Tora des Manna ist das Brot aus dem Himmel - Simson-Project

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Tora des Manna ist das Brot aus dem Himmel

Torah des Messias
Tora des Manna - Exodus 16,4
4. Die Torah des Manna

Bevor wir die Torah des Manna im speziellen behandeln, kommen wir zu Beginn des Kapitels auf die Gestaltung des Neuen Testaments zu sprechen. Dies erscheint uns wesentlich für das Verständnis der Bibel, insbesondere des Neuen Testaments. Wir zeigen kurz auf, in welchem strukturellen Beziehungen die 21 Lehrbriefe zu den sieben Briefen an die sieben Versammlungen Offenbarung 2 und 3 stehen. Auf den folgenden zwei Seiten befinden sich Grafiken, die die strukturellen Verbindungen darstellen. Sie liefern eine, wie wir meinen, gute Hilfe, um im Selbststudium den Spuren der  vorgezeichneten Strukturen zu folgen. Viele Details lassen dann gut nachzuvollziehen. An Hand der Gemeinde Philadelphia werden wir beispielhaft aufzeigen, wie die ihr zugeordneten Lehrbriefe, drei an der Zahl, sich durch dem heutigen Kanon des Neuen Testaments ergeben und wie sie inhaltlich passgenau auf die Gemeinde zutreffen. Nach dem gleichen Muster lassen sich die die anderen Lehrbriefe den weiteren sechs Gemeinden aus der Offenbarung zuordnen. Die Zuordnung ist eine rein mechanische Angelegenheit, die bereits ein Zwölfjähriger durchführen kann.

Die Struktur des Neuen Testaments
Der Kanon der Neuen Testaments enthält 27 Bücher, die in vier Gruppen aufgeteilt werden. Die erste Gruppe bilden die vier Evangelien:
I.
1. Matthäus,
2. Markus,
3. Lukas,
4. Johannes.
Die zweite Gruppe bildet eigenständig die Apostelgeschichte:
II.
1. Apostelgeschichte.

In der dritten Gruppe die 14 Lehrbriefe des Paulus:
III.a
1. die Römer
2. die Korinther der 1. Brief,
3. die Korinther 2. Brief,
4. die Galater
5. die Epheser
6. die Philipper
7. und die Kolosser;

III.b
8. Die Thessalonicher 1. Brief
9. die Thessalonicher 2. Brief,
10. Timotheus 1 Brief,
11. Timotheus 2. Brief,
12. Titus
13. Philemon
14. die Hebräer.

In der 4. Gruppe die 7 weiteren Lehrbriefe, geschrieben von:
IV.
15. Jakobus
16. Petrus 1. Brief
17. Petrus 2. Brief
18. Johannes 1. Brief
19. Johannes 2. Brief
20. Johannes 3. Brief
21. Judas.

Wir führen nun eine rein mechanische Zuordnung der 21 Lehrbriefe durch. Sie werden den Briefen aus Offenbarung 2 und 3 der Reihe nach zugeordnet und zwar nach dem heutigen Kanon.

Aus den Gruppen III.a, III.b und IV werden jetzt jeweils die Ersten der Gruppen dem ersten Brief aus Offenbarung 2, dem Brief an Ephesus, zugeordnet. Anschließend die jeweils Zweiten der Gruppen dem zweiten Brief aus Offenbarung 2, dem an Smyrna, zugeordnet. Wir setzen unsere Zuordnungen solange fort, bis jeder Lehrbrief einem der Gemeinden zugeordnet wurde. Wir erhalten folgende Zuordnungen:

Gruppe III.a
Gruppe III.b
Gruppe IV
Sendschreiben

Römer
1.Thessalonicher
Jakobus
    Ephesus
1. Korinther
2.Thessalonicher
1. Petrus
    Smyrna
2. Korinther
1. Timotheus
2. Petrus
    Pergamos
Galater
2. Timotheus
1. Johannes
    Thyatira
Epheser
Titus
2. Johannes
    Sardes
Philipper
Philemon
3. Johannes
    Philadelphia
Kolosser
Hebräer
Judas
    Laodicäa

Nachdem wir die 21 Lehrbriefe den sieben Gemeinden aus Offenbarung 2 angegliedert haben, untersuchen wir als Exempel jene Briefe, die wir der Gemeinde Philadelphia zugeordnet haben, um aufzeigen, dass die Lehrbriefe uns Dinge offenbaren, die wir nicht für möglich gehalten haben.  Jeder Leser kann dann erkennen: Hier hat Gott die Strukturen vorgegeben und den Inhalt der Texte genial gestaltet. Sogar über den Kanon der Bibel hat der Ewig-Seiende gewacht. Die 21 Lehrbriefe gehören streng genommen zu der Torah der inneren Angelegenheiten, die wir erst im nächsten Kapitel behandeln werden.

Philadelphia
Der HERR hat an der Gemeinde Philadelphia nichts auszu-setzen. Sie halten an sein Wort fest und haben ihren Glauben nicht verleugnet. In ihrer Zeit hat Gott eine geöffnete Tür gegeben, die niemand schließen kann, außer der HERR allein. Prophetisch deutet die Zeit der Gemeinde Philadelphia auf eine Epoche, die bald nach der Reformation folgte und seit über 500 Jahren anhält.
Bevor wir uns exemplarisch mit den drei Lehrbriefen beschäftigen, die wir oben der Gemeinde Philadelphia bereits zugeordnet haben, möchte wir auf eine unscheinbare Besonderheit aufmerksam machen. Philadelphia, Philipper und Philemon sind drei Wörter, die jeweils mit dem gleichen Buchstaben beginnen, dem griechischen Phi. Ob das wieder einer der reinen Zufälle ist oder steckt mehr dahinter? Gehen wir auf Spurensuche und betrachten den 21-sten Buchstaben des griechischen Alphabets genauer.

Das Phi – Φ
Der Buchstabe besteht aus einem Kreis und einem senkrechten Balken. Was ist das Besondere daran? Ein Kreis umschließt eine Fläche, die hier vom Balken halbiert wird. Gott hat aus zwei Halbkreise einen Vollkreis gemacht.  Der Kreis stellt ein zweidimensionales Gebilde dar. Wenn wir uns mit einem Auge eine Kugel ansehen, dann erscheint auch sie uns wie ein Kreis. Erst mit dem zweiten Auge sehen wir  besser. Mit zwei Augen erkennen wir die dreidimensionale Figur, die Gestalt einer sehr kostbaren Perle. Der Kreis des Phi symbolisiert die kostbare und vollkommene Perle. Aber was ist mit dem senkrechten Balken? Er könnte, wenn wir ihn isoliert betrachten, eine Säule darstellen. Und für was steht die Säule? In Offenbarung 3 sagt der HERR : Wer überwindet, den werde ich zu einer Säule machen in dem Tempel meines Gottes. Das wäre ein Möglichkeit, den senkrechten Balken zu erklären. Es könnte aber auch einer der beiden Säulen des Tempels Salomon handeln. Eine davon trägt den Namen Boaz und die andere den Namen Jakin. Es könnte sich aber auch um die abstrakte Darstellung des Kaufmanns handeln, der eine sehr kostbare Perle erworben hat. Ob dem wirklich so ist, müssen wir nun untersuchen. Wo findet der Kaufmann zum ersten Mal in den Schriften der Bibel seine Erwähnung? Er taucht indirekt in Genesis 23 auf. Abraham kauft für 400 Sekel Silber ein Stück Acker. Das Silber war in kleinen Münzen bezahlt worden, denn es heißt: vierhundert Sekel Silber, gangbar beim Kaufmann. Wenn wir uns das hebräische Wort ansehen, das der deutschen Übersetzung für das Wort Kaufmann zu Grunde liegt, dann erfahren wir Erstaunliches. Das hebräische Wort laut Sachar סחר mit der Strong-Nr. 5503 und kann übersetzt werden mit:
1. herumreisen, (wie ein (fahrender) Händler);
2. in der Intensivform bedeutet es: pochen, klopfen;
In welcher Gegend mag wohl der Kaufmann herumreisen? Ist es nicht auf dem ganzen Erdenrund? Sagte Jesus nicht selbst in Matthäus 13,38: der Acker aber ist die Welt. Jesus sucht auf dieser Erde kostbare Perlen.  Als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
Was nannte der Kaufmann sein Eigen, um diese kostbare Perle zu kaufen? Sagte Jesus nicht selbst: Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlege? Jeder weiß es. Jesus wurde in Armut geboren und mittellos ist er  gestorben. Was also hatte Jesus zu verkaufen? Wir meinen, dass er sich selbst gab, sich selbst zum Lösegeld für alle; siehe 1. Timotheus 2, 6.  
Von welcher Art war das Lösegeld? Als Abraham den Acker von Ephron kaufte, bezahlte er mit Silbersekel. Das Wort Silber leitet sich aus der Wortwurzel Kasaph ab und bedeutet  unter anderem: sich ersehnen. Abraham ersehnte sich so sehr den Acker, dass er bereit war dafür 400 Silbersekel zu zahlen und zwar in kleinen Münzen. Warum 400? Die Zahl 4 steht für weltweite Geltung und schließt die ganze Menschheit ein. Ob erstens aus dem Norden, zweitens dem Osten, drittens dem Süden oder viertens dem Westen, alle Menschen auf dieser Erde sind im Erlösungsplan Gottes mit eingeschlossen. Für alle hat der Messias einen Silbersekel bezahlt, denn eine solche Münze aus Silber repräsentiert den einzelnen Menschen. Warum sollte der Kaufmann den den Preis für einen von uns umsonst bezahlt haben?

