine Heimat und begab sich auf eine lange und beschwerliche Reise. Jetzt zur Frage: Welche Art der Belehrung lag am Sinai vor?







Das belehrende Gesetz des Sinai

Was ist eine Belehrung? Es ist ein anschaulicher Unterricht,  indem die Darstellung des Gegenstandes, der erklärt werden soll, mit bildhaften Mitteln gelehrt wird. Dazu bedient sich Gott eines genialen Werkzeugs, das jedes Kind sofort versteht.







Darstellung

Das Gesetz umfasst 10 Gebote, die ersten fünf auf der einen Tafel und die anderen fünf auf der anderen. Im Neuen Testament werden die Gebote einem der beiden Tafeln zugeordnet und unter zwei Geboten zusammengefasst. Die zehn Worte, wie die zehn Gebote auch genannt werden, hängen an zwei Geboten. Das die Gebote tatsächlich hängen, werden wir noch sehen.




Präzisierung mittels der Reduktion: Aus 10 mach 2

Jesus sagt in Matthäus 23,37-40: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstande. Dieses ist das große und erste Gebot. Das zweite aber, ihm gleiche, ist: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Zitat aus 3.Mose 19,18; der Nächste ist hebräisch der Rea ריע oder רע). An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Nun sehen wir uns die Art der Belehrung durch den Messias an. In den Lektionen nimmt der Lehrer Israels oft eine Zweiteilung vor. Auf diese Weise getrennt, werden die Gesetze einem der beiden Tafeln zugeordnet.




Beispiel:

Der Messias sagt: Die Gebote weißt du: „Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis reden; du sollst nichts vorenthalten; ehre deinen Vater und deine Mutter.“ Markus 10,19 Im ersten Teil nennt der Herr die Gebote der linken Tafel zuerst. Du sollst nicht:  


  1. falsches Zeugnis reden;

  2. ehebrechen;

  3. töten;

  4. stehlen;

  5. vorenthalten.




Die zweite Tafel nennt Jesus vor der ersten. Warum? Sie beschreibt die sichtbare Seite der 10 Gebote, die horizontale Ebene. Das ist der Lebensbereich, in dem unser Tun von allen Menschen gesehen werden kann. Nun zur ersten Tafel:




  6. Ehre deinen Vater und deine Mutter.




Im zweiten Teil des Verses wird zwar ebenfalls die sichtbare Ebene angesprochen, aber gleichzeitig eine wichtige Unterscheidung vorgenommen, die erst im Paralleltext deutlich wird. Im Evangelium nach Matthäus lautet der zweite Teil des Verses etwas anders: Ehre den Vater und die Mutter, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Die Verehrung der Eltern auf der einen Seite und die Liebe zum Nächsten auf der anderen. Damit werden die Eltern dem Nächsten gegenübergestellt und gleichzeitig ausgedrückt: die Eltern sind nicht identisch mit dem Nächsten.

Beachte: Die Nächstenliebe wird mit der Liebe zu sich selbst verknüpft.







Gottes Anschauungsunterricht

Weiteres wird durch die Gegenüberstellung angezeigt: die Eltern zu ehren und den Nächsten zu lieben wiegen gleich schwer. Sie bilden Gegengewichte. Um dies anschaulich zu machen, bedient sich Gott der Balkenwaage. Sie ist sein perfekt geeichtes Instrument. Würden wir die Forderungen in die Schalen einer Balkenwaage legen, dann sollte sich die Waage im Gleichgewicht befinden.

Nun, die Eltern und der Nächste sind Rechtssubjekte, so im juristischen Jargon. Sie bilden den sichtbaren Teil des an und für sich abstrakten Rechts ab. Wenn alles in Ordnung ist, muss sich die Waage im Gleichgewicht befinden, denn die beiden Gesetze werden erfüllt. Wenn die Aufforderung zur Nächstenliebe, das zweite Gebot aus Matthäus 23, an der linken Seite der Balkenwaage aufgehängt ist, dann muss das erste Gebot, die Eltern zu Ehren, auf der rechten Seite aufgehängt sein. Und weil das Gebot, die  Eltern zu ehren, auf der rechten Seite aufgehängt ist, muss unweigerlich eine Verknüpfung vorgenommen werden. Die logische Schlussfolge­rung kann nur sein: Die Verehrung (reverence) der Eltern hat etwas mit der Verehrung Gottes zu tun. Und genau diese Verknüpfung wird im fünften Gebot vorgenommen. Sehen wir uns den zweiten Teil des fünften Gebotes genauer an: auf daß deine Tage verlängert werden in dem Lande, das Jahwe, dein Gott, dir gibt.

Der Text lässt sich auch anders übersetzen: … auf dass deine Tage verlängert werden auf der Erde, die Jahwe, dein Gott dir gibt. Warum Erde? Weil das hebräische Wort Eretz sowohl mit Land als auch mit Erde übersetzt werden kann. Und beide Varianten stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Was will der Text uns mitteilen? Wenn von einem Menschen die Forderung, die Eltern zu lieben, erfüllt wird, dann wird dieser seine Tage verlängern. Die Eltern ehren heißt also, das Gewicht, dass die Forderung auf die Waage bringt, hält sie im Gleichgewicht.

Seltsam, warum wird das Gewicht der linken Schale nicht er­wähnt? Durch die Erziehung seiner Eltern lernt ein Kind den Gehorsam und wie es sich den Eltern gegenüber zu verhalten hat. Es lernt durch seine Eltern aber auch, wie es sich gegenüber dem Anderen benehmen soll. Und so sind Vater und Mutter für den Heranwachsenden gleichsam Gesetzgeber und Gesetz, Richter und Vollzugsbeamte. Ein gehorsamer Sohn ist dann auch ein anständiger Nachbar. Ist dem so, dann befindet sich die Waage im Gleichgewicht. Dazu ein einfaches Bespiel:

Die Nachbarin fragt den Jungen, ob er ein Bonbon haben möchte und streckt es ihm entgegen. Er antwortet ja,  dreht sich aber hilfesuchend zur Mutter, die ihm freundlich zunickt. Dann dreht sich das Kind wieder zur Nachbarin und nimmt das Bonbon ganz vorsichtig aus ihrer Hand. Während er es strahlend auswickelt, hört er die Stimme seiner Mutter: Und wie sagt man? Der Junge antwortet: Danke! Dreht sich um, eilt seiner Mutter zu und fällt ihr dann in die Arme.

Wir sind gleichsam das Kind. Von den Eltern belehrt, erproben wir das Gelernte an unserem Nächsten. Nachbarin und Mutter freuen sich über unser feines Verhalten und am Ende freuen auch wir uns.  Mit anderen Worten ausgerückt: Die Waage des Rechts befindet sich im Gleichgewicht. Der Junge fühlt es, spürt, dass alles in Ordnung ist und er alles richtig gemacht hat.







Reicht das Befolgen des fünften Gebots aus?

Nein! Was hier zusätzlich und ebenfalls versteckt erzählt wird ist, die Gewichte des ersten, zweiten, dritten und vierten Gebots liegen immer in der rechten Waagschale, nur sehen wir sie nicht oder besser ausgedrückt: Die reine und fehlerfreie Verehrung Gottes kann nur von Gott gesehen und beurteilt werden.

Unsere Schlussfolgerung lautet: Weil kein Mensch die Forderungen Gottes umfassend und sündlos erfüllt hat, konnten weder ein Abraham, noch ein Mose, noch der König David die eigenen Lebenstage auf dieser Erde verlängern, um hier ewig zu leben, geschweige denn wir.







Die Waage

Jesus sagt: an diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Was möchte der Herr uns sagen, wenn er erklärt, dass an diesen zwei Gebote alles hängt? Stellen wir uns eine Balkenwaage vor. Da haben wir zum einen den senkrechten Balken und zum andern einen waagrechten. Dann sind da noch die zwei Waagschalen, die an den Enden des waagrechten Balkens befestigt sind. Was sehen wir von der Waage? Die Balken und die Waagschalen. Und auf die Waagschalen kommt es jetzt an. Die Waagschalen repräsentieren die zwei Gebote, zum einen Gott lieben und zum andern den Nächsten lieben. In diesen zwei Geboten, als Waagschalen dargestellt, liegt das ganze Gesetz Gottes  und  auch die Propheten. Weil wir aber Gott nicht sehen und schon gar nicht die gesetzeskonforme Verehrung, bilden die Eltern den sichtbaren Teil und damit die rechte Waagschale. Der Nächste bildet die linke Waagschale ab und die Eltern die rechte.







Liebe deinen Nächsten – רע (Reah')

Es folgt nun eine hochbrisante Erklärung, wer unser Nächster ist. Wir haben zuvor gezeigt, wie sich das Wort Nächster auf hebräisch schreibt und zwar so: רע oder ריע. Das Wort kommt in der Bibel in 114 Versen vor. Das erste Mal in Genesis 11,3: Und sie sprachen einer zum anderen (einer zum Nächsten): Wohlan, lasst uns Ziegel streichen  und hart brennen! Und der Ziegel diente ihnen als Stein, und das Erdharz diente ihnen als Mörtel. Die Menschen in Babylon sind unsere Nächsten. Und was tun sie? Lesen wir Vers 4: Und sie sprachen: Wohlan, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm, dessen Spitze an den Himmel reiche, und machen wir uns einen Na­men, dass wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde.  Die Nächsten wollen sich eine Bühne bauen, ein pyramidales Bett aus Blumen, dessen Spitze bis an den Himmel reichen soll. Das Ganze mit dem einen Ziel, sich einen Namen zu machen.  







Wer ist der Reah?

Wir führen nun eine Analyse mittels der hebräischen Sprache durch. Reah, hebräisch רע, mit der Strong-Nr. H7462,

bedeutet:



1. Krach, Getöse (eines Donners);


2. ein Geräusch (des Krieges);


3. ein lauter Zuruf der Freude.




Vor unserer Erklärung sehen wir uns noch die Wortwurzel an. Reah leitet sich ab von רוע (Ruah' H7321)und bedeutet:






1. beschädigen, verunstalten, verderben, trüben; insbesondere durch zerbrechen;


2. (bildlich) spalten, zersplittern, aufspalten der Ohren (mit einem Geräusch, einem Laut, Klang);


3. rufen oder schreien) bei Alarm oder Freude.




Nun die Erklärung: Der Reah ist unser Nächster, derjenige, der neben uns einen Krach macht und ein lautes Getöse veranstaltet. Ob feindlich, wie im Krieg zwischen Nachbarn oder vor lauter Freude, wie bei einem Sieg?

Mit der Wortwurzel erklären wir den verdeckten Grund: Es wurde etwas beschädigt bzw. zerbrochen. Aus diesem Grund trennten sie sich, der eine vom anderen. Sie spalteten sich auf.

Im Muster, dem Turmbau zu Babel, können wir so manche geschichtlichen Ereignisse der Vergangenheit und auch der Zukunft ableiten und deuten, wie z.B.:







Ein Anlass und seine Konsequenzen

Was war das nur für eine Getöse? War es Kriegsgeschrei? Gesichert ist, dass die Meinungen hart aufeinander prallten. Und so zerbrach ihre Einigkeit und dann auch ihre Einheit. Und so geschah es, dass sich die Nachbarn voneinander trennten. Nun bliesen die einen Alarm und die anderen skandierten im Chor: „Flüchtlinge, Flüchtlinge seid ihr“. Und das sind unsere Nächsten, das sind jene, die uns erschlagen haben und erschlagen werden. Solche sollen wir lieben.

Der Nächste, Reah, ist noch nicht vollständig beschrieben. Das hebräische Wort haben wir bereits kennengelernt. Jetzt sehen wir ein anderes Wort an, obwohl es nicht wirklich anders ist: das Wort böse.




Der/die Nächste schreibt sich auf hebräisch so:    רע

Der oder das Böse schreibt sich auf hebräisch so: רע   




Erkennen wir den Unterschied? Nein, es gibt keinen. Auch der Böse ist unser Nächster. Wir sollen ihn lieben, wie uns selbst. Ganz gleich, wie böse der Böse ist, wir sollen ihn lieben. Hier eine Warnung an jene, die das Böse mit Kanonen und Raketen bekämpfen wollen. Wer mit dem Schwert tötet, der muss getötet werden. Offb. 13,10. Gott wird zu seiner Zeit und nicht vorher, das Böse von der Erde ausrotten und den Bösen mit dem Hauch seines Mundes töten.







Wo bleibt die Brisanz?

Mit dem Wort Reah wird nicht nur unserer Nachbar beschrieben, sondern auch der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens. Das ist der Antichrist, in Matthäus 24, 48 als der böse Knecht beschrieben. Wie sollen wir uns ihm gegenüber verhalten? Jesus liefert uns die einzig mögliche Antwort: Ich aber sage euch: Widerstehet nicht dem Bösen, sondern wer irgend dich auf deinen Backen schlagen wird, dem biete auch den anderen dar. Auch in dieser Sache blieb es bei Jesus nicht nur bei den Worten. In Matthäus 26,67 wird erzählt: Dann spieen sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; etliche aber gaben ihm Backenstreiche. Hatte Jesus sie gewehrt, hatte er Gegenmaßnahmen ergriffen? Nein! Geduldig ertrug er die Demütigungen.

Die Bezeichnung, Sohn des Verderbens, kommt im Neuen Testament zweimal vor:




1. Johannes 17,12

Keiner von ihnen (den Jüngern) ist verloren, als nur der Sohn des Verderbens (das ist Judas).

2. 2.Thessalonicher 2,3

Lasst euch von niemand auf irgend eine Weise verführen, denn dieser Tag (der Tag des Herrn) kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall komme und geoffenbart worden sei der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens.




Die Zweiteilung in der Torah und den Propheten

Es gibt in allen Schriften des Tanakh (AT) einen rechten Teil und einen linken Teil. Der rechte Teil bezieht sich auf Gott und der linke Teil auf den Nächsten. Wer hätte das gedacht? Selbst in den Propheten wird eine Zweiteilung vorgenommen.

Wenn wir uns den Standort der Bundeslade, in der die beiden Tafeln lagen, vor Augen führen, dann weiß der Belesene, dass die Lade im Allerheiligsten stand. Beim Zelt so auch beim ersten Tempel, befand sich der Eingang zum Heiligtum im Osten. Der Priester betrat von Osten her den Tempel und ging in westlicher Richtung auf das Allerheiligste zu. Und einmal im Jahr durfte der Hohe-Priester das Allerheiligste betreten. Er stand dann vor der Bundeslade und sah zwei Cherubim auf dem Deckel der Lade. Er konnte sie aber nur von der Seite sehen und so sah er von den Engeln jeweils nur eine Gesichtshälfte. Der rechte Cherub stand auf der Nordseite und hatte das Angesicht eines Adlers und der linke Cherub stand auf der Südseite und hatte das Angesicht eines Menschen. Der Adler spricht vom Himmlischen und das Angesicht eines Menschen spricht vom Irdischen.  Das dem so ist, wird durch die Anordnung der beiden Gesetzestafeln deutlich. Der Hohepriester konnte nicht in die Lade schauen. Wäre ihm dies möglich ge­wesen, dann hätte er gesehen, dass die Tafel mit den Geboten 1- 5 auf der rechten Seite und die Tafel mit den Geboten 6- 10 auf der linken Seite liegt. Diese Anordnung ist bedingt durch die hebräische Sprache. Man liest von rechts nach links. Daraus ergibt sich, dass der rechtsstehende Cherub, der mit dem Angesicht eines Adlers, auf die rechte Tafel schaute und der linksstehende Cherub, der mit der Angesicht eines Menschen, auf die linke Tafel.

Die Erfüllung der Gebote durch den Messias werden uns erzählt im Evangelium nach Johannes – rechte Tafel und im Evangelium nach Lukas – linke Tafel.




Dazu ein herausragendes Beispiel. In Lukas 2,51 heißt es: Und er -Jesus- ging mit ihnen -seinen Eltern- hinab und kam nach Nazareth, und er war ihnen untertan. Jesus hat das fünfte Gebot erfüllt, indem er sich seinen Eltern unterordnete und ihnen gehorchte. Es ist die erste Erwähnung, dass der Herr ein Gebot einhielt und dann war es auch noch das Fünfte: Ehre deinen Vater und deine Mutter ... Die Episode wird nur von  Lukas erzählt. Es ist nur ein kleines Detail, aber von großer Bedeutung, wie wir es bereits weiter oben dargelegt haben. Das fünfte Gebot besitzt eine Schlüsselstellung in der Torah des Messias.







Ein Babylonier namens Reah

Babel bedeutet Verwirrung. Gott hatte die Babylonier ver­wirrt, nachdem die Redenden das Volk verwirrt hatten. Die einen behaupteten dieses, die anderen jenes. Gott wird die Zerstreuen wieder in eins versammeln. Nicht die Kirchen sollen eine Ökumene werden, so nach katholischer Lesart, sondern die Gläubigen werden aus der Zerstreuung zu dem einen, unserem Herr Jesus Christus, versammelt werden.  

Die Ökumene unserer Nächsten -Reah- ist das Werk jenes Weibes, die zuvor Sauerteig in das Mehl einbrachte und auf diese Weise alles denkbar Böses in die Kirche schmuggelte. Von diesem System spricht der Herr vom Himmel und warnt die Aufrichtigen: Gehet aus ihr hinaus, mein Volk, auf dass ihr nicht ihrer Sünden mitteilhaftig werden, und auf dass ihr nicht empfanget von ihren Plagen. Offb.18

Und so leben und arbeiten wir, um auch den Nächsten für Gott zu gewinnen, den Reah zu retten, wie wenn wir ihn aus dem Feuer reißen würden.










Welche Art der Belehrung lag am Sinai vor?

Das belehrende Gesetz zeichnet uns ein umfassendes Beziehungsgeflecht vor Augen. Tritt eine Störung zum Nächsten auf, berührt sie auch die Beziehung zu den Eltern, weil durch ein schäbiges Betragen auch unsere Eltern verunehrt werden. Und wenn die Eltern verunehrt werden, be­rührt das auch unsere Beziehung zu Gott. Dieser Grundsatz gilt für alle Generationen. Auch wenn die Eltern schon längst gestorben sind ehren wir sie, wenn wir der Torah, dem Gesetz Gottes, gehorchen. Gehorchen wir nicht, werden Vater und Mutter verunehrt und dadurch auch der HERR.

Gott wollte durch die zehn Gebote dem Volk verdeutlichen, dass sie aus eigener Anstrengung heraus niemals in der Lage sein werden das Gesetz zu erfüllen, die Waage im Gleichgewicht zu halten.. Ganz im Gegenteil, die Waage wird sich immer in Schieflage befinden. Das Volk hatte zwar vollmundig erklärt: Alles was der Herr sagt wollen wir tun, aber bereits in der Vergangenheit hatten sie nicht im Gesetz des Herrn leben wollen. Hören wir, mit welcher Frage der HERR seinen Knecht Mose konfrontierte: Und der Herr sprach zu Mose: Bis wann weigert ihr euch, meine Gebote und meine Gesetze zu beobachten? Exodus 16,29




Diese Frage stellte Gott bereits vier Kapitel vor der Gesetzgebung am Sinai. Und nun von uns die Frage an den Leser: „Welche Gebote und Gesetze hatte das Volk vor der Gesetzgebung am Sinai erhalten?“ Von welcher Torah spricht Gott in Exodus 16?  




Bis heute versuchen Menschen aus eigener Kraft sündlos zu leben, indem sie sich ein eigenes System bauen, aber mit Hände und Füße weigern sie sich die Wegweisungen des Herrn zu beobachten. Lebt einer von den großen Gelehrten  noch? Nein, sie sind allesamt gestorben. Ein solcher Eigenwille führt uns zur dritten Frage.







Wie haben die Gelehrten ihre Belehrung vermasselt?

Bald 1000 Jahre sind nach der Gesetzgebung am Sinai vergangen und das Volk muss erkennen: die Forderungen des Gesetzes können wir nicht einhalten.

Die Juden hatten sehr wohl verstanden, dass Gott sie wegen ihrer Treulosigkeit in die babylonische Gefangenschaft führte. Auch aus diesem Grund versuchten die Priester und Schriftgelehrten nach ihrer Rückkehr aus Babylon Schutz-zäune aufzurichten, um ja nicht die Gesetze zu übertreten.

Doch ihre Hecken wuchsen gewaltig und bewirkten genau das Gegenteil. Sie mutierten zu einem dornigen und somit undurchdringlichen Gestrüpp. Ihre eigenen Interpretationen waren und sind nicht zielführend, denn auf diese Weise verbauten sie sich den Zugang zum reinen Tanakh (dem Alten Testament).

Schleichend, aber stetig, erwuchs ihnen eine undurchdringliche Umzäunung. Das Herz der Torah Gottes wurde unpassierbar. Hier setzt Jesus an. Der Messias suchte das Gestrüpp auszureißen, um ihnen den freien und unmittelbaren Zugang zu den Schriften wieder zu ermöglichen. Aber nein, bis heute bauen die jüdischen Gelehrten an dieser Umzäunung weiter, anstatt sie niederzureißen, und zudem behindern die Dornhecken viele am alleinigen Lesen und Studieren der Torah.







Was sich in den letzten Tagen eröffnet

In den fünf Büchern Moses, der Torah, wird das Gesetz des Messias bereits angedeutet. Es unterscheidet sich durchaus vom Gesetz Mose. Zwar werden beide Gesetze mit dem Begriff Torah bezeichnet, aber das eine ist das Gesetz Gottes und das andere das Gesetz Mose. Streng genommen ist auch das Gesetz Mose Gottes Gesetz, denn der HERR hat es mit eigener Hand, mit dem Finger Gottes, auf die beiden Steintafeln eingraviert. Warum wird es dennoch „ Gesetz Mose“ genannt? Nun, Gott hatte Mose zum Mittler berufen und eingesetzt. Als Diener Gottes folgt er dem Ruf des Herrn und besteigt den Berg; dort übergibt ihm Gott die Gesetzestafeln. Auf weiteren Befehl steigt er wieder vom Sinai hinab und überbringt dem Volk die zwei Tafeln mit den zehn Worten und erklärt es ihnen. Nach diesem Muster verläuft seine gesamte Dienstzeit:






1. Gott ruft ihn,


2. spricht zu ihm,


3. anschließend gibt Mose die Worte und deren Bedeutung an das Volk weiter.




Mose ist der Bote des Gesetzes oder anders ausgedrückt, er ist sein Überbringer und Interpreter. Aber und daran kann kein Zweifel bestehen, Gott ist der Gesetzgeber.

Wenn Jesus Christus mit dem Neuen Testament das Gesetz „ändert“, dann „verändert“ er es nicht, sondern legt es richtig aus, indem er es u.a. auf ein höheres Niveau bringt.

Aber die studierten Herren weigern sich, wollen seine Lehre nicht annehmen und führen stattdessen Wortgefechte mit ihm aus. Und weil sie dem wortgewaltigen Messias nichts entgegenzusetzen haben, denn sie sind ihm weit unterlegen, greifen sie zum letzten und schäbigstem Mittel zu dem Ignoranten zu allen Zeiten greifen: Kompetenz, Vollmacht und Autorität stellen sie in Frage.




In welchem Recht tust du das?

So fragten damals die Obersten der Juden. Jesus gab ihnen darauf keine Antwort, weil die Fragesteller die Gegenfrage Jesu nicht beantworten wollten; sie hatten sich selbst in eine Sackgasse manövriert. Eine ehrliche Antwort wollten sie auch deshalb nicht geben, weil sie sonst seine Autorität hätten anerkennen und in die zweite Reihe zurücktreten müssen. Dazu waren die Hohenpriester und Ältesten aber nicht bereit. Und so blieb zu diesem Zeitpunkt jenen die Frage nach der Legitimation des Messias unbeantwortet.







Der Gesetzgeber schweigt.







Die Torah redet: Höre Israel ()!



1. Meine Torah -Gottes Gesetz(e)



Genesis 26, 5:

Darum,
dass Abraham meiner Stimme gehorcht
und beobachtet hat meine Vorschriften,
meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze.


Das Wort Gesetz תורה (To-rah´ H8451) findet sich hier das erste Mal in der Heiligen Schrift, dass es sich hier nicht um das Gesetz des Sinai handelt liegt auf der Hand, denn jenes wurde ca. 430 Jahre später durch Mose gebracht. Der oben zitierte Vers ist Teil der Rede Gottes an Isaak. Gott erzählt  dem Sohn Abrahams von seinem Gesetz, von seiner Tora.

Wie reagiert Isaak auf das Gesetz Gottes? Aus seinem Handeln können wir schlussfolgern: Isaak hat das Gesetz Gottes verstanden. Der nachfolgende Vers macht es klar: “So blieb Isaak in Gerar”. Ein so simpler Satz, aber der hat es in sich. Wir können den Vers auch wie folgt übersetzen: “Und so ruhte Isaak in dem Land des Abwälzens”. Gerar bedeutet rollendes Land. Erst durch die Wortwurzel verstehen wir, wie Isaak auf die Botschaft reagierte. גרר (Ga-rar) bedeutet:

  1. wegschleppen; Was wurde weggeschleppt?

  2. wiederkäuen; Isaak hat sich mit der Rede Gottes weiterhin beschäftigt;

  3. gesehen bzw. erkannt.


Die Deutung von Gerar lautet dann in etwa so: Da gibt es ein Land, in dem die Sünde fortgetragen wird. Über diese Tatsache wird immer wieder nachgedacht und dadurch wird Gottes Handeln mehr und mehr erkannt und verstanden.


Isaak ruhte in Gerar. Das ist ein zärtlicher Hinweis auf das Evangelium von Golgatha. Im Opfer des Herrn können wir ruhen, weil er, der Sündenbock, die Schuld fortgetragen hat und Frieden gemacht hat. Wir dürfen immer wieder sein Werk anschauen und erkennen so mehr und mehr aus den Tiefen der Schriften seine Liebe. Gottes freundliches Handeln wird beim Studieren geoffenbart. Das ist die Torah, von der Gott in Ex­odus 16 spricht. Nach diesen Gesetzen wollte das Volk nicht leben.



Die Nutzlosigkeit des mosaischen Gesetzes?
Dazu lesen wir in Josua 24,19: Und Josua sprach zu dem Volke: Ihr könnt Jahwe nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, er ist ein eifernder Gott; er wird eure Übertretung und eure Sünden nicht vergeben.


Das ist ein vernichtendes Wort und kommt einem Todesurteil gleich. Das Volk kann Gott nicht dienen. Sie können tun was sie wollen, alles ist umsonst, alles völlig nutz- und belanglos. Josua liefert ihnen eine unmissverständliche Begründung: Gott ist heilig. Heilig sein bedeutet abgesondert vom Bösen. Im Umkehrschluss heißt das: Die Menschen sind nicht heilig, sind Böse von Jugend an. Und dennoch: Josua beschreibt den herzerweichenden Wunsch des Volkes Gottes: Israel will dem Herrn dienen, koste es was es wolle. Und so sucht und findet Josua die Lösung des Problems:


Und so machte Josua einen Bund mit dem Volke an selbigem Tage und stellte ihm Satzung und Recht bei Sichem. Und Josua schrieb diese Worte in das Buch des Gesetzes Gottes; und er nahm einen großen Stein und richtete ihn daselbst auf unter der Terebinthe, die bei dem Heiligtum des HERRN steht.


Josua richtet bei Sichem einen neuen Bund auf. In diesem anderen Bund wird das Volk befähigt, durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, im neuen Gesetz zu leben.

