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Die Strukturen in der Bibel lüften weitere Geheimnisse

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Strukturen in der Bibel


Wir sind auf einige erstauntlichen Entdeckungen gekommen und möchte diese hiermit der Öffentlichkeit vorstellen. Während unserer Studien stellten wir fest, dass die Bibel auf geheimnisvolle Weise innere Zusammenhänge aufweist, die uns so noch nicht bekannt waren.

Der Startschuss unserer Forschungen erfolgte, nachdem wir erkannten, dass die 21 Lehrbriefe des Neuen Testaments sich in zwei Gruppen aufteilen lassen. In die erste Gruppe fallen die Briefe des Apostels Paulus und in die zweite Gruppe die Briefe von Jakobus, Petrus, Johannes und Judas. Dabei stellten wir unschwer fest, dass Paulus 14 Briefe geschrieben hat und die anderen vier Autoren insgesamt 7 Briefe.

Die 14 Briefe des Paulus repräsentieren auf der bildlichen Ebene Ephraim und die sieben Briefe der anderen vier Autoren deuten metaphorisch auf Manasse, das sind die 12 Stämme Jakobs unter der Führung Judas.

Im nächsten Schritt überprüften wir, ob die 21 Lehrbriefe in irgendeiner strukturellen Verbindung zu den Briefen aus Offenbarung 2 und 3 stehen. Wir durften feststellen, dass dies der Fall ist.

Dann überprüften wir, ob die Gleichnisse aus Matthäus 13 ebenfalls den Sendschreiben zugeordnet werden können oder nicht. Auch diese Zuordnungen müssen, wie alle anderen auch, chronologisch erfolgen und siehe, es passt.  

Später ordneten wir die Baumaterialien aus Exodus 25 den Briefen zu und anschließend erfolgte eine Zuordnung aller Söhne Jakobs und zwar in umgekehrter Reihenfolge zu ihrer Geburt.

Wir stellten zudem fest, dass die sieben Gemeinden aus der Offenbarung auf einem Rundweg liegen, der dreimal abgelaufen werden muss, bevor Jesus wiederkommt.

Während unserer Studien stellten wir uns immer wieder die Frage: Warum diese oder jene Strukturen? Und immer wieder kamen wir zu dem Schluss, dass die innere Strukturen für unsere Textauslegungen hoch bedeutsam sind. Nennen wir kurz ein Beispiel dazu. Der Brief an die Hebräer dürfte als eines der schwierigsten Texte des Neuen Testaments gelten. Ordnen wir den Brief der Gemeinde Laodicäa zu und verknüpfen die Themen miteinander, die in beiden Briefen beschrieben werden, dann bekommen wir mehr Licht. Doch vorher sollten wir beide Briefe studieren und in Offenbarung 3, ab Vers 14 folgendes untersuchen:

  1. Warum will der Herr Gold verkaufen?
  2. Welche krankmachenden Ursachen liegen vor, die eine Trübung der Augen hervorrufen?
  3. Was ist das für eine Augensalbe?
  4. Was versteht der Herr unter kalt und warm?
  5. Was wird mit dem lauen Zustand der Gemeinde beschrieben?
  6. Was spuckt der Herr aus? Wasser, Brot oder Fisch?
  7. Und so weiter und sofort.

Und im 14. Brief, der an die Hebräer, sollten uns unter vielen anderen vor der 3. Runde folgende Fragen beschäftigen:

  1. Auf welche Zeit deutet der Brief?
  2. Wer sind die Hebräer und welcher Personenkreis wird angesprochen?
  3. Was fehlt den Hebräern, dass Paulus so eindringlich schreibt?
  4. Wer sind die Engel in Kapitel 1?
  5. Welche Eigenschaften werden unserem Herrn zugeschrieben?
    1. Daraus folgt, wenn wir die gegensätzlichen Eigenschaften dazu suchen, dass wir den Antichristen enttarnt haben.
  6. Welches Ziel hat der Autor des Briefes?
  7. Und viele weitere Fragen sollten gestellt werden.

Und weil wir mit unseren Bibelstudien fortfahren, freuen wir uns auf weitere schöne Überraschungen.

In der ersten Grafik werden die 3 Rundgänge dargestellt.






Die Grundstruktur findet sich im Neuen Testament. Als erstes Teilen wir die Lehrbriefe des Paulus in zwei Gruppen a sieben Briefe ein. Die weiteren sieben Briefe bilden die dritte Gruppe. Alle Briefe, die sich in der gleichen Zeile befinden, sind thematisch miteinander verbunden. Das Hauptthema der Dreiergruppe wir in der ersten Spalte vorgegeben. siehe Tabelle 3.



Die sieben Versammlungen und die 7 Gleichnisse aus Matthäus 13

1. Gleichnis - Sämann
Jesus ist der Sämann, der den Samen auf den Acker der Welt ausstreut. Ephesus hat viel gearbeitet, aber der Herr wurde durch die Arbeit von seinem ersten Platz verdrängt.

2 .Gleichnis - Unkraut
Der Feind, das ist Satan, hat bereits im Anfang das Giftkraut ausgesät. Der Genuss des Krautes macht träge, lässt einen dann später in eine Art Trance fallen und führt am Ende zum Tod. Für Smyrna wird es in vieler Hinsicht bitter, aber der Herr tröstet sie und verweist auf seine Leiden und seinen Tod und das er dennoch lebt in Ewigkeit.  

3. Gleichnis - Senfkorn
Dieses Kraut steht symbolisch für etwas Fremdes. Sowohl im 2. Korintherbrief als auch im 1. Timotheus wird auf fremde Lehre hingewiesen und Petrus fordert seine Leser auf, nicht künstlich erdichteten Fiktionen zu folgen, d.h., das sind still auferlegte Dinge während der Einweihung in einem religiösen Ritus, wie z.B. die katholische Priesterweihe oder die Aufnahme in eine Freimaurerloge. Pergamos bedeutet Festung. Ja, es ist wahr, Satan hat seine Festungen errichtet, dennoch kann Pergamos sie mit der Hilfe des Herrn überwinden.  

4. Gleichnis - Sauerteig
Der Sauerteig steht für vieles Böse, wie z.B. für unmoralisches Leben, jüdische Lehren, die nicht mit der Bibel in Übereinstimmung stehen, für Vermischungen, das sind Dinge, die zu der Lehre der Bibel noch aus anderen Weltanschauungen etwas hinzufügen.

5. Gleichnis - Schatz im Acker
Erst am Ende, beim dritten Rundlauf auf der Postroute Kleinasien und dann auch erst zu Beginn des zweiten Festzyklus wird der Schatz im Acker geborgen.