Und er klopft
Der Kaufmann pocht an der Tür der Gemeinde zu Laodicäa. Er hat einiges zu verkaufen. Augensalbe, Gold, Bekleidung. Die Gemeinde Laodicäa repräsentiert die weltweite Gemeinschaft der Gläubigen, ob Jude oder Grieche, keiner kann sich da ausschließen. Das christliche Zeugnis wird durch Jesus selbst als lau empfunden und demnächst ausgespuckt. Der HERR klopft dennoch, mehr oder weniger regelmäßig. Dann und wann, zwischen den Klopfzeichen, horcht er. Ob aus dem Inneren ein hörbares „Herein!“ gerufen wird? Was mag wohl in Laodicäa vor sich gehen, dass so viele die Klopfzeichen überhören?

Genesis 22
Das Phi -Φ- könnte auch ein Hinweis sein auf Genesis 22. Juda, der Schwiegervater von Tamar, übergibt seiner Schwiegertochter drei Dinge als Pfand. Juda hält in seiner Hand einen Ring, eine Schnur und einen Stab. Alle drei Dinge liegen in der Hand Judas. Nach der Übergabe des Pfandes liegen die drei Dinge in der Hand der Kanaaniterin. Ob Tamar jemals das Pfand zurückgegeben hat? Wir lesen nichts davon. Aber wir erhalten einen Hinweis. In Vers 23 heißt es: Da sprach Juda: Sie behalte es für sich, dass wir nicht zum Gespött werden. Zwar nutzen die drei Gegenstände als Beweismittel gegen Judas Todesurteil, aber zurückerhalten hat er das Pfand nicht. Nun zur Deutung des Phi -Φ: Der Stab spricht von einem Hirtenstab, denn Juda ist Schafhirte. Die Schnur bestand auf einem gezwirntem Garn, dass von den Fellen der Schafe stammt. Und der Ring umschließt die ganze Sachse und dienst als Symbol für ein Siegel. Jesus ist der eine Hirte und hat aus den Schafen der Juden und Griechen eine Herde gemacht. Das wird in Genesis 22 auch durch die Zwillinge der Tamar erzählt. Perez und Serach bilden eine Herde. Wenn auch Perez einen Bruch verursacht hat, so hat der Messias diesen Bruch geheilt. Und weil Serach einen roten Karmesinfaden trägt, deutet es auf große Schuld hin, die dieser mit seiner Hand ausgeführt hat. Im Propheten Jesaja, er steht für die Nationen, lesen wir, wie Gott sich danach sehnt, die Schuld zu bezahlen: Kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht Jahwe. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.

Die Sonne und das Phi im dritten Johannesbrief
Das Phi -Φ- deutet vielleicht auch auf die Sonne, die in den Schriften als zwei Hälften gesehen werden. Die eine aus der Sonne der ersten Tageshälfte und der andere Teil der Sonne für die zweite Tageshälfte. Die beiden Teile sind zu einer Figur geformt, die geometrisch vollkommen ist. Um die beiden Teile zu verstehen, sehen wir uns einen Vers aus dem dritten Brief an, den wir weiter oben Philadelphia, der 6. Gemeinde, zugeordnet haben. Es handelt sich um den 3. Brief des Johannes. Es schreibt der Apostel in  Vers 14: Friede dir! Das gilt dem Empfänger des Briefes, dem Gaius. Es grüßen dich die Freunde. Die Freunde, die bei Johannes sind. Lassen Gaius grüßen. Grüße die Freunde mit Namen. Gaius soll die Freunde, die bei ihm sind, grüßen.
Prophetisch deutet der 14. Vers die Vollzahl der Nationen an. Johannes wünscht dem Adressaten Frieden. Dann übermittelt er Grüße, indem er schreibt:  Es grüßen die Freunde –Philos. Gleich anschließend schreibt er: Grüße die Freunde -Philos- mit Namen.  Wir haben hier zwei Gruppen von Freunde. Die erste Gruppe sind bei Johannes und die zweite Gruppe sind mit Gajus. Die Freunde des Johannes lassen Gajus grüßen und dieser soll die Freunde, die bei ihm sind, grüßen. Wer mag wohl der geliebte Gajus sein? Der Name leitet sich aus dem Lateinischem ab und bedeutet „HERR“. Nun ahnen wir, wer dieser Gajus ist oder nicht? Nun ahnen wir auch, wer die Freunde sind, die mit Gaius sind.

Philadelphia
Bevor wir zu den drei Briefen kommen, die wir dieser Gemeinde zugeordnet haben, sehen wir uns zuvor das Wort Philadelphia genauer an. Es wird in der Regel ins deutsche mit Bruderliebe wiedergegeben. Aber trifft die Übersetzung den wirklichen Sinn? Das Wort setzt sich aus zwei Begriffen zusammen, der erste lautet Philos und der zweite Adelphos. Philos hat die Bedeutung von Freund und Adelphos bezeichnet einen Bruder. Verbinden wir jetzt Philos und Adelphos und geben den beiden griechischen Begriffen eine deutsche Entsprechung, dann können wir Philadelphia mit „Brüder werden zu Freunde“ bzw. „Freunde werden zu Brüdern“ übersetzen. Die erste Variante, „Brüder werden zu Freunde“, deutet prophetisch auf die Zwillingsbrüder Esau und Jakob. Die wiederum deuten auf die Juden und die Griechen, wobei die Griechen wie immer für die anderen Nationen stehen. Und wenn zwei verfeindete Brüder, so wie Esau und Jakob, sich versöhnen, dann werden sie zu Freunden.
Nun die zweite Übersetzungsvariante, „Freunde zu Brüdern“. Sie kann auf jegliches freundschaftliche Verhältnis angewandt werden. Als Christen sollten wir sehr wohl allen Menschen ein Freund sein, denn unseren Rea, unseren Nächsten, sollen wir ja lieben wie uns selbst, so wie es uns Jesus vorgelebt hat. Jesus pflegte selbst zu seinem Verräter ein freundschaftliches Verhältnis und konnte sogar in der Nacht, in der er von Judas verraten worden war, aus vollem Herzen sagen: „Freund, wozu bist du gekommen?“   Matthäus 26,50.
Wenn ein Freund umkehrt und zum Herrn kommt, also durch  die geöffnete Tür geht, dann wird er denen, die schon in Philadelphia sind, zum Bruder. Wenn die Zwillingsbrüder, Esau und Jakob, umkehren und zum Herrn kommen, in der Zeit der geöffneten Tür, dann werden sie zu Freunden. Auch das geschieht in der Versammlung Philadelphia. Und das scheint uns der tiefere Sinn des Textes zu sein. Prophetisch wird uns mitgeteilt, die Brüder, für die die Tür geöffnet ist, waren zwar von Geburt an leibliche Brüder, aber sie waren eine Zeit lang keine Freunde. Jakob betrog den Esau und Esau suchte den Jakob zu töten. Das tun Freunde nicht. Sie betrügen einander nicht und schon gar nicht wollen sie den Freund ermorden. Ist es nicht so, dass Freunde zusammen halten, mag kommen was will? Bei Brüdern ist das nicht immer der Fall. Wie oft erleben wir, wie Brüder in Rivalität zueinander leben und agieren. Genau so war es im Leben von Esau und Jakob. Esau gelüstete nach dem Roten, dass Jakob hatte. Und Jakob gelüstete nach dem Erstgeburtsrecht, dass rechtlich dem Esau zustand. Aber Jakob betrog seinen Vater. Und auch Esau war nicht ehrlich, denn er hätte seinem Vater sagen müssen, dass er das Erstgeburtsrecht verkauft hatte, stattdessen bedrängt er seinen Vater und wünscht von ihm den Segen. Nach diesem Vorfall trachtete Esau danach seinen Bruder Jakob zu ermorden, deshalb floh Jakob nach Haran. Und so lebten die Brüder dann lange im Streit, jeder für sich, bloß nicht für- und miteinander. Gott greift ein. Er gibt ihnen einen geöffnete Tür. Der Text in Offenbarung 3, 7-13 deutet daher die Versöhnung zwischen Jakob und Esau, zwischen Juden und Griechen. Während der Epoche Philadelphias können die Brüder Versöhnung erfahren. Die verfeindeten Brüder können dort sogar zu Freunden werden.  
In Philadelphia wird man zum Bruder, wenn man es noch nicht war und man wird zum Freund, auch wenn man schon Bruder war. Die versteckte Versöhnung, auf die hier  angespielt wird, kann und muss unsere Herzen höher schlagen lassen, weil Philadelphia eben auch auf den bevorstehenden großen Versöhnungstag deutet.
Wer mit Gott versöhnt ist, der kann gar nicht anders und versöhnt sich auch mit seinem Bruder. Die sechste Gemeinde aus Offenbarung 3 weist somit auch auf das noch zukünftige sechste Fest im jüdischen Festkalender hin, dem großen Versöhnungstag, auf hebräisch Jom Kippur genannt. Jeder von uns, der sich von Gott einladen lässt und sich dann zu ihm hinwendet und seinen Worten lauscht, der erfährt bald sein persönliches Jom-Kippur-Fest mit dem Messias. Der Hohepriester Jesus hat die Tür geöffnet und damit einem jeden von uns die Chance gegeben in Philadelphia einzutreten. Die Einladung gilt nicht nur den Nationen, sondern auch und besonders den Juden. Jeder, der durch die enge Pforte eintritt, erfährt im Hause des Vaters Versöhnung, Versöhnung mit Gott. Folglich findet nach dem persönlichen Jom Kippur mit Vater auch früher oder später die Versöhnung mit dem Nächsten, dem Rea, statt. Wer so versöhnt ist, kann gar nicht mehr anders als seinen Nächsten zu lieben, sei der Rea nun Freund oder Feind.

