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Das Geheimnis der Entrückung

Phantastisches


1. Korinther 15, 51

Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt, und wir werden verwandelt werden.


1. Thessalonicher 4, 15 - 17

Denn dieses sagen wir euch im Worte des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. Denn der Herr selbst wird mit dem gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleieben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein.



Die Entrückung der Gemeinde geschieht an einem Sonntag


Wann findet die Entrückung der Gemeinde statt? Das fragen sich viele und heftig wird darüber diskutiert. Auf Youtube fanden wir ein Video, dass die Auseinandersetzungen zwischen den drei verschiedenen Auslegungen vorstellt. Am Ende der ca. 16-minütigen Vorstellung gibt der Sprecher eine Empfehlung: It doesn't matter, be ready. Und nun auf deutsch: Es spielt keine Rolle, sei bereit. Ob es tatsächlich keine Rolle spielt? Eins hat uns an dem Video sehr erfreut, nämlich die Aufforderung, in der Liebe zum Herrn zu leben und ihm nachzufolgen. Wir finden, das ist eine sehr gute Empfehlung.  Ob es keine Rolle spielt, wann die Entrückung stattfindet, wird durch unsere Ausführungen beantwortet.  

Wir haben den Vers aus 1. Korinther 15, 51 vor unseren Ausführungen zitiert, weil wir damit auf den Festzyklus der 7 Feste des Herrn hinweisen möchten. Wie wir im Skript "Struktur der Bibel" erklären, muss der 1. Brief an die Korinther der Gemeinde Smyrna zugeordnet werden, sie steht für das dritte Fest, dem Fest der Erstlinge. Die Erstlinge der Ernte gehören Gott und so tröstet der Herr die Gemeinde Smyrna, indem er auch auf seinen Tod zu sprechen kommt. So wie auch Jesus aus dem Tod auferstanden ist, so werden auch die Überwinder der Gemeinde auferstehen und die Krone des Lebens geschenkt bekommen.
Ich kenne deine Arbeit und deine Bedrängnis und deine Armut - bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind es nicht, sondern eine Synagoge Satans. Fürchte dich nicht von dem, was du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, auf dass ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage. Sei getreu bis zum Tod, und ich werde dir die Krone des Lebens geben. (*1)
Wenn der Apostel Paulus von der letzten Posaune spricht, dann stellt sich die Frage: Auf welche Posaune spielt Paulus an? Eines können wir ganz sicher sagen: Es ist die Letzte. Es ist nicht die letzte Posaune eines willkürlichen Zeitraums vor der Wiederkunft, nein, es ist die allerletzte Posaune. Paulus schreibt in 1. Korinther 15 nichts über die Entrückung, er spricht einzig und allein von der Auferstehung und der damit einhergehenden Verwandlung der Gläubigen, die zu diesem Zeitpunkt dann Unverweslichkeit anziehen werden. Die Auferstehung der Gestorbenen nach der Entrückung erleben gleichfalls eine Verwandlung wie die zuvor entrückten Heiligen, nur dass die Leiber von unterschiedlicher Herrlichkeit sind. Darauf hat Paulus bereits im gleichen Kapitel, von Vers 35 an, hingewiesen. Die Leiber der Heiligen, die im Himmel sind, besitzen himmlische Herrlichkeiten und die Irdischen irdische Herrlichkeiten.  

In 1. Thessalonicher 4 wird klar und deutlich von der Entrückung gesprochen. Die Gläubigen werden durch die Stimme des Herrn, die mit der Stimme eines Erzengels verglichen wird, und mit der Posaune Gottes, herniederkommen, um die Braut abzuholen. Die Verstorbenen aus der Zeit vor der Gemeinde, wie zum Beispiel Abraham, Isaak, Jakob und viele mehr,  werden ebenfalls auferstehen und entrückt werden.

In Offenbarung 4, 2 wird uns ein anderer Sachverhalt geschildert. Auf keinen Fall beschreibt der Vers die Entrückung der Braut, denn Johannes wird aufgefordert heraufzusteigen. Ihm kommt der Herr nicht entgegen. Doch Johannes hört die Stimme wie die einer Posaune, er erinnert sich, während die Posaune posaunt, dass es die gleiche ist wie in Kapitel 1 und steigt in den Himmel und sieht den Tempel geöffnet.