Das aufgerichtete Gesetz deutet auf den neuen Bund. Warum? Der hier proklamierte Bund ist anders als der Bund vom Sinai. Das Besondere des Neuen wird im Vergleich deutlich: Jo­sua stellt Satzungen und das Recht zu Sichem auf. Alle können das Gesetz Josuas sehen und erkennen, wenn sie nur wollen. Doch vom Bund des Sinai lesen wir Gegenteiliges:


   1. lege in die Lade das Zeugnis,

   2. und den Deckel oben über,

   3. und die zwei Cherubim drauf,

   4. und bringe sie hinter den Vorhang,

   5. in das Allerheiligste.


Die Beschreibung aus Exodus 25 und 26 bilden zu Josua 24 einen Gegensatz. Das Gesetz des Sinai wird nicht aufgerichtet und ist somit nicht für alle sichtbar. Das Gesetz Mose wird gleichsam:

   - hinter den Vorhang,

- vor den Augen der Menschen hinweg,

   - versteckt.



Der neue Bund, den Josua aufrichtet, kann von allen gesehen und verstanden werden. Sowohl der Fels als auch die Terebinthe, deuten  auf Golgatha, können von jedem Vorübergehenden gesehen werden. Der Fels deutet auf die Schädelstätte hin, dem Hügel Golgatha, gleichzeitig redet der Fels von Christus. Die Terebinthe deutet auf das Holz hin, an dem der Messias aufgehängt wurde, dem Kreuz von Golgatha, gleichzeitig deutet die Terebinthe  auf den Wurzelstamm aus dem der Messias hervorgehen sollte, der Wurzel Davids. Jesus ist der Sproß aus dem abgehauenen Baumstamm.


Auch der Ort der Ereignisse vor 2000 Jahren wird geheimnisvoll erwähnt: Beide, der Fels und die Terebinthe, standen bei dem Heiligtum und deuten auf den zweiten Tempel. Golgatha liegt unweit vom Tempelbezirk. Damit erhalten wir einen versteckten Hinweis, dass Gott der Vater während der Kreuzigung anwesend war. Das Heiligtum bezeichnet Jesus als  „das Haus meines Vaters“.


Josua richtete den Bund nicht nur auf, sondern schrieb alle Worte dieses Bundes in das Buch des Gesetztes Gottes.


Jetzt zwei wichtige Fragen, die erste: Wo stehen die Worte, die Josua aufschrieb? In Josua 24 wird uns bereits die Antwort gegeben: Im Buch des Gesetzes Gottes! Zweite Frage:

Wo finden wir das Buch des Gesetzes Gottes? Die zweite Frage ist schon etwas schwieriger zu beantworten, nicht wahr?

Das Gesetz Mose, jetzt nicht die zehn Worte auf den beiden Tafeln, sondern das ganze Buch des Gesetzes, wurde neben der Lade, im Allerheiligsten, aufbewahrt. Deuteronomium 31,5: Nehmt dieses Buch des Gesetzes und legt es zur Seite der Lade des Bundes Jahwes, eures Gottes, dass daselbst zum Zeugen gegen dich sei.




Auch dieses Buch verschwand, gleich wie die beiden Tafeln des Gesetzes, hinter dem Vorhang und damit unsichtbar für alle. Nur einmal im Jahr, zum Fest des großen Versöhnungstages, konnte der Hohepriester das Buch sehen. Das war der einzige Tag im jüdischen Festkalender, an dem Aaron und seine Nachfolger den Raum des Allerheiligsten betreten durften. Und nur an diesem Tag konnte der Hohepriester einen Blick auf das Buch des Gesetzes erhaschen.




In Gottes Anweisung, das Buch neben der Lade zu legen, lag bereits der Fluch des Gesetzes. Der HERR sagte: dass das Buch daselbst zum Zeugen gegen dich sei. Warum der Fluch Gottes? Lesen wir Gottes Begründung im fünften Buch Mose, Kapitel 27,26: Verflucht sei, wer nicht aufrecht hält die Worte dieses Gesetzes, sie zu tun! Und das ganze Volk sagte: Amen!




Hat je ein Mensch das Gesetz Gottes vollständig gehalten? Wenn wir ehrlich sind, müssen wir die Frage mit einem klaren NEIN beantworten, denn wenn einer von den Ältesten oder Propheten das Gesetz gehalten hätte, dann würde er heute noch leben, weil der Vers aus dem Buch Leviticus für ihn Wirklichkeit geworden wäre: der Mensch, wenn er sie tut, leben wird. Ich bin Jahwe -der Ewig-Seiende.

Gott verheißt dem vollkommenen Menschen ewiges Leben. Weil aber keiner von uns vollkommen ist, musste der Vollkommene kommen, um solche zu erlösen die wissen, dass sie den Fluch verdient haben, denn sie sind unvollkommen. Wer aber seine Sünden bekennt, dem wird Vergebung geschenkt und durch Jesus vollkommen gemacht.




Nun, das Gesetz Mose verschwand hinter dem Vorhang und zeugt gegen uns. Im Gegensatz dazu befindet sich das Buch des Gesetzes Gottes in Christus bzw. auf den Herzen derer, die durch Christus gerecht und vollkommen gemacht wurden. Um noch präziser zu sein: Der Herr selbst ist dieses Gesetz. Er schreibt es auf die beiden Tafeln des Herzens eines jeden Gerechten. Jesus hat durch sein Leben dem neuen Gesetz Gestalt verliehen; es kann unter anderem im neuen Testament nachgelesen werden. Und durch den Propheten Jeremia lässt er uns wissen:

Sondern dies ist der Bund, den ich mit dem Hause Israels ma­chen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben; und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein. Jeremia 31,33

Das ist der neue Bund, denn in Vers 31 heißt es: Siehe, Tage kommen, spricht Jahwe, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen werde.  




Das Gesetz Gottes, das ist das Gesetz den neuen Bundes, ist auf unsere Herzen geschrieben. Und so wird Christus, er ist ja das Wort Gottes, in uns mehr und mehr Gestalt gewinnen. Unser Leben ist gleichsam ein Abbild seiner Selbst und seines Gesetzes, des Gesetzes Gottes. Das ist die Tora des Messias und so schließt sich der Kreis zum Vater aller Glaubenden, denn auch Abraham trug die Tora des Messias  auf seinem Herzen und lebte darin. Er konnte aus und von diesem Gesetz nur leben, weil der HERR selbst es auf die Tafeln seines Herzens geschrieben hatte. Gott durfte nur deshalb auf die Herzenstafeln schreiben, weil Abraham die einzige, aber notwendige, Bedingung erfüllte: Er glaubte Gott mit seinem ganzen Herzen und seinem ganzen Verstand und mit seiner ganzen Seele. Durch diesen Glauben wurde er wiedergeboren. Die Wiedergeburt von oben, d.h., die aus dem Himmel, geschieht aus Wasser und Geist.




Die Wiedergeburt hätte eigentlich in Israel schon immer bekannt sein können. Aber während der Zeit Josuas als auch zur Zeit Jesu war dieses Wissen verschüttet worden, sodass selbst Nikodemus nichts von dieser Geburt zu wissen schien. Nikodemus, der Lehrer Israels, musste von der Geburt von oben durch den Rabbi Jesus unterrichtet werden.

Das Unterrichtsmaterial entnahm Jeshua HaMashiach, der Lehrer Israels, aus dem Gesetz Gottes.




In Josua 24,26 steht für den Ausdruck, “das Gesetz Gottes”, im hebräischem תורת אלהים (Torat Elohim). In Genesis 25,5 lesen wir (ergänzend) “und meine Gesetze” ותורתי (we-to-ro-´Tai). Es ist das einzige Mal, dass das Wort Torah im ersten Buch Mose zu finden ist und dann auch noch vom  HERRN “meine Gesetze” genannt werden.  




Warum ist es wichtig zu wissen, dass das Wort Torah bereits im ersten Buch erwähnt wird und auch noch meine Gesetze genannt wird. Nun, das erste Buch Mose wird auf griechisch Genesis genannt. Genesis bedeutet Anfänge. Gott hat bereits im Anfang „seine Gesetze“ geoffenbart. Auch die hebräische Bezeichnung für das Buch Genesis bedeutet „Im Anfang“ - Bereschit -. Ein Mensch konnte bereits im Anfang durch glauben gerecht werden. Nicht nur dem Stammvater Israels ging ein Licht auf, auch den Frauen und Männern, die vor der Flut lebten und dem Gesetz Gottes glaubten, wurden durch glauben von Gott gerecht gesprochen.




Beispiele:

◾Noah war ein gerechter, vollkommener Mann
◾unter seinen Zeitgenossen; Noah wandelte mit Gott.
◾Und Henoch wandelte mit Gott.
◾Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und Jahwe blickte auf Abel und auf seine Opfergabe.







Der Gerechte aber wird aus Glauben leben

Der oben zitierte Vers steht in einem der letzten Bücher des Alten Testaments und zwar in Habakuk 2,4. Die Tatsache, dass ein Mensch aus Glauben gerecht wird, finden wir daher sowohl am Anfang als auch am Ende des Alten Testaments. Das ist ein hoch bedeutsamer Umstand, der uns  bestätigt, dass das Gesetz Gottes, das ist die Torat Elohim, spätestens in der Epoche Abrahams für sein Volk hätte bekannt sein müs­sen.




Dieser Sachverhalt dient uns als gewichtiges Argument gegen Irrlehrer, denn wenn wir wissen, dass der Begriff Tora im Buch der Genesis mit dem Glauben Abrahams verknüpft wird, dann wissen wir auch, dass das Wort Tora sich nicht allein auf das Gesetz Mose beschränkt. Die Forderung, wir müssten zur Torah, also dem Gesetz Mose, zurückkehren, können wir mit Genesis 25,5 eine klare Abfuhr erteilen. Und nicht nur mit dieser Schriftstelle, auch die anderen Gesetze, die Gott uns vor dem Gesetz des Sinai gab, können dazu außerordentlich hilfreich sein. Sie liefern beste Munition zur Zerstörung menschlicher Vernunftschlüsse.







Zurück zur Torah?

Würden jene, die „zurück zur Tora“ fordern, sich auf die Gesetze aus Genesis 25, 6 und Josua 24 berufen, dann könnte man sich freuen, denn dann würden sie auf das ewige Gesetz Gottes verweisen. Kommen sie uns aber mit dem mosaischen Gesetz des Sinai, mit all seinen detaillierten Vorschriften, dann stellen wir uns ihrem Ansinnen entgegnen und zwar mit dem Gesetz Gottes, der Torat Elohim, die Abraham bereits kannte und liebte und auf die Gott in Exodus 16 Bezug nimmt.




Auch der Galaterbrief dient uns Christen als prophetisches Warnschild und schützt uns vor der Umkehr zum Gesetz Mose. Paulus läutet die Alarmglocken heftig, wenn er die Christen vor der Verführung durch Juden, aus der Synagoge Satans, warnt. Zwar werden die Gottlosen in ihrer Gottlosigkeit Fortschritte machen und die Welt, insbesondere die christliche Welt, in das antichristliche System hineinführen, aber sie werden verlieren, sowohl die Schlachten als auch ihr Leben; und ihr Ende wird ewige Qual sein.

Und so mahnt und warnt Paulus die Galater eindringlich. Sie sollen sich nicht und auf gar keinen Fall „verwirren“ lassen und zum Kultus des Alten Testaments zurückkehren.

Das griechische Wort für verwirren bedeutet “trübes Wasser”. Es wurde verschmutzt und ungenießbar gemacht. Ein böser Geist ist am Werke und der macht, dass das Wasser milchig aufschäumt. Dazu eine Stelle aus dem Alten Testament, die vom trüb-milchigen Wasser spricht. Hesekiel 32,2 (dalach H1804). Der König von Ägypten -Satan- wird einem jungen Löwen verglichen, der zu einem Seeungeheuer mutiert und die Wasser mit seinen Füßen trübe macht (raphas H7515). Das Wort raphas, mit der vorgenannten Strong-Nr, erscheint dreimal im AT.




   1. In Sprüche 25, 26,

   2. in Hesekiel 32, 2 und

   3. in Hesekiel 34, 18.




1. Getrübtes Auge und verfallener (mit Erde zugebuddelter)   Brunnen: so ist ein  (nach außen hin) Gerechter (-Zadik: aus der Priesterklasse der Zadokiden-), der wankt im Angesicht unmoralischen Handelns bzw. sittenloser Verkündigung.  




Damit keine Missverständnisse aufkommen: Es wird hier  nicht von einem Gerechten im Sinne des Neuen Testaments  gesprochen, einem Aufrichtigen und dadurch Gerechtem, hebräisch: Jaschar. Der Gerechte, der hier Zadik genannt wird, gehört nur wegen seiner Abkunft nach zu den Gerechten, doch sein Herz trachtet nach Höherem. Und außerdem: Er baut auf seine selbstgezimmerte Gerechtigkeit.

2.

3. Menschensohn, erhebe ein Klagelied über den Pharao, den König von Ägypten, und sprich zu ihm: Einem jungen Löwen unter den Nationen wurdest du verglichen;  und doch warst du wie ein Seeungeheuer in den Meeren, und du brachst her-vor in deinen Strömen und trübtest die Wasser mit deinen Füßen und wühltest die Ströme auf.




4. Ist es euch zu wenig, dass ihr die gute Weide abweidet und das Übrige eurer Weide mit euren Füßen zertretet, und dass ihr das abgeklärte Wasser trinket und das Übriggebliebene mit euren Füßen trübet?




Warum finden wir das Wort raphas (trübe machen) dreimal im AT? Es sind drei prophetische Hinweise auf das antichristliche System am Ende der Tage. Die drei vor uns liegenden Textstellen deuten wir auf :






1. den falschen Propheten der Juden, Sprüche 25;


2. den römischen Herrscher (und Satan), Hesekiel 32;


3. das antichristliche Volks, Hesekiel 34.




Bei trüben Wassern können wir nichts erkennen und schon gar nicht bis auf den Grund sehen. Aber im kristallklaren Naß sehen wir deutlich und zudem blinzelt uns die Sonne zum Gruß ein paar goldene Sterne auf die Oberfläche der Wasser zu.

Trübes Wasser ist nichts für Fische, es ist ihnen ein Gift, dass sie krank macht und schlimmsten Falls ihren Tod bewirkt. Sie gehen ein, wenn trübes Wasser nicht rechtzeitig durch klares und sauberes Wasser ausgetauscht bzw. das verunreinigte Wasser gereinigt wird.

Und mein Gesetz - ותורתי we-to-ro-tai -, sagt der HERR, macht weise die Einfältigen. Gottes Gesetzt ist klar und einfach und durchsichtig für den Aufrichtigen.

Lieber Leser, dazu ist kein Hochschulabschluss notwendig. Weder ein Bachelor oder Master's Degree befähigt uns zum richtigen Verständnis des ewigen Gesetzes Gottes. Im Grunde genommen ist es ganz einfach, tun wir, was der Herr gesagt hat: Wer mich sucht, der findet mich. Oder wie es der König Salomo in den Sprüchen ausdrückt: Gottes Ehre ist es, Dinge zu verstecken; der Könige Ehre ist es, sie zu erforschen, das heißt, sie zu finden. Sprüche 25,2.




Was hat Gott versteckt? Eigentlich müsste man fragen: Wen hat Gott vor uns versteckt? Unsere Antwort lautet: Glücklich sind, die seine Zeugnisse bewahren, die von ganzem Herzen ihn suchen.


2. Die Torah des Passah
Nun sehen wir uns die Schriftstelle an, in der das Wort Torah zum zweiten Mal vorkommt.  Exodus 12, 49:

Ein Gesetz, Torah,
soll sein für den    Eingeborenen
und für den Fremdling,
der in eurer Mitte weilt.

Und Vers 43: Dies ist die Satzung des Passah.


Ein Gesetz bedeutet: ein einziges Gesetz, Es handelt sich  um eine zusammengesetzte Einheit,  nicht um eine absolute „eins“. Das verwendete hebräische Wort für “eins” אחד (e-chad) ist ein Zahlwort und deutet darauf hin, dass dieses Gesetz nur eine Satzung hat. Zudem verbirgt das Wort echad ein Geheimnis. Wir werden später noch darauf zurückkommen. Das Gesetz des Passah regelt, wer davon essen darf und wer nicht.

Sehen wir uns zuerst das Wort Satzung an. Es kann über-setzt werden mit:

   1. festgelegt, eingesetzt, berufen;

   2. Brauch, Sitte, Gewohnheit

   3. Methode, Verhalten

   4. Art und Weise

   5. Anordnung, Verordnung, Rechtsverordnung

   6. Ort, Stätte, Platz

   7. Gesetz

Das Wort Satzung, חוכה (cho-kah´), ist die weibliche Form und kommt von männlichen Wort chok חוק (H2706) und wird mit Erlass oder gesetzliche Verfügung übersetzt. Die männliche Form leitet sich von dem Verb cha-kak חקק (H2710) ab und bedeutet “eingravieren”.


Und so wird das Gesetz, durch unseren Glauben, von Gott -männliche Form-  auf unsere Herzen geschrieben – weibliche Form. Oder anders ausgedrückt: Der Herr graviert persönlich sein Wort auf unsere Herzen; Und jetzt wird es noch intimer: Der Bräutigam schreibt sich selbst auf das Herz seiner Braut. Wenn wir alle Übersetzungsvarianten und die Wortwurzeln untersuchen und erläutern, dann erzählen sie uns die wundersame Geschichte Jesu mit seinem geliebten Volk:


In der Genesis wird verheißen, dass der Messias:

  • durch sein Opfer,
  • auf Golgatha,
  • mittels Kreuzigung,
  • indem er angenagelt wird,
  • eingraviert auf ewig in Hände, Füße und Seite,
  • wegen der Sünde seines Volkes,
  • den Tod auf Golgatha,
  • gemäß dem Recht Gottes, erleidet.




Das alles tat er für dich und mich. Für Israel () erleidet der Messias den Opfertod am Kreuz, (deshalb  die weibliche Form des Wortes).

Auch das Gesetz in Exodus 12 ist ein anderes Gesetz, anders als das vom Sinai. Es ist das Gesetz des Passah. Gott erklärt es so: Dies ist eine Nacht, die dem Herrn zu beobachten ist, weil er sie aus dem Lande Ägypten herausführte.

Die Formulierung, die dem Herrn zu beobachten ist, erinnert an das Passah, dass an jedem ersten Tag der Woche dem Gedenken des Lammes Gottes dient. Die Stunden der Finsternis sind die Nacht, die über das ganze Land kam, als das Passah geschlachtet wurde. In dieser Zeit erduldete der Herr das Gericht. Gott möchte, dass wir uns an das Geschehen am Kreuz erinnern, denn es ist seine Nacht, die Nacht, die dem Herrn zu beobachten ist.

Das wird in einem Gesetz proklamiert. Wir sehen, dass das Passah Ägyptens eins-zu-eins auf Golgatha passt. In den drei Stunden der Finsternis, von 12 bis 15 Uhr, als das Lamm Gottes geschlachtet wurde, lag die ganze Welt im Dunkeln. Für das Volk Gottes starb das Lamm Gottes. Und so gedenken wir im Abendmahl seines Todes.







Die Feinde des großen Sohnes Davids
An dieser Stelle sollten wir nochmals an die Gründe erinnern, die uns zu diesem Buch führten. Es war von uns nicht geplant ein solches Buch zu schreiben. Es sollten nur jene Stellen kurz erläutert werden, in denen das Wort Torah vorkommt und zwar vor der Gesetzgebung am Sinai. In welch dramatische Richtung sich das Werk entwickeln und welche Themen die Gesetze berühren würde, war uns nicht bewusst. Unbedarft und naiv und völlig ahnungslos machten wir uns ans Werk und erforschten die Schriften.



Das verkrampfte Herz
Es gibt leider Feinde und die sagen: Sollte Gott in der Wüste einen Tisch zu bereiten vermögen? Ps.78,19 David liefert seinen Feinden, wenn sie es doch hören wollten, eine herrliche Antwort: Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde (H6887).


Da gibt es Feinde, die über den Tisch des Herrn streiten: „Es kann nur einen Tisch geben!“ sagen sie und erheben  sich über David, den Geliebten, und lästern, stellen sich gegen Geschwister und drängen sie raus, wie damals, so auch heute. Unkraut vergeht nicht.

Wer oder was sind die Feinde? Kann man die Feinde kennen? Ja, man kann sie kennen und erkennen. Erst wenn wir das hebräische Wort untersuchen, verstehen wir, wer diese Feinde sind. Mögen wir doch von “dem großen Sohn Davids” nicht als seine Feinde gerechnet werden. Lange habe ich gezögert die Strong-Nr. 6887 zu erklären, aber die Zeiten werden nicht besser. Manchmal muss man einfach ein klares Wort sprechen.

Das hebräische Wort lautet צרר zarar. Man kann sich die  Bedeutung gut merken, denn es erinnert uns an das deutsche Wort zanken oder zerreißen. Die wörtliche Übersetzung lautet:

beengen, sich verkrampfen oder auch klammern.



Was will der Herr mit dem Wort "zarar" andeuten?
Die Praxis des Brotbrechens verursacht in allen Gläubigen, die Sonntags als Besucher in die sogenannte „Anbetungsstunde“ der Exklusiven Brüdergemeinden kommen, Bauchkrämpfe. Warum? Als Fremde dürfen sie am Abendmahl nicht teilnehmen. Aber auch die Exklusiven Brüder bekommen Bauchkrämpfe, weil, in ihrer Tradition verhaftet, ihre Zulassungspraxis, die sie nun einmal eingeführt haben, irgendwie ändern sollten aber nicht ändern können und viele auch nicht ändern wollen; und so werden die Schriften daraufhin nie oder selten durchforscht. Am Status quo wird festgehalten, und mehr noch, man klammert sich an die Auslegungen der entsprechen Textstellen, wie sie von den alten Brüder vorgenommen wurden. Die haben die Schriften jedoch nicht richtig verstanden, weil sie das Abendmahl nur im Neuen Testament zu finden meinten. Hilfe tut Not, denn durch den verengten Fokus strauchelten sie. Ihre Interpretationen führen dazu, dass die Bauchschmerzen anhalten, die Krämpfe nicht nachlassen, denn sie schließen Fremde weiterhin aus.



Bauchkrämpfe
Die Ausgeschlossen bekommen Krämpfe, weil sie nichts zu  essen kriegen und die Exklusiven bekommen Krämpfe weil ihr Brot unrein ist. Dazu weiter unten.

Angenommen, eine Gemeinde der Exklusiven würde Fremde am Mahl teilnehmen lassen, so käme ganz sicher der Ausschluss aus dem „Verband“ der Alten Versammlungen. Der Ausschluss gilt nicht nur national. An allen „angeschlossenen“ Gruppen erging auf schnellstem Wege eine Ausschlussmitteilung. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit würde der Ausschluss mit „Gewalt“ erfolgen, d.h., deren Order wird den Gemeinden zugemutet, ja, vorgeschrieben. Wenn nicht vorrangig mit Worten, dann aber mit einer unausgesprochenen Drohung: Wenn ihr fremde Brüder oder Schwestern von dieser oder jener Gemeinde am Abendmahl teilnehmen lasst, dann seid auch ihr raus. Wo bleibt da die Liebe zu Fremden, von der Paulus im Römerbrief schreibt?




Hilfe naht
In Kapitel 12,13 des Römerbriefes steht in der Elberfelder das Wort Gastfreundschaft. Doch wenn wir den griechischen Ausdruck präziser übersetzen, so lautet er: Liebe zu Fremden. Fremde? Was sind das für Fremde, denen wir zärtlich und liebevoll Gastfreundschaft gewähren sollen, sie gerne bewirten und ihnen freudig eine Herberge bereiten?



Die Fremden sind Heilige, d.h., es sind Christen, die man  persönlich nicht kennt aber unvermittelt zu uns auf Besuch kommen und die Gemeindestunden besuchen. Sie sind sogar so fremd, dass sie noch nicht einmal einen "Empfehlungsbrief" kennen, geschweige denn einen bei sich tragen. Sollten sie einen bei sich haben? Nein, denn Empfehlungsbriefe müssten bestenfalls Mitarbeiter des Reiches Gottes bei sich tragen.

Empfehlungen sind das eigentliche Thema im 2. Korinther­brief. Paulus schreibt über die Korinther: Ihr seid unser Brief! Warum sind die Korinther ein Brief des Paulus und der seiner Mitarbeiter? Weil die Schwestern und Brüder im Dienst am Evangelium den Korinthern die Gute Botschaft aufs Herz geschrieben haben.



Man beachte: Es zirkulierten damals niemals Briefe, die eine Empfehlung aussprechen sollten im Sinne von: Der darf am Abendmahl teilnehmen. Die Empfehlungsbriefe, die hier gemeint sind, empfehlen auf besondere Weise die Mitarbeiter des Reiches Gottes. Das sind solche, die im täglichen Dienst am Evangelium stehen, für die örtlichen Versammlungen arbeiten und das Gemeinwohl der weltweiten Versammlung im Auge haben. Obwohl in Korinth so vieles im Argen lag, konnte Paulus dennoch sagen: die ihr offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid. Und noch mehr konnte der Apostel sagen: Ihr seid unser Brief, eingeschrieben in unsere Herzen, gekannt und gelesen von allen Menschen. Damit sind alle Korinther gemeint, keiner von ihnen ist ausgeschlossen. Alle zusammen sind Mitarbeiter im Weinberg Gottes und ein Brief Christi.


Also:
Keine Briefe schreiben, sondern Briefe sein. Nicht mit Tinte auf Papier, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, sowohl auf unsere fleischernen Herzen eingraviert, als auch auf unser Fleisch geschrieben; (das sind im übertragenen Sinn die Pergamente, die Paulus in Troas zurück ließ). Das sind von Gott beschriebene Empfehlungen. Das sind Empfehlungen erster Klasse.


Viele Brüder verwenden ausschließlich zu diesem Thema das Neue Testament, weil sie das Passah Ägyptens völlig abtrennen von dem Abendmahl. Das tun sie nicht nur bei diesem Thema. Die Bibel bildet jedoch eine Einheit. Erst wenn wir beide Teile zusammenfügen, dann besitzen wir das Wort gleichsam wieder als einen Strom, der zuvor von Gott in zwei Teilflüsse getrennt wurde, dem Alten Testament auf der einen Seite und dem Neuen Testament auf der anderen Seite. Die Welt wird in der Bibel u.a. durch das Land Sinear symbolisiert. Sinear bedeutet: Land der zwei Flüsse. Und so fließen die beiden Ströme, das Alte und das Neue Testament, durch diese Welt.




Vor-Bilder der  Gastfreundschaft im Alten Testament
Lasst uns liebevoll und zärtlich zu den Fremden sein, wie auch Abraham und Lot. Als Abraham für die drei Fremden das Essen eilig zubereitete, wusste er möglicherweise noch nicht, wen er da vor sich hatte. In gleicherweise handelte Lot. Seine Liebe und Fürsorge den beiden Boten gegenüber ist vorbildlich. Ob es Engel waren? Man darf es anzweifeln, muss es aber nicht. Malach bedeutet Bote und kann sowohl auf Engel als auch auf Menschen angewendet werden. Damals könnten es möglicherweise Engel gewesen sein, doch prophetisch, da sind wir uns sicher, werden es Menschen sein. Der Herr sagt: in der Auferstehung sind wir wie Engel Gottes. Genau in diese Zeit fällt der Besuch der Fremden, nämlich nach der Auferstehung der Erstlinge und ihrer Entrückung.  