6. Gleichnis - Sehr kostbare Perle
Der Wert dieser Perle lässt sich daran ablesen, dass der Kaufmann, der sie erwirbt, alle seine Habe verkauft, um diese Kostbarkeit zu besitzen.

7. Gleichnis - Der große Fischzug
Die Entrückung wird für viele Zurückgebliebene ein Schock sein. Die einen werden sich fragen: Warum sind wir nicht dabei? und hoffentlich den Hebräerbrief gründlich studieren und dann ihre Beziehung zum Herrn in Ordnung bringen.  Und die anderen ...


Die 7 Versammlungen in Verbindung mit den 7 Gleichnissen aus Matthäus 13
Name
Namensbedeutung
Gleichnisse
Schlüsselwörter
Ephesuszugelassen, erlaubtSäemannVier: symbolisch für die 4 Ecken
der Erde: Acker, Welt;
SmyrnabitterUnkrautFeind, Teufel, Drangsal;
PergamosFestungSenfkornBaum, Thron, Satan, Antipas;
ThyatiraGeruch der QualSauerteigdurchsäuert, Brot, ausgespucken (Laodicäa)
Sardesdie RoteSchatz im AckerVerborgener Schatz
PhiladelphiaBruderliebekostbare PerleVollkommen, Einheit,
LaodicäaVolksgerechtigkeitgroßer FischzugNetz reißt nicht, viele große Fische,
Wasser, blind, Augensalbe für die Fische;
Tabelle 1a




Die Reihenfolge der Sendschreiben deutet prophetisch auf die geschichtliche Abfolge des Zeugnisses der Gemeinde. Die Gleichnisse zeigen an, zu welcher Zeit die beschriebenen Dinge der Gleichnisse ihren Anfang nehmen. Doch es gibt auch noch eine weitere Reihenfolge und die ergibt sich aus den Details, wie sie in den sieben Sendschreiben genannt werden. Wenn wir diese Einzelheiten sachgerecht in eine neue Abfolge bringen, dann erhalten wir eine neue Reihenfolge. Als Ergebnis erhalten wir dann folgenden Sachverhalt. Das Sendschreiben an Laodicäa bildet zum einen den letzten Brief in der historischen Abfolge bildet aber zugleich den Anfang des dritten und letzten Zyklus der Feste des Herrn, beschrieben in 3. Mose 23. Die Feste aus Leviticus 23 werden in zwei Teilzyklen eingeteilt (siehe auch Tabelle 1b).

1. Laodicäa,
2. Ephesus,
3. Smyrna und
4. Philadelphia.
Die vier Gemeinden repräsentieren die Frühlingsfeste.

5. Sardes,
6. Pergamos und
7. Thyatira.
Die drei Gemeinden bilden die Herbstfeste.


Die 7 Versammlungen in Verbindung mit den sieben Festen des Herrn
Name
Namensbedeutung
Gleichnisse
Schlüsselwörter
LaodicäaVolksgerechtigkeitgroßer Fischzug
Fest des Passah
Ephesus zugelassenSämann
Fest der ungesäuerten Brote
SmyrnabitterUnkraut
Fest der Erstlinge
PhiladelphiaBruderliebe
kostbare Perle
Das Fest der Pfingsten - Schawuot
Sardesdie RoteSchatz im AckerFest des Posaunenhalls - Rosh HaSchana
PergamosFestungSenfkornVersöhnungstag - Jom Kippur
ThyatiraGeruch des TodesSauerteigDas Fest der Laubhütten - Sukkot
Tabelle 1b
Die ersten drei Feste, das Passah, die ungesäuerten Brot und das Fest der Gerstenerstlinge, werden heute unter der Bezeichnung Passah zusammengefasst, bildeten aber schon immer ein Fest. Im Neuen Testament werden die drei Fest mit dem Ausdruck "Fest der ungesäuerten Brote" bezeichnet, wie in z. B. in Matthäus 26, 17; Markus 14, 12 und Lukas 22, 1. Im letztgenannten Vers schreibt Lukas: Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, welches Passah genannt wird.



Die sieben Versammlungen, verbunden mit den Lehrbriefen

Die Farben, die den Zellen unterlegt sind, deuten auf das Thema der Briefe. In der ersten Zeile geht es um die Gerechtigkeit Gottes, die mit Gold symbolisiert wird. Der zweiten Zeile wird das Silber unterlegt, dass von Sühne und Vergebung spricht. Das Kupfer finden wir in der dritten Zeile, es deutet auf den Dienst im Vorhof. Weil Satan in Pergamos seinen Thron aufgestellt hat, können wir nun auch verstehen, warum Paulus im 2. Korintherbrief davon redet, dass er sich nicht in die Arbeit eines anderen eingemischt hat. So wie die Rotte Korahs sich einen Dienst anmaßte, so auch die, die in der Synagoge Satans dienen. Der blaue Purpur in der vierten Zeile spricht vom Himmlischen, dem Bund mit Sarah. Wer zurück will zum Gesetz, von dem sagt Paulus: der sei verflucht. Und weil sowohl der blaue als auch der rote Purpur von Königswürde spricht, herrschen nicht nur die katholischen Priester, sondern auch die protestantischen, die den roten Purpur darstellen. Sardes trägt nicht nur roten Purpur, auch ihr Name betont, dass sie "die Rote" ist.   

Nun kommen wir zur sechsten Zeile, der wir die Frabe des Karmesin unterlegt haben. Karmesin gleicht der Frabe des Blutes und deutet an, dass die Freunde, 3. Johannes, zu Brüdern geworden sind oder ist es doch anders herum, die Brüder werden zu Freunde? Eines ist sicher, in Philadelphia sind sie vereinigt. (Philos - Freund, Adelphos - Bruder).

Die siebte Zeile symbolisiert mit ihrem Weiß den Byssus. Was dieser Gruppe auf jeden Fall verheißen wird ist, dass Gott sie mit weißen Kleidern bekleiden wird, wenn sie an seinem Namen festhalten. Beschrieben wird dies in Offenbarung 6, 11: Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben. Das sind jene, die, von der Zeit von Laodicäas an, nach der Entrückung zum Glauben an Jesus kommen und deshalb vom Antichristen und seinen Mitstreitern ermordet werden müssen.