Was ist eine Posaune und wofür steht sie metaphorisch

Eine Posaune ist ein langes und schlankes Blechblasinstrument mit einem aus Knochen gefertigten Mundstück. Sie bildet die charakterliche Eigenschaft eines Soldaten. Sie ist kein Musikintrument, sondern als Werkzeug soll die Posaune einerseits rufen und andererseits warnen. Die Gläubigen aus 1. Thessalonicher 4 werden wie durch die Posaune eines Erzengels aus den Toten gerufen, um aufzuerstehen. Die Posaune wird weltweit gehört, denn auf dem ganzen Erdenrund sind Gläubige begraben worden. Sie alle werden den Schall ihres Rufes hören. Auf der metaphorischen Ebene bildet sie daher ein Rufinstrument ab. Mit der Posaune wird aber nicht nur gerufen, sondern auch gewarnt.

Wo finden wir die letzte Posaune

Die Bibel bildet mir ihren 66 Büchern eine Einheit, sie ist das Vollkomme, das kommen sollte. (1. Korinther 13) Deshalb ist eine zuverlässige Interpretation nur möglich, wenn wir alle Bücher einbeziehen. Wir erwähnen das, weil gelehrt wird: Die letzte Posaune aus 1. Korinther 15, 51 kann sich nicht auf die siebte Posaune aus Offenbarung 10 beziehen, weil das Buch der Offenbarung noch gar nicht geschrieben war. Solche menschlichen Vernunftschlüsse sind nicht zielführend. Dazu ein Beispiel: Wenn Paulus den Kolossern schreibt, sie mögen doch den Brief an Laodizäa lesen, dann will der Heilige Geist damit sagen: Liebe Kolosser, lest den siebten Brief aus Offenbarung 3. Das Gleiche gilt für die letzte Posaune. Wenn Paulus schreibt: bei der letzten Posaune,  dann suchen wir die letzte Posaune und so finden wir sie in Offenbarung 10.

Als Nächstes versuchen wir, die Zeit der letzten Posaune, in der die Gläubigen aus 1. Korinther 15, 51 auferstehen werden, zu identifizieren. Dazu lesen wir Offenbarung 10, 7:
Sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er posaunen wird, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein, wie er seinen Knechten, den Propheten, die frohe Botschaft verkündigt hat. Zwei Begriffe verbinden die Texte aus 1. Korinther 15, 51 und Offenbarung 10, 7. Das sind die Wörter "Posaune" und "Geheimnis". Das Geheimnis in 1. Korinther 15, 51 dürfte unstrittig für die Gläubigen eine gute Botschaft sein, wenn Paulus den Empfängern des Briefes versichert, dass sie bei der letzten Posaune auferstehen werden. Die Worte des Paulus beziehen sich offensichtlich auf Offenbarung 10, 7, denn das Geheimnis Gottes wurde durch die Propheten als frohe Botschaft verkündigt. Obwohl wir im Buch der Offenbarung von den schrecklichsten Gerichten lesen, so ist es doch erstaunlich, dass bei der letzten Posaune das Geheimnis Gottes mit der frohen Botschaft verbunden wird.
Die Menschen, die nach der Entrückung zum Glauben an Jesus kommen und dann sterben, ob auf natürliche Weise oder als Märtyrer, sie alle werden bei der letzten Posaune auferstehen. Das ist doch eine gute Nachricht oder nicht? Und weil die Posaune das Instrument eines Soldaten ist, deutet es gleichzeitig darauf, dass auch die bei der letzten Posaune Auferstandenen als "Soldaten" gegen das satanische System kämpfen werden.

Und wer das Unsterbliche angezogen hat, den kann niemand mehr töten.

Da hören sich die Worte aus 1. Korinther 15, 55 geradzu als ein vorweggenommener Triumph an: "Wo ist, o Tod, dein Stachel? Wo ist o Hölle dein Sieg?"



Die Entrückungen in der Bibel


Henoch

Nun sehen wir uns die Berichte der Entrückungen jener Männer an, von denen wir in der Bibel lesen. Der erste Mensch, der von Gott entrückt wurde war Henoch. Von ihm wird in Genesis 5 erzählt. Vers 22: Henoch wandelte mit Gott, nachdem er Methusalah gezeugt hatte, dreihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Vers 24: Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr, denn Gott nahm ihn hinweg. Und  an die Hebräer schreibt Paulus: Durch Glauben ward Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehen sollte, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor der Entrückung hat er das Zeugnis gehabt, dass er Gott wohlgefallen habe. Und in der dritten Schriftstelle, im Brief von Judas, wird von ihm gesagt: Es hat aber Henoch, der siebte von Adam, von diesen - den Gottlosen - geweissagt und gesagt: "Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende, Gericht auszuführen gegen alle und völlig zu überführen alle ihre Gottlosen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit, die sie gottlos verübt haben."