Anmerkung: Bei den zwei Begleitern Jahwes handelt es sich unseres Erachtens nach um Henoch und Abel. Warum? Beide werden in Verbindung mit dem bevorstehenden weltweiten Gericht in Verbindung gebracht:


1. Es hat aber Henoch, der siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt: „Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende, Gericht auszuführen gegen alle und völlig zu überführen alle ihre Gottlosen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit, die sie gottlos verübt haben, und von all den harten Worten welche gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.“ Judas 1,4

2. das Blut Jesu …das besser redet als Abel. Hebr. 12,44 Was redet Abels Blut? Es schreit:Rache!




Lot hält an seiner Einladung fest. Er lässt nicht locker. Geduld ist ein Tugend, nicht wahr? Lot hat Geduld. Er drängt die Fremden solange, bis die Boten seiner Einladung folgen und in sein Haus eintreten. Was später im Hause Lots geschieht, wird in der Verkündigung sträflich vernachlässigt. Der Liebende bietet seinen Gästen nicht nur eine sichere Herberge an, sondern er bereitet den Fremden auch ein ganz besonderes Abendbrot. Und, was gab es im Hause Lots zu essen? Eines darf ich schon jetzt verraten, es war vom Köstlichstem. Das hebräische Wort „Mishteh“ (משתה H4960) für Mahl  bedeutet:






1. ein Getränk,


2. ein Getränk trinken (die Handlung),


3. ein Trinkgelage,


4. aber es kann auch mit dem Wort Fest übersetzt werden.




Die Wortwurzel bedeutet:



1. annehmen,


2. trinken,


3. ein- bzw. aufsaugen und


4. einverleiben.




Was ist das für ein Abendbrot, dass mit dem Wort Mishteh bezeichnet wird, aber sowohl ein Getränk betont als auch das Trinken selbst hervorhebt? Gleichzeitig wird das eigentliche Essen in den Hintergrund gerückt. Was ist das für ein Mahl, dass dann auch noch als Fest gefeiert wird?




Es ist schwer vorstellbar, dass Lot mit seinen Gästen ein Trinkgelage abhielt. Sicherlich, es gab reichlich zu Trinken, wie der Text uns wissen lässt, denn das Getränk und das Trinken erhalten den Fokus und betonen die beiden Dinge. Doch wie zu jedem Fest üblich, wurde selbstverständlich auch Essen gereicht. Lot stand in der Backstube und hatte ein einzigartiges Brot gebacken. Wörtlich übersetzt bedeutet das Brot „ungesäuertes Süßes“.







Die Bedeutung des Festes

Sowohl das Süße als auch das Ungesäuerte deuten auf den Messias und auf sein Gedächtnismahl und natürlich, allem voran, der Trank, denn erst das Getränk verleiht dem Fest seinen Glanz und bewirkt bei den Gästen eine  ausgelassene und unaussprechliche Freude.

Ungesäuertes ist in der Bibel immer ein Bild für Reinheit und Sündlosigkeit. Der  Messias war rein und sündlos und so gab er seinen fleckenlosen Leib zum Opfer. Das Süße spricht vom Honig, dass als Bild für das Evangelium gebraucht wird. Die Freundlichkeit des Messias gegenüber den Menschen ist sprichwörtlich. Ganz gleich, wer zu ihm kam, allen ist er mit Liebe, Geduld und großer Weisheit begegnet. Seine Worte waren freundliche Worte, seien Reden gütige Reden. Weil jedoch das Wort des Herrn süßer ist als Honig und Honigseim, erzählt es uns vom Messias selbst, wie zum Beispiel vom guten Hirten, der dem einen fortgelaufenem Schaf nachgeht, bis er es gefunden hat.

Das Getränk ist vom Weinstock, Wein vom Allerfeinsten, das war es, was Lot den Fremden anreichte. Der Wein symbolisiert das Blut, dass Jesus für unsere Sünden vergossen hat. Die Kuchen von seinem Leib, der für uns zerschunden wurde. Das Süße im Kuchen deuten sein Wort hin, der Guten Bot­schaft des Neuen Testaments, die bereits im Alten Testament versteckt wurde.  







Das Freudenfest an weiteren Schriftstellen

Für den gehorsamen Lot, seiner Familie und seinen Gästen, wurde der Abend zu einem Freudenfest, wie wir es in Esther 1 prophetisch beschrieben finden. Es ist das zweite, das sieben­tägige Fest. Und so ist das Abendmahl auch für uns immer wieder ein Fest,  (so beschrieben in Esther 1. Es ist das erste Fest für die Fürsten der 127 Landschaften). Freuen wir uns! Der Messias hat alles gutgemacht, auch wenn die draußenstehenden Feinde Mord und Zeter schreien. Die Freude am Herrn kann uns niemand nehmen, die Freude am Herrn wird  unsere Stärke sein.  

Auch das Fest für die Kameraden Simsons deutet auf das Abendmahl, auch wenn die Gesellen  das Rätsel nicht selbst lösen können. (Siehe http://simson-project.com )




Nachdenkzettel: Wenn das Abendmahl prophetisch in Esther genannt wird und nicht nur im ersten Kapitel, und dann in Richter 14 und vielen anderen Stellen, dann unsere Frage: Warum finden die Brüder der Alten Versammlung das Mahl nur im Neuen Testament?




Hatten die Fremden ein Empfehlungsschreiben bei sich?  




Der Schleier

Lot ist ein Geheimnis und würde es auch bleiben, wenn der Herr nicht den Schleier, so die Bedeutung des Namens Lot,  lüften würde. Wir vollführen jetzt wiedereinmal seltsame Kapriolen, so wie auch unser Herr es tut. Rhetorische Akrobatik nennen wir das. Es sind meisterliche Kunststücke vom Erfinder aller Kunst. Und so kitzeln wir aus ihm Verborgenes raus und bringen es ans Licht.




Wenn die Schriften des Alten- und Neuen Testaments das fleischgewordene Wort Gottes beschreiben, dann beschreiben sie wen? Die Frage einfacher gestellt: Wen beschreibt die Bibel? Sie umschreibt geheimnisvoll den Sohn Gottes. Alle Erzählungen, wenn wir sie richtig verstanden haben, malen uns den  Herrn in unzählbaren Varianten vor Augen.






In jedem Text fragen wir: Herr, was wird von dir erzählt? Welchen Knoten müssen wir lösen? Bei einem Knoten wissen wir nicht aus welcher Richtung der Faden kommt und wohin der Faden weiter läuft. Führt die Erzählung nach unten weiter oder läuft der Erzählfaden in die entgegengesetzte Richtung. Um einen Knoten zu lösen, müssen wir an irgendeiner Stelle anfassen und dem Faden etwas Luft zu verschaffen, d.h., den Abschnitt des Faden vom Knoten etwas lockern, sodass ein kleiner Zwischenraum entsteht. So auch mit dem Textteilen. Wir lösen das Wort Lot etwas vom Knoten – wir untersuchen seine Bedeutung - und verschaffen ihm damit einen winzigen Abstand. Und so machen wir es mit einem anderen Wort, dem Begriff „einkehren“ - denn die Fremden kehrten bei Lot ein. Dann nehmen wir einen weiteren Teil des Fadens, beschrieben mit dem Wort „Mahl“ und zupfen vorsichtig daran, damit wir das Mahl besser sehen und suchen in der Schrift, wo sich das Mahl ebenfalls beschrieben findet. Wenn wir geduldig bleiben und das Ganze behutsam und vorsichtig auseinander fisseln, dann liegt am Ende der Faden in seiner vollen Länge vor uns und wir verstehen die kryptische Sprache der Erzählung. Auf diese Weise finden wir diverse Verstecke des Herrn.




Doch der aufgelöste Knoten erzählt noch nicht alles. Der Faden liegt vor uns und wir erkennen, dass die Erzählungen  in verschiedene Richtungen laufen können und dadurch ver­schiedene Interpretationen zulassen. Sowohl die irdischer Per­spektive als auch die himmlische Perspektive werden angedeutet. Irdisch betrachtet lädt Lot ein, himmlisch betrachtet lädt der Herr ein. Wer lädt nun tatsächliche ein? Es sind beide, der Herr und Lot.

Wir entdeckten noch einen rhetorischen Kniff: Die Figuren liegen über Kreuz. Während Lot meint, er würde gewöhnliche Menschen einladen, obwohl es Menschen aus dem Himmel sind, lädt der Herr keine himmlischen Personen ein, sondern Menschen, die auf der Erde leben.




Das Wort „erkennen“. Es lautet auf hebräisch jadah (ידע ).

Das Wort hat folgende Bedeutungen:



1. kennen, wissen, verstehen;


2. feststellen, ermitteln, nachprüfen, herausfinden durch anschauen;

das Wort wird in großer Vielfältigkeit verwendet;



bildlich, wörtlich,  verhüllend und schlussfolgernd (einschließlich durch Beobachtung, Fürsorge, (An)erkennung bzw. Bestätigung);



ursächlich: durch Weisung, Unterweisung, Unterricht;  Benennung, Bezeichnung, Ziel; Strafe usw.




Wenn die Männer der Stadt die Besucher „erkennen“ wollen, dann hat „erkennen“ u.a. auch die Bedeutung wie in Genesis 4,1: Adam erkannte seine Frau Eva und sie wurde davon schwanger. Was bedeutet dann das Erkennen Adams? Wir schlussfolgern: Adam hatte mit seiner Frau Geschlechtsverkehr und nun war sie in anderen Umständen.  Auch können wir das „erkennen wollen“ der Sodomiter durch Schlussfolgerung ebenfalls als sexuelle Begierde auffassen. Damit wird der damalige Zeitgeist angedeutet, die moralische Grundhaltung jener Epoche, die prophetisch auf unsere Zeit anspielt. Auch wir leben in einer Periode, in der die Werte umgestaltet werden.




Wenn Lot den Messias darstellt, dann wollen die Männer der Stadt Sodom den Messias kennen und verstehen lernen.  Lot bietet seine Töchter an und das wiederum deutet darauf, dass die Männer der Stadt nur an seinen Töchtern lernen und erkennen können, wer der Messias ist.  Das Wort erkennen bedeutet auch: lernen durch Unterweisung.  Lot wird  ins Haus gezogen, das deutet darauf, dass es für die Sodomiter zu spät ist. Das Gerichtsurteil ist gefällt und wird alsbald vollzogen, die Männer werden nun mit Blindheit geschlagen.  

Die Fremden sind für Lot Retter und für die Sodomiter Richter.




Der unsichtbare Dritte

Von den drei Männern, die zu Gast bei Abraham waren, blieb der HERR noch eine Weile bei seinem Gastgeber stehen. Die Anderen zwei machten sich auf den Weg und gingen nach Sodom. Nachdem Gott die Unterredung mit Abraham beendet hatte, ging auch er fort. Aber wohin? Der Text teilt uns mit: Und Jahwe ging, als er mit Abraham ausgeredet hatte.  Wohin ging der Herr?




Szenenwechsel

Lot findet auf der Straße die zwei Männer nach ihrem Eintritt in die Stadt. Sie waren als Boten vorausgesandt worden. Das hier verwendete Wort für Engel lautet wörtlich Botschafter, Gesandte. Lot spricht zu ihnen. Die zuvor in Kapitel 18 mit Anashim – Männer - bezeichneten Fremden redet Lot mit Adonai an. Das ist auch die Anrede des dreieinigen Gottes, den Martin Luther ins deutsche mit HERR übersetzt hat. Hier verwendet Lot die Anrede Adonai für die Fremden. Nach längerem drängen nehmen die Adonai, also die Herren, Lots Einladung an und begleiten den Gastgeber in sein Haus.







Jetzt gut mitüberlegen!

Wenn Lot der Einladende ist, von wem erzählt uns dann die Schrift? Deutet sie denn nicht auf den Herrn, der uns zum Abendmahl einlädt? Und ist das nicht auch das, was die Exklusiven Brüder lautstark immer und immer wieder wiederholen? „Der Herr ist der Einladende.!“ Recht haben sie.

Und das ist wahrlich erstaunlich. An Erkenntnis besteht bei ihnen kein Mangel. Sie nehmen aus dem Fundes der Klartexte, der Evangelien und den Briefen des Apostel Paulus, aber verengen das Thema, indem sie das Alte Testament aussparen. Priska, die uns die historischen Schatten des Zukünftigen erzählt, lassen sie ausser Acht, verengen ihr Sichtfeld. Die Perspektive wird beschränkt. Und so leiden sie unter dem Tunneleffekt,  können aus ihrer selbsterrichteten Ummauerung nicht heraus. Sie übertönen das Rufen des Herrn mit ihrem , klingenden Erz  –  siehe 1.Korinther 13 -: „der Herr ist der Einladende, der Herr ist der Einladende, der Herr ist der Einladende ...“.  Lärmend mauern sie sich mit ihren „schallenden“ Zimbeln – aus 1.Korinther 13 - ein, vertreiben viele Menschen vom Tor der Schafe und die Geschwister aus dem Haus.




Ist dem wirklich so? Wir befürchten ja. Das griechische Wort für „schallen“ bedeutet:






1. lärmen,


2. einmauern,


3. herausschreien,


4. klirren;




das Ganze mit Zimbeln; das sind kreisrunde Instrumente, mit denen sie den Takt für ihren eigenen Reigen (Tanz) vorgeben. Und so kreisen die Exklusiven kreisend, eingemauert, immer und immer wieder und immer wieder wiederholend um ihre Lieblingsthemen:






1. Wo zwei oder drei … da ist er in ihrer Mitte!


2. Der Herr ist der Einladende!


3. Johannes 17,


4. Wir wollen Philadelphia sein!


5. Die Fußwaschung.




Wie öde, nicht wahr? und nervtötend obendrein, so deutet es der Apostel mit den schallenden Zimbeln an. Paulus schreibt: … und hätte der Liebe nicht, so bin ich nichts. Ist uns Paulus nichts? Doch, er ist uns der geliebte Gesandte, der Apostel der Nationen, und als solcher hat er uns den Herrn in frohen Farben vor  unsere Augen gemalt. Seine Texte sind melodi­sche Lieder, liebliche Klänge, sie umfassen den ganzen Kanon der Heiligen Schrift.

Was sind uns die Exklusiven? Entweder sind sie uns zu Geschwistern, in denen die Liebe Gottes in ihre Herzen ausgegossen wurde und verwirklichen die Liebe zu den Fremden oder sie sind Menschen, die das Wasser des Wortes Gottes mit ihren Füßen, d.h., durch ihren Lebenswandel trüben. Solche Wasser machen Fische krank,  im schlimmsten Fall lösen sie ein Massensterben aus.







Ein Fremder empfiehlt Fremde

Wir waren weiter oben bei der Frage stehen geblieben, ob die Fremden, die in Lots Haus eingekehrt waren, ein Empfehlungsschreiben bei sich trugen.




Nein und ja! Die Fremden hatten nichts schriftliches in der Hand. Wir müssen daher die Frage mit einem klaren Nein beantworten. Aber sie selbst waren ein Empfehlungsbrief an den Fremden – ihrem Gastgeber, denn der Herr selbst hatte das Gesetz auf ihre Herzen geschrieben und täglich schrieb er weiter. An ihrem Lebensstil wurde es allen Menschen offenbar. Sie befolgten seine Anweisungen und Belehrungen und das wurde von den Zeitgenossen gesehen. Durch ihr Tun wurde ihre Außenseite, jetzt wieder symbolisch, die Haut beschrieben. Darauf wird angespielt, wenn Paulus seinem echten Sohn Timotheus bittet, die Schriftrollen, die er, der Apostel, in Troas zurückgelassen hatte, mitzubringen. Durch unsere Nachfolge wird Gottes Gesetz, bitte bildlich verstehen, auf unsere Haut geschrieben und kann von allen Menschen gelesen werden. Die Haut bildet den Schutzmantel des menschlichen Körpers und dient als Bild für den Mantel, den Gott mit dem Gesetz beschrieben hat. Solch ein Mantel schützt vor allen Gefahren, schützt den inneren Menschen. Wir sind umkleidet mit dem Wort Gottes, wenn wir es zulassen, dass der Herr täglich weiterschreiben darf.




Das es sich um geistliche Dinge handelt ist selbstredend. Sehen wir uns ein paar Dinge an, die unsere völlige Umkleidung ausmachen. Ein Teil seines Gesetzes dient uns als Kopfschutz, das ist der Helm des Heils. Er schützt unsere Gedankenwelt und Schlussfolgerungen. Der Brustharnisch der Gerechtigkeit, der wie ein Korsett um den Rumpf gelegt sein soll, schützt unser Innerstes und ganz besonders unser Herz. Das Schwert des Geistes ist unsere einzige und universelle Waffe. Nehmen wir sie täglich mit und in die Hand und gebrauchen wir sie gesetzmäßig, d.h., kämpfe weise, gepaart mit Liebe zum Nächsten und mit der Liebe zu Gott. Daraus erwächst eine brennende Leidenschaft, die nicht an sich halten kann, sondern sich an vorderster Front sich den Schlachtreihen der Feinde entgegenstellt. Es gilt Beute zu machen, Menschen für Jesus zu gewinnen.




Die völlige Ummantelung mit der Torah des Messias lässt sich auch mit dem Element des Wasser beschreiben, indem Fische leben. Vom Kopf bis zum Schwanz sind diese Tiere von dem klaren Wasser umgeben. Ob ein Fisch im Wasser des Alten Testamentes schwimmt oder im Wasser des Neuen, immer ist es die Tora des Messias. Ein schönes Bild, nicht wahr?







Die Boten sind keine Engel

Das die beiden Boten keine Engel sind, leitet sich aus der Teilnahme der Fremden am Abendmahl ab. Engel haben daran keinen Anteil, denn die guten Engel müssen nicht erlöst werden und die bösen werden nicht erlöst. Wenn wir ein drittes Mal fragen: Hatten die Fremden ein Empfehlungsschreiben bei sich? so denken wir, dass von unserer Seite her keine Antwort mehr notwendig ist. Wenn wir dennoch dem Thema noch einige Zeilen widmen, dann deshalb, weil die Schriftstellen, die wir nun anführen, uns wunderschöne Dinge enthüllen.  







Die Empfehlungsbriefe des Paulus

Empfehlungsbriefe sind nur für Mitarbeiter, damals wie heute. Ob in unseren Tagen nötiger als zu den Zeiten der Apostel? Aber, wie schon gesagt, nicht Empfehlungsbriefe schreiben, sondern Empfehlungsbriefe sein.




Sehen wir uns zwei größere Abschnitte an, in denen die Mitarbeiter des Paulus eine Empfehlung erhalten. Zuerst untersuchen wir ein Kapitel des Römerbriefes und anschließend ein ganzes Buch. Ja, ein ganzes Buch ist dem Thema Empfehlungsbrief gewidmet. Doch zuerst zu dem 16. Kapitel des Römerbriefs. Es werden die Namen, die Paulus zur Versammlung rechnet, fett geschrieben.




Was lesen wir?




Ich empfehle Phoebe, unsere Schwester, die eine Dienerin der Versammlung in Kenchrea ist, auf dass ihr sie in dem Herrn, der Heiligen würdig, aufnehmet und ihr beisteht, in welcher Sache irgend sie euer bedarf; denn auch sie ist vielen ein Beistand gewesen, auch mir selbst.  




Das gesamte letzte Kapitel des Römerbriefes ist ein einzig-artiges und faszinierendes Empfehlungsschreiben und es gilt nicht nur der Schwester Phoebe. Allen Römern werden die guten Mitarbeiter empfohlen. Phoebe wird zuerst genannt und das aus gutem Grund. Ihr Name leitet sich von phoibos ab und bedeutet "hell", "leuchtend", "glänzend". Im ersten Jahrhundert wurde die Versammlung durch den Hei-ligen Geist ins Leben gerufen und damit ging die Sonne der Gerechtigkeit auf. Phöbe wohnte in Kenchrea. Der Ort war berühmt wegen seines Hafens. Über ihn kamen nicht nur Waren aus aller Welt, sondern auch Matrosen und andere Reisende. Ein idealer Ort, um das Licht auf das eigene Lampengestell zu stellen und für alle Welt leuchten zu lassen. Es gab und es gibt auch dunkle Zeiten. Strahlen dann unsere Sterne? Leuchtet dann unser Nord-Stern, an dem sich die Menschen in der Finsternis orientieren können, damit sie den Weg in den ersehnten Hafen, den Himmel finden?




Der Hafen von Kenchrea deutet auch auf den Fischfang hin. Die Matrosen und die Reisenden gleichen Fischen, die von Phöbe einzeln geangelt oder mit einem Netz gefangen wurden. So wie die ersten Jünger zu Menschenfischern geworden waren, so auch unsere Schwester Phöbe und ihre Matrosen und reisende Kaufleute.




Lesen wir weiter:




Grüßet Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christo Jesu, die für mein Leben ihren eigenen Hals preisgegeben haben, denen nicht allein ich danke, sondern auch alle Versammlungen der Nationen.




Paulus beginnt den dritten Vers mit Grüßen an ein Ehepaar, die Mitarbeiter des Apostels sind. Niemand soll Menschen grüßen und ins Haus aufnehmen, die nicht in der Wahrheit stehen; so mahnt uns der Apostel Johannes. Stehen Priska und Aquila in der Wahrheit? Wir meinen ja. Jeder für sich und auch beide gemeinsam.




Priska bedeutet alt, antik, historisch. Gemeinsam, d.h., mit ihrem Mann, haben sie dem Jünger Apollos die Schriften genauer ausgelegt und ihn so zu einem wichtigen Lehrer Israels ausgebildet.

Aquila bedeutet Adler und liefert uns den Hinweis, dass das Paar die himmlischen Bedeutungen der alttestamentlichen Texte gut kannten und diese nicht nur dem Apollos, sondern allen Versammlungen der Nationen weitergaben.




Priska und Aquila waren, wie auch Paulus, Zeltmacher. Und so arbeiteten die drei gemeinsam an der Hütte Gottes (wörtl.: Zelt Gottes), dem transportablem Heiligtum. Priska repräsentiert das Alte und Aqulia das Neue Testament. Das dem so ist, wird auch durch die Ableitung ihres Namens angedeutet. Priska ist die Verkleinerungsform des Namens Priscilla. Und was soll uns dieses Detail mitteilen? Nun, Priska ist klein. Und so hat das kleine Israel der Welt Licht gebracht. Sie ist uns aber auch noch ein prophetischer Hinweis auf den Fluchtort, den Lot erwählte. Er bildet prophetisch den Überrest, der nicht auf den Berg flieht, wie die Boten es ihm sagten, dem Himmel, sondern wählten lieber den unbedeutenden Ort in der Ebene, das Tal. Die Ebene steht symbolisch für die Erde. Lot entschied sich für die Stadt Zoar - klein. Die Stadt deutet auf das irdische Jerusalem.


Übrigens: Apollos bedeutet u.a. Sonnenlicht. Prophetisch steht Apollos für die Abendsonne. Es ist Gottes dritter und letzter Versuch, das jüdische Volk zu retten. Dazu mehr auf: http://Simson-project.com/interpretation.html

Wer mich sucht, sagt der Herr, der wird mich finden. Wo finden wir hier den Herrn? Es ist Aquila, der Adler. Es ist der Adler, der den Gläubigen die Texte des Alten Testaments richtig zu deuten lehrt.  




Weiter lesen wir:




Grüßet Epänetus, meinen Geliebten, welcher der Erstling Asiens ist für Christum.




Wir können davon ausgehen, dass Epänetus, nachdem er zum Glauben an den Herrn Jesus kam, in das Werk Gottes eingetreten war. Sein Aufenthalt in Rom könnte seine Mitarbeit andeuten. Wenn er jedoch nur auf Besuch war, muss Epänetus auf jeden Fall in der Wahrheit gestanden haben. Sein Name drückt das schönste Werk eines Christen aus: Epänetus ging „den Herrn allezeit lobend“ über diese Erde. Ob singend im Herzen oder auch mit seinen Lippen, Epänetus wahr im Grunde seines Herzens ein fröhlicher und glücklicher Mensch. Ein solches Glück verkündigt er bereits mit seinem aufrichtigen Wesen und wes das Herz voll ist, fließt was über?




Weiter lesen wir:




Grüßet Maria, die sehr für euch gearbeitet hat.




Ihre Name leitet sich vom hebräischen Mirjam ab und bedeutet: aufmüpfig, aufsässig, rebellisch. Grund und Auswirkung ihrer Rebellion findet sich in der Wortwurzel: Bitterkeit und Verbitterung. Der Herr hat es ihr dennoch süß gemacht. Aus tiefer Liebe zu Jesus hat Maria für die „Römer“ sehr gearbeitet. Der Brief ging doch an die Römer oder nicht?

Zudem ist Maria auch der prophetische Hinweis auf Noomi, die gleichfalls annahm, dass der Herr es war der ihr Leben  bitter gemacht hat, indem er ihr den Mann und beide Söhne nahm. Doch auch ihr und ihrem Enkel Obed, er bildet den  Überrest Israels, wird es der Herr am Ende süß machen. Nur der Himmel, der bleibt ihnen leider verwehrt.




Weiter lesen wir:




Grüßet Andronikus und Junias, meine Verwandten und meine Mitgefangenen, welche unter den Aposteln ausgezeichnet sind, die auch vor mir in Christo waren.




Mitgehangen, mitgefangen! Die Verwandten des Apostels waren bereits Christen, noch bevor der Saulus ein Paulus wurde. Sie gehören schon lange zu den Ausgezeichneten und jetzt teilen sie als Mitgefangene die Leiden des Apostels. Wer bereit ist, für den Herrn zu leiden, der gehört zu den Schwerstarbeitern.

Adronikus bedeutet Mann des Sieges; auch er hat gesetzmäßig gekämpft, weil er wie Paulus wusste:

Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark durch den Herrn.




Junias bedeutet jugendlich oder jugendfrische; er (oder sie?) erleben, was der Herr versprochen hat: Die auf den Herrn harren, werden laufen und nicht müde werden, sie werden auffahren wie Adler (himmlische Dimension). Wer schon früh in seiner Jugend damit anfängt, fährt reichlich Ernte ein und darf erfahren: So deine Jahre, so deine Kraft. Prophetisch deutet es auf Menschen nach der Entrückung, denn dann wird die Jugend erneuert.  Wer den Herrn kennt und lieben gelernt hat, fürchtet Rom nicht.




Weiter lesen wir:




Grüßet Amplias, meinen Geliebten im Herrn.




Auch hier sehen wir wieder einen tüchtigen Bruder. Sein Name, Amplias, bedeutet „erweitert“, „vergrößert“, „ausgebaut“. Na, wenn das kein deutlicher Hinweis ist auf eine gesegnete Mitarbeit ist, dann … ich den Besen.




Prophetisch weist sein Name darauf, dass Gott sich wieder verstärkt um die Schlafenden sorgt, dass sind besonders die Juden aber auch die anderen noch versteckten Stämme Israels nach dem Fleisch, die über die Jahrhunderte hinweg in einen Tiefschlaf gefallen sind. Paulus erklärt es im Römerbrief so: Was wird die Annahme - die Zustimmung der erwachenden und jetzt dem Evangelium gehorchenden Juden - anders sein als Leben aus den Toten.Römer 11,15b




Weiter lesen wir:




Grüßet Urbanus, unseren Mitarbeiter in Christo, und Stachys, meinen Geliebten.