Die 21 Lehrbriefe den 7 Sendschreiben zugeordnet
Römer1. ThessalonicherJakobusEphesus
1. Korinther2. Thessalonicher1. PetrusSmyrna
2. Korinther1. Timotheus2. PetrusPergamos
Galater2. Timotheus1. JohannesThyatira
EpheserTitus2. JohannesSardes
PhilipperPhilemon3. JohannesPhiladelphia
KolosserHebräerJudasbriefLaodicäa
Tabelle 2




Materialien zum Bau des Tempels Gottes - Exodus 25, 1-7

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israel, daß sie mir ein Hebopfer bringen; von einem jeden, der willigen Herzens ist, sollt ihr mein Hebopfer nehmen. Und dies ist das Hebopfer, das ihr von ihnen nehmen sollt: Gold und Silber und Erz, und blauer und roter Purpur und Karmesin und Byssus und Ziegenhaar, und rotgefärbte Widderfelle und Dachsfell und Akazienholz; Öl zum Licht, Gewürze zum Salböl und zum wohlriechenden Räucherwerk; Onyxsteine und Steine zum Einsetzen für das Ephod und für das Brustschild.


Die 14 Briefe des Paulus verbunden
mit den 14 Materialien  aus 2. Mose 25

Materialien
Briefe
Söhne
Mütter
1
GoldRömerEphraimRahel
2
Silber1. KorintherManasseRahel
3
Kupfer2. KorintherBenjaminRahel
4
Blauer PurpurGalaterJosephRahel
5
Roter PurpurEpheserSebulonLea
6
KarmesinPhilipperIssascharLea
7
ByssusKolosserAserSilpa
8
Ziegenhaar1. ThessalonicherGadSilpa
9
Rotgefärbte Widderfelle2. ThessalonicherNaphtaliBilha
10
Hirschfelle1. TimotheusDanBilha
11
Akazienholz2. TimotheusJudaLea
12
ÖlTitusLeviLea
13
GewürzePhilemonSimeonLea
14
Onyxsteine / SteineHebräerRubenLea
Tabelle 3
Einige Erklärungen zur Spalte - Mütter - in der Tabelle 3. Rahel bedeutet Mutterschaf, damit symbolisiert sie auf der sichtbaren Ebene das jüdische Volk und auf der bildlichen die himmlische Mutter und so ist beides wahr: Jesus, der Messias, ist irdischer Natur als auch himmlischer Natur. Der Mensch Jesus stammt aus dem Volk Israel, dem Stamm Juda und ist der Sohn der Maria und doch ist er gleichzeitig Gott. Jesus ist nicht nur Sohn, sondern, wer den Sohn erkannt hat, der hat auch den Vater gesehen; und wenn Jesus seine Küken versammeln möchte, dann wird uns im Bild einer Henne auch der weibliche Aspekt der Gottheit anschaulich vor Augen gemalt, der Geist Jesu, der uns in die ganze Wahrheit leitet. Die Dreiheit Gottes ist faszinierend und wundersam zugleich.

 
Joseph ist das Schattenbild des Messias, der sowohl Mensch ist als auch Gott. Auch Ephraim, Manasse und Benjamin sind Schattenbilder. Ephraim bildet das Schattenbild des Erstgeborenen, Manasse das Schattenbild des Zweitgeborenen und mit Benjamin beschreibt die Bibel schattenhaft den jüngsten Sohn Rahels. Ob Rahel heute weiß, dass sie nicht nur zwei Söhne hat, sondern tatsächlich 14 Söhne? Genesis 46, 22: Das sind die Söhne Rahels, die dem Jakob geboren wurden; aller Seelen waren vierzehn. Wir können daraus ableiten, dass wir an vielen Stellen der Bibel keine namentliche Erwähnung der Väter und Mütter finden. Oft wird das eine oder andere Glied in der Generationsfolge ausgelassen, weil Gott unseren Blick auf Besonderheiten lenken möchte. In Genesis 46,22 möchte uns Gott mitteilen, dass Rahel 14 Söhne hatte und dass ihre vierzehn auch von Jakob bevorzugt behandelt werden, so wie er Rahel bevorzugt hat.

Der Name der älteren Schwester Lea bedeutet "erschöpft, ermattet, müde". Ihre Eigenschaften beschreiben den Zustand Esaus, nachdem er von der Jagd heimkehrte. Und Jakob kochte ein Gericht; und Esau kam vom Felde und war matt. Da sprach Esau zu Jakob: Lass mich doch essen von dem Roten, dem Roten da, denn ich bin matt! Lea und Esau sind nicht nur schwach und matt, sie haben auch schlechte Augen. Es heißt: Und die Augen der Lea waren empfindlich und schwach. Nun ein weiteres und sehr auffälliges Merkmal, dass die Zwei miteinander verbindet: der Herr sah, dass Lea gehasst war und über Esau sagt der Herr: Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehasst.

Was bedeutet es, dass Gott Esau gehasst hat? Erst wenn wir uns das Wort hassen im Griechischen genau ansehen, werden wir unsere Vorstellungen vom Hass Gottes Esau gegenüber ändern müssen. Im Brief an die Römer zitiert der Apostel Paulus Maleachi 1,2: "Den Jakob habe ich geliebt, aber den Esau habe ich gehasst", (griechisch: hassen, verfolgen, weniger lieben). Gott hat den Esau weniger geliebt, weil er das Erstgeburtsrecht verachtet hatte.


Weitere Verknüpfungen mit den sieben Sendschreiben finden wir im Buch Esther. Wann immer ich dieses Buch las, in der Jugendzeit oder auch später, immer schien ein ganz besonderes Geheimnis in seinem Text zu liegen. Herz und Verstand waren immer in diesen Text auf eine ganz besondere Weise eingetaucht. Erklären konnte ich es nie. Erst langsam lernen meine Sinne das Verborgene zu ertasten und den Schleier zu heben. Das erste Kapitel des Buches Esther ist der Schlüssel, aber noch längst nicht für alle Räume, sprich Kapitel.

Ohne die Texte immer wieder gelesen zu haben, steht man vor einem Wald und sieht ihn dennoch nicht vor lauter Bäume.

Das Buch Esther
Kapitel 1

Und es geschah in den Tagen des Ahasveros - das ist der Ahasveros, der von Indien bis Äthiopien über 127 Landschaften regierte -, in selbigen Tagen, als der König Ahasveros auf dem Throne seines Königreiches saß, der in der Burg Susan war, im dritten Jahre seiner Regierung, da machte er ein Gastmahl allen seinen Fürsten und Knechten, indem die Mächtigen von Persien und Medien, die Vornehmen und Fürsten der Landschaften vor ihm waren, als er den herrlichen Reichtum seines Königreiches und die glänzende Pracht seiner Größe viele Tage lang, hundertachtzig Tage, sehen ließ.