Philadelphia und der Brief an die Philipper
Die Philipper sind Pferdefreunde. Pferde sprechen von Kraft, in der Regel von menschlicher Kraft. Paulus erinnert die Philipper: Denn wir sind die Beschneidung, die wir durch den Geist Gottes dienen und uns Christi Jesu rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen. Ob die Gemeinde in der Gefahr stand, auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen? Warum waren einige an der Vorhaut beschnitten worden? In einem kurzen Abriss skizziert der Apostel seine Karriere als Benjaminiter. Wie beurteilt er seinen Aufstieg? Er achtet alles für Verlust, präziser ausgedrückt: Paulus hält seine gesamte Vergangen-heit für einen Verlust, ja mehr noch, er erklärt es für einen Schaden. Warum Verlust oder Schaden? Weil seine jüdische Religiosität dazu führte, dass er der Steinigung des Stephanus zustimmte. Religiöser Fanatismus hat noch immer seine Toten gefordert. Paulus verstärkt seine Ablehnung gegenüber seinem alten Verhalten, indem er sagt: Ich erachte es für Dreck. Der hier gewählte griechische Ausdruck bezeichnet damit etwas, was man nur den Hunden hinwerfen mag: Kot. Einen solchen straken Ausdruck für seine jüdisch-religiöse Erziehung und Ausbildung ist schon deftig. Von solchem Unrat wendet sich er sich ab. Und was hat Paulus dafür eingetauscht? Er sagt: Auf das ich Christus gewinne. Das griechische Wort für gewinnen lässt sich auch übersetzen mit: erlangen, erreichen, erhalten, bekommen, erwerben. Es wird damit ein Ertrag, ein Gewinn, eine Bereicherung und eine Ausbeute sondersgleichen bezeichnet. Christus gewinnen heißt dann alles zu erreichen. Damit soll den Juden die Nutzlosigkeit des Haltens des mosaischen Gesetzes deutlich gemacht werden, denn das eigene Tun erlangt nichts. Die selbsterarbeitete Gerechtigkeit macht einen Menschen nicht gerecht und lässt ihn arm zurück. Die Gerechtigkeit aber, die Jesus bewirkt hat, die macht reich und währt ewig. Auch  macht die Selbstgerechtigkeit nicht wirklich glücklich, aber sie fördert sehr wohl unseren Hochmut, weil wir meinen, etwas geschafft zu haben. Ja, das Halten der Vorschriften  ist anstrengend, sehr anstrengend, und muss besonders für junge Menschen auf Dauer zu Recht als Plackerei empfunden werden. Das Halten des Gesetztes ist ein schweres und hartes Joch. Tag ein, Tag aus, muss man beständig auf der Hut sein;  bloß keine Vorschrift übertreten. Jesus kommt uns da zu Hilfe und ruft allen Menschen zu: Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Wer sich unter das Joch Jesu einspannen lässt, der erfährt, wie der HERR das Joch trägt, der erlebt, wie er den Weg führt.
Die Tür zum Eingang ins Reich der Himmel ist nicht nur für Juden offen, sondern für jeden Menschen. Das ist es, was der HERR der Gemeinde Philadelphia sagen wollte, eine geöffnete Tür für Juden und Griechen. Dort werden Brüder zu Freunden und Freunde werden zu Brüdern.  Im Haus der Versammlung geht es noch lieblicher zu. Paulus schreibt im 2. Kapitel des Philipperbriefes:

1. Wenn es irgend eine Ermunterung gibt in Christus,
2.  wenn irgend ein Trost der Liebe,
3. wenn irgend eine Gemeinschaft des Geistes,
4. wenn irgend innerliche Gefühle und Erbarmungen,
so erfüllet meine Freude,
5. dass ihr einerlei gesinnt seid,
6. dieselbe Liebe habend,
7. einmütig
8. eines Sinnes,
9. nichts aus Parteisucht oder eitlem Ruhm tuend,
sondern
10. in der Demut einer den anderen höher achtend als sich selbst;
ein jeder
11. nicht auf das Seinige sehend,
sondern
ein jeder
12. auch auf das der anderen.
13. Diese Gesinnung sein in Euch, die auch in dem Messias Jesus war.
Aus diesen Zeilen können wir lernen, wie Brüder zu Freunden werden. Paulus geht in seiner Beschreibung sogar soweit, dass er uns Christus vorstellt, der als Freund sich zu nichts machte und bereit war um unsertwillen Sklave zu werden und zu gehorchen. Die Philipper folgen ihrem Herrn, denn Paulus lobt die Gemeinde in Kapitel 2,12, wenn er schreibt: gleichwie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein als in meiner Gegenwart, sondern jetzt vielmehr in meiner Abwesenheit. Kann jeder die Stimme des guten Hirten hören, wenn Paulus schreibt: gleichwie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, … vielmehr in meiner Abwesenheit? Jesus ist beim Vater und er freut sich sehr, wenn unsere Liebe zu ihm und dem Vater darin zum Ausdruck gebracht wird, dass wir dem Herrn gerne gehorchen.
In Kapitel 5 beschreibt Paulus die Philipper und was sie für ihn sind. Auch hier können wir wieder die Stimme unseres Herrn hören: Daher, meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und Krone. Gerade hier, im letzten Kapitel, kommt der Apostel auf etwas zu sprechen, dass sich auch in den anderen, der Versammlung Philadelphia zugeordneten Briefen auftut. dem  Philemon und dem 3. Brief des Johannes, wiederfindet. Es wird in allen drei Briefen, im Philipperbrief, im Brief an Philemon und im 3. Johannesbrief, immer wieder thematisiert und dürfte den meisten Lesern unbekannt seien. Sehen wir uns das Problem Philadelphias genauer an. Paulus ermahnt im Brief an die Philipper die Schwestern Evodia und Syntyche: Sie mögen doch einerlei gesinnt sein. Was bedeutet einerlei gesinnt sein? Paulus hat es zuvor erklärt und richtet seine Ermahnungen an jeden von uns. Niemand ist davon ausgeschlossen. Alle in der Versammlung werden aufgefordert, um was zu tun? Was sollte ein jeder machen?
1. Ein jeder soll den anderen ermuntern,
2. ein jeder den anderen Trost der Liebe weitergeben,
3. jeden mit gleicher Liebe begegnen und umsorgen,
4. und jeder soll in der Gemeinschaft des Geistes stehen.
Das ist es, was Paulus bei den Schwestern Evodia und Syntyche, anmahnt. Das Wort gesinnt beinhaltet:
1. Übungen der Liebe,
2. Übungen der tröstenden Liebe,
3. Übungen der Ermunterung,
4. Übungen der Mitempfindungen und der Gefühle,  
5. aber auch Übungen, die zu einer gemeinsamen Meinung führen sollen.
Alle Bemühungen der Philipper, so auch der Evodia und Syntyche, sollen in eine bestimmte Richtung ausgerichtet sein. Damit ist die Arbeit im Weinberg Gottes angesprochen. Das eigene Interesse soll auf die Sorgen und Belange der anderen gerichtet sein. Und last but not least, unser persönliches Anliegen sollte auch darin liegen dem Herrn zuzuhören und dann das zu tun, was er von uns fordert. Anders ausgedrückt: erst horchen dann gehorchen. Mit offenen Ohren und offenen Herzen zuhören und dann die Liebe zum Nächsten und zu Gott einüben.
Evodia und Syntyche bergen noch ein Geheimnis. Evodia bedeutet: „Gute Reise“ und beschreibt die langen oder kurzen Reisewege, um das Evangelium weiterzugeben. Syntyche bedeutet Zufall, aber es kann auch Unfall, Panne, Versehen usw. bedeuten. In seiner intensivsten Form könnte es sich auch um einen Störfall handeln. Was war vorgefallen? Die Lösung ist eigentlich ganz einfach. Eine Seite dieses Buches zurückblättern und den Abschnitt über das fünfte Kapitel des Philipperbriefes nochmals durcharbeiten und du erkennst den Störfall. Und nicht nur diesen, auch den in deiner Gemeinde. Hoffentlich ist es kein Supergau.
Eine der Schwestern hatte eher zufällig die Liebe zur  Nächsten nicht beachtet und schon hing der Haussegen schief. Noch haben es die anderen nicht mitbekommen und auch Syntyche, die die Ursache des kleinen Zwischenfalls war, bemerkte anfänglich ihre Unachtsamkeit nicht und so reiste Evodia mit unguten Gefühlen ab. Nach ihrer Rückkehr spürte Syntyche das reserierte Verhalten Evodias, konnte sich aber keinen Reim daraus machen. Die subtilen Sticheleien nahmen hier ihren Anfang und halten weiterhin an. Und so kam es, wie es kommen musste, irgendwann lagen die beiden in einem heftigen Clinch. Schon immer sind es die kleinen Füchse, die den Weinberg verderben wollen. Bevor es zu eskalieren droht, ermahnt Paulus beide liebevoll und erinnert sie an die gemeinsame Arbeit im Weinberg Gottes. Und weil es auch in zukünftigen Zeiten immer wieder zu ähnlichen Zwischenfällen kommen wird, hat es uns Paulus aufgeschrieben. Evodia – gute Reise, ermahne ich, und die Syntyche – der Unfall, ermahne ich, einerlei gesinnt zu sein im Herrn.
Die Gemeinde Philadelphia hält an sein Wort fest, das findet der HERR Lobens wert. Was der HERR nicht loben kann, wird u.a. im Philipperbrief aufgegriffen. Uneinigkeit und Streit. Sie  gehören vor die Tür geschickt. Sie haben nichts in der Versammlung Gottes zu suchen.  Wir das Gift der Zwietracht nicht durch den Herrn  und unseren Gehorsam neutralisiert, dann wirkt es in uns und führt früher oder später zur Spaltung.