Stachys ragt heraus, wie der Kopf einer Ähre, die sich in der Evangelisation gleichsam an die Menschen heranpirscht. Schon als Kornähre wird sichtbar, dieser Stachys hat reichlich für den Herrn Frucht gebracht. Aus diesem Grund ragt er sichtbar über die anderen hinaus. Urbanus ist „der aus der Stadt“ und deshalb „höflich und freundlich“ zu allen Menschen. Von welcher Stadt mag hier wohl die Rede sein? Urbanus kennt den herzlichen Wunsch unseres Herrn: Lasset eure Gelindigkeit allen Menschen kundwerden. Eine schöne Arbeit, eine verdienstvolle Aufgabe, nach der jeder von uns streben sollte. Und warum? Weil sie schon hier auf der Erde fröhlich macht und allen zeigt: Ich bin aus Rom, ähm, aus Jerusalem. Ist das nun das gleiche oder dasselbe? Was bedeutet der Name Stadt? Wir fragen nicht nach dem Namen Jerusalems, dessen Bedeutung kennen wir: „Gründung des Friedens“, lautet er. Ich frage nach der Bedeutung des Namens Rom.




Prophetisch deutet der Text darauf hin, das endlich die Erntezeit auch für Israel angebrochen ist. Stachys Wuchs ragt über die andern hinaus. Solchen herausragenden Brüdern muss man sagen: Diene dem Volk Gottes, herrschen ist später angesagt, erst wenn Jeshua HaMashiach wie der Blitz plötzlich erscheint. Zuvor macht uns der Herr durch viele oder wenige Leiden vollkommen. Vergiss es nie: Jesus ist  immer bei uns.






Weiter lesen wir:

Grüßet Apelles, den Bewährten in Christo. Grüßet die von Aristobulus Hause.




Apelles bedeutet „gerufen“; es sieht so aus, als wenn der Gerufene sich in seiner Berufung bewährt hat, denn er ist dabei geblieben und hat den Ruf weitergetragen. Sein Name wird auch mit Trennung und Ausgrenzung übersetzt. So war es schon immer, seit Anbeginn des Christentums wurden die Bewährten in Christus aus den Synagogen hinausgeworfen und stigmatisiert. Wir wünschen jedem Leser, dass er ein Apelles bleibt und sein Vertrauen in Jesus  nicht über Bord wirft.

Die Treuen wurden schon immer ausgegrenzt. Auch unser Herr machte die schmerzvolle Erfahrung. Die innere Not und das Herzeleid des Messias werden u.a. in Psalm 69 miterlebt. In Vers 8 oder 9, je nach Verszählung, sagt der Messias: Entfremdet bin ich meinen Brüdern, und ein Fremdling geworden den Söhnen meiner Mutter. Wie groß war sein Schmerz, wenn er seufzt: Als ich weinte ...




Und wie groß muss der Schmerz erst heute sein? Wieviel Tränen werden noch vom HERRN geweint?

Prophetisch deuten die Brüder auf das christliche Zeugnis und die Söhne seiner Mutter auf die Juden. Weil die echten Christen entrückt sind, werden viele Namens-Christen auf die Juden eifersüchtig sein, denn Gott hat sich ihnen in besonderer Weise wieder zugewendet. Und das Jesus den Söhnen seiner Mutter seit bald 2000 Jahre ein Fremdling geworden ist, lässt sich in der jüdischen Literatur nachlesen. Welch ein Glück, Apelles machte den Anfang und suchte ihn, er suchte den, der für ihn noch fremd und unheimlich war. Und Jesus ist ihm freundlich entgegengekommen. Noch während Apelles sein Glück nicht fassen kann, geht er hinaus und erzählt es auch dir. Jedem will der Herr seine Freundlichkeit erweisen, will ihm gnädig entgegen gehen.  




Der Name Aristobulus erinnert an berühmte Persönlichkeiten des Altertums. Welche Art von Arbeit liegt bei ihm und seiner Truppe vor? Sein Name bedeutet „beste Beratung“. Aristobu­lus' Haus liefert ein Beratungsmanagement vom Feinsten, denn sie konnten Apelles für Jesus gewinnen. Als Neuling hat er sich in der Arbeit als zuverlässig erwiesen und im Dienst hat er sich bewährt. Teams, wie die des Aristobulus, sind uns gut und teuer, sie werden immer und überall gebraucht, nicht wahr?




Prophetisch spricht das Haus des Aristobulus vom himmlischen Haus, dessen Erfahrungen jetzt hervorragend genutzt werden, Rechtzeitig werden die Kenntnisse und Fertigkeiten einer neuen Generation weitergeben. Was das Durchhaltevermögen und die Ausdauer des Hauses anbelangt, muss sie unbedingt sprichwörtlich werden, denn 2000 Jahre sind wahrlich kein Pappenstiel.




Weiter lesen wir:




Grüßet Herodion, meinen Verwandten. Grüßet die von Narcissus Hause, die im Herrn sind.




Herodion bedeutet „heldenhaft“. Eines dürfte sicher sein, dieser Bruder hat gesetzmäßig gekämpft und gesiegt. So wie die Helden Davids, hat er mit dem Schwert oft viele auf einen Streich. Das Schwert des Geistes ist und bleibt die schärfste Waffe, um Menschen für Jesus zu gewinnen.




Narcissus Haus könnte auf krankhafte Dinge hinweisen, wie z.B. Blähungen, die starke Bauchkrämpfe verursachen und schlechte Winde erzeugen. Paulus grüßt nur solche, die im Herrn sind und dazu gehören natürlich auch Kranke und Verwundete. Vielleicht war das Haus des Narcissus eine Arztpraxis oder Heilstätte. Dort konnten die Kranken und Verwundeten, ob von körperlichen, seelischen oder geistlichen Dingen geplagt, in aller Stille und Ruhe gesunden. Schaffen auch wir heute Schutzräume für unsere Verwundeten und Kranken und wir werden staunen, wie sie in ihrem eigenem Tempo gesunden und zu Helden Christi werden.




Prophetisch spricht Herodion von den ganz Mutigen. Sie ha­ben sich trotz zahlenmäßiger Übermacht dem Gegner gestellt und tapfer gekämpft und obsiegt. Weil Herodion zusammen mit Narcissus genannt wird, könnte Herodion nach den anstrengenden Schlachten bei Narcissus seine Verletzungen verbinden lassen und sich erholen, damit alle Wunden in Ruhe ausheilen können. Esther 1,3

Vergesset nicht, die größte Auseinandersetzung der Weltgeschichte kommt noch, daher: Lasst sie ein wenig ausruhen und im Herrn neue Kräfte schöpfen.  




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Grüßet Tryphäna und Tryphosa, die im Herrn arbeiten. Grüßet Persis, die Geliebte, die viel gearbeitet hat im Herrn.




Tryphäna bedeutet luxuriös und Tryphosa „prächtig gedeihend bzw. schweigend. Beide arbeiten im Herrn. Persis ist eine Schwester aus dem Nahen Osten, ob aus Persien, Saudiarabien oder Israel? Eines wird deutlich, auch sie hat viel gearbeitet und ihren Reichtum für den Weinberg Gottes verwendet; und nie und niemals hat sie darüber geredet. Wie viele Araber und Araberinnen glauben an Jesus als ihren Herrn und Gott und verrichten mit ihrem Vermögen den Dienst in aller Stille. Wie viele Juden setzen bereits heute einen Großteil ihres Vermögens für Gott ein. Aber ein wichtiges Land dürfen wir nicht vergessen, Amerika. Dieses Land gibt ein vielfaches von dem, was der Rest der Welt zusammen an Vermögen für Gott einsetzt.




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Grüßet Rufus, den Auserwählten im Herrn, und seine und meine Mutter.




Rufus bedeutet Rot. Das erinnert mich an die Versammlung namens Sardes. Sardes bedeutet „die Rote Eine“. Es scheint ein Hinweis auf die Zeiten der Verfolgung zu sein. Rufus hat vielleicht sogar ein Martyrium wegen seines Glaubens hinter sich. Er trägt die Malzeichen an seinem Leibe. Aber wer ist diese Frau, die Paulus sowohl als seine Mutter als auch die des Rufus bezeichnet? Es könnte sich um eine Schwester handeln, die sich des Paulus derart angenommen hatte, als wenn der Apostel ihr eigener Sohn wäre. Was für eine herzliche Liebe! Mütter geben für ihre Kinder alles, selbst das eigene Leben.




Prophetisch deutet Rufus auf die Drangsale von Seiten der Menschen und auch deren Mordlust. Die Mutter deutet auf das Himmlische. Es ist die Braut des Lammes und die Mutter des Überrests Israels, das Weib aus Offenbarung 12, die mit der Sonne bekleidet ist und in Geburtswehen liegt. Das Kind ist nicht der Messias, sondern der Zweitgeborene Rahels, der Überrest Israels, auch Benjamin genannt.




Weiter lesen wir:




Grüßet Asynkritus, Philegon, Hermes, Patrobas, Hermas und die Brüder bei ihnen.




Hier könnte es sich um eine kleine Versammlung handeln, die es in der Welthauptstadt Rom zuhauf gab. Asynkritus bedeu­tet „unvergleichbar“. Es wird die Einzigartigkeit eines Bruders hervorgehoben, um die Einzigartigkeit eines jeden Gläubigen herauszustellen. Gott schafft keine Kopien. Beim Herrn gibt es nur Originale. Und weil Asynkritus mit einer ganzen Reihe von Brüdern und Schwestern genannt wird, muss auch die Versammlung ein Original gewesen sein.




Phlegon bedeutet leuchtend; seinen Lebenswandel stellte er nicht unter den Scheffel, alle Menschen in seinem Lebensumfeld konnten sein Licht sehen und seine Wärme spüren.






Hermes war der Götterbote der griechischen Götterwelt. Er besaß eine bedeutsame Eigenschaft, er war schnell, deshalb wurde er auch „der schnelle Götterbote“ genannt.  Aber unser Hermes ist besonders und darauf spielt sein Name an. Hermes ist der schnelle Bote des dreieinigen Gottes. Mögen viele eilige Hermes unterwegs sein, um besonders den Juden und Muslimen den Dreieinigen Gott vorzustellen.




Patrobas bedeutet „des Vaters Leben“. Bei diesem Bruder könnte man das Sprichwort anwenden: Wie der Vater, so der Sohn. Dazu passt der Vers: Sehet, welch eine Liebe hat der Vater uns erzeigt, dass wir seine Kinder heißen sollen. Mögen die Menschen doch von uns sagen können: Ganz der Vater.




Hermas ist die weibliche Form von Hermes, auch sie ist eine schnelle Botin ihres Herrn, der jetzt im Himmel weilt. Hermas und Hermes konnten viel von den unsichtbaren Dingen erzählen und es wurde nie langweilig, weil die Wunder und Herrlichkeiten seines Wortes von den Götterboten schlicht, einfach und doch spannend erzählt wurden.




Und die Brüder alle. Ist das nicht schön? Keiner von den Geschwistern wird ausgelassen, auch wenn sie nicht namentlich erwähnt werden. Jesus kennt ihre Namen alle und weiß von ihrem Werk. Auch dich kennt er und weiß von deinen Mühen und der vielen Arbeit, die kein anderer sieht noch kennt. Jesus aber nimmt davon Notiz und gibt dir und jedem anderen Überwinder einen ganz besonderen Namen, den er mit eigener Hand, mit dem Finger Gottes, auf einen weißen Stein, persönlich eingraviert.




Prophetisch deutet die Gruppe um Asynkritus auf die Ver­sammlung Israels an. Phlegon bedeutet leuchtet. Es ist die Abendsonne, die ihre warmen Strahlen in die Welt aussendet. Hermes und Hermas sind emsig dabei, den Juden und den Moslems weiterhin den Dreieinigen Gott vorzustellen, wie z.B. alle drei Personen der Gottheit von der Schöpfung an tätig waren. Ja selbst als Jesus auf Golgatha sein Leben hingab, um die jeden Menschen zu retten, da waren sowohl der Vater als auch der Heilige Geist zugegen.

Und Patrobas hat Gott als den liebenden Vater vorgestellt und in seinen Reden alle Facetten seines warmherzigen Wesen vorgestellt. Sicherlich, Gott ist auch ein furchtbarer Gott, aber dass unterstellen sie ihm sowieso. Den liebenden Vater, den kennen die allermeisten Menschen noch nicht.  




Weiter lesen wir:




Grüßet Philologus und Julias, Nereus und seine Schwester und Olympas und alle Heiligen bei ihnen.




Philologus bedeutet Freund des Wortes. Welch schöne Be­zeichnung für einen Christen, dessen Freund das Wort Gottes ist. Ist die Bibel auch dein Freund?

Nun, Jesus ist das fleischgewordene Wort Gottes und somit ist Philologus ein Freund Jesu. Übrigens: Freunde tauschen einander Geheimnisse aus und so erzählt und erklärt der Herr dem Philologus seine Rätsel.




Julias deutet durch seinen Namen sinnbildlich auf seine königlich-himmlische Herkunft. Gott hat Julias zum König- und Priestertum auserwählt. Seiner Berufung gemäß übt er bereits heute mit dem Herrn die verborgene Herrschaft aus, dient den Menschen priesterlich, sowohl durchs Gebet als auch im praktischem Tun.




Nereus leitet sich von Naus ab und bedeutet Boot, mit der Grundbedeutung von nass. Nereus und wasserscheu? Von wegen! Dieser Bruder ist nicht vorzeitig aus dem Schiff, welches sich Gemeinde nennt, ausgestiegen, sondern hat alle Höhen und Tiefen der Unwetter auf dem Meer durch-lebt. Er hat hart gerudert, ist nicht müde geworden, ganz gleich wie viele Wellen über ihn zusammenschlugen.




Olympas leitet sich vom Ort des griechischen Göttersitzes ab, hoch droben, auf einem der ewigen Hügeln muss es sein. Im übertragenem Sinn ist Olympas wie einer, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, gleich wie ein Engel, und erklärt den Brüdern und Schwestern Gottes Handeln, so wie der Engel Gabriel dem Daniel oder die Engel dem Jünger, welchen Jesus liebte oder wie Mose dem Volk Israel() oder wie die zwei Fremden, die der Einladung Lots gefolgt sind.  




Ich denke, das Kapitel kann jeder in seiner eigenen Bibel in Ruhe zu Ende lesen und dann selbst auf Entdeckungsreise geh'n. Immer dreht sich alles um den Herrn und sein Werk.




Das ist:  



1. die Arbeit am Evangelium,


2. der Dienst an den Heiligen,


3. die Liebe unter den Geschwister,


4. die Liebe zu ihm.




Aber es geht dann auch notwendiger Weise um solche, die Zwiespalt und Ärgernisse anrichten. Der Apostel Paulus fordert alle Christen auf, sich von diesen Menschen weg-zuwenden; auch sie sind zwar Arbeiter und Lehrer, aber nicht Lehrer des Guten, sondern Lehrer des Bösen und somit dessen Arbeiter. Gute Mitarbeiter empfiehlt der Herr, aber sie brauchen auch unsere Unterstützungen und Empfehlungen. Machen wir es ihnen leicht, hören ihnen zu und ermutigen sie, so wie es Paulus getan hat. Auch in diesen Angelegenheiten ist uns der Apostel ein wegweisendes Vorbild.




Schlussbemerkung

Paulus hat uns die Liste mit den Grußadressen nicht nur deshalb geschrieben, um die Geschwister, die sich in dieser Zeit in Rom aufhielten, zu grüßen und ihre Vielfältigkeit der Dienste und Mühen herauszustellen. Das 16. Kapitel beschreibt uns auf sehr kreative Weise auch die Geschichte des Christentums. Von Pfingsten an bis zur Entrückung. Dazu sehen wir uns die letzten betrachteten Verse nochmals an und versuchen die dahinterliegende Struktur zu erkennen.







Zwei Gruppen: Brüder und Freunde

Die Brüder

   Grüßet Asynkritus, Philegon, Hermes, Patrobas, Hermas und die Brüder bei ihnen.




Asynkritus bedeutet:    unvergleichbar;

Philegon bedeutet:      leuchtend;

Hermes:                   der Götterbote;

Patrobas:                  des Vaters Leben;

Hermas:                   die Götterbotin;

Brüder alle:               die gesamte Versammlung.







Die Freunde

   Grüßet Philologus und Julias, Nereus und seine Schwester und Olympas und alle Heiligen bei ihnen.




Philologus                 Freund des Wortes;

Julias                       königlich-himmlische Herkunft;

Nereus + Schwester   Boot; Wurzel: nass;

Olympas                  Sitz der Götter;

alle Heiligen              bei ihnen.




Vergleichen wir die Verse 14 und 15, fallen markante Unterschiede auf. Die erste Gruppe, Vers 14, beschreibt die Versammlung Gottes. Sie wird als „unvergleichbar“ charakterisiert. In der zweiten Gruppe, Vers 15, werden die Heiligen als Freunde bezeichnet.  

Die Gruppe der Brüder besteht aus den Gläubigen aller Gemeinden, von Pfingsten bis zur Entrückung. Die Gruppe der Heiligen werden gebildet aus allen Gläubigen aus der Zeit des Alten Testaments, das heißt, das sind all jene, die eine Wiedergeburt erlebt haben, so wie Abraham.




Das sich in der ersten Gruppe Philegon befindet will andeuten, dass die Versammlung, wenn sie im Himmel ist, immer noch leuchtet, gleich wie die Sonne oder wie in Offenbarung 21,11: und sie hatte die Herrlichkeit Gottes. In der Gruppe der Freunde wird uns mitgeteilt, dass die Gläubigen auch königlich-himmlisches Geschlecht sind, allerdings und dann im besten Fall, sind die Freunde Krondiener. An der Spitze der Pyramide stehen der Herrn und seine Herrin, Jesus und seine Braut. Sie bilden symbolisch die Sonne ab, die am Tag herrscht. Und in Ewigkeit wird im himmlischen Jerusalem die Nacht nicht mehr sein.




Der Götterbote Hermes steht für den Herrn und die Hermas steht für die Versammlung. Wieder zurück zur Gruppe der Freunde. Wer ist Nereus? Das ist der Bootsbesitzer. Aber noch mehr. Sein Name ist eine Anspielung auf die Arche, dem Rettungsmittel aus Holz. In der Geschichte Jonas, jetzt jüdischer Fokus, repräsentiert der Prophet die Juden und der große Fisch ist dann ihr Rettungsmittel.




Am Ende von 6000 Jahren sind alle Heiligen am „Sitz der Götter“, dem himmlischen Jerusalem, angekommen.




Der Empfehlungsbrief - Philemon

Ich scheue mich nicht, das ganze Buch  abzudrucken, weil der Brief nicht nur zu den zärtlichsten der gesamten Heilgen Schrift gehört, sondern weil er uns als Parabel auf den ver­worfenen Herrn selbst gelten kann.







Jesus ist Onesimus

Der leidende Gottes-Knecht, ob er entflohen oder fortgejagt wurde? Wer weiß das schon so genau? Doch seine Geschichte wird uns durch die Flucht des Richters Jephta nochmals erzählt und dass er in ein gutes Land floh, dem Lande Tob. Viele Jahre später tut es den Brüdern leid. Und so wird Onesimus, ähm, Jephta von den Gileaditern gebeten, sie aus ihrer großen Not zu befreien. Ja, Jephta war ein tapferer Held!  (Siehe auch Skript: Elia und Elisa)




Paulus der Alte repräsentiert das in die Jahre gekommene christliche Zeugnis, aber gleichzeitig auch den Herrn, den Mann, alt an Tagen.




Nur nicht verwirren lassen. In diesem Brief kann jeder jede Rolle einnehmen. Der Text ist gerade dazu gemacht, um in die Rolle des anderen zu schlüpfen. Die Liebe zum Herrn und die Liebe zu den Geschwistern macht es möglich.




Der Empfänger des Briefes, Philemon, repräsentiert u.a. die Juden, die zum Glauben an Christus gekommen sind. Jesus gilt dem Philemon vielleicht nur als ein großer Rabbi oder sogar als Messias, aber vielleicht nur als der leidende Messias, dem Ben-Joseph? Er wartet eventuell, wie Nathanael, auf den Messias Ben-David, dem König Israels, der als Heeroberster die Feinde besiegt? Aber reicht das denn? Ist Jesus nicht viel mehr? Heute gibt es eine Menge von Juden, die sich als messianische Juden bezeichnen, doch an welchen Messias glauben sie?

Der Hebräerbrief erhebt den Sohn Gottes über die Engel und noch viel viel höher, denn es heißt: Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Doch von den Engeln heißt es: Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten. Und wenn schon die Engel, die weit über uns stehen, dem Sohn Anbetung zollen sollen, wie viel mehr wir, die wir Menschen sind.




Es könnte gut sein, das Philemon ganz andere Erwartungen an Onesimus gestellt hatte, die Onesimus damals nicht erfüllen wollte, denn sonst hätte er niemanden nützlich sein können. Wir meinen, nützlich für die Ewigkeit. Welchen Nutzen hätte es für uns gehabt, wenn Jesus damals den Thron Davids bestiegen hätte? Wer hätte uns dann von unserem Elend erlösen können?




Onesimus heißt wörtlich übersetzt: nützlich, rentabel, ergiebig, gewinnbringend. Sein Name war und ist Programm. Wenn der Prediger fragt: Was hat der Mensch für einen Gewinn bei all seiner Arbeit, dann verweisen wir den schlauen Salomon auf Onesimus. Alles was der Knecht Gottes tat wurde für uns gewinnbringend angelegt. Als Knecht Gottes heißt er nicht nur Nützlich, er ist es für uns in jeder Hinsicht. Und auch seine Diener haben ewigen Gewinn, wenn sie in seinem Weinberg arbeiten.




Sehen wir uns die griechische Wortwurzel seines Namens genauer an, so wird uns Onesimus vor unseren Augen enthüllt und der unschätzbare Wert seiner Person und seiner Arbeit uns unermesslich reich machen.







Onesimus:  




◾ist ein Vergnügen,
◾bereitet eine Lust,
◾an ihm empfindet man Wonne (Wohlbehangen),
◾er bereitet Freude.




Kurz gesagt: Onesimus macht glückselig.




Da sag noch einer, Onesimus war unnütz. Unsinn! Wann immer der Autor dieser Zeilen den Herrn vor den Menschen bekannt hat, kam große Freude im Herzen auf und das sehnliche Verlangen, davon nicht zu lassen. Möge das Feuer der Leidenschaft für meinen Herrn nie erlöschen. (Dieses Feuer muss unbedingt immer wieder angefacht werden. Und wie? Es ist ganz einfach: Holz nachlegen, das Holz vom Kreuz.) Herr, wie herrlich und lieblich ist dein Name.







Wir lesen:

Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, Philemon, dem Geliebten und unserem Mitarbeiter, und Appia, der Schwester, und Archippus, unserem Mitkämpfer, und der Versammlung, die in deinem Hause ist: Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

Ich danke meinem Gott, indem ich allezeit deiner erwähne in meinen Gebeten, da ich höre von deiner Liebe und von dem Glauben, den du an den Herrn Jesus und zu allen Heiligen hast, dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in Anerkennung alles Guten, welches in uns ist gegen Christum Jesum.

Denn wir haben große Freude und großen Trost durch deine Liebe, weil die Herzen der Heiligen durch dich, Bruder, erquickt worden sind. Deshalb, obgleich ich große Freimütigkeit in Christo habe, dir zu gebieten, was sich geziemt, so bitte ich doch vielmehr um der Liebe willen, da ich nun ein solcher bin, wie Paulus, der Alte, jetzt aber auch ein Gefangener Jesu Christi.

Ich bitte dich für mein Kind, das ich gezeugt habe in den Banden, Onesimus, der dir einst unnütz war, jetzt aber dir und mir nützlich ist, den ich zu dir zurückgesandt habe ihn, das ist mein Herz; welchen ich bei mir behalten wollte, auf dass er statt deiner mir diene in den Banden des Evangeliums. Aber ohne deinen Willen wollte ich nichts tun, auf daß deine Wohltat nicht wie gezwungen, sondern freiwillig sei. Denn vielleicht ist er deswegen für eine Zeit von dir getrennt gewesen, auf daß du ihn für immer besitzen mögest, nicht länger als einen Sklaven, sondern mehr als einen Sklaven, als einen geliebten Bruder, besonders für mich, wieviel mehr aber für dich, sowohl im Fleisch als im Herrn.

Wenn du mich nun für deinen Genossen hältst, so nimm ihn auf wie mich. Wenn er dir aber irgend ein Unrecht getan hat, oder dir etwas schuldig ist, so rechne dies mir an. Ich, Paulus, habe es mit meiner Hand geschrieben, ich will bezahlen; dass ich dir nicht sage, dass du auch dich selbst mir schuldig bist.

Ja, Bruder, ich möchte gern Nutzen an dir haben im Herrn; erquicke mein Herz in Christo. Da ich deinem Gehorsam vertraue, so habe ich dir geschrieben, indem ich weiß, dass du auch mehr tun wirst, als ich sage. Zugleich aber bereite mir auch eine Herberge, denn ich hoffe, dass ich durch eure Gebete euch werde geschenkt werden.

Es grüßt dich Epaphras, mein Mitgefangener in Christo Jesu, Markus, Aristarchus, Demas, Lukas, meine Mitarbeiter. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geiste!




Paulus und Timotheus schreiben an den Mitarbeiter namens Philemon. Am Ende des Briefes richtet Paulus von anderen Mitarbeitern Grüße aus. Ein Brief von Mitarbeitern an Mitarbeiter mit vielen Grüßen, die eine enge Beziehung zwischen den Geschwistern ausdrücken, eine einzigartige dazu, denn Gott hat sie zu einem neuen Menschen zusammengefügt.  

Onesimus wird dem Empfänger wärmstens empfohlen. Das Schreiben ist kein nüchternes Arbeitszeugnis, sodass sich die Qualitäten des Mitarbeiters in Geld berechnen ließe. Es sind Zeilen der Liebe. Wir haben bereits die Wortwurzel unter­sucht, in der die Freude und Wonne der Arbeitenden zum Ausdruck gebracht wird. Onesimus war keine Trauerweide und so darf und sollte die Beschreibung eines solchen Dieners auch immer mit großer Lust und Wonne erfolgen, um dem Empfänger mitzuteilen, wie wertvoll uns ein Nützlicher,  ein Onesimus, ist.




Ob wir ebenso nützlich sind? Paulus schrieb liebevoll und zärtlich. Möge es doch auch uns gelingen das Getöse, dass vor weit über 100 Jahre in Bethesda losgetreten wurde, in ruhige Bahnen zu lenken und dennoch klar und deutlich mit unserem Anliegen rüberkommen, um so die Zerstreuten zu sammeln.







Die Feinde in Psalm 23

Das hebräische Wort Zarar beschreibt präzise die Feinde des großen David und stellt sie außerhalb des engen Kreises wenn er sagt: Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde. Die Zänker gehören formal auch zum Volk Gottes, aber sie engen die treuen Christen ein, indem sie sich an Spitzfindigkeiten klammern, die einzig und allein den rein menschlichen Vernunftschlüssen entsprungen sind.

Indem die Feinde an ihren Überlieferungen krampfhaft festhalten, werden sie unweigerlich zu Fanatikern, die einem nicht mehr zuhören wollen, selbst wenn man ihnen plausible Erklärungen vorstellt. Auf diese Weise entstehen Sekten.