Und als diese Tage erfüllt waren, machte der König allem Volke, das sich in der Burg Susan befand, vom Größten bis zum Kleinsten, ein Gastmahl von sieben Tagen, im Hofe des Gartens des königlichen Palastes. Weiße und purpurblaue baumwollene Vorhänge waren befestigt mit Schnüren von Byssus und Purpur an silbernen Ringen und weißen Marmorsäulen; Polster von Gold und Silber lagen auf einem Pflaster von grünem und weißem Marmor und Perlmutterstein und schwarzem Marmor.

Und man reichte das Getränk in goldenen Gefäßen, und die Gefäße waren von einander verschieden; und königlichen Wein gab es in Menge, nach der Freigebigkeit des Königs. Und das Trinken geschah dem Befehle gemäß ohne Zwang; denn also hatte der König allen Obersten seines Hauses verordnet, daß sie tun sollten nach jedermanns Belieben.

Auch die Königin Vasti machte ein Gastmahl für die Weiber im königlichen Hause des Königs Ahasveros.

Am siebten Tage, als das Herz des Königs vom Weine fröhlich war, befahl er Mehuman, Bistha, Harbona, Bigtha und Abagtha, Sethar und Karkas, den sieben Kämmerern, welche vor dem König Ahasveros dienten, die Königin Vasti mit der königlichen Krone vor den König zu bringen, um den Völkern und Fürsten ihre Schönheit zu zeigen; denn sie war schön von Ansehen. Aber die Königin Vasti weigerte sich, auf das Wort des Königs zu kommen, welches ihr durch die Kämmerer überbracht wurde.

Da erzürnte der König sehr, und sein Zorn entbrannte in ihm. Und der König sprach zu den Weisen, welche sich auf die Zeiten verstanden (denn also wurden die Angelegenheiten des Königs vor allen Gesetz-und Rechtskundigen behandelt; und die Nächsten bei ihm waren Karschna, Schethar, Admatha, Tharsis, Meres, Marsna, Memukan, die sieben Fürsten von Persien und Medien, welche das Angesicht des Königs sahen, die den ersten Sitz im Königreiche hatten): Was ist nach dem Gesetz mit der Königin Vasti zu tun, dafür daß sie das Wort des Königs Ahasveros durch die Kämmerer nicht befolgt hat?

Da sprach Memukan vor dem König und den Fürsten: Nicht an dem König allein hat sich die Königin Vasti vergangen, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern, die in allen Landschaften des Königs Ahasveros wohnen. Denn das Verhalten der Königin wird zu allen Weibern auskommen, so daß ihre Männer verächtlich sein werden in ihren Augen, indem sie sagen werden: Der König Ahasveros befahl, die Königin Vasti vor ihn zu bringen, aber sie kam nicht!

Und an diesem Tage schon werden die Fürstinnen von Persien und Medien, welche das Verhalten der Königin erfahren haben, davon reden zu allen Fürsten des Königs; und es wird Verachtung und Zorn genug geben. Wenn es den König gut dünkt, so gehe ein königliches Wort von ihm aus und werde geschrieben in die Gesetze der Perser und Meder, daß es nicht vergehe: nämlich daß Vasti nicht mehr vor den König Ahasveros komme, und daß der König ihre königliche Würde einer anderen gebe, die besser ist als sie. Und wird man den Befehl des Königs, den er erlassen wird, in seinem ganzen Königreiche hören, denn es ist groß, so werden alle Weiber ihren Männern Ehre geben, vom Größten bis zum Kleinsten.

Und das Wort gefiel dem König und den Fürsten; und der König tat nach dem Worte Memukans. Und er sandte Briefe in alle Landschaften des Königs, in jede Landschaft nach ihrer Schrift, und an jedes Volk nach seiner Sprache: daß jeder Mann Herr in seinem Hause sein und nach der Sprache seines Volkes reden solle.


Die Zahl 127 steht sowohl für die Lebenszeit von Sarah, als auch für die 12 mal 7 Elemente der Offenbarung. Die 12 für Israel und die 7 für die sieben Versammlungen. Wenn wir die beiden Zahlen miteinander multiplizieren, erhalten wir 84. Diese Zahl steht für die letzten sieben Jahre, bevor der Messias wiederkommt.

Die sieben Kämmerer (wörtlich: Eunuchen) stehen für die sieben Versammlungen, das Gleiche gilt für die sieben Weisen (wörtlich: intelligent, geschickt, erfahren, kunstfertig). Die Namen sind erst in den letzten Jahren besser übersetzt worden. Siehe auch unter "Das prophetische Lexikon" und weitere Hilfe auf www.studylight.org

Die Interpretation, dass die Figuren im Buch Esther einen Menschen beschreiben, müssen wir unserem Verständnis nach der kabbalistisch-esoterischen Lehre zuordnen. Unter dem Titel, "Der Konflikt zwischen Fleisch und Geist", von Roger Liebe, muss daher als esoterische Deutung abgelehnt werden.

Die Aussage, der Name Gottes fehle im Buch gänzlich, stimmt nicht. Das allerdings konnten die Gelehrten der Vergangenheit nicht wissen und außerhalb ihrer Vorstellung, dass der Name Jahwe als Akronym mehrere Male im Buch Esther versteckt sein könnte. Auch wir, die Autoren dieses Skripts, haben das Geheimnis nicht selbst entdeckt, wohl aber die einzig mögliche Interpretation herausgearbeitet. Immer sprechen sie vom Messias Israels.


Es gibt fünf Verse, die den Namen Gottes als Akronym enthalten, das sind:

1.     Esther 1, 20,
2.     Esther 5, 4,
3.     Esther 5, 13,
4.     Esther 7, 7,
5.     Esther 7, 5.


  1. In Esther 1, 20 steht: Und man wird den Befehl des Königs, den er erlassen wird, in seinem ganzen Königreiche hören - denn es ist groß - so werden alle Weiber ihren Männern Ehre geben, vom Größten bis zum Kleinsten.
  2. In Esther 5, 4 steht: Und Esther sprach: Wenn es dem König gut dünkt, so möge der König und Haman heute zu dem Mahle kommen, das ich ihm bereitet habe.
  3. In Esther 5, 13 steht: Aber dieses alles gilt mir nichts, solange ich Mordokai, den Juden, im Tore des Königs sitzen sehe.
  4. In Esther 7 ,7 steht: Und der König stand in seinem Grimm auf von dem Weingelage und ging in den Garten des Palastes. Haman aber blieb zurück, um bei der Königin Esther für sein Leben zu bitten; denn er sah, dass das Unglück gegen ihn beschlossen war von seiten des Königs.
  5. In Esther 7, 5 steht: Da sprach der König Ahasveros und sagte zu der Königin Esther: Wer ist der, und wo ist der, welchen sein Herz erfüllt hat, also zu tun?