Philadelphia und der Brief an Philemon
Mitarbeiter schreiben an Mitarbeiter, doch ganz besonders richten sich die Schreiber an Philemon. Sein Name bedeutet „freundlich“. Philemon , wie kann es anders sein, ist ein  sympathischer und wohlwollender Mitstreiter. Die weiteren Adressaten sind die Schwester Appia, Archippus, den andern  Mitkämpfern, und natürlich die gesamte Gemeinde, die im Haus des Philemon zusammen kam. Philemon wohnte in Kolossä, dort, wo alles so pompös und riesig ist. Die Schwester Appia bedeutet fruchtvoll, ergiebig, gedeihlich. Einer der Mitkämpfer nennt sich Archippus. Sein Name bedeutet: Herrscher oder Meister der Pferde. Pferde tauchen immer dort auf, wo wir sie nicht wirklich vermuten, doch immer scheinen sie für die menschliche Kraft zu stehen. Unser Archippus versteht sich auf Pferde. Er kann ihre Temperamente zügeln. Im Psalm 32, 9 sagt David: Sei nicht wie ein Roß, wie ein Maultier, das keinen Verstand hat; mit Zaum und Zügel, ihrem Schmuck, musst du sie bändigen, sonst nahen sie dir nicht. Der Schmuck wird den Pferden ins Maul geleckt. Beim Schmuck handelt sich um eine treffende Metapher für die Gelehrsamkeit, die jedoch mit eigener Kraft, das heißt mit unbändigem Temperament, vorgetragen wird. Ein so ungezügeltes Pferd hat durch seine Wildheit so manches feine Porzellan zerschlagen. Oft sind es Menschen, die erst reden und das Hirn einschalten. Warum diese Umschreibung?

Ist es nicht so? Was ein Mensch von frühester Jugend an gelernt hat, spult er einfach nur so runter, ohne später auch nur darüber nachzudenken. Und weil der Worte gar so viel, verfehlen sie meist Zweck und Ziel. Hier muss Archippus Hand anlegen. Auch im Brief des Jakobus werden die Pferde behandelt. Jakobus schreibt, man beachte, es ist Jakobus: Wenn jemand sich dünkt, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist eitel.  Jakobus 1,26.
Im dritten Kapitel schreibt er in Vers 2: Wenn jemand nicht im Worte strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln. Und das Jakobus einen Menschen mit einem Pferd vergleicht, wird im dritten Vers deutlich: Siehe, den Pferden legen wir die Gebisse in die Mäuler, damit sie uns gehorchen, und lenken ihren ganzen Leib.
Hat David nicht mahnend gesagt: Seid nicht wie ein Roß, wie ein Maultier?  Unter uns sollte niemand sein, bei dem die Pferde durchgehen. Auch sollte niemand  unter uns gefunden werden, der sich sich störrig und bockbeinig hinstellt und sich nicht mehr bewegen will. In der Hausgemeinde des Philemon scheint der Archippus alle Hände voll zu tun zu haben, lautet doch sein Arbeitsauftrag: Meister der Pferde. Es werden nicht wenige gewesen sein, die Archippus zügeln musste. Paulus schreibt aber vornehmlich an Philemon und der bildet einen Gegensatz zu den Temperamentvollen. Der Brief des Paulus gehört zu den zärtlichsten der Bibel und das aus guten Grund. Das Thema, dass der Apostel behandelt ist der Art brisant, dass alle Register der Liebe zieht, um das Herz Philemons zu erreichen. Paulus möchte den Sklaven Onesimus zurückschicken. Wir wissen nicht, aus welchem Grund Onesimus nicht mehr bei Philemon war. Gab es Streit und deshalb ist Onesimus abgehauen? Oder hat ihn Philemon sogar fortgejagt, weil er ihn nicht mehr ertragen wollte. Auch in diesem Brief schwingen interne Streitereien mit. Es wird nicht wirklich darauf eingegangen, aber die Vorsicht, die Paulus bei der Abfassung des Briefes vornimmt, deutet eine heikle Angelegenheit an. Weil der Brief, wie schon an anderer Stelle gesagt, auch eine Art Lückentext darstellt, lassen sich viele Szenarien dazu ausdenken. Jeder kann seine eigene Geschichte hineinlegen und die Erzählung bleibt doch in sich stimmig. Behandeln auch wir die Gefühle der anderen mit Samtpfoten und liebenden Worten. Druck erzeugt Gegendruck, aber Sanftmut öffnet Herzen.  

Wenn am Ende eines Briefes Grüße ausgerichtet werden, dann sollten wir uns immer die Grüßenden genau ansehen. Der erste, der seine Grüße unbedingt loswerden will ist Epaphras. Sein Name bedeutet schön, lieblich, reizend, herrlich, allerliebst, anmutig usw. usf. Es folgen die Grüße von Markus – Verteidigung, von Aristarchus – der beste Herrscher, Demas – Landpfleger bzw. Gouverneur des Volkes und Lukas – Lichtgebender. Nun dürfen wir annehmen, dass der Brief den Adressaten erreicht hat und Philemon und Onesimus wieder ein Herz und eine Seele geworden sind, denn im letzten Kapitel des Briefes an die Kolosser wird Onesimus erwähnt. Paulus schreibt: … mit Onesimus, dem treuen und geliebten Bruder, der von euch ist; sie werden euch (das sind Tychikus und Onesimus) alles kundtun, was hier vorgeht. Paulus konnte nur mit seinem zärtlichen Brief die Herzen der beiden wieder zusammenbringen. Auch wir wollen uns ein Beispiel an den Apostel nehmen.

Lehrbriefe und Sendschreiben und ihre Unterschiede
Worin unterscheiden sich die Lehrbriefe von den Briefen der Offenbarung? Bei der Abfassung des vorliegenden Buches fiel uns auf, dass die Lehrbriefe, die sich auf Philadelphia beziehen, interne Angelegenheiten behandeln, während der   Brief an Philadelphia externe Sachverhalte nennt. Zu den externen Dingen gehört zum einen die geöffnete Tür. Sie steht für jeden, der eintreten möchte, offen. Dann lesen wir von einer kleinen Kraft, die ebenfalls von allen erlebt wird. Die Eigenschaft der Kraft wird deshalb als klein bezeichnet, weil sie so klein ist, dass sie nicht gesehen werden kann. Aber sie ist dennoch groß. Es ist die Kraft des Heiligen Geistes. Er kann nicht gesehen werden und doch ist er wirksam. Der Heilige Geist ist also die kleine Kraft. Des Weiteren erfahren wir über Philadelphia, dass sie am Wort festhält, sei es gegenüber der Synagoge Satans, als auch gegenüber allen anderen Kritikern.
Die Lehrbriefe dagegen enthalten interne Dinge und zwar solche, die sehr persönlich sind. Besonders im Brief an Philemon wird das deutlich. Aber auch der Brief an die Philipper beinhaltet nicht öffentliche Dinge, denn wer, außer die Geschwister, wußte vom Zerwürfnis zwischen Evodia und Syntyche? Auch der dritte Brief, den wir der Versammlung Philadelphia zugeordnet haben ist ein sehr persönliches Schreiben. Johannes schreibt an den geliebten Gaius.