Einige von ihnen gehen dabei soweit, dass sie einem den Mund verbieten. Manch einer sagt es in einem mit höflichen Ton, doch das macht die Sache auch nicht besser. Wenn Gott das eine Gesetz, dass aus einer Satzung besteht, auf das fleischerne Herz eines Menschen geschrieben hat, dann darf dieser auch am Tisch Platz nehmen. Dann darf der Fremde die Gastfreundschaft, das ist die Liebe der Gemeinde zu ihm als Fremden, genießen.




Onesimus war kein Fremder. Er war und ist ein Diener des Philemon und auch des Apostels. Ob entlaufen oder fortgejagt, ob schuldig oder nicht schuldig, was auch immer die Trennung zwischen ihm und Philemon bewirkt haben mag, Paulus bringt die Störung zur Sprache, will die Dinge für Onesimus und Philemon in Ordnung bringen, wenn da etwas war. Mir scheint, dass auch Philemon selbst die Ursache des Zerwürfnisses sein könnte. Der Text lässt jedoch auch diesen Aspekt völlig offen, gleichwie auch die Rolle des Onesimus in der Luft hängt.  Der Brief ist ein Lückenbrief.




Ich glaube, jeder muss die Leerstellen im Text für sich selbst füllen. Es hängt ganz von deiner Beziehung ab, die du zu einem Onesimus hast. Ob du ihn fortgejagt oder er dir entflohen ist? Oder bis du vielleicht selbst der Entlaufene oder Fortge­jagte? O, wie schnell wird man sich in der Entfernung fremd. Geschiedene Ehepartner können davon ein Lied singen und es tönt immer in Moll.




Paulus jedenfalls behandelt die Angelegenheit mit äußerstem Feingefühl. Das erinnert mich persönlich an Situationen, in denen es an Feingefühl nicht nur mangelte, sondern gänzlich fehlte. Es donnerte in verbalen Auseinandersetzungen von Brüdern gegen Brüder. Bei solchen Wortgefechten werden in erster Linie die Gefühle verletzt. Auch und besonders solche Verletzungen müssen bereinigt und geheilt werden. Streit unter Brüdern? Das scheint auch hier der Fall gewesen zu sein. Durch die gegenseitigen Herabwürdigungen verlieren beide Seiten den inneren Frieden, gehen unmerklich mit dem Harder nach Hause und mit Wut lange schwanger.




Hören wir auf den Herrn und lassen die Sonne nicht über unseren Zorn untergehen, sondern versöhnen uns, bevor die Nacht hereinbricht, die Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Auch und besonders die Versöhnung zwischen Juden und Christen muss auf der Tagesordnung stehen.




Welch großen Gewinn hätten wir, wenn die Ausgrenzung beendet und das Volk Gottes in gemeinsamen Stunden unseres Herrn gedenken würde? Wie er litt und wie er starb und dass um unsertwillen. Und nicht nur die Christen untereinander, sondern auch die an Jesus Christus gläubig gewordenen Juden. Sie mit uns und wir mit ihnen. Manch örtliche Gemeinde wird hoffentlich den Mut aufbringen und die falsche Absonderung beiseite tun, auch auf die Gefahr hin, dass sie vom „Verband“ ausgeschlossen werden.







Ein hinterlistiger Anschlag

Der Feind schläft nicht. Er streut Gift. Wenn wir im Alltag mit eigenen Schlussfolgerungen so oft daneben liegen, wie viel mehr in geistlichen Dingen. Jakobus, der Halbbruder des Herrn, sagt in Bezug auf die Lehre: Wir alle straucheln oft. Das Straucheln bezieht sich nicht auf moralisch Sündiges, sondern auf die Ausdeutungen der Schrift. Wenn Jakobus in der Lehre strauchelte, wie viel mehr wir? Das Straucheln gilt sowohl für Luther als auch für die anderen Reformatoren. Ge­hören sie wegen ihrer Fehldeutungen nicht mehr zur Gemein­de? Natürlich gehören sie weiterhin dazu. Das gilt auch für die Männer und Frauen vor und nach der Reformation; und das gilt auch für die tüchtigen Arbeiter der Erweckungsbewegungen des 16., 17., 18., 19. und 20. Jahrhunderts; und natürlich auch heute.

Jeder lehrende Bruder kann sich irren, auch gemeinschaftlich mit anderen.




Nun kommen wir nochmals zur Praxis der Exklusiven, die auch unter dem Namen „Alte Versammlung“ bekannt sind. Möge der Herr ihre Trutzburg sturmreif schießen und mögen meine Ausführungen Munition für ihn sein. Es gilt die Mau­ern falschverstandener Absonderung niederzureißen und nicht die Brüder zu beschädigen. Vielleicht werden sie beschämt, aber wäre das nicht heilsam?




In Jeremia 1 wird uns bereits mitgeteilt, dass der Herr die Mauern menschlicher Überlegungen einreißen, aber er  selbst neue Mauern aufrichten wird. Schutzmauern sind zwingend und notwendig, aber nur solche, die Gott selbst aufbaut. Dazu das Skript „Der Prophet Maleachi“,auf http://Simson-project.com/ Behandelt wird ein Zitat von R. Brockhaus, geb. 13.02 1856, gest. 19.09.1932), aus dem er-sichtlich wird, wie die Exklusiven noch heute denken:

Quelle: http://www.bibelkommentare.de




In den verschiedenen religiösen Benennungen, die ihrem ei­genen Bekenntnis nach sich als solche versammeln, wie auch in den Gemeinschaften, die auf dem Boden der Unabhängig­keit errichtet sind, ist die Wahrheit von dieser Einheit des Leibes und der Gegenwart Christi in der Mitte der Ver­sammlung, wie sie in Matthäus 18,20 den Zweien und Drei­en verheißen ist, die „zu Seinem Namen hin versammelt sind“, praktisch aufgegeben. Das Bewusstsein von der in dem einen Brot dargestellten Einheit des Leibes Christi ist entwe­der gar nicht vorhanden, oder diese Einheit wird trotz des vorhandenen Bewusstseins nicht verwirklicht. Deshalb kann man nicht sagen, dass der „Tisch des Herrn“ bei ihnen ist. Sie feiern das Abendmahl, und, wie schon gesagt, vielleicht einzelne von ihnen mit tieferem Ernst als manche von denen, die auf dem Boden der Einheit zu stehen bekennen. Aber die in dem Wort „Tisch des Herrn“ enthaltene Wahrheit kommt bei ihnen nicht zur Darstellung, wird vielmehr schon durch ihr Bestehen geleugnet.  




In Kürze werden wir auf unserer Webseite umfassend dazu Stellung nehmen. An dieser Stelle kann das nur in komprimierter Form geschehen und wie schon gesagt, die Textgrundlage bildet das Buch Maleachi. Wenn du aber selbst forschen möchtest, dann studiere die Texte aus Maleachi 1, die Verse 8 und 13. Untersuche insbesondere die Wörter „Geraubtes“, „Krankes“ und „Lahmes“. Hilfreich wird dir nur der hebräische Text sein. Nochmals die Begriffe mit der dazugehörigen Strong-Nr.:






1. Geraubtes H1497


2. Lahmes H6455 Wurzel H6452


3. Krankes H2470


4. Blindes H5787




Die Begriffe beziehen sich:









1. auf das Opfer,



2. auf die Art und Weise der Opferung,



3. auf die Opfernden in Beziehung zu den anderen Pries­tern, das sind die Mitgeschwister.




Blindes עור (iw-wer)  



1. blind (wörtlich und bildlich);

Verstärkungsform von blind sein עור (aw-wer) eine Grundwurzel von H5785 mit der Bedeutung: einen Film über den Augen haben; jetzt die Erklärung:

H5785 עור (or)



1. Haut (wie nackt),


2. (durch Schlussfolgerung) versteckt, ledern.




Die Wurzel davon: עור (oor) H5783 und bedeutet:



1. entblösst (sein), enthüllt, aufdecken, offenlegen.




Die Priester in Maleachi sind blind, erkennen sich nicht, sehen nicht, dass sie vor Gott nackt sind, gleichwie in der Parabel von Anderson: Des Kaisers's neue Kleider. Wollten sie doch endlich sehend werden, sich selbst erkennen, dann würde der Herr sich ihnen offenbaren, sich und seine Geheimnisse enthüllen; dieser Zusammenhang ist schon verblüffend, nicht wahr? Sich selbst im Spiegel des Wortes Gottes als entblösst zu erkennen und dies dem Herrn aufrichtig bekennen, dazu gehört schon eine gewaltige Portion Gottesfurcht, sie aber bewirkt die Enthüllung seiner Person und der seiner Geheimnisse und wir verstehen seine Rätsel und Puzzle. Adam und Eva hatten das einzig richtige getan, sie bekannten vor dem Herrn, dass sie nackt sind. Erst dann bekleidete Gott sie. Er überkleidet sie mit Fellen von Tieren, die er zuvor vom toten Körper abzogen und später, nach der Gerbung, den Menschen anzogen hatte. Die Tiere werden entkleidet und der Mensch mit der Tierhaut bekleidet. Die Bekleidung kam vom Opfer und von wem sprechen die Opfer, wenn nicht vom Lämmlein, das geschlachtet worden ist. Wer ist das Lamm? Es ist der Messias, der Jesus von Nazareth, das ist der Christus, den wir angezogen haben.




Ein Mensch kann dies alles mit dem Kopf verstanden haben und glauben, wenn es aber nicht bis ins Herz dringt, dann ist da drinnen dunkel, das Herz blind und es herrscht in der Finsternis eisige Kälte. Durch das Auge dringt kein Licht, weil es mit einem sonderbarem Film überzogen ist. Ob das die sonderbare „Brüderbrille“ ist, die mir einmal ein sogenannter Bruder ins Gesicht schleuderte. Es fehlte nicht viel und ich hätte ihn fragen müssen: Was schlägst du mich mit Fäusten? Verbal hatte er bereits mehrmals zugeschlagen.


Das Eis kann kälter. Der Jakobusbrief ist an die zwölf Stämme in der  Zerstreuung gerichtet. Die Stämme werden durch die Namen der Söhne Jakobs repräsentiert. Das Wissen darüber dürfte heute Allgemeingut sein. Doch als ich vor Jahren in einer Bibelstunde den Fokus auf die Adressaten legte, wurde ich mit finsterster Miene angeschnauzt. In der darauffolgenden Woche standen die Brüder an der Eingangstür, um mich abzupassen, mir zu verstehen zu geben, dass ich draußen bleiben soll. Weil ich, wie zufällig, den Privateingang des Hauses nutze, saß ich bereits, ganz unbekümmert, auf meinem Stuhl, als sie meine Anwesenheit bemerkten. Es wurde angeregt, die Polizei zu holen, man brüllte mich an, die Schnauze zu halten …




Das Eis kann noch kälter. Davon zu berichten bricht mir das Herz und so belasse ich es mit den zwei Beispielen.     




Krankes H2470  חלה (chalah)



1. (wörtlich) eingerieben, gerieben;


2. erweitert (bildlich) schwach sein, krank, betrübt, gequält, betroffen;


3. oder (ursächlich) trauern, krankmachend;


4. und auch: schlagen (schmeichelnd, geschönt),  ansuchen, erbitten, bitten;




Wir reiben uns mit diversen Ölen und Cremes ein, um unsere Haut vor schädlichen Einflüssen von außen zu schützen, wie z.B. gegen UV-Strahlung, Austrocknung, Kälte uvm. Ins bildliche übertragen bedeutet es, dass eine Selbstmedikation vorgenommen wurde. Mit einem Ge-misch aus selbstgemixter Tinktur hat man sich einbalsamiert. Und so sind nicht wenige unter uns geistlich tot, nur sieht das keiner. Wie denn auch?

Man findet Blindes, Lahmes und Krankes, die von mancherlei Plagen oft gequält werden. Nicht Gott hat sie krank gemacht, es sind die eigenen Dornen, die ins Auge geh'n.




Ein Laie könnt's nicht besser machen, das was sie versuchen nun zu tun, die Sache, nur noch schlimmer als ich dachte. Der Ausfluss ihrer Blindheit ist ihr trüber Schleier, der an ihren Augen klebt, immer licht-undurchlässiger den Schmerz erregt. Der Herr empfiehlt aus seiner Pharmazie  wirksame Augensalbe und nur die.




Die Salbe muss wohl ganz speziell sein, denn das griechische Wort für Augensalbe ist ein Hapax Legomenon, das ist ein Wort, dass nur einmal in der Bibel vorkommt und auf die Endzeit weist; wie übrigens alle Hapax Legomena. Eine einzigartige Augensalbe, die nur am Ende des christlichen Zeugnisses gebraucht wird?

Untersuchen wir doch einmal das Wort „sehen“, um herauszufinden, was die Salbe so heilen soll. Das griechische Wort heißt „blepo“ und bedeutet ansehen, betrachten, untersuchen. Und welche Diagnose stellen wir? Wir sollen es dir unbedingt verraten:






1. sie können den Herrn nicht in die Augen schauen


2. haben den Herrn nicht untersucht,


3. haben Jesus nicht von allen Seiten betrachtet.




Stattdessen haben sie:



1. Kalenderblättchen gelesen,


2. eigene Kommentare zur ihrer Mischnah gemacht,


3. einseitig gelesen aus abgesonderten Verlagen,


4. favorisieren nur die eigene Interpretation.




Ihnen fehlt die intime Vertrautheit. So wie in einer zerrütteten Ehe. Formal besteht die Beziehung noch, aber selbst die Die Nachbarn können am Umgang sehen und erkennen, dass die Beziehung am Boden liegt. Einander ansehen würde nur schlechte Gefühle aufkommen lassen und so redet man nur über's Nötigste, wenn man aneinander vorbeiläuft. Den materiellen Pflichten geht man vorbildlich nach, doch die Bezie­hung pflegt man nicht, Gefühle sind Luxus. Das hat gewaltige Auswirkungen auf Familie, Gemeinde und ganz besonders beim Mahl.




Kannst du dir das vorstellen: Man ist verliebt, sitzt sich gegenüber und macht eine Trauermiene und dem anderen ist zum heulen zumute. Sieht so eine gesunde Beziehung aus? Mann, Frau, rutscht, innerlich schon vor dem Brotbrechen, hin, her, weiß nicht wie, ..., kommt aber dem nicht nach.




Und so hat das zerrissene Band seine tragischen Auswirkungen auf Fremde, die als unvoreingenommene Gäste den kalten Wind verspüren und dann gehen, um sich an anderen Orten zu erwärmen.






Lahmes H6455 פסח (Pisse-i-ach)



1. lahm von


H6452 פסח (pas-sach)


1. springen, hüpfen; (bildlich) überspringen, auslassen, aussparen, umgehen;


2. (Schlussfolgerung bzw. Auswirkung) zögern, sich zieren;


3. und auch wörtlich: hinken, humpeln, lahmen;




Beim Abendmahl wird gehüpft. Ja, richtig gelesen. Beim Brotbrechen überspringt man die innere Stimme, die leise Mahnung des Herrn: Gehe zuerst hin und versöhne dich. Und es wird weiter gesprungen. Man überspringt Geschwister, man ziert und weigert sich, Fremde am Abendmahl teilneh­men zu lassen. Warum eigentlich? Warum verweigert man sich, das Brot und und den Wein mit ihnen zu teilen? Warum werden die Fremden, sie sind doch auch Geschwister im Herrn, grundsätzlich ausgelassen? Das sind böse Dinge, die können Gott nicht gefallen, rein gar nicht. Deshalb kennzeichnet der HERR ihre Schlacht- Speis- und Dankopfer als lahm.

Wer Teller und Kelch dem Fremden verweigert, der lässt auch den Geringsten in der Gemeinde im Stich, reicht ihm noch nicht einmal die Hand.




Geraubtes H1497 גזל (Gasal)



1. ausgerissenes, herausgerupftes,


2. schinden, häuten, enthäuten; entkleiden, entblößen; oder rauben, ausrauben; plündern;


Auf Zweierlei angespielt, auf die Praxis zwei einflußreicher Gruppen:



1. Auf die katholische Beichte und


2. Auf die Zulassungspraxis der Exklusiven.




Während sich der Proband im Beichtstuhl immer wieder bis auf die Knochen entblößen muss, wird er unter den Exklusiven als Fremder „durchleuchtet“. Solche Untersuchungen können, jetzt wieder bildlich gesprochen, gleichfalls bis zur völligen Entblößung führen. Solche Praktiken sind Unfug. Gott nennt das, man spitze die Ohren, Raub. Und was raubt man so? Vor allem die Sichtweise des anderen, dann den zeitgemäßen Kleidungsstil, früher wenigstens. Wer nicht mit Schlips und Kragen daherkam, der gehörte nicht dazu. Apropos dazu gehören: Waren sie schon einmal in Israel und haben das orthodoxe Viertel besucht? Ich war öfter dort und immer erinnern mich Kleidung, Gesichter und der Habitus  an die Brüderversammlungen und dann gerate ich, wie so oft, in eine traurige und deprimierende Stimmung. Wäre da nicht mein HERR, der mich an jedem neuen Tag erfrischen, aufrichten und erfreuen würde, dann hätten Melancholie und mehr mich ertränkt.




Ach ja, vergaß zu fragen: Und was wird da ausgerupft? Oft sind es die noch kleinen Pflänzchen, die man so leicht aus der Erde ziehen kann. Sie verdorren bald, würde der Herr nicht über die Kleinen seinen Engeln befehlen. Größere und große Pflanzen sind nicht so leicht zu entwurzeln. Mit vereinten Kräften wird man sie dann eines Tages dennoch los. Die Löcher kann man dann nicht mehr füllen. Doch es fallen die Bösen selbst in das Loch Wer lahmes lähmt, krankes nicht heilt und raubend raubt, den wird Gott berauben, lähmen und krank werden lassen. Wenn der Gerechte nur mit Not, so wie Hiob, und Leid, so wie Hiob, Rettung erfährt, wie ergeht es erst dem, der es dem Herrn angetan hat? Hat Jesus nicht gewarnt? Was ihr einem meiner Geringsten getan oder nicht  habt, dass habt ihr mir getan bzw. nicht getan.




Auf den Opfern der Priester lasten noch andere böse Dinge. Nehmen wir das Brot. Unsere blinden Passagiere bringen unreines Brot und verachten damit seinen Namen. Welchen Namen verachten sie? Sie verachten den Namen Herr (אדון Adon H113). In Vers 6 wird noch ein weiterer Name genannt: Vater! Die Priester verunehren den Namen „Herr“ und den Namen „Vater“. Beide Namen beziehen sich auf ein und dieselbe Person. Beide Namen werden durch das unreine Brot verachtet. Sowohl der Vater als auch der Sohn werden durch solche Praktiken geächtet.




Wodurch wurde das Brot unrein? Weil sie den Namen des Herrn verunreinigten. Und wie wurde der Herr verunreinigt? Jetzt kommen wir zum eigentlichen Kern. Die Priester be­haupten, was sie aber nicht beweisen können: Der Tisch des Herrn (der Anderen) ist verächtlich. Die Priester stellen eine Behauptung auf und sagen, der Tisch des Herrn sei verächtlich. Diese böswillige Unterstellung verursacht die Verunreinigung des Herrn und das wiederum bewirkt, dass die Darbringung des Opfers, das Brot, unrein wird. Das Brot symbolisiert den Leib des Herrn. Wer das Brot unrein darbringt, der verachtet den Herrn.

Zäumen wir doch einmal das Pferd von hinten auf. Was bedeutet das Wort verächtlich in Bezug auf den Tisch des Herrn? Das hebräische Wort lässt sich mit Geringschätzung oder Missachtung übersetzen (H959). Die Priester verunreinigen den Herrn, in dem sie behaupten, dass der Tisch des Herrn von anderen Gemeinden gering geschätzt wird bzw. von anderen Priestern missachtet wird. Und das tun die Exklusiven seit bald 100 Jahren, denn R. Brockhaus behauptet:




Deshalb kann man nicht sagen,

dass der „Tisch des Herrn“ bei ihnen ist.




Das ist eine Missachtung und Geringschätzung anderer, aber vor allem verachten sie den Vater und den Sohn. Das nennt die Bibel verunreinigen. Und so wird das Brot durch ihre Ächtung den anderen Geschwister gegenüber unrein. Ihre Lob- und Dankopfer reichen, wenn überhaupt, nur bis zur Decke. Es feiern die Brüder Hochmut und Arroganz Hochzeit, aber nicht das Mahl des Herrn.




Die Exklusiven schließen jeden aus, der in einer anderen Gemeinde das Abendmahl feiert,  die nicht zum Verband der Alten Versammlung gezählt wird. Ist das nicht Hochmut? Ist das nicht arrogant? Das ist, die Brüder lieben's praktisch: Verachtung der andern Gemeinden und gleichzeitig verachten sie damit den Herrn. Und weil sie den Herrn verachten, wird ihr Brot unrein. Sie können von dem einen Leib so viel reden wie sie wollen, sie, die Exklusiven, verwirklichen diese Ein­heit auf keinen Fall, sondern treten sie durch ihre Praxis  mit Füßen.

Die Brüder der Alten Versammlung, so sagt der Herr, sind Räuber. Sie rauben, was ihnen nicht zusteht, indem sie den Fremden übergehen, Brot und Wein dem Gast vorenthalten, obwohl er Anteil daran hat, denn er gehört zu dem einen Leib.




Alles Enge bedrängt doch sehr. Es schlägt nicht nur den Magen, es verkrampft ihn und macht ihn krank. Was macht ihn krank? So richtig weiß es noch keiner, aber die Blähungen, auf sie kommen wir noch zu sprechen, lassen nicht nach. Und so finden sich die Verengenden am Ende in Laodicäa wieder. Der Herr steht vor ihrer Tür; er ist nicht drin. Er steht draußen und  klopft an. Gewährt man ihm Einlass? So gerne würde er eintreten und ihnen seine Augensalbe verkaufen. Ob sie ihm öffnen und den Preis dafür zahlen wollen?




Nach dem Studium dieser Verse wurde klar, warum Gott die Alte Versammlung während des Dritten Reiches verbieten ließ. In der Zeit des Versammlungsverbotes feierten sie i.d.R. kein Abendmahl. Ist das nicht bemerkenswert? Heute klopf er erneut, vielleicht zum letzten Mal. Wer dem Herrn die Tür auftut, mit dem wird er das Abendmahl feiern. Versprochen ist versprochen!







Geysire

Ihre Wasser werden plötzlich „ausgestoßen“ und strömen eruptiv an die Oberfläche, damit wird gezeigt, dass es sich um Springquellen handelt, die lange Zeit als solche nicht erkannt wurden, weil sie inaktiv waren. Durch Erdbeben werden sie reaktiviert. Springquellen entstehen unterirdisch, im Verborgenen. Durch heiße Gesteinsmassen, dem Magma, werden un­sichtbare Wasserteiche erhitzt, die dann, von Zeit zu Zeit, durch einen dünnen Austrittskanal als Geysire explosionsartig emporschießen. Es entstehen kurzzeitlich kleine bis große Wassersäulen, die auch Geysire (isländisch: strömen) genannt werden. Martin, ein Besucher des Geysirs Strokkur in Island berichtet, dass der heftige Geruch ihn sehr beeindruckte. Ob der Geruch ihn davon abhielt, ein solches Naturschauspiel zu erleben? Nein, Martin blieb und wurde, wie er sagte, voll ent­schädigt. Auch andere Besucher sind von dem Schauspiel voll auf begeistert.  




Der heftige Geruch, den Martin wahrnahm, gleicht dem Gestank von faulen Eiern und Schwefel. Was da so ausdünstet, worauf mag dies wohl hindeuten?  







Emmaus

Zwei Jünger gingen nach einem Dorf namens Emmaus. Ob es dort auch Geysire gab? Wir wissen es nicht. Eines ist jedoch sicher, es gab dort heiße Quellen. Und noch eines ist gesichert, die beiden Jünger erkannten in Emmaus den auferstandenen Herrn beim Abendmahl, während Jesus das Brot brach. Bereits auf dem Weg nach Emmaus entzündete Jesus die Herzen der Beiden. Und als sie den Auferstandenen erkannten, hielt es sie nicht mehr auf ihren Sitzen, sie eilten mit sehr großer Freude zurück nach Jerusalem.   

Kleopas und der andere Jünger hatten den Fremden zum Mahl eingeladen und Jesus nahm ihre Einladung an. Dies scheint uns die Umkehrung der Geschichte Lots zu sein. Die Emmaus-Jünger laden den vermeintlich Fremden  - Jesus, zu sich ein. In gleicher Weise werden auch die beiden Boten von Lot – allegorisch der Herr, eingeladen. In beiden Erzählungen wird das Mahl für die Teilnehmer zu einem Freudenmahl.




Emmaus bedeutet „heiße Quelle“ und ist ein Hapax Legomenon, das ist ein Wort, dass in der Bibel nur einmal vorkommt, und wie alle Hapax Legomena weisen sie auf die Endzeit. Die Liebe der Vielen ist am erkalten, aber in den Wenigen wird der Herr ein Feuer entzünden und diese werden, wie zur Zeit der Apostel, sich wieder in den eigenen Häusern oder an auch an fremden Orten treffen und das Abendmahl feiern. Als Fremde dürfen sie wissen, wenn sie den Herrn einladen, sei´s auch an fremden Orten, dann ist er auch in ihrer Mitte, denn er, der Verschleierte, ist es, der als Fremder Fremde einlädt.  







Verdorbenes

Die Gemeinde Laodicäa ist weder heiß noch kalt ist. Der Herr nennt sie lau (1. Hapax Legomenon)  Sie aber halten sich für beglückte Leute, die reich mit Beute, fleckenlose Kleidung tragen und den Durchblick haben. Doch der Herr steht vor der Tür. Warum?

Laodicäa ist blind und hat dabei die Türen verschlossen, sie lassen keine Fremden rein und mit den Fremden steht auch der Herr vor ihrer Tür.. Nun, der klopft, denn sehen können sie nicht, daher macht er sich lautstark bemerkbar. Das Jesus vor der Tür steht könnte auch mit seinem Gesundheitszustand zusammenhängen.

Ist er denn krank oder krank geworden? Der Herr geklopft, er spricht: Weil du lau bist und weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien (2. Hapax Legomenon) aus meinem Munde. Das Wort griechische Wort für ausspeien, emeo, bedeutet erbrechen. Dem Herr ist schlecht, speiübel zu mute. Warum? Weil ihm das unreine Brot auf den Magen geschlagen hat? Oder hatte er einen Bissen genommen, schmeckte das verächtliche Brot und will es jetzt ausspucken? Ganz gleich, ob Erbrechen oder Ausspucken, beide Reaktionen sind Schutzreflexe des Körpers. Sie sollen den einen Leib vor schädlichen Einflüssen schützen, ihn bewahren vor dem verdorbenen und unreinen Brot.







Medizin

Was kann die Gemeinde tun? Der Herr empfiehlt aus seiner Hausapotheke:  Augensalbe – Kollourion (3. Hapax Legomenon), um was zu tun? Jesus sagt: um deine Augen zu salben – egchrio (4. Hapax Legomenon), auf dass du sehen mögest. Dem Herrn ist übel und er wird das unreine Brot ausspeien, wenn die Gemeinde nicht umkehrt. Jesus empfiehlt Augensalbe. Welchen Zusammenhang haben der Gesundheitszustand Jesu und die Blindheit der Versammlung? Eine Verknüpfung können wir auf jeden Fall vornehmen: Laodicäa sieht nicht, das es ihrem Herrn schlecht geht. Wie denn auch?