Nun die Abschnitte aus den fünf zuvor genannten Versen in Hebräisch, in denen der Name Gottes als Akronym versteckt ist:
 

Esther 1,20:    היא וכל הנשים יתנו
 es werden alle Weiber geben

Esther 5,4:   יבוא המלך והמן היום
es komme der König und Haman heute

Esther 5,13:           זה איננו שוה לי             
dies alles gilt mir nichts

Esther 7,5:        הוא זה ואי זה הוא     
wer ist er und wo ist er?

Esther 7,7:     כי כלתה אליו הרעה
dass das Böse gegen ihn
 
             
Nun zur Deutung der Abschnitte. Während der erste Vers aus Esther 1, 20, noch einfach zu deuten ist, wird es in den Versen Esther 5, 4 und 5, 13 komplizierter, weil hier die Spiegelung der Personen ins Spiel kommt.

  1. Esther 1, 20: Es redet Memukan, dessen Name "würdevoll" bedeutet. Das Akronym des Namens Gottes muss von links nach rechts gelesen werden und dann erhalten wir den Namen Jahwe, hebräisch יהוה. Der Vers richtet sich an alle Völker, ja, an jeden von uns persönlich. Jeder Mensch, hier weiblich dargestellt, soll seinen Mann, das ist Christus, die Ehre geben.
  2. Esther 5, 4: Es redet Esther. Das Akronym des Namens Gottes muss von rechts nach links gelesen werden, denn Esther, die Jüdin, ist die Einladende, wenn sie sagt: Es komme der König und Haman heute. Deshalb schreibt Paulus im Brief an die Hebräer: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Esther repräsentiert das sichtbare Zeugnis. Sie spricht ihre Einladung nicht nur gegenüber die Juden aus, sondern insbesondere an den medo-persischen König und Haman. Der König repräsentiert unter anderem den Anti-Herrscher und Haman unter anderem den Anti-Propheten. Beide sind von Esther, dem Stern, eingeladen, um am Mahl des Herrn teilzunehmen.
  3. Esther 5, 13: Es redet Haman; sein Name bedeutet "großartig", "prachtvoll", "herrlich", "überwältigend". Er repräsentiert das, was das menschliche Herz begehrt. Doch er ist heimtückisch, denn er sucht den Tod Mordokais. Als Agagither stammt Haman von den Amalekitern ab, dessen "Hände sich ausstrecken nach dem Thron Jahwes". Von dem Volk der Amalekiter hatte Gott gesagt, dass er das Gedächtnis Amaleks vollständig unter dem Himmel austilgen wird. (Exodus 17, 14)
  4. Esther 5, 7: Es redet der König Ahasveros. Indem er zwei Fragen an Esther richtet, repräsentiert er in dieser Szene den Unwissenden und insbesondere den Antichristen, denn er hat keine persönliche Beziehung zu Jesus. Die Antworten auf seine Fragen erklären sich folgendermaßen:

Frage 1: Wer ist er?
Antwort: Es ist der Messias, Jesus Christus.

Frage 2: Wo ist er?
Antwort: In der Mitte.

In der Szene, in der der unwissende König die Königin fragt, bildet Ahasveros den Antichristen und Hamas spielt plötzlich die Rolle des Messias Jesus, der kurz darauf an das Holz gehängt wird.
Das Akronym, אהיהא, bestätigt, dass es sich um Jesus handelt, denn es bedeutet "Ich bin", hebräisch אהיה. Es kann sowohl von links nach rechts als auch von rechts nach links gelesen werden. Und weil das Akronym von beiden Seiten vom Aleph eingerahmt wird, können wir daraus schließen, dass Jesus uns mitteilen will: Ich bin der Erste und der Letzte, ich war tot und bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit.
5. Esther 7, 7: dass das Böse gegen ihn
Hier spricht niemand mehr. Den ersten Satz sprach Memukan, den zweiten, Esther, den dritten Haman, den vierten der König, doch im letzten Vers der Akronyme wird nur noch festgestellt, dass das Böse gegen ihn gerichtet ist. Auch dieser Vers muss als gespiegelter Text verstanden werden, denn dass Böse war und ist bis heute gegen Jesus gerichtet, doch am Ende wird das Böse gegen den Bösen, dem falschen Messias, gerichtet sein.
 
Das war bis heute das schwierigste Puzzle, das wir zu lösen hatten.


 

Korrekturhilfen für die Gemeinden der Offenbarung

Nun sehen wir uns beispielhaft die enge Verzahnung der neutestamentlichen Briefe und auch anderer Texte der Bibel an, um ein wenig die Art des Redens Gottes zu verstehen. Der nachfolgende Text soll dem Interessierten als Muster zum Studium der Bibel dienen, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Der eine oder andere Leser wird sich dann und wann gefragt haben, warum der Postrundweg Kleinasiens dreimal abgelaufen werden soll, wenn doch die sieben Gemeinden die gesamte Geschichte des christlichen Zeugnisses durch ihre Reihenfolge, wie wir sie in Offenbarung 2 und 3 vorfinden, beschrieben wird. Schauen wir in die Kirchengeschichte zurück, dann können wir tatsächlich 7 einschneidende Änderungen sehen, wie sie durch die Worte des Herrn dargelegt wurden.


Frisches ungesäuertes Brot braucht das Land
Nun haben wir in diesem Buch des Öfteren darauf hingewiesen, dass Thyatira während ihres 1000-jährigen Bestehens völlig durchsäuert wurde. Gott formt heute eine neue Maße. Das begann während der Zeit der Reformatoren, allen voran gebrauchte Gott Martin Luther, um einen neuen Teig herzustellen.

Nun unsere erste Frage dazu:
Woraus besteht der neue Teig? Er besteht aus Mehl und Wasser, so die Rezeptur der jüdischen Matze, die zum Passah gegessen wird.

Unsere zweite Frage:
Woher nimmt Gott das Mehl? Aus Weizenkörner natürlich. Doch bevor ausreichendes Korn vorhanden ist, muss reichlich gesät und beizeiten geerntet werden. Am Ende einer Periode hat Gott seine gewünschte Menge und kann das Mehl in ein Gefäß geben und Wasser dazutun. Anschließend wird beides durch den Herrn mieinander verknetet. Irgendwann ist der Teig soweit durchgeknetet, dass er geformt und anschließend zum Backen gegeben werden kann. Die traditionelle Form einer Matze bildet einen kreisrunden und flachen und vor allem einen durchsichtigen Laib, wir dürfen davon ausgehen, dass auch der Herr einen kreisrunden Brotlaib formt.  