Nun geht's zur Torah des Manna. Eigentlich eine süße Sache.



4. Die Torah des Manna
Als nächstes wird das Gesetz Gottes in Verbindung mit dem Manna erwähnt. Exodus 16,4:

Da sprach der Herr zu Mose: Siehe, ich werde euch vom Himmel regnen lassen und das Volk soll hinausgehen und den täglichen Bedarf an seinem Tage einsammeln, damit ich es prüfen, ob es wandeln wird in meinem Gesetz oder nicht.

Einige Verse weiter lesen wir: Und der Herr sprach zu Mose: Bis wann weigert ihr euch, meine Gebote und meine Gesetze zu beobachten?

Gott ermahnt sein Volk: Ihr müsst essen. Wer nichts isst, wird nichts. In diesem Abschnitt dreht sich alles um die tägliche Nahrung. Sie ist überaus abwechslungsreich, jeden Tag besonders. Es handelt sich nicht um Konserven, nicht um einen Vorrat für schlechte Zeiten. Das Manna landete täglich frisch auf den Tisch. Unser geistliches Leben benötigt jeden Tag die frische Nahrung. Nehmen wir sie regelmäßig zu uns. In ihrer Vielfalt ist sie auch ausgewogen, gleichwie es auch für unseren Leib erforderlich ist. Vernachlässigen wir das Lesen und Studieren der Bibel am Morgen, dann fehlt uns der Frühregen, Wir werden uns während des Tages schlaff und schlapp fühlen und das gesunde Wachstum ist gefährdet. Wir müssen daher regelmäßig essen, aber nicht schlingen, sondern  gut kauen. Sagt nicht bereits der Volksmund: Gut gekaut ist halb verdaut?  Richtig und gesund essen braucht Zeit.

Eine Frage dazu: Gehst du am Morgen ohne Frühstück aus dem Haus, arbeitest den ganzen Tag ohne zu essen und wenn du abends nach Hause kommst, kurz vor dem Schlafengehen, erst dann schiebst du dir einen kleinen Happen rein? Wird nicht schon während des Tages der Hunger an dir genagt haben und in der Nacht lässt dich schlecht schlafen? Es kommt der zweite Tag und er verläuft genau gleich. Wieder eilst du davon, ohne gefrühstückt zu haben. Du isst auch am Tage nichts. Nur kurz vor dem Zubettgehen steckt du dir noch schnell einen Keks in den Mund und du glaubst, das ist gesund.  

Wie lange willst du das durchhalten?
Aber genau so machen wir es in unserem geistlichen Leben. Wir lesen das Wort Gottes nicht und wenn, dann nehmen wir eilig einen kleinen Snack zu uns und gehen in den Tag oder ins Bett.
Es fehlt der Früh- und der Spätregen. Ohne sie werden wir eingehen wie eine Primel. Daher: Ohne Wasser geht die Primel nicht ins Bett.

Nun hat Gott auch dieses Gesetz dem Volk noch vor dem Gesetz des Sinai gegeben, damit sie leben. Das Manna spricht von Jesus, dem Brot aus dem Himmel; so erklärt es der HERR in Johannes 6 selbst. Das hebräische Wort Manna ist eigentlich eine Frage und sie lautet: Was ist das? - oder: Was ist er? - Das Volk kannte das Brot aus dem Himmel nicht, es war ihnen bis dahin fremd.

So geht es auch uns. Vieles aus der Bibel ist uns unbekannt. Damit wir mit dem Manna vertraut werden, sollten wir uns jeden Morgen beim Lesen der Bibel fragen: Was ist das? Oder besser: Was ist er? Die Frage richtet sich an unseren Verstand. Sollten wir nicht gleich eine Antwort finden, so arbeitet das Gehirn autonom weiter. Es schafft neue Verknüpfungen, indem gleiche oder ähnliche Dinge aufgesucht werden. Das geschieht übrigens auch im Schlaf. Und plötzlich, wenn wir einen anderen Text aus der Bibel lesen und studieren, wird uns etwas klar. Damit das Verständnis wächst, muss es jeden Morgen regnen. Aber, so sind wir Europäer, wir spannen den Schirm auf, wollen nicht naß werden und schon gar nicht nasse Füße bekommen. Und so verkümmert unser geistliches Leben und Gott wird uns fremd.
Wusstest du, dass nasse Füße im geistlichen Leben etwas Gutes sind? Durch das Wasserbad des Wortes Gottes wird unser Lebenswandel täglich gereinigt und somit korrigiert. Und was ist mit den nassen Haaren? Unsere menschliche Pracht und Eitelkeit geht zwar dahin, aber die Herrlichkeiten des Herrn leuchten dafür um so schöner und lassen alle unsere Selbstgefälligkeiten dagegen blaß erscheinen.


Wer nichts isst, der wird nichts
Gott erinnert uns an unser Nichttun: Bis wann weigert ihr euch, meine Gebote und meine Gesetze zu beobachten? Wir sollten das tägliche Bibellesen als ein gutes Gesetz für unser Leben verstehen, denn wer nichts isst, wird nichts. Er verhungert und stirbt. Hattest du auch schon die Begegnung mit einem Menschen, der vor Hunger für andere völlig ungenießbar war?
Es braucht uns nicht zu wunden, wenn Christen sich gegenseitig anknurren. Ist es nicht deshalb, weil sie sich die Torah aus Exodus 16, 4 nicht zu Herzen genommen haben?  
Gott sagt und wir befinden uns noch immer vor dem Sinai: Bis wann weigert ihr euch, meine Gebote und meine Gesetze zu beobachten? Die Verweigerung liegt in unseren Lüsten begründet. Wir wollen das tun, was uns gefällt und Spaß haben, wonach uns der Sinn steht. Sollten wir nicht den Herrn, unseren Gott lieben
1. aus unserem ganzen Herzen
2. und mit unserer ganze Seele
3. und mit unserer ganzen Kraft
4. und mit unserem ganzen Verstand?

Wenn wir dem Herrn unseren ganzen Einsatz verweigern und unseren eigenen Lüsten frönen, sündigen wir damit nicht gegen Gott?  Versündigen wir uns nicht auch gegen unseren Nächsten und kommen dem Gebot nicht nach?  

5. du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Lieben wir unseren Nächsten, dann lassen wir ihn nicht links liegen, sondern stellen ihn ins Zentrum unserer Handlungen. Das ist eine gewaltige und umfassende Forderung an uns. Selbstverständlich stimmen wir dem Gebot zur Nächstenliebe zu, nicken ab, gehen jedoch anschließend zur Tagesordnung über, lieber rüber zu unseren Vergnügungen und lassen den Nächsten links liegen.
Wusstest du, dass das Wort „beobachten“ eigentlich eine  besondere Schutzmauer darstellt? Das hebräische Wort lautet shamar (שמר Strong-Nr. H8104) und in seiner Grundbedeutung wird es übersetzt mit „absichern, wie mit Dornen“. Wir sehen, auch Gottes Gesetz wird mit einer Dornenhecke verglichen.  Durchbrechen wir von innen die Mauer, so werden wir uns ganz gewiss daran verwunden. Und außerhalb werden wir schutzlos den wilden Tieren ausgeliefert sein und unsere Wunden lecken. Gottes Gesetz dient uns als Nahrung und Schutz zugleich. Gott fragt uns daher nicht umsonst: Bis wann weigert ihr euch, in meinem Gesetz zu leben?


Dornen die nicht schützen, sondern uns verletzen
Die Dornenhecken der christlichen und jüdischen Mishnah und die Mühsal des Gesetzes Mose befinden sich außerhalb der von Gott errichteten Schutzmauer und erschwerenden und den Zugang zum Weinberg Gottes. Während Gottes Dornen schützen uns wirklich, wenn wir sein Wort beobachten, deckt  das Gesetz Mose unsere Verwundbarkeit auf. Wir können damit nicht in den Garten der Gemeinschaft und Freude mit Gott zurück, es ist geradezu unmöglich. Und wenn es doch möglich wäre, jeder Fehltritt hätte den erneuten Rauswurf zur Folge. Und Außerdem: Wer oder was sühnt unsere Übertretungen? Sagte Gott denn nicht zu Mose, als das Volk Israel noch in Ägypten in Knechtschaft war: Sehe ich das Blut, so gehe vorüber? Wo bleibt heute die Sühnung für unsere Fehltritte? Welches unschuldige Blut kann die Sühnung bewirken?