Der Fisch

Ein Fisch lebt in einer sauberen Umgebung. Das Wasser ist klar und die Temperatur ist nicht zu kalt und auch nicht zu heiß. Wird ins Wasser Gift eingeleitet, so lässt sich das zuerst an den Augen der Fische erkennen. Ein Grauschleier liegt auf ihren Augen. In einem weiteren Stadium werden sie blass und farblos und am Ende sterben sie. Welche Fische gehören zur Risikogruppe? Alle Fische! Was ist zu tun, wenn man erkennt, dass Gift im Wasser ist? Ich zitiere eine Webseite, die sich mit den folgenden Tipps an besorgte Aquaristen wendet:






1. Die Fische umsetzen und


2. Ursache der Vergiftung suchen,


3. Wasser zu einem Großteil austauschen und


4. über Aktivkohle filtern.  




Wenn die Vergiftung nicht unverzüglich behandelt wird, dann müssen die Fische, wohl oder übel, umgesetzt werden. Die Ursache der Vergiftung ist uns jetzt bekannt, wir müssen dringend die Wasser austauschen, d.h., unsere Lehre der Absonderung über Bord werfen und die Belehrung des Herrn an Bord nehmen. Die falsche Absonderung stellt sich gegen Gott und gegen Menschen. Nach dem Austausch der Wasser muss das jetzt vorhandene Wasser mit Aktivkohle gefiltert werden. Wovon spricht Kohle? Es redet von Holz, dass aus dem Feuer des Gerichts gerade noch rechtzeitig entnommen wurde. Die Aktiv-Kohle neutralisiert beständig die Gifte, die vom Feind ins Wasser eingebracht werden.










Alles fremd

Zwei Fremde an einem fremden Ort,

laden vermeintlichen Fremden zu Wein und zu Brot.

Laodicäa redet viel und oft von dem einen Leib, eines ihrer Lieblingsthemen.  Sie sagen: Der eine Leib spricht von dem einen Brot, die Vielen, die Gläubigen an jedem Ort, sie alle bilden den einen Leib. Aber der Tisch, der Tisch der Anderen, ist nicht der Tisch des Herrn, sagen sie. Wenn jene sich in ihren Gruppen sammeln, um das Abendmahl zu feiern, ist es nicht der Tisch des Herrn, so sagen sie: Ihr Tisch ist verächtlich, und tatsächlich verachtet Laodicäa die Fremden. Durch ihre Praxis sagen sie: Wir sind der Leib, das Brot. Der Herr ist in unserer Mitte, an jedem Ort - ihr nächstes Lieblingsthema. Doch Jesus steht draußen. Ihm haben sie den Zutritt verwehrt, halten die Türen vor ihm verschlossen, haben ihn nicht geehrt. Und Jesus sagt ihnen: Was habt ihr getan, an meinen Geringsten, das habt ihr getan, an mir, dem Geringsten.




Die falsche Absonderung wird auch durch die beiden Jünger, die nach Emmaus gingen, dargestellt. Sie verließen betrübt Jerusalem und gingen ihren eigenen Weg. Der Herr lässt sie aber nicht allein, er gesellt sich ihnen zu, sozusagen unsichtbar,  spricht zu beiden Jüngern,  ohne dass sie ihn erkennen. Der Herr gibt den Weg nicht vor, er lässt sich scheinbar auf ihren Weg ein. Einer der Jünger heißt  Kleopas. Den Namen müssen wir uns unbedingt ansehen. Er leitet sich von kleos (G2811) ab und bedeutet:






1. Ansehen, Ruhm, Berühmtheit.




Welche Art von Berühmtheit liegt hier vor? Die Exklusiven haben viele gute Vorzüge und das hat sie weltbekannt gemacht, aber sie werden gerufen, laut angerufen und von wem? Der zweite Namensteil erklärt es uns. Er lautet griechisch Pater und steht für einen Vater. Gott der Vater spricht zu ihnen und zwar laut. Nun auf zwei Gruppen gedeutet, auf:






1. die katholische Kirche,


2. und die Exklusiven.




Die Eucharistiefeier ist dem Herrn genauso ein Greul,  wie auch die falsche Absonderung der Brüder aus der Alten Versammlung. Gott der Vater ruft laut, er macht lärm, um seinen Sohn auf den richtigen Weg zurückzubringen, zurück nach Je­rusalem. Lese und studiere das Buch Maleachi.

Nachdem die Jünger beim Abendmahl den Herrn erkannten, sind sie zu den anderen, die in Jerusalem waren, zurückgeeilt.







Binden und lösen

In Matthäus 16 lesen wir dazu die Worte Jesu, die er an Petrus richtet: Und ich werde dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird in den Himmeln gelöst sein.

Was will der Herr dem führenden Jünger mitteilen? Dazu sehen wir uns die griechischen Wörter für binden und lösen genauer an.

Binden – δεω (deo) G1210 bedeutet:



1. binden


2. (bezüglich einer Heirat) verlobt sein,


3. selbst geloben zu heiraten.




Lösen – λυω (lyo) G3089 bedeutet:



1. lösen,


2. wenn durchgeführt: brechen, zerstören, auflösen


3. (ehelich) scheiden.




Was soll Petrus binden und lösen? Der Apostel hat von Jesus die Schlüssel des Reiches der Himmel erhalten. Was soll Petrus mit den Schlüsseln? Aufschließen, das ist sicher, aber was? Eine Tür, die ins Reich der Himmel führt. Für wen soll er die Türen aufschließen? So viele Fragen auf einmal. Der Reihe nach. Petrus schließt auf:






1. Für die Juden


2. für die Samariter


3. für die Nationen.







Für die Juden – Apostelgeschichte 2

Pfingsten vor bald 2000 Jahren. Über 120 Menschen waren beisammen, da kommt der Heilige Geist auf sie. Daraufhin reden sie Jünger in mindestens 16 verschiedenen Sprachen zu der zusammengelaufenen Volksmassen, die bestürzt sind über das, was sie hören. Petrus und die anderen 11 Apostel erheben sich, stehen auf und Petrus ergreift das Wort. Nach der Rede fragen die Zuhörer, es waren ausnahmslos Juden: Was sollen wir tun Brüder? Petrus antwortet: Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Es waren 3000 Menschen, die an diesem Pfingsttag ihre Sünden bekannten und sich auf den Namen Jesus taufen ließen, dann erhielten sie die Gabe des Heiligen Geistes.  







Für die Samariter – Apostelgeschichte 8

Philippus, ein Jünger Jesu, ging in eine Stadt Samarias und predigte ihnen vom Messias. Die Zuhörer glauben dem Evangelium und lassen sich taufen. Davon hören die Apostel in Jerusalem und senden Petrus und Johannes nach Samaria. Durch Gebet und Handauflegen erhalten auch die Samariter den Heiligen Geist.




Für die Nationen – Apostelgeschichte 10

In diesem Kapitel wird uns von einem Soldaten berichtet, dem römischen Hauptmann Kornelius; dieser war gut, ernsthaft und gottesfürchtig und nicht nur er, auch sein ganzes Haus. Zu diesem Mann wird Petrus gesandt, um die Gute Nachricht zu überbringen, dass Gott Frieden mit Kornelius und seinem Haus machen möchte und zwar durch Jesus, dem aus Nazareth. Und während Petrus die Gute Nachricht überbringt, fällt der Heilige Geist auf alle Zuhörer. Auf diese Weise hatte Petrus den Nationen die Tür zum Friedensreich der Himmel aufgeschlossen.







Die Tür

Petrus ist die Schlüsselfigur, er hat den Juden, den Samaritern und den Nationen das Reich der Himmel aufgeschlossen. Und damit hat er, wie auch später der Apostel Paulus, die Gläubigen gleichzeitig mit Christus verlobt, d.h., er bindet sie, griechisch „deo“, an den Messias.

Eine Verlobung kann auch gelöst werden oder nicht? Auch das tut der Apostel Petrus. In Samaria gab es einen Mann, der den gleichen jüdischen Vornamen trug wie Petrus. Es war der Zauberer Simon. Auch er glaubte und ließ sich taufen. Nur mit seiner Einwilligung konnte er getauft werden. Mit der Taufe gelobt ein Menschen, sich mit Christus zu verbinden.  Den Heiligen Geist bekam der Zauberer aber nicht, weil sein Herz nicht aufrichtig war. Petrus sagt zu ihm: Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du gemeint hast, dass die Gabe Gottes durch Geld zu erlangen sei. Du hast kein Teil noch Los an dieser Sache, denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott. Tue Buße über diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir etwa den Anschlag deines Herzens vergeben werde; denn ich sehe, dass du in Galle der Bitterkeit und in Banden der Ungerechtigkeit bist.




Petrus löst mit seinen Worten das Verlöbnis auf.




Der Glaube des Simon war völlig nutzlos und auch seine Taufe ohne Wert. Wir lesen nichts von einer echten Umkehr und so werden die Worte des Apostels eingetroffen sein. Simon der Zauberer ging ins Verderben. Petrus verbindet die Samariter durch Gebet und Handauflegen mit Christus. Das geschah damals einmalig und musste in der Folgezeit nicht wiederholt werden. Simon der Zauberer hat keinen Anteil daran. Alle Zauberer nach ihm haben ebenfalls keinen Anteil, wenn sie nicht Buße tun.




Auch in Matthäus 18,18 geht es um das Binden. Ein Bruder, der sich nicht mit einem Bruder versöhnen will, soll der Versammlung wie ein Zöllner oder Heide sein. Warum? Die Ver­sammlung bildet die Braut des Messias. Bruder und Bruder sind Teil der Braut und niemals hat ein Mensch sein eigenes Fleisch gehasst. Wenn aber einer, der sich Bruder nennt, sich nicht versöhnen will, sei es mit einem Bruder oder einer Schwester, mit seinem Ehepartner oder Freund, der hat sich durch sein Verhalten bereits selbst abgeschnitten. Deshalb sagt Jesus: (wörtlich) lasst ihn sein, wie ein Heide oder Zöllner. Der Ausdruck „lasst ihn sein“ steht im Imperativ und ist ein Befehl des Bräutigams. Niemand wird gezwungen zur Gemeinde Gottes zu gehören und so entscheidet sich der Unver­söhnliche gegen Jesus und löst damit die Verlobung mit Christus selbst auf. Für die anderen Jünger ist das dann eine Art „Auflösungs-Bekenntnis“.




Wenn Jesus das Thema so ausführlich behandelt, dann ist es sein sehnlichster Wunsch, dass der Bruder sich mit dem anderen versöhnt, auch deshalb das lange Prozedere. Ein Zerwürfnis mit dem Bruder ist auch gleichzeitig ein Bruch mit dem Herrn. Paulus sagt: Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Manne verlobt, um euch als reine Jungfrau dem Christus beiseite zu stellen.




Und so sitzt beim Mahl die Braut an seiner Seite, fleckenlos und rein. Jeder, der zur Braut gehört, sitzt mit ihm am Tisch und nimmt teil am selben Brot. Wo zwei oder drei das Abendmahl feiern, da ist der Herr in ihrer Mitte. Und wenn der Dritte, der ein Fremder ist, ausgelassen wird, dann haben die anderen die Braut zerteilt. An solch einem Tisch sitzt nicht der Herr. Er steht vor der Tür und so auch wir.







Innigste Gemeinschaft

Das Brot das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus.

Das Brotbrechen wird uns hier als Ausdruck der intimsten Gemeinschaft des Leibes des Christus vor Augen gemalt, denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen, ergänzt der Apostel. Die Kritik des Herrn in Offenbarung 3 deutet auf diesen einen Leib, symbolisiert durch das Brot. Die Sünde der Exklusiven: Nicht alle werden aufgenommen und dürfen nicht teilnehmen an dem einen Brot, weil, so argumentieren sie, die Fremden ihnen fremd sind. Sie lassen ihre Gäste aus, überspringen sie. Und so fühlt sich auch der Herr: übersprungen und ausgelassen. Sein Innerstes ist darüber so heftig erregt, dass er der Versammlung mitteilt, dass er den verächtlichen Bissen ausspucken wird. Jesus fühlt wie die Fremden fühlen: Wie ein Depp draußen vor der Tür stehengelassen. Der Herr vor der Tür, wie auch wir. „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen“. Und so auch wir, doch man verachtet uns, hat uns darüber vergessen. Wer die Braut verachtet, verachtet auch den Bräutigam.







Eile mit Weile? Von wegen!

Eile ist geboten, die Zeit wird knapp. Der Richter sagt: Ich überführe und züchtige, so viele ich liebe. Sei nun eifrig – zayloo (5. Hapax Legomenon) und tue Buße.

Der Herr liebt sie dennoch, dass ist gewiss. Schon während der Zeit des Versammlungverbotes im Dritten Reich war den Brüdern bewusst, dass der Herr sie züchtigte. Den tieferen Grund kannten sie noch nicht. Erst heute, mit diesem Buch, gibt ihnen Gott ausreichendes Licht. Bekennen sie im Selbst­gericht, auch das ist ihnen wohlbekannt, ihre Sünde dem Herrn und kehren um, wird ihnen der Herr die Schuld vergeben und sie nicht richten. Tun sie es nicht, kommen sie ins Gericht. Gott wird sie ausspeien. Gott verheißt den Buße tuenden durch  Malach, dem Boten:




und ein Gedenkbuch ward vor ihm geschrieben für die, die den Herrn fürchten und die seinen Namen achten. Und sie werden mir, spricht Jahwe, zum Eigentum sein an dem Tage, den ich machen werde; und ich werde ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schont, der ihm dient. Und ihr, -die ihr vielleicht spottet-, werdet wiederum den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.




Die Zeiger stehen auf kurz vor Schluss. Laodicäa muss eilen, unverzüglich Buße tun und zwar schnell, ganz schnell. Denn er Text in Maleachi fährt fort mit den Worten: Denn siehe, der Tag kommt, brennend wie ein Ofen ...

Wir stehen kurz vor der Entrückung. Schon steigt der schwefelhaltige Geruch in Emmaus auf. So wie unser Martin von dem Geruch fauler Eiern und Schwefel beeindruckt wurde, sind es auch wir, die Autoren, und tief erschüttert.







Unsere Hoffnungen - unsere Befürchtungen

Ich möchte den Abschnitt abrunden und zitiere meinen eigenen Satz, den ich über einen mir bekannten Menschen oft geäußert habe: „Wenn er dem Herrn nachfolgen würde, dann könnte er vielleicht die gleichen Fehler machen, aber ich hätte Hoffnung. Weil er aber dem Herrn nicht gehorcht, befürchte ich Schlimmes für ihn.“




Auf die Alte Versammlung angewendet müsste der Satz dann in etwa so lauten: Es gibt viele treue Geschwister unter ihnen, die dem Herrn nach Erkenntnis nachfolgen. Und weil sie ein offenes Ohr und gesunde Augen haben, darf ich hoffen, dass sie dem Herrn gehorchen.




Aber von den anderen befürchten wir Schlimmes. In der Geschichte des Blindgeborenen befragen die Obersten der Juden  den Geheilten. Sie können es nicht glauben und befragen ihn nochmals. Nachdem der Sehende, mehr ungewollt, die Obersten belehrt, schmeißen sie ihn raus. Das ist es, was wir befürchten. Blinde werfen Sehendgewordene aus ihren Versammlungen.




Doch es gibt einen Trost: Der Herr merkt auf und hört, wie aufrichtige Geschwister sich über den Herrn unterhalten und ihn gleichzeitig fürchten. Diese werden ihm zum Eigentum sein am Tage des Gerichts. Er wird sie verschonen, weil sie die Torah Gottes zur Grundlage ihrer Arbeit machen. Im Reich des Vaters wird das Abend-mahl zu einem Königsmahl.







Der Fisch spukt Jona aus

Jona war ein Prophet des Herrn, so berichtet es uns sein Buch. Aber er war unwillig, wollte nicht wie Gott wollte. Und so sonderte er sich ab. Seine Absonderung führte stetig nach unten. Alles begann in seinem Herzen. Mit seinem Entschluss nach Japho zu gehen begann sein Abstieg, und dort wo der berühmte Gerber Simon lebte, hörte er die letzte Mahnung. Simon der Gerber predigte ihm ein letztes Mal. Und weil Simon fragen bzw. Fragender bedeutet, fragt ihn dieser Simon ein letztes Mal: Willst du nicht auf Gott hören und dich den Fremden annehmen? Wenn nicht, dann muss Gott dir das „Fell über die Ohren ziehen“. Aber Jona hörte nicht. Er ging hinab zum Hafen. Dort steigt er hinab ins Schiff. Dann steigt er hinab ins unterste des Schiffes. Der Abgesonderte befindet sich im dunkelsten Teil des Schiffes. Nun ist blind geworden, weil er mit seiner Absonderung es so gewählt hat. Aber geht noch tiefer für den Blinden Passagier. Er legt sich schlafen.




Als der Sturm losbricht, müssen die Matrosen ihn aufs Deck beordern, dort  befragen sie ihn. Es wird deutlich, der Sturm ist seinetwegen. Und so „spuken“ ihn die Matrosen aus und werfen den unreinen „Fisch“ namens Jona (zurück) ins Meer, dort wo alle Fische herkommen. Dort geht es noch tiefer. Jona, jetzt außergewöhnlich dramatisch, stirbt, stirbt in den untersten Örtern der Erde.  Doch wie ein Wunder, Gott befiehlt dem Fisch und der  spukt Jona wieder aus. Am Strand gelandet erkennt der Prophet die Gegend sofort und weiß, dass er vor den Trümmern seines Lebens steht, seiner bösen Gesinnung und den daraus erkennbaren Handlungen. Doch in diesem Zusammenbruch, der in den Tiefen des Meers, für alle unsichtbar, vollzog sich auch etwas neues. Jona bekommt von Gott neues Leben geschenkt und mit diesem neuen Leben beginnt er ganz von vorne. Nicht das seine alte Natur völlig ausgelöscht wäre, nein, dass nun nicht. Aber Gott hat auch mit Jona Geduld und liefert ihm Anschauungsunterricht vom Feinsten.




Jonas Tendenz, sich in falscher Absonderung zu begeben, bringt ihm die Gefahr ein, unter dem Wunderbaum Schutz zu suchen. Der Baum wird als „Sohn einer Nacht“ bezeichnet und deutet auf die Zeit, in der Jonas Geschichte sich nochmals wiederholt. Es ist die Zeit des Antichristen, der hier als „Sohn einer Nacht“ bezeichnet wird. Der Baum verdorrt schnell, durch den Stich des Wurmes.







Das hebräische Echad - Eins-

Das Wort kommt im Alten Testament 703-mal vor und immer wird von einer zusammengesetzten Einheit gesprochen. Nicht immer ist es so einfach zu erkennen wie im zweiten Gesetz, denn welche Dinge die Einheit bilden, muss von uns erforscht werden. Machen wir uns die Mühe und untersuchen die Schriften; dann finden wir auch die anderen Teile, die zum jeweiligen Echad gehören.

Das Gesetz des Passah ist ein Gesetz. Wir haben bereits er-klärt, das es sich beim Wort echad um ein Zahlwort handelt und eine zusammengesetzte Einheit darstellt.  

Wir kommen jetzt auf das Geheimnis zu sprechen, welches mit dem Wortes Echad (אחד) – eins - angedeutet wird. Dazu sehen wir uns nochmals den Text an: Ein (echad) Gesetz soll sein für den Eingeborenen und für den Fremdling, der in eurer Mitte sich aufhält.




Das Wort echad spricht von dem Eingeborenen und dem Fremdling. Sie bilden eine zusammengesetzte Einheit, von der Paulus sagt: Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und abgebrochen hat die Zwischenwand der Umzäunung.




Mit dem Wort Fremdling wird sowohl ein Christ bezeichnet, der als Fremder zu Gast zu uns kommt als auch die Gläubigen aus aus den Nationen, die jetzt gemeinsam mit den Juden die Versammlung des lebendigen Gottes bilden. Der Eingeborene, das waren damals die Juden und der Fremde, Menschen aus Ägypten, feierten damals gemeinsam Passah. Auch wir feiern heute, als Menschen aus den Nationen und aus den Juden, gemeinsam unser Passah, welches Jesus Christus ist, um seines Todes zu gedenken. Das sind die Opfergaben, die Gott wohlgefallen. Es sind  geistliche Schlacht- und Speisopfer, Opfer des Lobes.  







Die Einsetzung des Mahles durch den Messias

Am ersten Tag der ungesäuerten Brote aber traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir bereiten, das Passah zu essen?

Der Herr bezeichnet den Ort nicht genau, sondern liefert sei­nen Jüngern Anhaltspunkte:






1. die Stadt (das ist Jerusalem)


2. bei dem und dem (ein sprachlicher Ausdruck der ersatzweise verwendet wurde aus (Ehr-) Frucht vor der Person, der das Haus gehörte; man getraute sich nicht, den Namen auszusprechen);


3. in dessen Haus, dass ist das Haus desjenigen, der mit dem Ausdruck  „den und den“ umschrieben wird.  




Als sie das Passah aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern.




Der Herr spricht hier zu allen Zwölfen und sagt: Einer von euch ... Auch Judas war demnach anwesend, denn nachdem jeder von ihnen nachfragte: Ich bin es doch nicht, Herr? antwortete Jesus allen Jüngern: Der mit mir die Hand in die Schüssel eintaucht, dieser wird mich überliefern.

Auch Judas stellte die Frage und erhielt vom Herrn folgende Antwort: Du hast es gesagt. Was hatte Judas gesagt? Auf was spielt der Herr hier an? Judas war zu den Hohenpriestern gegangen und sagte: Was wollt ihr mir geben, und

ich werde ihn euch überliefern?




Das ist es, was Judas gesagt hatte. Der Herr macht deutlich: Ich weiß was du gesagt hast und weiß, dass du deinen Worten Taten folgen lassen wirst. Judas war seit der Verabredung mit den Hohenpriestern mit nichts anderem beschäftigt als eine Gelegenheit zu suchen, auf dass er ihn überliefere.







Das Abendmahl – mit oder ohne Judas?

War Judas noch anwesend, als der Herr das Abendmahl einsetzte? Wenn wir die vier Evangelien lesen, scheint es schwierig zu sein den richtigen Zeitpunkt auszumachen. Wie können wir den zeitlichen Ablauf des Abends ordentlich und sachgemäß rekonstruieren?




Nun, es steht außer Zweifel, dass Lukas der einzige Evangelist ist der chronologisch erzählt, denn er erläutert seine Vorgehensweise bei der Abfassung des Textes sehr genau: Es hat auch mir gut geschienen, der ich allem von Anfang an genau gefolgt bin, es dir vortrefflichster Theophilus, der Reihe nach zu schreiben, auf dass du die Zuverlässigkeit der Dinge erkennst, in welchen du unterrichtet worden bist.

Jetzt zu den Details. Lukas ist:




   1. allem,

   2. von Anfang an,

   3. genau gefolgt.




Um was zu tun? ... der Reihe nach zu schreiben. Das griechi­sche Wort kathexes (καθεξης), für „der Reihe nach“, wäre besser mit „hintereinander“ übersetzt worden, damit die chro­nologische Vorgehensweise deutlich wird. Und um keine Zweifel aufkommenzulassen, als wenn dem nicht so wäre, sehen wir uns die Wort-Wurzeln von kathexes an.






1. die Vorsilbe Katha bedeutet: von oben herab, d.h.: Fange mit dem Text ganz oben an und lese dann run­terwärts oder kurz gesagt: von oben nach unten.


2. Das Adverb hexes bedeutet aufeinanderfolgend.




Lukas will dem Theophilus sagen: Alles was du gelernt hast, schreibe ich dir in korrekter und chronologischer Reihenfolge auf. Und das Lukas ein Chronist erster Güte ist anerkennen selbst die Gegner des Christentums. Sehen wir uns seinen Bericht an. Was schreibt Lukas über den Abend vor der Kreuzigung?






Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tische, und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich hinfort nicht mehr essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reiche Gottes.


Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch. Denn ich sage euch, dass ich nicht von dem Gewächs des Weinstockes trinken werde, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dieses tut zu meinem Gedächtnis!



Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahle und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.


Doch siehe, die Hand dessen, der mich überliefert, ist mit mir über Tische. Und der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie es beschlossen ist; wehe aber jenem Menschen, durch welchen er überliefert wird! Und sie fingen an, sich untereinander zu befragen, wer es wohl von ihnen sein möchte, der dies tun werde.




Aus der Erzählung des Evangeliums nach Lukas, und er be-richtet chronologisch, wird deutlich: Judas war bis zum En-de des Abendmahls dabei. Nur vom Weggang Judas berichtet er uns nicht. Aus den anderen Evangelien erfahren wir, dass Judas, nachdem er den Bissen genommen hatte, den  Saal bald darauf verließ. Wo müssen wir „bald darauf“ einordnen? Erst nach der letzten Diskussion um den Verräter. Wir müssen immer wieder puzzeln, um alle Details des Abends zeitlich richtig einzuordnen.

Nun gibt es Zweifler, die den Bissen für etwas anderes halten als Brot. Sehen wir uns das griechische Wort und seine Wurzeln genauer an.







Der Bissen

Das Wort Bissen lautet griechisch Psomion – ψωμιον- und be­zeichnet ein Stück Brot, denn die Wort-Wurzel lautet psocho -ψωχω- und bedeutet pulverisieren, zermahlen, zerreiben, zerstoßen; es ist ein Hapax Legomenon, d.h., es kommt in der Bibel nur ein einziges Mal vor und zwar in Lukas 6,1:

Und es geschah am zweit-ersten Sabbath, dass er durch die Saaten ging, und seine Jünger die Ähren abpflückten und aßen, indem sie sie mit den Händen zerrieben – psocho-.

Die Jünger zerrieben die Ähren gegeneinander und zwar zwischen ihren Händen. Folglich kann der Bissen nur ein Stück Brot gewesen sein. Eine Wurzel besteht aus dem gleichen Material wie der Stamm. Genauso verhält es sich mit den griechischen und hebräischen Wörtern. Wenn die Wortwurzel etwas mit Getreidekörnern zu tun hat, dann gilt dies auch für das abgeleitete Wort. Alle anderen Interpretationen sind somit Unsinn und entbehren jeglicher Logik.




Und weil das Wort zerreiben im griechischen ein Hapax Legomenon ist, deutet es zusätzlich auf das Ende der Endzeit. Die beiden Hände, die die Körner zerreiben, dienen  als Symbol für einen oberen und unteren Mühlstein. Gott hat seinen Jüngern sprichwörtlich das Gericht in die Hand gegeben.

Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen sitzen wird auf seinem Thron der Herrlichkeit, auf zwölf Thronen sitzen und richten die zwölf Stämme Israels. Matthäus 19,20




Den Bissen, den Judas genommen hatte, wurde ihm zur bitteren Speise, die bitterste, die er je aß. Judas hat sich selbst das Gericht gegessen. Paulus sagt dazu: Wer also irgend das Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt unwürdiglich, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. Denn wer unwürdiglich ißt und trinkt, ißt und trinkt sich selbst Gericht, indem er den Leib nicht unterscheidet.




Judas hatte das Brot und den Kelch unwürdiglich in sich aufgenommen; unwürdiglich bedeutet:






1. abwiegend, bewerten;


2. unwürdig, unverdient;


3. unpassend, ungeeignet.