Rechtzeitig, noch vor dem Kneten, wird der Backofen angeheizt. Ist er auf die Bedarfstemperatur gebracht, kann der Bäcker den geformten Teig nehmen und in den Ofen schieben. Wie lange dauert das gesamte Prozedere? Auf Wikipedia wird zur Herstellung der Matze erklärt:

Der Backprozess, vom Mischen des Mehls mit Wasser bis zur fertig gebackenen Matze, darf nicht länger als 18 Minuten dauern.

Nach einer Backzeit von ca. 10 Minuten sind die Matzen fertig und können dann aus dem Ofen genommen werden.


Die Zeit des Backens ist gekommen

Gott braucht noch Mehl für seine Matze und so bringen die Arbeiter vom Acker neue Garben, aus denen schlussendlich das noch fehlende Mehl hergestellt wird. Am Ende werden wir feststellen: Die Reformation hat einen neuen und ungesäuerten Teig hervorgebracht, dessen Brot bereits im Backofen einen Wohlgeruch im Haus verbreiten wird.


Im Anfang war das Passah

Thyatira ist vollständig durchsäuert und so geht es während der ersten Runde zurück auf Los. Nein? Doch, es geht nach Laodicäa, denn in Laodicäa fing alles an, nur sieht es keiner. Als der Herr das Abendmahl einsetzte, herrschte in Israel Laodicäaatmosphäre. Die Obersten der Juden waren blind, arm und nackt. Augenleiden zuhauf, das Gold ihrer Gerechtigkeit wertlos und ihre Schande entblößt. Genau zu jener Zeit feierten die Jünger zum ersten Mal ein besonderes Passah, bei dem auch die oben beschriebene Matze gereicht wurde. Lange hatte Jesus an der Tür des Hauses Juda geklopft, doch nur wenige gingen zum Herrn hinaus und folgten ihm.

Eine ähnliche Situation zeigte sich im Mittelalter, wenn nicht sogar noch schlimmer. Und so verordnete der Herr einen neuen Anfang. Das wird bereits im Kolosserbrief angedeutet, denn die Gemeinde hatte ähnliche Probleme wie die römisch-katholische Kirche. Sie sind blind. Welch ein Glück, Gott ist ein ehrlicher Kaufmann, er liefert prompt, wenn bestellt wird. Und so verweist der Heilige Geist die Reformatoren auf seine Angebotsübersicht, auf der die Wahrheiten gelistet sind, wie sie im Brief an Laodicäa aufgeführt werden. Es kann jedoch nur bestellt werden, wenn man das Kleingedruckte lesen kann. Daher bietet der Krämer immer erst seine Augensalbe an, denn wenn man längere Zeit im Finstern saß, können einem die Augen bei Sonnenlicht schon mal empfindlich wehtun. Die Dosis der Gabe ist daher genau zu beachten.  


Das Gold

Es deutet auf den Römerbrief. Hat Martin Luther nicht gesagt: Allein der Glaube! Hatte er nicht sein Turmerlebnis über genau diese Wahrheit? Und so geschah es, wie vor fast 2000 Jahren, nur wenige verließen das religiöse System. Doch die kleine Schar folgte ihrem Herrn Jesus Christus. Sie blieben ihm treu und lösten damit eine Bewegung aus, die über die gesamte Erde ging.


Das Silber
Wie elend hatte sich Martin immer wieder gefühlt, weil die Sünde ihm täglich zu schaffen machte und er sich oft die Frage stellte: „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“ Im ersten Brief an die Korinther können wir es heute noch nachlesen. Der Herr wartet nur darauf, dass wir uns auf sein herrliches Werk von Golgatha beziehen und ihm unsere Schuld bringen. Es klingen die Worte des Apostels Johannes in unseren Ohren wie Musik: So wir unsere Sünden bekennen, so ist er – der Herr – treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.  


Die Kleidung
Die Kolosser sollten den Leib des Fleisches ausziehen. Wie soll denn das gehen, den Leib des Fleisches ausziehen? Wir erklärten es bereits, als wir den Gürtel der Wahrheit beschrieben. Adam und Eva hatten die Wahrheit ausgezogen, als sie der Schlange glaubten, damit zogen sie die Lüge an. Alles, was das Fleisch seit dieser Zeit begehrt, ist von dem Gift infiziert. Die Bezeichnung, „der Leib des Fleisches“ drückt genau jene Nacktheit aus, von der wir in Genesis 3 lesen und auf die der Herr im Brief an Laodicäa zu sprechen kommt und ihr unverblümt sagt, dass sie nackt sei. Und wenn der Herr von der Schande ihrer Blöße spricht, dann ist nicht die Blöße als solches eine Schande, das wäre Unsinn.  Das was Laodicäa getan hat ist eine Schande. Und was hat sie getan? Der Herr spricht den Götzendienst an, den er bereits im Brief an Thyatira thematisiert hatte. In der Gemeinde hielt sich die Hure auf, die hinausgeworfen werden sollte. Es wird offenbar, Isebel ist noch immer da und treibt ihr Unwesen und so ist ganz Laodicäa auf ihre Verführung zum Götzendienst reingefallen.

Wenn der Heilige Geist im Kolosserbrief fünfmal eine Gemeinde namentlich erwähnt, eine andere als die, an die eigentlich der Brief gerichtet war, dann ist das schon sehr bemerkenswert. Nun lagen die beiden Orte nicht nur in Kleinasien, Kolossä und Laodicäa lagen nur wenige Kilometer voneinander entfernt und da macht es schon Sinn, dass beide den Brief des andern lesen sollen, wie der Apostel es befiehlt.  Der tiefere Grund für seine Anweisung lag aber darin, dass sowohl die Kolosser als auch Laodicäa ähnlich gestrickt waren. Die Themen der beiden Briefe ergänzen sich auf geniale Art.

Nun bildet der Kolosserbrief den letzten auf der Postroute Kleinasiens. Er schließt den ersten Rundlauf ab. Nun scheint die Gemeinde am Ende des ersten Zyklus völlig hilflos gegenüber den massiven internen Problemen zu sein, gleichwie die römisch-katholische Kirche des Mittelalters. Doch endlich kommt einigen die Erleuchtung, dass Paulus ihnen vor langer Zeit einen Tipp gab: Lest doch den Brief an Laodicäa, den der Apostel Johannes, vielleicht etwa 40 Jahre später schrieb. Und just nach 40 Jahren war Laodicäa völlig durchsäuert. Auch an Laodicäa können wir es erkennen: Gott kommt spätestens rechtzeitig. Die 40 Jahre, kommen sie uns nicht irgendwie bekannt vor? Heißt es nicht in Richter 13, 1: Und die Kinder Israel taten wiederum was böse war in den Augen des Herrn; und der Herr gab sie in die Hand der Philister vierzig Jahre. Und anschließend sendet Gott ihnen den letzten Richter, Simson, Sonnenlicht.