Und nochmals die Frage Gottes, denn man kann sie gar nicht oft genug wiederholen: Bis wann weigert ihr euch, in meinem Gesetz zu leben? Es ist die gleiche Verweigerungshaltung, wie sie in Psalm 78 über Ephraim deutlich wird?
Die Söhne Ephraims, gerüstete Bogenschützen, wandten um am Tage des Kampfes. Sie hielten nicht den Bund Gottes und weigerten sich, in seinem Gesetz zu wandeln. Psalm 78, 9-10

Israel() weigert sich, Ephraim weigert sich. Die beiden Textstellen gehören thematisch ganz eng zusammen. Warum? Sie beschreiben prophetisch die gleiche Gruppe. Bevor wir uns Ephraim und Israel () näher ansehen, nehmen wir das Manna nochmals unter die Lupe. Wir haben bereits erklärt, dass das Wort Manna eigentlich eine Frage darstellt. Jetzt ein wenig hebräisch. Der sprachliche Ausdruck besteht aus zwei Wörtern. Zum einen aus dem Fragewort Ma -was? und aus dem Personalpronomen hu, -er oder es-. Wenn wir die Frage auf eine uns unbekannte Person stellen, können wir fragen: Was ist er? Hebräisch: Man hu. Und so oft wir das Wort Gottes lesen und Man Hu fragen, bekommen wir den richtigen Drall auf die Dinge oder Person(en), die sich hinter den Erzählungen der Bibel verstecken. Das Gesetz des Manna ist also dazu dar, den Messias besser kennenzulernen. Wir dürfen uns deshalb nicht nur auf einen Teil der Schriften beschränken, sondern die ganze Bibel studieren. Erst wenn wir beide Teile zusammenlegen, erkennen wir ihn.  

Mit Hilfe von Priska und Aquila deuten wir das Historische auf das Zukünftige und fragen uns: Was ist er, was ist Ephraim? - Man Hu? Sein Name steht für doppelte Frucht, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Als Josef ihm den Namen gab, hatte er bereits einen Sohn, Manasse seinen Erstgeborenen. Ephraim ist also der zweite Teil der doppelten Frucht. Jakob, sei Großvater, macht ihn am Ende seines Lebens  mittels Adoption zu seinem eigenen Sohn und krönt damit, dass er Ephraim in die Vorrangstellung des  Erstgebornen setzt. Aber mehr noch, Jakob macht die Adoptierten den Söhnen Leas gleich, Ephraim wie Ruben und Manasse wie Simeon. Das Erstgeburtsrecht Ephraims damit erweitert und erstreckt sich auf die gleichen Rechte wie sie Ruben von Natur aus hatte.

Priska und Aquila erklären uns zudem: Der Fürst des Stammes Ephraim ist Josua. Aus himmlischer Perspektive nennen wir gleich den für uns eindeutigeren Namen. Die Griechen transkribierten den Namen Josua mit Jesus, der übersetzt „Jahwe-gerettet“ bedeutet. Das ist der Jesus aus Nazareth, Jeshua HaMashiach.
Lesen wir in der Bibel von Josua, dann können wir, wenn wir die geistliche Dimension betrachten, immer den Namen Jesus einsetzen. Auf diese Weise erkennen wir, dass Jesus der Fürst Ephraims ist. Übrigens: Josua war der einzige Ephraimiter, der beständig im Heiligtum wohnte, denn es heißt: und Josua wich nicht aus dem Inneren des Zeltes. Exodus 33,11
In gleicher Weise liebte es Jesus im Haus seines Vaters zu sein, deshalb entzündete sich auch der leidenschaftliche Einsatz für den Tempel zu Jerusalem, denn die Obersten hatten den Tempel zum eigenen Vorteil missbraucht: Nehmt dies weg von hier, macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus. Seine Jünger aber gedachten daran, dass geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus verzehrt mich“.
Warum musste Jesus außerdem um das Haus des Vater eifern? Jesus war seinen Brüdern, den Juden, zum Fremdling geworden und das bereits zu seinen Lebzeiten. Wie viel mehr nach so langer Zeit?

Ephraim ist ein Pluralwort und leitet sich von Ephrath ab. Der Begriff wird als Namensbestandteil jenes Ortes verwendet, in dem der Messias Israels(), laut dem Propheten Micha, einmal geboren werden wird, in Bethlehem-Ephrata. Micha 5,1
Jeder, der dort geboren wird, ist entweder ein Bethlehemiter oder ein Ephratiter. Und weil Jesus, wie der Prophet es vorausgesagt hatte, ca. vierhundert Jahre später in Bethlehem-Ephrata geboren wurde, ist Jesus auch aus diesem Grunde ein Ephratiter. Alle Nachkommen des Ephratiters sind ebenfalls Ephratiter. Nun übertragen wir diesen Zusammenhang auf ein anderes Bild. Jesus ist das Weizenkorn, dass in die Erde fiel und starb. Das Korn trieb aus und schlug Wurzeln. Im Frühjahr wuchs schnell ein neuer Grashalm und am Ende der Reifezeit konnte die Ernte eingefahren werden. Eine Weizenähre kann im Idealfall bis zu 50 Weizenkörner tragen. Nimmt man die 50 Körner und säet sie wieder aus, können im zweiten Sommer bis zu 2500 Weizenkörner geerntet werden. Im dritten Jahr sind es dann bereits über einhunderttausend. Bildlich gesehen sind Christen Weizenkörner, die aus dem ersten Weizenkorn – Jesus -  hervorgegangen sind. Somit sind alle Christen aus dem Samen des Messias Ephratiter geworden.

Nun macht ein einzelnes Weizenkorn noch kein Brot, viele Körner aber schon. Jesus sagte: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Der Messias wollte aber nicht allein sein und so ist er gestorben, damit er mit vielen Gemeinschaft hat. Der Ort, an dem der Messias geboren wurde, wird Bethlehem genannt. Ins deutsche übersetzt bedeutet der Name der Stadt „Haus des Brotes“. Es heißt nicht Haus der Brote als eine Menge von Brotlaiben, sondern schlicht und einfach: Haus des Brotes. Damit haben wir ein Haus und ein Brot. Das Haus spricht von dem Ort an dem die Familie zusammenkommt, symbolisch durch das Zelt dargestellt. Das Brot ist der Herr selbst, es sind seine Worte,  und so lesen wir: Da sprachen sie, die Juden, zu ihm: Wer bist du? Und Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das, was ich auch zu euch rede.  Jesus offenbart hier, dass er das Gesetz des Manna höchstpersönlich ist. Damit dürften im engsten Sinne die vier Evangelien das Gesetz des Mannas darstellen, aber eben auch die gesamte Schrift.

Zurück zum Geburtsort des Messias. Der Doppelname lässt sich zum einen in Bethlehem und zum anderen in Ephrat aufteilen. Bethlehem bildet u.a. den jüdischen Aspekt des Ortes und deutet auf den Zweitgeborenen Rahels, auf Benjamin. Ephrath deutet auf den Erstgeborenen, auf Ephraim.
Nun war Ephraim nach dem natürlichen Recht ein Neffe Benjamins. Aber Jakob schafft neue Fakten. Er setzt Ephraim vor Manasse und adoptiert beide. Durch diesen Rechtsakt wird Ephraim zum Bruder und Erstgeborenen gegenüber Benjamin, der weiterhin, ohne etwas dabei verloren zu haben, die Stellung des Zweitgeborenen inne hat.
Der Erstgeborene erbt doppelt. Und was der Segen des Erstgeborenen umfasst, erfahren wir u.a. von Jakob. In dem er als Vater seinen Sohn Joseph, den Erstgeborenen Rahels, mit dem Segen des Erstgeborenen segnet, denn Ruben hatte wegen Hurerei sein Erstgeburtsrecht verwirkt, segnete er auch Ephraim und Manasse, denn das Erbe geht nach dem Tod des Vaters auf die Söhne über. Jakob stirbt und so geht das Erbe  auf Joseph, dem Erstgeborenen und somit auch auf die Adoptiv-Söhne Ephraim und Manasse über. Joseph stirb und so geht auch sein Erbe auf seine Söhne über. Die beiden werden ganz sicher erben, wenn sie nicht die gleichen Sünden begehen wie Ruben und Simeon. Ruben, der Erstgeborene Jakobs und Leas, beging Hurerei. Simeon, der Zweitgeborene, war ein Mörder. Er ermordete gemeinsam mit Levi alle männlichen Bewohner von Sichem.
Halten wir also fest: Ephraim gehört jetzt formal zur Gruppe der Erstgeborenen und erbt den Segen seines Vaters. Weil er zwei Väter hat, zum einen seinen Erzeuger und zum anderen seinen Großvater, erbt er doppelt. Weil aber Ephraim, wie im Psalm 78 angedeutet, sich weigerte, so wie auch Israel, Gott zu gehorchen, verliert er den Vorzug wieder. Das deutet Jakob bereits in den Worten über Ruben an. Warum verlor Ruben das Erstgeburtsrecht? Wir sagten es bereits, der Erstgeborene Leas Hurerei trieb Hurerei. Und das Hurerei kein Ausnahmedelikt ist, denn es wird massenhaft verübt, sehen wir heute besonders deutlich. Gott wirft der verantwortlichen Hauptstadt Ephraims, das ist Samaria, Hurerei vor. Aber nicht nur Samaria ist in Hurerei verstrickt, auch Jerusalem macht sich dieser Sünden schuldig. Durch Hurerei verliert Ruben sein natürliches Erstgeburtsrecht und durch Hurerei verliert Ephraim sein Adoptivrecht. Ruben hatte, wie damals die Juden, den Vorzug und verliert ihn. Ephraim bekam den Vorzug und verliert ihn gleichfalls. Wir sehen, dass alle gesündigt hatten, sowohl das Nordreich, Israel, als auch das Südreich, Juda.

