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Finden wir in Jesaja 9, 5 die Trinität Gottes?

Die Dreiheit Gottes im Alten Testament


Die Trinität in Jesja 9,6?

 
Nun haben bereits unzählige Gelehrte es unternommen, die Dreiheit Gottes im Alten Testament zu beschreiben und zu erklären und zudem im Wettstreit mit Juden und Muslimen dies zu belegen. In diesem Skript kommen wir auf zwei Schriftstellen des Alten Testaments, die uns die Trinität Gottes bezeugen, aber nicht nur das. Der Text ist so gestaltet, dass sogar die Gottheit und Menschheit vorgestellt wird. Sehen wir uns zuerst diverse Übersetzungen an, um zu verstehen, wie schwierig es war und ist, den biblischen Text angemessen und zuverlässig zu übersetzen.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst.   Elberfelder Bibel von 1871

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches HERRSChaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst,   Martin Luther von 1545

For to us a child is born, to us a son is given; and the government will be upon his shoulder, and his name is called Wonderful Counselor, Mighty God, Everlasting Father, Prince of Peace.    Internatinal Standard Version - ISV

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst.  Schlachter 2000

Während die Elberfelder 5 Namen übersetzte, fand Martin Luther derer sechs Namen für Gott. Die International Standard Version - ISV- machte daraus vier zusammengesetzte Namen, die Schlachter 2000 kommt, wie auch die Elberfelder, auf fünf. Einige der heutigen Theologen, allen voran Arnold Fruchtenbaum und Dr. Roger Liebi, letzterer hat an der Übersetzung der Schlachter mitgewirkt, plädieren für die Zusammenziehung der Namen, wie es die Übersetzer der ISV vorgenommen haben:

1. wunderbarer Ratgeber,
2. starker Gott,
3. Ewig-Vater,
4. Friedefürst.
     
Anrnold Fruchtenbaum erklärt in seinem Buch „Ha-Maschich, Der Messias in den hebräischen Schriften“, 3.Auflage 2020, auf Seite 55:  

Zitat:
In manchen Übersetzungen wird ein Komma zwischen diese beiden Worte (gemeint sind die Wörter Wunderbarer und Ratgeber) gesetzt, so dass aus einem zwei Namen werden. Das Wort „wunderbar“ (pele) steht jedoch im Status constructus und sollte deswegen mit „Ratgeber“ zusammen genommen werden.


Die Aussage von Arnold Fruchtenbaum ist falsch. Genau in diesem Vers finden wir den Status constructus 5 Mal (unten in blau abgedruckt), nicht jedoch mit den Wörtern „Wunderbar“ und „Ratgeber“ (unten in rot gedruckt). Der Status contructus wird im Hebräischen durch dieses ־ Zeichen dargestellt, das aber fehlt im Text der HiSB (Computer-Version). Aber vor allem fehlt das Zeichen in der Biblia Hebraica Stuttgartensia (5. Auflage 1997). Dieser Text geht zurück auf Ben Asher aus Tiberias. Seine Textvariante gilt bis heute als der maßgebende Text, den die sogenannten Masoreten immer wieder aufs Genaueste kopierten.

כִּי־ יֶ֣לֶד  יֻלַּד־ לָ֗·נוּ בֵּ֚ן נִתַּן־ לָ֔·נוּ וַ·תְּהִ֥י הַ·מִּשְׂרָ֖ה עַל־ שִׁכְמ֑·וֹ וַ·יִּקְרָ֨א  שְׁמ֜·וֹ פֶּ֠לֶא יוֹעֵץ֙  אֵ֣ל גִּבּ֔וֹר אֲבִי·עַ֖ד שַׂר־ שָׁלֽוֹם׃

Nun wird im Folgenden dargelegt, dass Martin Luther als einziger treffend übersezt hat. Das zeigt außerdem, dass er als Gelehrter ein tiefes Verständnis über die Welt der Juden, ihre Kultur und Sprache hatte. Der hebräische Text wurde so arrangiert, dass wir die Puzzleteile nur richtig ordnen mussten.