Obwohl der Herr wusste, dass Judas den Verrat bereits eingefädelt hatte, lässt er ihn am Mahl teilnehmen. Warum? Der Herr gibt der Eigenverantwortung ein hohes Gewicht. Paulus bekräftigt das: Ein jeder aber prüfe sich selbst, und also esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch. Judas hatte sich nicht geprüft; kopfüber ist er zerschmetter worden, nachdem er sich erhängt hatte.

Viele Kranke und Verstorbene hatten die Korinther, weil sie sich nicht selbst prüften. Ordnen wir die Dinge, wenn sie uns bewusst werden, unverzüglich, damit der Herr sie nicht richten muss.







Wie ist 1. Korinther 10 zu verstehen

Paulus schreibt: Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnt nicht des Herrn Tisches teilhaftig sein und des Dämonentisches. Oder reizen wir den Herrn zur Eifersucht? Sind wir etwa stärker als er?




Was will Paulus uns damit sagen? Um es ganz einfach auszudrücken: Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.

Warum nicht? Die Antwort ist ganz einfach: Es geht nicht. Der Herr würde eifersüchtig werden und dass zurecht.




Wenn wir die Bibel lesen, lernen wir mehr und mehr in Bildern zu denken. Aber nicht unsere eigenen gedanklichen Verknüpfungen sind entscheidend, sondern die Bedeutungen, die uns die Schrift liefert. Nimmt ein Mensch sowohl am Abendmahl teil als auch andere Opferriten, dann reizt er den Herrn, der, im Bild gesprochen, unser Bräutigam ist, denn wir sind seine Braut. Stelle dir vor: Eine Braut tanzt nicht mit ihrem Bräutigam, sondern verlässt die Feier und geht auf eine andere Hochzeit. Welcher Bräutigam würde da nicht eifersüchtig werden? Und genau das ist das Bild, dass Paulus aufgreift.




Sehen wir uns die Details des Verses an. Zuerst den Kelch und dann den Wein. Wofür steht ein Kelch? Er bildet als Gefäß den menschlichen Körper ab und steht für den Leib Jesu. Und wofür steht der Wein? Er repräsentiert das Blut unseres Herrn. Jesus hat sein Blut vergossen, damit wir mit Gott versöhnt werden können. Und wo zwei verfeindete Personen sich miteinander versöhnen kommt was auf?

Richtig! Freude! Der Wein symbolisiert Freude.Wenn wir uns an anderen Dingen erfreuen oder auf altdeutsch ergötzen, d.h., auf anderen Hochzeiten tanzen, dann fordern wir den Herrn heraus, reizen ihn zur Eifersucht.




Nun sehen wir uns ein weiteres Detail an, den Tisch. Wofür steht ein Tisch? Er steht für gemeinschaftliches Essen, d.h., für unser Zuhause, in der Familie Gottes, in dem wir gemeinsam das Mahl einnehmen. Daheim schmeckt's am Besten. Der Tisch steht aber auch für einen Altar, auf dem das Opfer dargebracht wurde. Am Tisch des Herrn werden die Lob- und Dankopfer dargebracht, sowohl durch Lieder als auch durch unsere Gebete und Wortlesungen.




Das Essen steht symbolisch für jene Dinge, die wir in uns auf­nehmen und ein Teil von uns werden. So ist das auch mit der Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen. Alle Nährstoffe werden im Magen und Darm so lange zerkleinert, also verdaut, bis sie winzig genug sind, um durch die Darmwand zu resorbieren und somit vom Körper aufgenommen werden. Über das Gefäßsystem werden die kleinen Teilchen dann zu allen Zellen des Körpers transportiert.




Ich bin also ein wenig Eisen, ein wenig Kupfer, ein wenig Silber, ein wenig Gold usw. Ohne Spurenelemente würden wir krank werden. Ein guter Wein enthält alle diese wertvollen Bestandteile, die jedes für sich eine eigene Geschichte erzählen.




Am Tisch des Herrn trinken wir den „guten Wein“ der symbolisch für ein gesundes Getränk steht und der Gesundheit dient, sowohl der körperlichen.der geistigen und geistlichen. Darum empfiehlt Paulus seinem echten Kind ein wenig Wein zu trinken. Die Freude an das für uns vergossene Blut trägt zur geistlichen Gesundheit bei. Wer immer wieder beim Abendmahl die Trauermiene verzieht und sich in seinen Tränen ergießt, kann das Werk Jesu nicht wirklich verstanden haben.

Geschwister,  das Abendmahl ist ein Freudenfest!




Wo immer wir im Alten Testament den Wein erwähnt finden, spricht er von dieser Freude. Aber der Wein redet nicht nur von der Freude an Gottes Handeln, sondern eben auch, je nach  Textstelle, auch von den Freuden dieser Welt und den vermeintlichen Freuden des Mischweins am Tisch der Dämonen.

Paulus empfiehlt Timotheus den Wein wegen des immer wiederkehrenden Unwohlseins. Die Ursache seiner Befindlichkeiten sind nicht für jedermann sichtbar. Im Leben des Timotheus gab es Dinge, die für ihn schwer verdaulich waren, Nöte zum Beispiel, die ihm heftig auf den Magen schlugen. Ein wenig Wein, d.h., ein wenig Freude über das Werk auf Golgatha, und die Verdauung wird verbessert und stärkt den inneren Menschen.  

Die Freude am Herrn wird unsere Stärke sein. Oder wie es der Prophet Jesaja ausdrückt: Siehe, Gott ist meine Rettung -Je­schua-, ich vertraue, und fürchte mich nicht; denn Jah, Jahwe, ist meine Stärke und mein Gesang, und er ist mir zur Rettung -Jeschua- (Hilfe, Sieg, Reichtum).




Symbolisch auf die Metalle angewendet stehen sie für:




Rettung          – Kupfer

Hilfe              – Silber

Sieg              – Eisen (Vertrauen)

Reichtum       – Gold




Den Vers jetzt mit den Metallen verbunden:




◾Siehe, Gott ist meine Rettung -Kupfer,
◾ich vertraue (mit meinem Geist – Eisen), und fürchte (Geist verbunden mit der Seele) mich nicht,
◾denn Jah (der Starke), Jahwe (der Ewig-Seiende), ist meine Stärke -Eisen,
◾und mein Gesang – Gold,
◾und er ist mir zur Rettung – Silber.




Wenn Paulus an die Epheser (Eph.6) den Befehl erteilt: Zie-het an! dann befehligt er Soldaten. Ab Vers 14 wird uns die Waffenrüstung der Römer, ähm, der Christen vorgestellt, von XXS bis XXL.  Die erste Waffe, in die der Apostel uns einführt, ist ein besonderer Gürtel und den sollten wir uns nun genauer ansehen, bevor wir ihn anlegen. Interessant ist, dass ein römischer Soldat, auch wenn er keine Waffen bei sich trug, am Gürtel erkannt wurde. Der Gürtel eines römischen Soldaten war sein Ausweis. Ob im Dienst oder privat, er wurde von allen und jedem, auch ungefragt, erkannt.




Die Gürtel waren schon damals aus feinem Leder. Und gut gemacht sind sie fast unverwüstlich. Und wie so ein echter, langlebiger Ledergürtel entsteht, kann uns Simon erklären. Nein, nicht der Petrus. Jener Simon, bei dem Petrus sich für eine gewissen Zeit aufhielt. Er wohnt und arbeitet in einer sehr schönen Stadt namens Japho. Und was ist sein Gewerbe? Er ist Gerber. Sein Handwerk gilt als das älteste der Welt. Schon in Eden zeigte er sein Können.

Um seine Geberei macht man noch heute am liebsten einen großen Bogen. Warum? Sein Arbeitsplatz ist nichts für feine Nasen, es stinkt weithin. Und so war das Gerben zur Zeit der Römer überwiegend eine Arbeit für Sklaven, für solche, die man eh nicht richten mochte. Es haftete ihnen nicht nur Aasgeruch an.  




Ob unser Simon ein Sklave ist? Wie dem aus sei, werfen wir einen Blick in seine Arbeitswelt. Das Tier ist tot und abgezogen seine Haut. Das Ziel des Gerbens ist es, die Haut haltbar zu machen und weich und beweglich zu halten. Wird die Haut nicht unverzüglich verarbeitet, so wird sie nach dem Häuten so schnell als möglich in Salze gelegt, um den Zerfallsprozess aufzuhalten und seine Qualität nicht zu gefährden. In heißen und vor allem trockenen Klimazonen kann das Fell auch aufgehängt werden, und so verhindert die Trocknung dessen Fäulnis.

Wird die Haut gleich verarbeitet, so wird die  dritte Schicht, es ist unterste, entfernt. Der Vorgang wird mit entfleischen bezeichnet. Ach, das Fleisch muss weg?

Auch der sichtbare Teil der Haut wird entfernt, die oberste Schicht. Sie besteht zum überwiegenden Teil aus schwefelhaltigem Protein und Kreatin. Das Protein macht vom Trocken­gewicht oft mehr als 50% aus und bildet in dieser Welt mit seinen Aminosäuren die Bausteine des Lebens. Das Kreatin ist ein spezielles Protein. Auch das muss weg. Es findet sich vor allem in den Haaren, den Finger- und Fußnägeln. Das sind Orte unserer Eitelkeit. Sie werden chemisch aufgelöst. Die Haare brauchen dann nicht mehr gestylt und die Fingernägel nicht mehr gefeilt werden.




Die Lederhaut bildet den mittleren Teil. Sie wird von unerwünschten Bestandteilen befreit und dann zum Gerben gegeben wird. Die einzelnen Arbeitsschritte überspringen wir jetzt und sehen uns das Ergebnis an. Die Haut, die jetzt zu einem festen aber flexiblem Gegenstand geworden ist, wird uns zu einem besonderen Gürtel.




Vergleichen wir: Unsere heutigen Gürtel sind wenige Zentimeter breit und je nach Körperumfang entsprechend lang. Der Gürtel eines Christen ist vergleichbar mit dem Gürtel eines Priesters. Der Gesamte Oberkörper, von den Achseln bis zur Taille, wird mit einem mehrere Meter langem Gürtel aus feinem Leinen umbunden. Wenn nun Paulus befiehlt: Zieht an! Und als erstes den Gürtel nennt, dann will er uns sagen: Unser ganzes Inneres sein geschützt vom ewigen Gürtel, von dem alles Fleischlich entfernt und gereinigt wurde von allen irdischen Elementen.  

Nun sehen wir uns ganz kurz die Pergamente an. Das sind Tierhäute von Schafen oder Ziegen.




Anmerkung: Die Schafe stehen für die Gläubigen des Himmlischen, die Ziegen für das Irdische.  




Auch diese wurden gereinigt und unter hohem zeitlichen Aufwand und unter ständiger Spannung, immer wieder abgeschabt, bis sich das Material in einer gleichmäßigen Struktur befand und hauchdünn war. Das erneute Abschaben konnte nur dann durchgeführt werden, wenn die Tierhaut erneut mit Wasser befeuchtet und die Haut, die durch das Wasser sich entspannte, wiederum unter Spannung gebracht wurde. Am Ende erhielt man Pergamente, auf die dann mit reinen Schreibgeräten die Torah kopiert wurde.




Übertragen wir das Sinnbild der Schreibarbeit der Kopisten auf uns, dann schreibt Gott auf das Sichtbare eines Christen,  symbolisiert durch die Haut eines Schafes, sein Gesetz. Das kann aber Gott nur tun, wenn wir bereit sind zu erkennen, dass wir nackt sind.




Adam und Eva waren vor dem Sündenfall zwar ohne Hemd und Hose, aber sie waren, wieder im übertragenen Sinn, nicht nackt, denn sie waren umgürtet, das heißt umkleidet, mit Wahrheit. Durch die Lüge der Schlange legten sie ihre Umkleidung ab und umkleideten sich mit Lüge, indem sie die Verdrehungen der Schlange sich zu eigen machten.

Wenn also Adam und Eva erkannten, dass sie nackt sind, dann erkannten sie, dass sie die Wahrheit ausgezogen und die Lüge angezogen hatten.

Unbekleidet sein ist per se nichts Böses, denn dem so wäre, wäre es böse, wenn unsere Kleinkinder nackt am Wasser spielen. Wenn Gott uns den Spiegel seines Wortes vor unsere Au­gen stellt, dann will er uns zeigen, das wir nicht mit Wahrheit bekleidet sind sondern mit Lüge. Und deshalb heißt es: Alle Menschen sind Lügner, ja alle Menschen sind nackt.

Die Männer, die das Gesetz Mose auf Tierhäute abschreiben, schreiben die Torah auf nackte Haut. Wieder übertragen, Gott kann auf unsere Pergament nur schreiben, wenn wir die Lüge ablegen.  

Das Gesetz Gottes wird auf die Pergamente geschrieben, gleich wie die Torah Moses auf Ziegenhaut. Wenn die Juden nun, dass beschriebene Schreibmaterial mit etwas anderem einkleiden, dann kann es nicht mehr gelesen, geschweige denn, verstanden werden.

Und so sollen wir, wieder symbolisch, ein offnes Buch sein, gelesen von allen Menschen. Umgürtet mit Wahrheit heißt dann: Beste Empfehlung!

Das zehnte Kapitel des ersten Korintherbriefs dient uns gar nicht als Kriterium für die Zulassung zum Abendmahl, sondern beschreibt die beiden grundsätzlich anders gearteten Welten, die wir nicht miteinander vermischt werden dürfen, sondern strikt getrennt halten sollen, d.h., keinen bitteren Mischwein daraus machen.

Wann ein Christ am Brotbrechen teilnehmen oder nicht teilnehmen soll wird im nächsten, dem dritten Gesetz, geregelt.


3.  Die Torah des Ungesäuerten
Das dritte Mal finden wir das Wort Torah in Exodus 13, 9.

Und es sei dir zu einem Zeichen an deiner Hand
   und zu einem Denkzeichen zwischen deinen Au­gen,
damit das Gesetz des Herrn in deinem Mun­de sei.


Hier wird das Fest der ungesäuerten Brote beschrieben. Sie­ben Tage soll kein Sauerteig gegessen werden. Auch im gan­zen Land soll kein Sauerteig gesehen werden.


Die sieben Tage deuten darauf, dass während unseres ganzen Lebens der Sauerteig gar nicht erst in in unser Haus gelangen soll. Auch im ganzen Land, dem Land des Volkes Gottes, soll kein Sauerteig gefunden werden. In allen unseren Lebensbe­reichen soll nur Ungesäuertes unsere Speise sein.


Die sieben Tage deuten aber auch auf die Zeit der Gemeinde. Während der sieben Zeiten, von Ephesus bis Laodicäa, soll kein Sauerteig gefunden werden. Doch bereits im Anfang ver­barg ein Weib etwas Sauerteig in dem ungesäuerten Teig, bis eines Tages die ganze Masse völlig durchsäuert war. Der Herr selbst erzählt dies bereits in Matthäus 13. Es ist das vierte Gleichnis.


Als viertes Gleichnis deutet es auf das vierte Sendschreiben hin. Thyatira war gegen Ende des 15. Jahrhunderts der Art durchsäuert, dass Gott etwas neues beginnen musste.


Die Reformation
Mit Sardes beginnt Gott im Abendland etwas neues. Es sind zu Beginn nur wenige wach, doch diese kleine Schar hat aus­gereicht. Sie haben im Dienst ausgeharrt und so kam infolge ihrer treuen Verkündigung des Evangelium die Botschaft bis ans Ende der Erde. Millionen von Menschen sind durch die gute Nachricht, dass allein der Glaube an Jesus und an seinem Werk auf Golgatha errettet,   von der Hölle für immer losge­kauft worden. Wer an Jesus glaubt, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht.


Alles was sich römisch-katholisch nennt müssen wir dem Sauerteig zurechnen. Solche dürfen auf keinen Fall am Abendmahl teilnehmen, weil sie zu den Menschen gerechnet werden müssen, die der irdischen Hütte dienen, so drückt es der Apostel Paulus im Hebräerbrief aus.


Der Hütte dienen bedeutet u.a., dass man sich die Gerechtig­keit auch selbst erarbeiten muss. Das ist eine Lüge. Gott hat den irdischen Tempel zerstören lassen, weil er nicht mehr ge­braucht wurde. Es sind keine Opfer mehr notwendig. Wer Op­fer wieder einführt oder die Messopfer weiter betreibt, der hat sich von der Botschaft des Neuen Testaments weit entfernt. Alle Opfer dieser Art sind Götzenopfer. Ob sie in Rom darge­bracht werden oder in Jerusalem, ob in Washington oder Rio, in Afrika oder Asien. Alle diese Opfer sind dem Herrn ein Gräuel.  

Paulus zitiert aus Psalm 53, dort heißt es: das ist keiner, der Gutes tut. Im Römerbrief liest sich das dann so: Alle sind ab­gewichen, sie sind allesamt untauglich geworden;  da ist kei­ner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer. Und so auch unsere Opfer. Kein Tier- oder Messopfer das Menschen bringen, ist gut, alles ist untauglich. Sie eignen sich nur für die Müllkippe.

Ob Jude oder Grieche, alle müssen glauben, um errettet zu werden. Wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, schreibt der Apostel Johannes in seinem Evangelium, Kapitel drei. Hüten wir uns vor dem Sauerteig der eigenwilligen Op­fer. Es gibt nur ein Opfer, dass wir Gott bringen können. Es ist das Opfer, dass Jesus vor 2000 Jahren gebracht hat, sein Opfertod auf Golgatha. Dieses Opfer rühme ich vor Gott.

Nun, wie ist es uns möglich den Sauerteig draußen zu halten? Es wird durch den Vers 9 bereits angedeutet und kann zusam­menfassend so ausgedrückt werden: Wes das Herz voll ist, dem fließt der Mund über. Ist es nicht so? Wir reden über  Dinge, mit denen wir uns beschäftigen. Unsere wichtigsten Werkzeuge dafür sind die Hände und die Füße, die Augen und der Mund.


1. Die Hand, als das Werkzeug unserer Handlungen, soll sich an das Wort Gottes binden; um es bildlich auszu­drücken: in rechten Hand das Neue Testament und in der linken das Alte Testament oder für Gott und für den Nächsten.


2. Laufen wir auf schmalen Pfad, so tragen uns die Füße hin zu unserem Herrn; die Beine sützen uns und geben nach oben unsere körperliche Position weiter, damit bleiben wir im Gleichgewicht; die Beine sollen uns zu Gott und zum Nächsten führen.


3. Zwischen den Augen, dass ist das, was wir sehen. Wir sollen uns, deshalb zwischen den Augen, dort wo sich das Gedächtnis befindet, erinnern, was das Wort Got­tes sagt und zudem die Dinge aus der Perspektive Got­tes betrachten; dazu werfen wir ein Auge auf das Alte Testament und das andere auf das Neue Testament. Beide Augen setzen dann räumliches Bild zusammen.


4. der Mund, der kann dann gar nicht anders, als von ihm, der uns liebt, überströmend zu schwärmen und von seinen Wundern im Gesetz zu reden, von Tora des Messias entzückt zu sein.


Auch das dritte Gesetz wurde vor dem Gesetz des Sinai gege­ben, denn jenes wird erst einige Kapitel später vorgestellt. Nun sehen wir weitere Dinge an, die in der Bibel als Sauerteig bezeichnet werden und ebenfalls unser Leben in eine andere und damit falsche Richtung lenken können.


Sauerteig im Neuen Testament:
1. Die Lehre der Pharisäer und Schriftgelehrten: Heuche­lei und Lehre von Dämonen; die Heuchelei, wörtlich: Schauspielerei, der Gelehrten bezieht sich auf ihre Selbstgerechtigkeit und ihre Absonderung vom ge-wöhnlichen Volk. Das sieht heute nicht anders aus. Die Priesterschaft der Katholiken, der Klerus der Pro­testanten und auch die „lehrenden Brüder“. Immer wieder greift der Feind das allgemeine König- und Priestertum an.


2. Der Feind, der Unkraut säte und das Weib, das den Sauerteig verbarg, sodass der ganze Teig durchsäuert wurde – dies als Antwort auf die Heilung am Sabbath; jüdische Heuchelei in Verbindung mit katholischer Hurerei (das Weib Isebel aus Offenbarung 2 in der Ge­meinde Thyatira und die Hure, s. Offenbarung 17 und 18, die vor der Hochzeit des Lammes gerichtet wird);


3. Sauerteig des Herodes: das sind Ansichten oder For­men von Wissen oder Sichtweisen einer Denkschule, die eine Mischung aus Judentum und Ideen und Vor­stellungen der Edomitern sich entwickelten, das ist Esau. Er steht symbolisch für das Irdische, das mit den roten Linsen symbolisiert wird und einer versteckter Hinweis auf das Blut ist. Edom trachtet noch Höherem, das sind Ehre, Macht und Reichtum. Solche Dinge findet man in allen christlichen Denominationen.


4. Sauerteig in 1. Korinther 5: sie sollten den alten Sauer­teig ausfegen. Alter Sauerteig sind Dinge aus unserem alten Leben. Wir sollen ihn aus unserem Leben „voll und ganz“ “entfernen“, d.h. „gründlich säubern“. Das benötigt natürlich Zeit, unter Umständen viel Zeit. Unser ganzes Leben lang müssen wir dem Dreck hinterher fegen, denn der Staub dringt immer wieder durch feinste Ritzen und Spalten wieder ein. Schon wenn wir unsere Haustüren öffnen, trägt der Wind unbemerkt den Staub ins Haus.  


5. Der Sauerteig der Bosheit: das sind alle Arten von Schlechtigkeiten wie zum Beispiel: Sittenlosigkeit, Bösartigkeit, wertlose bzw. unwürdige Dinge,  Verschwörungen, Verleumdungen, vorsätzlich böses Handeln gegenüber unserem Nächsten und andere Sünden dieser Kategorie.


6. In Galater 5, 9 bezieht sich der Sauerteig auf jüdische Lehre, die sich nicht mit der Torah und dem Neuen Testament deckt oder kurz gesagt: ein anderes Evange­lium. Es wird durch einen anderen Geist ein anderer Christus, ein anderer Messias, verkündigt. Das Ganze endet in Selbstgerechtigkeit und Selbstvergötterung.

Ungesäuertes im Neuen Testament

1. Klarheit;

2. Reinheit;

3. die Sünde (beständig) richten und verurteilen und das bei Tage (im Sonnenlicht), d.h., im Lichte des Wortes Gottes beurteilen und in Ordnung bringen;

4. Wahrheit reden: als nicht verbergend und/oder frei von versteckten Lügen.


Die vier oben genannten Dinge finden sich alle in 1.Korinther 5,8. Paulus fordert die Versammlung als ganzes auf, den alten Sauerteig auszufegen, damit sie eine neue, frische Masse sein mögen. Von welch Art ist die Masse? Die Korinther sollen ein frischer Brotteig sein, ohne Sauerteig. Und was macht man mit einem frischen Brotteig?


Der Teig muss in den Ofen, nicht wahr?


Eines ist sicher, wenn der fertige Teig in den Ofen geschoben wird, dann geht’s heiß her. Wir dürfen dennoch wissen, der Herr ist bei uns, so wir er mit den drei Freunden Daniels war. Das Feuer kann uns nichts anhaben, nicht der geringste Geruch von Verbranntem wird am Tage der Auferstehung an uns haften. Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein, dass Paulus die Worte hinzufügt: Denn auch unser Passah, Christus, der Messias, ist geschlachtet worden.


Und wie regieren wir darauf? Scheuen wir uns, unserem Herrn mit ganzen Herzen und mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft zu lieben und zu dienen? Paulus lebt es uns vor.


Darum lasst uns Festfeier halten. Das bezieht sich sowohl auf das Abendmahl, als auch auf die Leiden, die wir um des Herrn willen erdulden. Aus diesem Grund ermuntert uns Jakobus, wenn er schreibt: Achtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen fallet. Solche Prüfungen sind Erfahrungen der Disziplinierungen Gottes. Sie können zu weilen bis zum Tod gehen. Freuen wir uns, wenn sie uns schmähen und schänden.


4. Die Torah des Manna
Als nächstes wird das Gesetz Gottes in Verbindung mit dem Manna erwähnt. Exodus 16,4:


Da sprach der Herr zu Mose: Siehe,
ich werde euch vom Himmel regnen lassen
und das Volk soll hinausgehen und
den täglichen Bedarf an seinem Tage einsammeln,
damit ich es prüfen, ob es wandeln wird
in meinem Gesetz
oder nicht.




Einige Verse weiter lesen wir: Und der Herr sprach zu Mose: Bis wann weigert ihr euch, meine Gebote und meine Gesetze zu beobachten?


Gott mahnt das Volk: Ihr müsst essen. Wer nichts isst wird nichts. In diesem Abschnitt dreht sich alles um die tägliche Nahrung. Sie ist sehr abwechslungsreich, jeden Tag beson­ders. Unser geistliches Leben benötigt die regelmäßige und vielfältige Nahrungsaufnahme genauso, wie sie auch für unse­ren Leib erforderlich ist. Vernachlässigen wir das Lesen der Bibel am Morgen, dann fehlt uns der Frühregen und wir wer­den uns schlaff und schlapp fühlen.




Eine Frage dazu: Gehst du am Morgen ohne Frühstück aus dem Haus, arbeitest den ganzen Tag ohne Essen und wenn du abends nach Hause kommst, kurz vor dem Schlafengehen, dann erst schiebst du dir einen kleinen Happen rein? Wird nicht schon während des Tages der Hunger an dir genagt ha­ben und in der Nacht lässt er dich schlecht schlafen? Der zweite Tag verläuft genau gleich. Wieder eilst du davon ohne gefrühstückt zu haben. Du isst auch am Tage nichts. Nur kurz vor dem Zubettgehen steckt du dir noch schnell einen Keks in den Mund und du glaubst, das ist gesund.  




Wie lange willst du das durchhalten?

Aber genau so machen wir es in unserem geistlichen Leben. Wir lesen das Wort Gottes nicht und wenn, dann nehmen wir eilig einen kleinen Snack zu uns und gehen in den Tag oder ins Bett.




Es fehlt dir der Früh- und der Spätregen, ohne sie wirst du eingehen wie eine Primel. Also: Ohne Wasser geht die Primel nicht ins Bett.




Nun hat Gott auch dieses Gesetz dem Volk noch vor dem Ge­setz des Sinai gegeben, damit sie leben. Das Manna spricht von Jesus, dem Brot aus dem Himmel; so erklärt es der Herr in Johannes 6 selbst. Das hebräische Wort Manna ist eigent­lich eine Frage und sie lautet: Was ist das? Das Volk kannte das Brot aus dem Himmel nicht, es war ihnen bis dahin fremd.




So geht es auch uns. Vieles aus der Bibel ist uns unbekannt. Damit wir mit dem Manna vertraut werden, sollten wir uns je­den Morgen beim Lesen der Bibel fragen: Was ist das? Die Frage richtet sich an unseren Verstand. Sollten wir nicht gleich eine Antwort finden, so arbeitet das Gehirn autonom weiter. Es schafft neue Verknüpfungen, indem gleiche oder ähnliche Dinge aufgesucht werden. Das geschieht übrigens auch im Schlaf. Und plötzlich, wenn wir einen anderen Text aus der Bibel lesen, wird uns etwas klar.  Damit das Verständ­nis wächst, muss es jeden Morgen regnen. Aber, so sind wir Europäer, wir spannen den Schirm auf, wollen nicht naß wer­den und schon gar nicht nasse Füße bekommen. Und so ver­kümmert unser geistliches Leben und Gott wird uns fremd.