Wer oder was bleibt?
Joseph! Als junger Mann widersteht er den Begehrlichkeiten  der Frau des Potiphars und weigert sich, mit ihr ins Bett zu steigen. Als die Frau gar zu aufdringlich wird, flieht Joseph. Auch in dieser Sache blieb er rein, so wie auch Jesus Christus auf sexuellem Gebiet rein war. Der Erstgeborene Rahels deutet somit auf den Messias, darin, in seltener Eintracht,  sind sich die meisten jüdischen und christlichen Gelehrten einig: Joseph deutet auf den Messias. Nun, wir wollen an Hand der der Schrift versuchen, weitere Geschichte in ihrer bildlichen Aussage zu deuten, um exemplarisch aufzuzeigen, dass alle Schriften das Gesetz des Mannas enthalten, eben nur in der allegorischen Verpackung verhüllt.

Die Halb-Brüder
Obwohl sie Joseph ablehnten, liebt er sie und möchte, dass sie leben, leben in Ewigkeit. Davon erzählt uns die Zeit der weltweiten Hungersnot. Durch Josephs weises Handeln wird der Hunger der Menschen während der sieben Jahren gestillt. Keiner, der zu Joseph ging, musste sterben. Im übertragenen Sinn heißt das, jeder, der zu Jesus kommt, wird leben,  denn nur er hat lebendiges Wasser für unseren Lebens-Durst und wahrhaftiges Brot für unseren Hunger auf Leben.   
Endlich! Während der siebenjährigen Hungersnot kaufen auch die Söhne Jakobs Weizen und kommen der Aufforderung Gottes nach: Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht! Der laute Zuruf des Kaufmanns, sein Schall dringt bis nach Kanaan, gilt Jakob und seinen Söhnen. Das Angebot gilt insbesondere seinen Halb-Brüdern. Haben sie doch ganz unverfroren den Vater belogen, als sie Joseph für tot erklärten. Indem sie ihrem Vater den blutgetränkten Mantel zu sandten, hofften sie darauf, den Träumer endlich loszuwerden. Doch schlussendlich, der Not gehorchend, kaufen sie Wahrheit. Beim zweiten Aufeinandertreffen rücken sie mit der tatsächlichen Geschichte raus und sind tief beschämt. Joseph ist davon tief berührt. Ohne ihnen jemals einen Vorwurf gemacht zu haben, nur darauf hoffend, dass sie endlich sich selbst die Schuld eingestehen, fällt er ihnen nach ihrem Schuldeingeständnis in die Arme und weint vor Freude,
Allein Benjamin bleibt in der Betrugsgeschichte unerwähnt. Ob er zu jener Zeit zu jung war? Ganz unschuldig ist er dennoch nicht, denn Joseph schenkt seinem leiblichen Bruder 300 Silbersekel. Worauf die Silberstücke wohl anspielen? Sie sind ider 10-fache Preis für einen toten Sklaven bzw. der Preis für 10 tote Sklaven. Damit, so meinen wir, wird versteckt erzählt, dass Letztgeborene für die Ermordung von zehn Söhnen volle Sühnung erhält. Die Schuld des Einen an die Zehn offenbart den lange anhaltenden Unglauben des Jüngsten. Gleichzeitig wird die Treue der Zehn zum Ausdruck gebracht. Gleichwie ihr Vater, Joseph, der als Sklave verkauft und durch Leiden und bildlich auch durch den Tod gehen musste, müssen seine Söhne ihm in allem gleich werden. Anders ausgedrückt. So wie der Bruder, Jesus von Nazareth, ermordet wurde, werden auch seine Brüder bis in den Tod verfolgt. Am Ende aber wird die Liebe des Messias den Aufrichtigen überwältigen.
Nun, in Ägypten kaufen die Brüder säckeweise Weizen, d.h., sie kaufen zentnerweise Wahrheit und können davon reichlich zehren. Die Versöhnung mit Joseph findet deshalb beim zweiten Treffen statt, weil die Brüder zuerst ihre Schuld vor sich und auch vor Joseph bekennen sollen. Erst dann kann Joseph sich zu erkennen geben. Lange Zeit hatte Joseph, unerkannt für seine leiblichen Brüder, nur über die Ägypter geherrscht, doch es kommt die Zeit, und sie ist nahe, dass er dann, sichtbar für alle, als Messias über ganz Israel herrschten wird Die sichtbare Vorrangstellung Ephraims auf der Erde endet damit. Psalm 78 beschreibt die Hintergründe. Der Sohn Josephs, Ephraim, ist zwar gerüstet, wendet sich jedoch ab.

Das Abwenden Ephraims in Psalm 78
Was hat es damit auf sich, das Ephraim einen Richtungswechsel vornimmt? Über das hebräische Wort hapfach (הפך Strong-Nr. H2015)  kommen wir dem Geheimnis etwas näher. Es handelt sich um ein zweifaches abwenden. Zuerst sehen wir uns den irdischen Aspekt an und dann den himmlischen. Auf der Erde wendet sich Gott von Ephraim ab, weil dieser sich von Gott abgewendet hat, indem er die Torah des Messias verwirft. Der Herr gewährt Juda erneut den Vorzug, denn so hat er es verheißen, wie wir es in Vers 67 lesen können: Und er verwarf das Zelt Josephs, und den Stamm Ephraim erwählte er nicht; sondern er erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er geliebt hat.
Warum wird das Zelt Josephs verworfen? Das Zelt symbolisiert das transportable und zeitliche Haus Gottes. Im Vorbild Josuas sehen wir, das Christus im Zelt wohnte, denn es heißt: Sein Diener aber, Josua, der Sohn Nuns, ein Jüngling, wich nicht aus dem Inneren des Zeltes. In gleicher Weise war der Herr in ihrer Mitte seiner Gemeinde, doch nun wohnt er nicht mehr darin, weil Ephraim sich weigert im Gesetz Gottes zu wandeln. Jesus ist draußen, aber noch steht er vor der Tür.
Warum wir der Stamm Ephraim nicht erwählt? Dazu zwei Erklärungen. Erklärung eins: Das Zelt Josephs ist zu einem Götzenhaus mutiert. Es haben dort andere Götter Einzug gehalten. Gott steht niemals mit Bösem in Verbindung und so   muss sich der Herr aus ihrer Mitte zurück ziehen. Jetzt, in der Zeit Laodicäas, steht er vor der Tür und klopft. Er klopft immer wieder. „Wie lange Herr“?
Ephraim verlässt den Bund und weigert sich, im Gesetz Gottes zu wandeln. Er hat darüber hinaus all die Wunder, die Gott ihn hat schauen lassen, vergessen.
Nach der Entrückung ändern sich die Dinge dramatisch und das fast schlagartig. Die Juden erhalten von Gott eine zweite Chance und damit erneut den Vorzug und treten dann wieder an die erste Stelle. Ephraims Vorzug und der damit einhergehenden Führerschaft ist dahin. Wir reden von dem Teil Ephraims, der den Namen Jesu trägt und doch tot ist. Die lebendigen Ephraimiter, das sind solche, die eine persönliche Beziehung zu Jesus haben, sind dann mit ihrem Herrn im Himmel vereint.
Die Zurückgebliebenen aber weigern sich weiterhin, nach dem Wort Gottes zu leben und mehr noch, die Mehrheit der  sogenannten Christen verwerfen sein Evangelium vollständig und wenden sich dem anderen Evangelium, welches gar keines ist, zu.

Warum wird der Stamm Ephraim nicht erwählt? Die zweite Erklärung ist ungleich komplexer und damit umfangreicher.Wir müssen weit ausholen und so kommt es unweigerlich zu Wiederholungen. Aber bekanntlich ist die Wiederholung die Mutter allen Lernens, nicht wahr?  