Nun wird der eine oder andere Leser vielleicht reflexartig denken: Was hat die Zeit der Richter mit den Christen von Laodicäa zu tun?

Wir verraten nun ein Geheimnis, auch wenn es so manchem Leser nicht schmecken mag. Alles, was über das irdische Volk aufgeschrieben wurde, hat Gott unsertwegen, den Christen, zu Papier bringen lassen. Wenn wir in der Bibel lesen und uns über das gottlose Betragen der Juden jener Zeiten nicht nur aufregen, sondern auch verurteilen, dann haben wir in Wirklichkeit in den Spiegel gesehen und uns dennoch nicht erkannt. Das kann uns teuer zu stehen kommen.

Prophetisch betrachtet hat Martin Luther den Brief an Laodicäa gelesen, beherzigt und konsequenter Weise das Lager der Philister verlassen, das ist Rom. Und so begann mit der Reformation ein neuer Marathon. Er wird keine 1000 Jahre dauern, sondern nur etwa 500 Jahre. Die nächste Station auf der Postroute Kleinasiens, wir erwähnten sie schon in Verbindung mit dem Gold, ist die Gemeinde Ephesus, der wir den Römerbrief zuordnen. Der zentrale Vers an Rom ist das von uns bereits wiedergegebene und beschriebene Zitat aus Habakuk 2, 4:

Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.

Und weil wir uns heute noch auf der zweiten Runde befinden, sehen wir uns die weiteren Lehrbriefe an, die sich auf die entsprechenden Gemeinden, die auf diesem Rundkurs liegen, beziehen. Die Zahlen hinter den Briefnamen geben die Stellung in der Reihenfolge an, so, wie sie im anerkannten Kanon des Neuen Testaments angeordnet worden sind. Dazu gehören die Briefe an die Thessalonicher (8 und 9), an Timotheus (10 und 11), an Titus (12), Philemon (13) und an die Hebräer (14). Sie beschreiben den jeweiligen Zustand des christlichen Zeugnisses auf der zweiten Etappe. Es werden ihre Qualitäten genannt aber auch ihre Probleme erörtert, die sich in der jeweiligen Epoche auftun. Von den 14 Lehrbriefen des Paulus muss daher der 1. Brief an die Thessalonicher, das ist der 8. Lehrbrief, der auf einen Neuanfang deutet, der Gemeinde Ephesus zugeordnet werden. Die Inhalte der Lehrbriefe sollen der jeweiligen Gemeinde aus der Offenbarung zur Hilfe sein.


Die Gemeinde Ephesus

Der Herr wandelt inmitten von sieben Leuchtern. Aus welchem Material waren die Leuchter nochmal? Na klar, aus Gold. Es strahlt die Gerechtigkeit Gottes in vollem Glanz, weil alle Lampen brennen. Aber was hatte der Herr an Ephesus vermisst, was fehlte ihm? Jesus sagt: Du hast die erste Liebe verlassen. Nun sehen wir uns den Zustand der Gemeinde auf ihrer zweiten Runde an, den uns im ersten Brief an die Thessalonicher beschrieben wird. Was lobt der Apostel Paulus? Wir danken Gott allezeit für euch alle, indem wir eurer erwähnen in unseren Gebeten, unablässig eingedenk:

1. eures Werkes des Glaubens und
2. der Bemühung der Liebe und
3. des Ausharrens der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus.
       
Ephesus hatte die erste Liebe verlassen und an die Thessalonicher schreibt Paulus von Bemühungen der Liebe. Bemühungen der Liebe? Was ist das denn? Das hört sich ja fast so an, als wollte Paulus ein Arbeitszeugnis formulieren: Herr X war bemüht … kennst du das auch? Eigentlich will ein Arbeitgeber damit ausdrücken: Er hat nichts auf die Reihe gebracht. Müsste man Schulnoten verteilen, dann wäre man gezwungen ein Mangelhaft zu quittieren. Der griechische Ausdruck für bemühen lautet kopos (κοπος Strong-Nr. G2873) und wird wiedergegeben mit:
 
1. ein Schnitt;
2. mühevolle Arbeit, Rackern;
3. Schmerzen, Sorgen und Qualen.
     
Nun hat jede Sache noch immer zwei Seiten und so lesen wir vom geliebten Arzt Lukas etwas von den innigen Beziehungen des Paulus zu den Ephesern in Apostelgeschichte 20, 29:
 
Darum wachet und gedenket, dass ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden mit Tränen zu ermahnen.

Ob das die Bemühungen der Liebe sind? Wie oft wurde er vielleicht abgewiesen und geschnitten? Wie viel Schmerzen mögen ihm die Epheser zugefügt haben und welche Qualen hatte Paulus durch sie ertragen müssen? Und dennoch, Paulus hat nie aufgehört einen jeden in liebevoller Weise, man höre und staune, einen jeden, unter Tränen zu ermahnen. Ob die Epheser den Brief an die Thessalonicher jemals gelesen hatten? Und wenn ja, werden sie die Stimme des Paulus darin erkannt haben und zu ihrer ersten Liebe zurückgekehrt sein? Wir sind nicht darin geübt, eine Frage mit einem Ja und mit einem Nein zu beantworten, doch hier, wie auch in ähnlich gelagerten Fällen, müssen wir es tun.

Ein Ja deshalb, weil ein Teil der Geschwister aus Ephesus sich an das Vorbild des Paulus erinnert und dann zu ihrer ersten Liebe, zu Jesus, zurückkehren. Aber auch ein Nein, denn die überwiegende Anzahl der Gemeindegänger überhören die liebevollen Ermahnungen des Herrn.

Die erste Gruppe wird der Herr zu seiner Zeit entrücken und die zweite Gruppe muss wegen ihrer Blindheit sich einer ganz speziellen Heilbehandlung unterziehen und nach Baden fahren. Ausgedehnte Wasserbehandlungen sind angezeigt. Zur Nachbehandlung dienen den Zurückgebliebenen insbesondere die Briefe des Jakobus, des Petrus und Johannes und des Halbbruders des Herrn, des Judas. Im Therapieplan für die Nachkur stehen für Ephesus folgende sanfte Maßnahmen auf dem Programm, nach dem die Augen sich wieder an Sonnenlicht gewöhnt haben:
 
Lesen, studieren und verstehen lernen, was der Brief von Jakobus ihnen sagen will. Jakobus bietet dazu ein altbewährtes Hilfsmittel an:

Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er von Gott, der allen willig gibt (und ganz wichtig nach der Entrückung) nichts vorwirft.