Wusstest du, dass nasse Füße im geistlichen Leben sind etwas gutes sind?  Durch das Wasserbad des Wortes Gottes wird un­ser Lebenswandel gereinigt und somit korrigiert. Und was ist mit den nassen Haaren? Unsere menschliche Pracht ist zwar dahin, aber die Herrlichkeiten des Herrn erscheinen uns dafür um so schöner und lassen alle unsere Eitelkeiten dagegen blass aussehen.







Wer nichts isst, der wird nichts

Nun mahnt uns Gott: Bis wann weigert ihr euch, meine Gebo­te und meine Gesetze zu beobachten! Wir sollten das tägliche Bibellesen als ein gutes Gesetz für unser Leben verstehen, denn wer nichts isst, wird nichts. Er verhungert und stirbt. Hattest du auch schon die Begegnung mit Menschen, die vor Hunger für andere völlig ungenießbar waren?




Kein Wunder, wenn sich Christen gegenseitig anknurren, nur weil sie sich die Torah aus Exodus 16, 4 nicht zu Herzen neh­men.  




Warum sagt Gott hier, und wir befinden uns noch immer vor dem Sinai: Bis wann weigert ihr euch, meine Gebote und mei­ne Gesetze zu beobachten? Sind das nicht die gleichen Worte wie aus Psalm 78, die Gott über Ephraim äußert? Psalm 78, 9-10:

Die Söhne Ephraims, gerüstete Bogenschützen, wandten um am Tage des Kampfes. Sie hielten nicht den Bund Gottes und weigerten sich, in seinem Gesetz zu wandeln.




Israel() weigert sich, Ephraim weigert sich. Die beiden Text­stellen gehören thematisch ganz eng zusammen. Warum? Sie beschreiben die gleiche Gruppe.

Bevor wir uns Ephraim und Israel () näher ansehen, nehmen wir das Manna genauer unter die Lupe. Wir haben vorhin er­klärt, dass das Wort Manna eigentlich eine Frage darstellt. Jetzt ein wenig hebräisch. Der Begriff besteht aus zwei Wör­tern. Zum einen aus dem Fragewort Ma -was? und aus dem Personalpronomen hu, -er oder es-. Wenn wir die Frage auf eine uns unbekannte Person stellen, können wir fragen: Was ist er? Hebräisch: Man hu. Und so oft wir das Wort Gottes le­sen und Man Hu fragen, bekommen wir den richtigen Drall auf die Dinge oder Person(en), die sich hinter den Erzählun­gen  verstecken.  




Priska und Aquila – das Historische auf das Zukünftige ge­deutet. Was ist nun mit Ephraim? Man Hu? Was ist er? Sein Name steht für doppelte Frucht. Er wird durch den Segen Jakobs zum Erstgeborenen gemacht und gleichzeitig adoptiert. Priska und Aquila fügen hinzu: Der Fürst des Stammes ist Josua, oder besser gleich den für uns eindeutigen Namen; die griechische Form lautet Jesus.

Lesen wir in der Bibel von Josua, dann können wir, wenn wir die geistliche Dimension betrachten, den Namen Jesus einset­zen und dann ist Jesus der Fürst Ephraims. Er ist der einzige, der im Heiligtum wohnt, denn es heißt: und Josua wich nicht aus dem Inneren des Zeltes. Exodus 33,11




Ephraim ist ein Pluralwort und leitet sich von Ephrath ab. Der Begriff wird als Namensbestandteil jenen Ortes verwendet, in dem der Messias Israels() einmal geboren werden wird, in Bethlehem-Ephrata.

Jeder der dort geboren wird ist entweder ein Bethlehemiter oder ein Ephratiter. Bethlehem ist der jüdische Aspekt des Or­tes und deutet auf den Zweitgeborenen. Ephrath deutet auf den Erstgeborenen.




Nun war Ephraim nach dem natürlichen Recht ein Neffe Ben­jamins. Aber Jakob schafft neue Fakten. Er setzt Ephraim vor Manasse und adoptiert beide. Damit wird Ephraim zum Bru­der und Erstgeborenen auch gegenüber Benjamin, der weiter­hin die Stellung des Zweitgeborenen inne hat, wie auch Ma­nasse.




Der Erstgeborene erbt doppelt. Und wie der Segen des Erstge­borenen aussieht, erfahren wir von Jakob. In dem der Vater seinen Sohn Joseph mit dem Segen des Erstgeborenen segnet, denn Ruben hatte sein Erstgeburtsrecht verwirkt, segnet er auch Ephraim und Manasse.  




Warum?

Ephraim gehört jetzt zur Gruppe der Erstgeborenen und da­mit, er ist ja Sohn von Joseph, erbt er den Segen seines Va­ters. Weil aber Ephraim, wie im Psalm 78 angedeutet, sich weigerte, so wie auch Israel, Gott zu gehorchen, verliert er den Vorzug. Das deutet Jakob bereits in den Worten über Ru­ben an. Warum verlor Ruben das Erstgeburtsrecht? Weil der Erstgeborene Hurerei getrieben hat. Das Gleiche wirft Gott der Hauptstadt Ephraims vor, das ist Samaria. Aber nicht nur Samaria ist in Hurerei verstrickt,  auch Jerusalem.

Durch Hurerei verliert Ruben sein natürliches Recht und durch Hurerei verliert Ephraim sein Adoptivrecht. Ruben hat­te den Vorzug und verliert ihn. Ephraim bekam den Vorzug und verliert ihn gleichfalls.




Wer oder was bleibt? Joseph!

Der Erstgeborene Rahels, das ist Joseph, deutet auf dem Mes­sias. Obwohl seine Brüder ihn ablehnen, liebt er sie und möchte, dass sie leben, leben in Ewigkeit. Davon erzählt die weltweite Hungersnot, die durch Josephs weises Handeln nach sieben Jahren überwunden wird.



Endlich kaufen auch die Söhne Jakobs und kommen der Auf­forderung Gottes nach: Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht! Der Zuruf gilt den Söhnen Jakobs und auch den Ägyp­tern. Aber insbesondere den Brüdern Josephs. Haben sie doch ihren Vater belogen, als sie Joseph für tot erklärten, indem sie den blutgetränkten Mantel zu ihm sandten.




Auf der ersten Reise nach Ägypten kaufen die Brüder säcke­weise Wahrheit und können davon reichlich zerren. Aber die Versöhnung mit ihrem Bruder findet erst beim nächsten Mal statt, erst wenn Joseph sich klar zu erkennen gibt.




Lange Zeit hatte Joseph nur über Ägypten geherrscht, doch es kommt die Zeit, und sie ist nahe, dass er auch über ganz Israel herrschen wird. Dann wird das Zeugnis der Nationen gänzlich verworfen, weil sie anderen Göttern dienen. Nach der Ent­rückung ändern sich die Dinge. Die  Juden treten nun an die erste Stelle und Ephraims Vorzug ist somit dahin. Es ist der Teil Ephraims, der den Namen Jesus trägt und doch tot ist. Die wahren Ephratiter, bestehend aus Juden und Griechen, wie Paulus sagt, sind dann mit Jesus im Himmel vereint.




Die zurückgebliebenen Ephratiter aber weigern sich nach dem Wort Gottes zu leben und verwerfen sein Wort. Und so verwirft sie auch Gott. Für Ephraim ist der Segen des Erstge­burtsrechtes dahin. Ihm bleibt der Segen des Zweitgeborenen vorausgesetzt, er kehrt endlich um. Der Segen des Zweitgebo­renen bemisst sich nach dem irdischen Erbe. Das irdische Erstgeburtsrecht, das der natürlichen Geburt, kommt Benja­min zu, der symbolisch für die Juden steht. Joseph schenkt seinem leiblichen Bruder ein fünffaches von dem, was die Halb-Brüder erhalten.  




Höre Israel ().




Die Aufforderung ergeht an alle. Hören wir auf sein Wort, es­sen wir es täglich. Auf diese Weise wird unser innerer Mensch Tag für Tag erneuert, bis hin auf den Tag Christi.


5. Die Torah der inneren Angelegenheiten
Das fünfte Mal findet sich das Wort Torah in Exodus 18 Vers 16 und wir sind noch immer zwei Kapitel vom Gesetz des Si­nai entfernt.

Wenn sie eine Sache haben,
so kommt es zu mir,
und ich richte zwischen dem einen und dem anderen
und tue ihnen die Satzungen Gottes und seine Gesetze kund.


Hier geht es um die Praxis. Wenn irgend eine Sache beurteilt werden soll,  zwischen dem einen und anderen zu rechten, dann kommt dieses Gesetz in Anwendung. Das Volk kam nur dann zu Mose, wenn eine Sache zwischen zwei Personen zu klären waren und beide die Angelegenheit nicht selbst einver­nehmlich regeln konnten.


Es ist nicht leicht innerhalb des Volkes Gottes die Dinge zu ordnen, den Geschwistern zur Hilfe zu sein. (Rechtssachen vor einem Zivilgericht sollen insbesondere den Frieden wie­der herstellen, d.h., den Rechtsfrieden zwischen zwei sich nicht einig werdenden Parteien).


Der Schwiegervater Moses gibt zwei wichtige Ratschläge: Er, Mose, soll die schwierigen Rechtssachen vor Gott bringen und für die weniger schweren Angelegenheiten gottesfürchti­ge Männer auswählen, hier Männer der Wahrheit genannt; diese sollen die leichteren Dinge richten. Als Oberste des Volkes sollen sie ihnen in Streitfragen als Richter vorstehen.




Die fünf Torah im NT
Die Gesetze Gottes werden alle im im Neuen Testament  wie folgt präzisiert.


1. die notwendige Bekehrung, angedeutet durch den Glaubensgehorsam des Abraham; er verließ das Land seiner Väter;

2. das Passah-Lamm deutet auf Jesus von Nazareth;

3. Das 7-tägige Fest der ungesäuerten Brote: unser gan­zes Leben sei ein Fest ohne Böses;

4. Das Manna in der Wüste: der Herr ist unsere tägliche Speise, das ist sein Wort;

5. interne Rechtsangelegenheiten.




Alle fünf Gesetze, die Gott dem Volk Israel gab, verändern sich in der Zeit des Herrn Jesus nicht. Sie sind seit der Zeit der Aposteln für die Kirche gültig.




Weil wir aber die schwierigen Reden des Paulus oft nicht so richtig auf die Reihe bringen, erklärt uns das Alte Testament auf sehr einfache und schlichte Weise wie wir diese Gesetze zu verstehen und anzuwenden haben. Sie sind ganz einfach. Wir aber haben, wie auch die Juden im Altertum, eine Misch­nah um diese Gesetze gebaut. Vor lauter Spitzfindigkeiten wird das Herz der Gesetze eingeengt (Psalm 23). Im Juden­tum nennt sich das Gestrüpp Mishnah und im Christentum Lehramt, Kommentare, Grundsätze. Sie werden repräsentiert von so berühmten Männer wie Maimonides von den Juden und Luther, Calvin, Wesley, Darby und viele mehr aus dem Christentum.


Paulus sagt in Römer 6,10: Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern un­ter der Gnade. Dieser Vers findet in der Beschreibung der Rede Josuas seine Entsprechung.

Nochmals Josuas Aussage: Ihr könnt dem Herrn nicht dienen. Das ist das Gesetz Mose, welches zu halten unmöglich war. Denn er ist ein heiliger Gott, er ist ein eifernder Gott, er wird eure Übertretung und eure Sünden nicht vergeben. Das Volk ist unheilig, Gott aber heilig. Das Volk ganz in Sünden. Gott aber hat mit Sünde nichts zu tun.


Das Gesetz Mose hat die vollkommene Sündhaftigkeit des Volkes offenbar gemacht. Es hält auch uns den Spiegel vor: Alles verdorben! Ich werde von der Sünde beherrscht. Die Hoffnung des Gesetzes Mose: Wer darin lebt, wird leben, le­ben in Ewigkeit, ist eine trügerische Hoffnung. Wir können das Gesetz nicht halten.

Ist einer von denen, die das mosaische Gesetz halten wollten, heute noch am leben? Nein, natürlich nicht. Und warum nicht? Weil sie das Gesetz gebrochen haben. Sie waren un­vollkommen. Alle sind gestorben, ausnahmslos alle!


Doch welch ein Glück: Die, die wir mit Christus gestorben und auferstanden sind, leben nun nicht mehr unter diesem Ge­setz. Wir leben unter der Gnade: das ist Gottes Gesetz, die Torah, die Josua aufgerichtet hat und auf den Tafeln des Her­zens Abrahams geschrieben wurde.


Das ist: Das Gesetz des Messias.

In diesem Gesetz sind wir fähig gemacht worden, durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, dem Gesetz der Sünde die fristlose Kündigung vorzulegen (so will ich es mal aus­drücken) und uns mit unserem ganzen Denken und Fühlen dem Neuen Gesetz unterzuordnen und für den Herrn arbeiten. Wir wollen dem neuen Gesetz gehorchen, ob unser Fleisch nein sagt oder nicht.


Das lässt sich vergleichen mit einem Kind, dessen Eltern zu ihm sagen: Tue dies! Aber der Sohn murrt innerlich, möchte so gerne tun, was ihm Spaß macht, also das Gegenteil. Und doch, weil er gar nicht anders kann, denn er liebt ja seine El­tern, und diese sind geduldig und lassen nicht locker, führt er nach mehr oder weniger langem Zaudern ihre Anweisung aus.


So ist es auch mit dem Fleisch. In jedem Menschen rumort es täglich. Das Böse will immer wieder das Kommando überneh­men. Hier müssen wir, allem Verstand und Gefühlen zu wi­der, das Gute tun, dem Alten wieder und wieder die “fristlose Kündigung vorlegen” und damit wieder und wieder erklären: Ich arbeite nicht mehr für dich!


Bereits an diesem täglichen “Abwehrverhalten” der Sünde ge­genüber erkennen wir, dass das neue Leben in uns mehr und mehr wirksam wird und Gestalt gewinnt. In diesem Sinne sind wir jetzt Sklaven der Gerechtigkeit.


Das Kind wird sich am Ende freuen, weil es das Gute getan und außerdem ein gutes Gefühl haben. Die Freude nimmt noch zu, denn auch die Elten freuen sich und das steigert die Freude bei dem Kleinen nochmals.

Geteilte Freude ist auch hier doppelte Freude, wie der Volks­mund weiß. Und so fühlen wir ein sonderbares Glück, wenn wir als Sklaven der Gerechtigkeit das Gute tun; und die ande­ren, die freuen sich mit uns. Das vermag die Liebe Gottes, die vollständig in unsere Herzen ausgegossen wurde.


Danach dürfen wir aber nicht übermütig werden, sondern be­sonnen bleiben.  Das Gift der Sünde ist noch in uns und ein ganzes Leben lang wirksam. Wir benötigen täglich die not­wendige Dosis eines Gegenmittels, um uns gesund zu erhal­ten. Das neue Leben in uns wird dann stärker und stärker. Durch die regelmäßige und ausgeglichene Ernährung durch sein Wort, wird Jesus zunehmend in uns Gestalt gewinnen und die todbringende Wirkung des Giftes dann immer wieder neutralisiert.





6.  Die alte und die neue Torah  

Jetzt aber sind wir von dem Gesetz



- das ist das Gesetz Moses


losgemacht, da wir dem gestorben sind



- unsere Fesseln sind gelöst, weil wir mit Christus gestorben.


in welchem wir festgehalten wurden,



- als Sklaven des Gesetzes


so dass wir dienen dem N e u e n des Geistes



- wörtlich: in dem Erneuerten, d.h., wieder aufgerichtetem Gesetz Gottes; Josuas Gesetz!


und nicht in dem Alten



- wörtlich: das Gesetz, dass erst vor Kurzem in Kraft trat, jetzt aber das Abgenutzte ist, das ist das mosaische Gesetz.


des Buchstabens



- und die töten.




Paulus, Paulus! muss es so kompliziert sein?




Hier nochmals mit anderen Worten:

Das mosaische Gesetz wurde vor ca. 3500 Jahren gegeben. Es ist angesichts des Gesetzes Gottes, das von Ewigkeit her ist, erst “kürzlich” eingeführt worden und schon abgenutzt. Von dem abgenutzten Gesetz, dem Gesetz Mose, sind wir losge­macht worden durch das wiederbelebte Gesetz des Geistes.




Das ist das ewige Gesetz Gottes!




Abrahams durfte es erleben, weil er Gott glaubte. Er wandelte mit Gott. Die Richtschnur seines Handelns war das Gesetz Gottes, dass der Herr in sein Inneres geschrieben hatte, auf die Tafeln seines Herzens. Gott möge bei einem jeden von uns auch in das Innerste hineinleuchten, damit wir sein Gesetz le­sen können, darüber nachdenken und zu unserer beständigen Handlungsanweisung machen.







Schlussbemerkung

Fünfmal finden wir das Wort Torah vor dem Gesetz am Sinai. Das erste Mal nennt es Gott „Meine Gesetzte“ und deutet da­mit an, dass seine Torah seit Ewigkeiten ist und in Ewigkeiten seine Gültigkeit behält. Die anderen vier Male, in denen das Wort Torah genannt wird, sehen wir seine Gesetze im Detail beschrieben. Das es vier Gesetze sind deutet auf die symboli­sche Bedeutung der Zahl. Die Zahl 4 steht symbolisch dafür, das die Gesetze weltweite Bedeutung haben, so wie auch die vier Stiere am Brandopferaltar. Sie steht für den Osten, dem Süden, dem Westen und den Norden. Damit wird uns bestä­tigt, dass Gottes Gesetze schon immer auf der ganzen Erde ihre Gültigkeit hatten. Nicht nur auf der ganzen Erde, sondern auf in ganzen Welt, denn der Norden steht für den Himmel.




Durch das Opfer meines Herrn Jesus Christus, kann die stell­vertretende Sühnung auch für alle Menschen wirksam wer­den. Einzige Bedingung: Du musst glauben, denn ohne Glau­ben aber ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen; wer Gott im Gebet naht, muss glauben, das Gott existiert und denen die ihn suchen, ein  Belohner ist.  

Jesus suchen lohnt sich. Suche ihn in seinem Wort.







Skript-Empfehlung: „Das Buch Jaschar“  

zu finden auf: http://www.simson-project.com/




Gott zieht alle Register der Prophetie, um uns seine Geheim­nisse zu erzählen. Im einem weiteren Buch, das bereits in Ar­beit ist, werden wir Sarah vorstellen und von ihr schwärmen. Die Frau Abrahams wird an einigen Schrift-stellen versteckt erwähnt, wie bereits in diesem Buch angedeutet in Esther 1. Lass dich einfach  überraschen. (Titel: Sarah – Eine jüdische Frau macht Geschichte)







Das Geheimnis der sieben Sendschreiben

Warum erscheint und enthüllt Jesus ausgerechnet dem Johannes die Zukunft und nicht einem Petrus oder anderem Apostel? Auch das ist ein Geheimnis. Um es zu lüften und dann herauszufinden, warum es Johannes sein sollte, sehen wir uns  kurz den Menschen an, den Jesus liebte. Vielleicht  erahnen wir dann, warum es gerade dieser sein sollte, dem Gott die Apokalypse offenbarte.  

Der Apostel lebte als Gefangener auf Patmos, eine, in der östlichen Ägäis gelegenen, dem Festland vorgelagerten, Insel, westlich der heutigen Türkei. Ihr Name liefert uns bereits einen bitteren Vorgeschmack auf das, was kommen muss. Patmos bedeutet: „Meine Ermordung“. Da stellt sich doch sogleich die Frage: Ist Johannes eines natürlichen Todes gestorben  oder wurde ermordet? Wir wissen es nicht.




Was wir von Johannes zuverlässig wissen, lesen wir in seinen Schriften, besonders in seinem Evangelium. Die bedeutendste Tatsache über ihn finden wir dort, denn er schreibt dreimal über sich, dass Jesus ihn liebte – griechisch agapao. Johannes wußte es mit seinem Herzen. Tief in ihm war es dem Jünger schnell zur festen Gewissheit geworden: Der Herr liebt mich.

Warum liebte der Herr diesen Jünger besonders? Der Geliebte setzte von Anbeginn sein ganzes Vertrauen auf Jesus.  Darum  konnte er aus seiner Erfahrung heraus schreiben: Welchen Jesus liebte. Es gibt noch einen weiteren Hinweis auf das enge Verhältnis zwischen den beiden. Der Name Johannes leitet sich vom hebräischen Jochanan ab und bedeutet:  Vorzug. Wir alle kennen das in unseren menschlichen Beziehungen, den einen ziehen wir vor, den anderen nicht. Unsere Präferenzen beruhen auf Sympathie, diese Art der Liebe wird im griechischen mit dem Wort phileo ausgedrückt.

Johannes, der sich von Jesus geliebt wusste, wurde nicht mit phileo geliebt, sondern mit agapao. Das ist die gleiche Liebe, mit der Gott alle Menschen liebt. Wenn es in Johannes 3,16 heißt: Denn auf diese Weise hat Gott die Welt geliebt, dann steht auch hier im griechischen das Wort agapao. Johannes und die Welt werden mit der gleichen Liebe, griechisch Agape, geliebt. Aber welchen Vorrang hatte nun Johannes, weist doch sein Name auf seine Bevorzugung hin?




Johannes kannte Jesus besser als alle anderen. Er, der sich möglichst nah beim Herrn aufhielt und sich auf diese Weise sich mit Jesus und seiner Person vertraut machte, war den anderen immer eine Nasenlänge voraus. Niemand stand Jesus näher als Johannes. Deshalb kannte er ihn besser als alle anderen Jünger. Er liebte die Nähe seines Herrn. Wann immer möglich, war er bei ihm. Bereits in ihrer ersten Begegnung wird es deutlich, wenn er Jesus fragt: „Lehrer, wo hältst du dich auf?“ Jesus antwortet: „Kommt  und sehet.“




Das Gleiche erkennen wir  in Johannes 20. Am Auferstehungstag war es Johannes, der es eiliger hatte, um zum Grab zu gelangen und nachzusehen, ob Jesus dort noch liegt oder nicht. Dort angekommen sieht er die Leinentücher. Es sieht anders als Petrus. Während das Sehen des Johannes mit blepo wiedergegeben wird, wird das Sehen des Petrus mit dem Wort theoreo beschrieben. Beide Jünger sehen und doch betrachten sie die Dinge anders. In  der Art, wie sie die Wirklichkeit sehen, gibt es einen entscheidenen Unterschied. Während Johannes die Tücher betrachtend untersucht, sieht Petrus die Tücher gleich wie ein Zuschauer das Schauspiel. Er  besieht sich die Sache und denkt – dialogisiert- darüber nach.  Johannes sieht mit den Augen des Herzens und erfasst die Wahrheit prompt. Petrus sieht mit den Augen des Verstandes, versucht mittels menschlicher Schlussfolgerungen die Sache der Auferstehung richtig auf die Reihe zu bringen. Argument auf Argument werden in einem inneren Dialog erörtert. Wir lesen nichts davon, das Petrus glaubte. Weil Johannes den Herrn gut kannte, erfasste er, im Gegensatz zu Petrus, die Tatsache der Auferstehung schlagartig. Petrus aber wog das Für und Wider gegeneinander ab.

Nachdem Johannes in die Gruft eintrat heißt es: Und er sah und glaubte. Dies ist die dritte Art des Sehens und wird mit dem Begriff eido wiedergegeben. Das Wort beschreibt ein Sehen, dass immer absolutes Wissen mit einschließt. Von diesem Zeitpunkt ab weiß Johannes absolut sicher: der Herr ist wahrhaftig auferstanden. Und so ist es dem Geliebten zur völligen Gewissheit geworden. Das ist christliche Glaube, ein völliges Wissen über die Wahrhaftigkeit der in der Bibel beschriebenen Dinge. Dieses Wissen führt  einem Menschen zur völligem Gewissheit und bildet das unerschütterliches Fundament des soliden christlichen Glaubens. Johannes weiß: Mein Herr ist auferstanden.




Es war auch dieser Jünger, der Jesus erkannte, als er mit den anderen sechs Jüngern am Ufer des Sees Genezareth stand. Als er Jesus erkannte, wendete er sich nach dem großen Fischfang an Petrus und sagte: „Es ist der Herr.“




Jesus kennen und erkennen setzt voraus, dass wir eine innige Beziehung zu ihm pflegen, beständig auf Tuchfühlung mit ihm sind und auch darin bleiben. Auf diese Weise lernen wir den Herrn mehr und mehr kenne, die Vertrautheit nimmt zu. Es wächst zusammen, -na, wie geht der Satz weiter?




Die Enthüllung

Johannes ist am ersten Tag der Woche im Geiste. Plötzlich hört er eine Stimme, die zum ihm redet. Nach der kurzen Rede dreht er sich um, sieht sieben Leuchter und inmitten der Leuchter einen Menschen. Nach dem sich Jesus als Hoherpriester enthüllt hat, fällt Johannes furchterfüllt zu seinen Füßen. Der Herr tröstet ihn und richtet ihn auf. Anschließend erklärt die Geheimnisse der sieben Sterne, der sieben Leuchter. Es sind die sieben Versammlungen.  Johannes erhält einen Auftrag und der lautet: „Schreibe!“ Zuerst soll er sieben Briefe abfassen und die Geheimnisse zusenden, also den sieben Versammlungen. Das sind die sieben Sterne. Nach deren Abfassung fährt Johannes in einem Wagen (?) in den Himmel. Was er dort sieht, soll er gleichfalls zu Papier bringen, mit Ausnahme der Reden der sieben Donner.




Die Schleier fallen

Offenbarung bedeutet Enthüllung. Wenn ein uns unbekannter Gegenstand enthüllt wird, wissen wir dann auf Anhieb, was dieser Gegenstand darstellt? In der Regel wird ein enthülltes Kunstwerk zuersteinmal genauer unter die Lupe genommen, von allen Seiten betrachtet und das braucht Zeit. Doch die Eiligen,  die Kunst-Kritiker unserer und auch vergangener Tage, beschreiben voreilig. Nach ihrer ersten Inaugenscheinnahme, mehr oder weniger gut, bestottern sie, was sie gesehen haben. Dann liefern sie ihren Lesern die eigene Interpretation. Danach erdreisten sich sich, das Werk zu bewerten. Es werden unverblümt Noten vergeben, die sie auf Grund selbstdefinierter, aber geheimgehaltener, Qualitäten formuliert haben. Und zum Schluss rühmen sie sich selbst, indem sie ihrer eigenen Kritik den ihren ach so berühmten Namen drunter setzen. Der Leser schluck's und was bleibt ist der Name des Kritikers.  




So oder so ähnlich ist es der Offenbarung des Johannes ergangen. Mann oder Frau lesen lieber die Kommentare berühmter Anmerker, anstatt selbst in Zeiten der Zweisamkeit mit dem Herrn auf Forschungsreise zu gehen. So bleiben ihnen die Schätze verborgen und sie bettelarm. Um jenen ihre Armut ein wenig zu lindern, verschwenden wir unseren   Reichtum.




Struktur der Sendschreiben

Eigentlich ist der Begriff Sendschreiben heute irreführend. Es sind, wer hätt's gedacht, ganz einfache Briefe. Aber die haben's in sich. Johannes sandte den sieben Gemeinden jeweils einen besonderen Brief und doch sollte jeder dieser Briefe alle sieben Gemeinden bekannt gemacht werden, wie es auch bis zum heutigen Tag ist.  
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