Zu Beginn nehmen wir nochmals das jüdische Ehepaar zu Rate. Von Priska lernen wir das Historische und von Aquila, ihrem Mann, lernen wir seine himmlische Perspektive, die eines Adlers, einzunehmen. Auf diese Weise interpretieren wir die Texte der Schrift. Unsere Vorgehensweise führen wir aber nicht auf das jüdische Ehepaar selbst zurück, sondern beziehen uns,, so wie es Priska und Aquila getan haben dürften, auf Gottes eigene Erklärung, man beachte dabei, dass der HERR orakelt: Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jahwe. Denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Jesaja 55,8-9

Wenn wir die historischen Texte genau lesen, versuchen wir die Einzelteile sinnvoll miteinander zu verbinden. Verwende ich als Jude nur die Schriften des Tanakh, bleiben mir viele Dinge verborgen und ich muss die Texte verbiegen. Studiere ich nur das Neue Testament, gerate ich mit meinen Vernunftschlüssen ganz schnell unter die Räder oder ins Sektierertum. Es ist daher unabdingbar, dass wir beide Teile der Schrift genau unter die Lupe nehmen, sowohl den Tanakh als auch die Schriften des Neuen Bundes, um Gottes höhere Gedanken, die der himmlischen, zu verstehen. Ganz stur erkunden wir die allegorische Erzählebene, die allen historischen Texten innewohnt, um sie dann verständlich zu beschreiben. Alle menschlichen Gedanken, ob mündlich vorgetragen oder schriftlich überliefert, lassen wir dabei ganz bewusst außen vor.
Im historischen Text lesen wir, wie Gott das 12-stämmige Volk erwählt hat. Damit wollte er ein Exempel statuieren und zwar in jeder Hinsicht. Vordergründig erzählt der Tanakh die Geschichte Israels, aber beim genauen Lesen erkennen wir uns selbst. Die Geschichten spiegeln unser eigenes Leben und dass unserer Völker.
Gott beginnt seine geheimnisvolle Geschichte und setzt bei  einem Mann namens Abram an. So wie Gott sich Abram ganz persönlich offenbart und zu ihm redet, tut er es auch mit einem jeden von uns. Aufmerksam hört dieser zu. Tun wir es auch, wenn Gott zu uns spricht? Abraham, wie er später genannt wird, folgt den Anweisungen und zieht sich aus der gottlosen Stadt zurück, aber nicht dorthin wohin er will, sondern dorthin, wo Gott ihn wohnen lassen will. Tun wir es ihm gleich und hören auf die Wegweisungen des HERRN. Gott verheißt dem Patriarchen eine große Nachkommenschaft, gleichwie die Menge des Sandes, der am Meer liegt. Abraham glaubt dem HERRN, auch wenn er seiner Ungeduld und die seiner Frau ein wenig nachhilft. Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Versuchen wir nicht auch, den Verheißungen ein wenig Dampf zu machen?
Eine Hungersnot kommt übers Land und der Patriarch flüchtet sich nach dem wohlhabenden Ägypten. Oh, wie viele von uns  flüchten von einem Ort zum anderen, nur, weil das Vorhandene ihnen gar zu wenig erscheint. Abraham muss wegen einer Halbwahrheit oder war es doch eine ganze Lüge, sein Asyl aufgeben und das Gastland auf Befehl des Königs eilends verlassen. Damit er auch ganz sicher über die Grenze geht, man weiß ja nie, wird er von einer Spezialtruppe begleitet. Die Geschichte wiederholt sich, nicht wahr? Bis in unsere Tage können wir hautnah, wenn wir sehen wollen, solche Abschiebungen erleben. Als verarmter Bettler kehrt Abraham dennoch nicht zurück. Sein Hab und Gut hat sich vermehrt, auf wundersame Weise, ist größer noch als vor Reise.
Wir könnten mit den Geschichten Isaaks, Jakobs und seinen Söhnen fortfahren, aber das würde den Rahmen dann doch sprengen, daher springen wir hin zu den historischen Erzählungen Ephraims, um Gottes Gedanken kennenzulernen.
Die Aufforderung ergeht an uns alle. Hören wir auf sein Wort, essen wir es täglich. Auf diese Weise wird unser innerer Mensch Tag für Tag erneuert, bis hin auf den Tag Christi.

Nun kommen wir zu dem zweiten, dem himmlischen Aspekt des Abwendens. Ephraim ist ebenfalls gerüstet, diesmal mit den Waffen des Gerichts. Das sich Ephraim abwendet, lässt sich auch mit der Übersetzungsvariante „umkehren“ erklären. Die irdischen kehren um und verlassen den richtigen Weg; sie   glauben an ein betrügerisches Evangelium. Die anderen  kehren um vom falschen Weg und wenden sich dem Herrn zu. Das Volk Gottes besteht also aus zwei Gruppen, die von uns in der Regel nicht unterscheidbar sind. Zum einen besteht die Christenheit aus solchen, die den Namen Christi tragen, sich aber von Christus weg bewegen. Zum anderen aus solchen, die sich berechtigter Weise Christen nennen dürfen, weil sie nach dem Evangelium Jesu leben. Wir brauchen uns die vermischte Christenheit nicht wirklich wundern, denn Jesus selbst prophezeite schon im Gleichnis vom Unkraut und dem Weizen, dass sowohl das Böse als auch das Gute nebeneinander aufwachsen werden; siehe Matthäus 13. Erst kurz vor der Ernte wird das schwarz-giftige Korn des Krautes erkennbar. Gleichzeitig wird der echte und gute Weizen gesehen. Ephraim kehrt um und ist gerüstet. Und plötzlich, keiner weiß wann, werden die echten Christen entrückt. Paulus erklärt den Korinthern die schnelle Hinwegnahme der Christen im ersten Brief sie; Kapitel 15,52: In einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune, werden die Toten auferweckt und die Lebenden verwandelt werden. Auch im 2. Thessalonicher, Kapitel 4,13, schreibt der Apostel: Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit mit dem Herrn zusammen sein.
Das Gericht lässt zwar noch auf sich warten, aber die Entrückten werden darauf vorbereitet. Der Herr hat seine Armee gerufen und zur gegebenen Zeit wird sie auch eingesetzt, wie wir vom Apostel Johannes in Offenbarung 19,19 erfahren. Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß und mit seinem Heere.  
Woher kommen jene, die auf weißen Pferden sitzen? Auch  das wird uns berichtet von unserem Augenzeugen in Vers 11: Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, genannt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. Vers 13: Und er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewande, und sein Name heißt: Das Wort Gottes. Wir könnten auch gemäß unserem Sprachgebrauch sagen: Sein Name heißt: Die Bibel. Wir erfahren zudem etwas über seine Bekleidung, die Parallelstelle drückt es so aus: Wer ist dieser, der von Edom -Rot- kommt, von Bozra -dem Hof der (seiner) Schafe- in hochroten Kleidern, dieser, prächtig in seinem Gewand, der einherzieht in der Größe seiner Kraft? Ich bin´s, der Gerechtigkeit redet, der mächtig ist zu retten. Es stellt sich hier die Frage, warum die Kleidung rot ist und wann sie die blutrote Färbung angenommen hat? Der nächste Vers aus Jesaja 63 erklärt es uns, in dem auch der Prophet fragt: Warum ist Rot an deinem Gewande, und sind die Kleider wie eines Kelter-Treters? Der Reiter antwortet: Ich habe die Kelter allein getreten, und von den Völkern war niemand bei mir, und ich zertrat sie in meinem Zorn und zerstampfte sie in meinem Grimm; und ihr Saft spritze auf meine Kleider, und ich besudelte mein ganzes Gewand. Denn der Tag der Rache war in meinem Herzen, und das Jahr meiner Erlösung war gekommen.
Jesus kommt nicht allein. Vers 14: Und die Kriegsheere, die in dem Himmel sind, folgten ihm auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinen Leinen. Aus Offenbarung 19 erfahren wir  zwar nicht, aus welchen Teilheeren sich die Armeen des Himmels zusammensetzen, aber aus dem Hinweis in Kapitel 7 des gleichen Buches können wir ableiten, dass sowohl Dan als auch Ephraim zu den himmlischen Heeren gehören. Dan und Ephraim werden nicht unter den 144000 gezählt, Manasse und Joseph aber schon. Was immer andere dazu sagen, Ephraim repräsentiert die Gläubigen aus den Nationen, Dan repräsentiert die Gläubigen aus den Juden, die von uns als Manasse-West identifiziert wurden. Manasse-Ost dagegen repräsentiert jene Juden, die erst nach der Entrückung, wenn sie in große Bedrängnis geraten, zu ihrem Messias umkehren. Das wird u.a. durch die Geschichte des Richters Jephta erzählt.

Aber nicht nur im Richterbuch, auch im Propheten Obadja wird das Gericht beschrieben Und das Haus Jakobs wird ein Feuer sein, und das Haus Joseph eine Flamme, und das Haus Esau zu Stoppeln; und sie (das Haus Jakob und das Haus Joseph) werden unter ihnen (dem Haus Esau) brennen und sie (das Haus Esau) verzehren. Und das Haus Esaus wird keinen Übriggebliebenen haben, denn Jahwe hat geredet.

Die Masse der Christen wendet sich um und glaubt dem anderen Evangelium, dass eine Mischung aus dem Gesetz Mose und dem Gesetz des Messias ist. Es wird durch den Mischwein symbolisiert. Sein Mix wird die Menschen betäuben. Je mehr sie davon trinken, desto mehr werden die Sinne von diesem Gift vernebelt. Am Ende steht der Tod.






















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