Der Herr schickt sie, wie Jona, nach der Heilwasserbehandlung dann auf eine dritte und letzte Tour, nach der großen Stadt Gottes Ninive, die symbolisch wiederum für Laodicäa steht und die wiederum für Rom. Übrigens: Nach der Entrückung werden die 12 Stämme Israels enthüllt, denn Jakobus schreibt doch an die 12 Stämme oder nicht? Und so stellen wir fest, mit Jakobus, wir sollten besser sagen mit Jakob, fängt Gott Neues an, bevor die Drangsal über ihn kommt.



Die 7 Gemeinden und die Schalengerichte - Offenbarung 16

Nun sehen wir uns eine weitere Variante des Strukturmittels: die sieben Gemeinden an. Die Variante heißt dann: "der Festzyklus und die sieben Schalengerichte". Wer die Feste von Passah bis einschließlich des Festes des Posaunenhalls außer acht lässt, der wird am Ende keine Versöhnung mit Gott erfahren und wird, so wie Babylon, abgeurteilt und erleidet ewige Strafe.

Die sieben
Gemeinden
Festzyklus
Die sieben Schalengericht
LaodicäaPassah
Und der erste (Engel) ging hin und goß seine Schale aus auf die Erde; und es kam ein böses Geschwür an die Menschen, welche das Malzei-chen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten.
Ephesus
Ungesäuerte Brote
Und der zweite (Engel) goß seine Schale aus auf das Meer; und es wurde zu Blut, wie von einem Toten, und jede lebendige Seele starb, alles was in dem Meere war.
Smyrna
Erstlinge
der Gerste
Und der dritte goß seine Schale aus auf die Ströme und auf die Wasserquellen, und sie wurden zu Blut.

Einschaltung
Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: Du bis gerecht, der das ist und der da war, der Heilige, dass du also gerichtet hast. Denn Blut von Heiligen und Propheten haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind es wert. Und ich hörte den Altar sagen: Ja, Herr, Gott, Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte.
Philadelphia
Pfingsten
Und der vierte goß seine Schale aus auf die Sonne; und es wurde ihr gegeben, die Menschen mit Feuer zu versengen. Und die Menschen wurden von großer Hitze versengt und lästerten den Namen Gottes, der über diese Plagen Gewalt hat, und taten nicht Buße, ihm Ehre zu geben.
Sardes
Posaunenhall
Und der fünfte (Engel) goß seine Schale aus auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert; und sie zerbissen ihre Zunge vor Pein und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Pein und wegen ihrer Geschwüre, und taten nicht Buße von ihren Werken.
Pergamos
Jom Kippur,
große Tag der Versöhnung
Und der sechste goß seine Schale aus auf den großen Euphrat; uns sein Wasser vertrocknete, auf dass der Weg der Könige bereitet wurde, die von Sonnenaufgang herkommen.

EinschaltungUnd ich sah aus dem Munde des Drachen und aus dem Munde des Tieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, welche zu den Königen des ganzen Erdkreises ausgehen, sie zu versammeln zu dem Kriege (jenes) großen Tages Gottes, des Allmächtigen.

EinschaltungSiehe, ich komme wie ein Dieb. Glück-selig, der das wacht und seine Kleider bewahrt, auf dass er nicht nackt wandle und man seine Schande sehe!

EinschaltungUnd er versammelte sie an den Ort, der auf hebräisch Armagedon heißt.
Thyatira
Laubhüttenfest
Und der siebte goß seine Schale aus in die Luft; und es ging eine laute Stimme aus von dem Tempel des Himmels, von dem Throne, welche sprach: Es ist geschehen. Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner; und ein großes Erdbeben geschah, desgleichen nicht geschehen ist, seitdem die Menschen auf der Erde waren, solch ein Erdbeben, so groß.

Und die große Stadt wurde in drei Teile geteilt, und die Städte der Nationen fielen, und die große Babylon kam ins Gedächtnis vor Gott, ihr den Kelch des Weines des Grimmes seines Zornes zu geben.

Und jede Insel entfloh, und Berge wurden nicht gefunden. Und große Hagelsteine, wie ein Talent schwer, fallen aus dem Himmel auf die Menschen hernieder; und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, denn seine Plage ist sehr groß.



Strukturen im Evangelium des Johannes

in Verbindung mit den Festzyklus und des geschichtlichen Werdegangs der Gemeinde
Kapitel

Festzyklus Leviticus 23
Historische Reihenfolge
Stichworte

1
LaodicäaEphesus
Passah - Lamm
2
EphesusSmyrnaFreude: Wasser zu Wein, 6 Tonkrüge 1. Zeichen
3
SmyrnaPergamosNacht, sterben, Taufe, Volksbeherrscher
4
PhiladelphiaThyatiraPfingsten, Taufe, Wasser, Leben, Samariter - zur Stadt hinaus - "Rom"; Gastfreundschaft;
Heilung d. Sohnes d. königl. Beamten  2. Zeichen
5
SardesSardesPosaunenhall
Heilung d. Gelähmten,  5 Säulenhalle 3. Zeichen
6
PergamosPhiladelphia
Hinweis auf Passah und dem Brotkönig
die Speisung der 5000  4. Zeichen
Jesus auf dem Wasser bei Nacht  5. Zeichen
7
ThyatiraLaodicäaLaubhütte, oder zu spät




8
LaodicäaEphesusEhebrecherin, Spirale abwärts
9
EphesusSmyrnaNoch blind, Nacht, arm
Heilung des Blindgeborenen 6. Zeichen
10
SmyrnaPergamosDieb, Räuber,
11
PhiladelphiaThyatiraLaubhütte, Bruderliebe -
Auferweckung des Lazarus  7. Zeichen
12
SardesSardesRot,
13
PergamosPhiladelphiaSynagoge Satans
14
ThyatiraLaodicäaEuer Herz werde nicht bestürzt



15
LaodicäaEphesusRebe, Weinstock, Frucht
16
EphesusSmyrnaTraurigkeit, Liebe, Kleines
17
SmyrnaPergamosAntipas; Erster und Letzter
18
PhiladelphiaThyatiraLüge-Verräter, Wahrheit
19
SardesSardesDrangsal bis zum Tod
20
PergamosPhiladelphiaAuferstehung
21
ThyatiraLaodicäa
der große Fischzug 1000-jährige Reich
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