Der Vers beginnt damit, dass der Redende sagt: „Ein Kind ist uns geboren“, das deutet auf die Menschwerdung Jesus dem Messias mittels Geburt durch eine Frau hin. Weiter wird gesagt: „Ein Sohn uns gegeben“, damit erhalten wir eine erste Andeutung darauf, dass das Kind, welches geboren wird, Sohn Gottes ist. Als nächstes sagt der Prophet: „und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter.“ Lasten werden sinnvoller Weise auf den Schultern getragen und so trägt der Messias die Last seiner Regierung. Doch wie ist es möglich, solch eine übermenschliche Aufgabe zu bewältigen. Schon der Schwiegervater Moses erkannte, sein Schwiegersohn benötigt Hilfe, um all die Rechtssachen zu regeln.

Nun nähern wir uns dem Geheimnis an. Es wird von diesem Sohn gesagt, dass sein Name wie folgt lautet:
Ratgeber-  Wunderbarer
starker Gott-  mächtiger Mann (Luther: Held)
Ewiger Vater-  Friedefürst
Die sechs Namen bilden drei Gegensatzpaare. Mit der Nennung des ersten Names, Wunderbar, deutet die Aufzählung zuerst auf die Menschwerdung Jesu hin. Nun wird das hebräische Wort pele - פֶּ֠לֶא - im Alten Testament 13 Mal verwendet und offensichtlich nur für den Messias, dem Sohn Gottes. Das erste Mal finden wir das Wort pele in Exodus 15,11:


Wer ist dir gleich unter den Göttern,
Jahwe? Wer ist dir gleich,
herrlich in Heiligkeit,
furchtbar an Ruhm,
Wunder tuend?  

Anmerkunng: Das 15. Kapitel aus dem 2. Buch Mose ist eine Anspielung auf die nahe Zukunft. Und der Vers 11 spottet der satanischen Trinität, deshalb das Wort El im Plural. Wir erinnern uns, El bedeutet stark. Jahwe ist stärker, herrlicher und der einzige, der echte Wunder tut. Der wundertuende ist der Sohn, der Furchtbare steht für den Vater, und die Majestät (der Herrliche) deutet auf den Heiligen Geist.

Nun zurück zu Jesaja 9, 5

Der zweite Name lautet Berater. Hat Jesus nicht gesagt: Ich tue nichts von mir selbst, sondern wie der Vater mich gelehrt hat? Joh. 8,28. Der dritte Name lautet El, er wird übersetzt mit Starker bzw. Gott. Wir könnten El, wenn wir den ganzen Sinn des Wortes wiedergeben wollen, auch wie folgt übersetzen: "Starker Gott". Nun lautet der vierte Name Gibbor und der läßt sich ebenfalls mit „stark“ übersetzen, aber auch mit „Kriegsmann", „tapferer Soldat“ und "Tyrann", der sich "durchsetzt" und dabei auch "unverschämt handelt". Das Wort kann auch einfach nur eine Person bezeichnen, irgend einen Menschen. Nun kommen wir zum fünften Namen. Er lautet Ewig-Vater und deutet unmissverständlich auf eine der drei Gottheiten hin. Der letzte Name lautet „Friedefürst“, hier handelt es sich tatsächlich um den Status constructus, denn die Wörter "Fürst" und "Frieden" werden miteinander verbunden. Der Friedefürst wird, das ist ganz sicher, ein Mensch sein.

Wer den Beschreibungen der sechs Namen aufmerksam gefolgt ist, dem ist es sicherlich aufgefallen, dass nach jedem Namen ein Wechsel stattfindet. Der „Wunderbare“ repräsentiert die menschliche Seite, der „Berater“ die göttliche. Der starke Soldat, den Luther mit Held übersetzt hat, deutet ebenfalls auf die menschliche Seite, so wie der Name El, das ist der „starke Gott“, auf den göttlichen Aspekt weist. In der letzten Paarung wird es dann wirklich eindeutig, der Messias als Friedefürst auf der einen Seite und der „Ewig-Vater“ auf der anderen.

Der Vers 5 aus Jesaja 9 zeigt uns, wer der verheißene Sohn ist und wo er seinen Ursprung hat, d.h. er kommt aus der Ewigkeit. Der Friedefürst ist der fleischgewordene Gott. Auf diesen Sohn wird die Herrschaft ruhen und mit ihm herrschen wird seine erlöste Schar. Gemeinsam werden sie herrschen, so wie es der Prophet Daniel vorhersagte: Der Gott des Himmels wird ein Königreich aufrichten, welches ewiglich nicht zerstört wird, es wird andauern bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Da nehmen sich die Corona-Zeiten aus wie ein Wimpernschlag: Kurz gesehen und schon vergessen.
© Copyright 2021 by H. Randy Rohrer
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