Der Herr wird inmitten seiner Heiligen gesehen. Was tut Jesus? Er führt das Gericht aus und mit ihm die Heiligen. Und jetzt aus dem Alten Testament prophetisch zuvor beschrieben: Der Stamm der Daniter, die mit ihrem Richter "Simson", der ebenfalls ein Daniter ist, werden alle richten.

Elia

Von der nächsten Entrückung lesen wir in 2. Könige 2. Das Kapitel beginnt mit den Worten: Und es geschah, als der Herr den Elia im Sturmwinde auffahren ließ, da ging Elia und Elisa von Gilgal hinweg. Elia führte ein aufregendes Leben. Wie oft demonstrierte er dem Volk, dass der Herr, Jahwe, der einzige und wahrhaftige Gott ist. Sowohl König Ahab als auch die Masse des Volkes beteten jedoch weiterhin zu den Götzen. Frustriert verließ der Prophet seinen Arbeitsplatz und wollte nicht mehr leben. Einen solchen Gemütszustand bezeichnen wir heute als Depression. Und wie dramatisch eine solche Gemütserkrankung enden kann, sahen wir mit Bestürzung, als bekannt wurde, dass der Fußballer Robert Enke sich am 10. November 2009 das Leben nahm. Gott greift in Elias Leben rechtzeitig ein und verhindert so Schlimmeres.

Jakobus kommt in seinem Brief auf den seelischen Zustand des Elias zu sprechen. Da stellt sich uns die Frage: Warum geht er in Kapitel 5, 17 auf die Gemütsbewegungen des Elias ein?  Aus dem Skript, "Struktur der Bibel", wird es erkennbar. Die Lehrbriefe des Paulus repräsentieren die Zeit der Gemeinde bis zur Entrückung und die Briefe von Jakobus, Petrus, Johannes und Judas deuten auf die Zeit danach. Viele Juden und Christen werden tief bestürzt sein, weil sie nicht entrückt wurden. Nun werden sie von Depressionen geplagt. Die Erkrankung kann viele Ursachen haben, die nichts, aber auch gar nichts mit eigener Schuld zu tun hat, doch hier im Jakobus werden Ursachen genannt, die sehr wohl mit Sünde in Verbindung stehen.

In Kapitel 5, 14 liefert er die Diagnose und die dazugehörige Therapie: Bekennet einander die Vergehungen. Hier sind es die Streitereien und bösen Wortgefechte, die so gar nicht einen Christen auszeichnen. Und weil der Streit die Beteiligten trennt, werden sie bei jeder Auseinandersetzung einsamer. Ein Abgesonderter sondert sich von den Abgesonderten ab usw. Die Streithähne wissen zwar, dass sie es nicht tun sollen, doch weil sie fleischlich sind und nicht davon ablassen, müssen sie in einer dritten Runde ihre Lektion lernen. (Siehe Skript: Struktur der Bibel) Erst nach der Entrückung werden sie sich ihrer Sünde wirklich bewusst und die Dinge unter den Geschwistern werden geordnet. Nun rückt der Herr den Leuchter wieder an seine Stelle, dorthin, wo er Licht für die Gemeinde bringt und sie nun auch Licht für die Nationen sind.

Wenn Elia in 2. Könige 2 von einem feurigen Wagen mit angespannten feurigen Pferden abgeholt wird, deutet es auf die Vorbereitung eines Krieges, den wir in der Offenbarung des Johannes beschrieben finden. Der Wirbelwind, mit dem Elias gen Himmel fährt, hat die Form einer Posaune, sie könnte auf eine der Posaunen der Offenbarung hindeuten. Ein solcher Wind wirbelt eine Menge Sand auf, der, wie die Spreu, vom Sturm in alle Himmelsrichtungen zerstreut wird.


Philippus

In der Apostelgeschichte wird uns von der Entrückung des Philippus erzählt. Von Samaria aus soll er auf eine Straße gehen, die nach Süden führt. Um genauer zu sein, präzisiert der Engel des Herrn die Strecke. Philippus soll den Weg nehmen, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Es ist ein verlassener und verödeter Weg. Menschlich gesehen kein guter Ort, um Menschen das Evangelium zu verkündigen. Doch irgendwo auf dieser verlassenen Straße begegnet er einem Äthiopier, der laut und vernehmlich den Propheten Jesaja liest. Aber er versteht nicht, von wem da geredet wird. Philippus gesellt sich zu ihm und erklärt den Text aus Jesaja 53, der zu den schönsten Beschreibungen über den Messias im Tanakh gehört. Darüber hinaus erläutert er dem Afrikaner das ganze Erlösungswerk des Messias. Nachdem Philippus den Finanzminister getauft hatte heißt es: Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus; und der Kämmerer sah ihn nicht mehr, denn er zog seinen Weg mit Freude.  

Das Wort entrücken bedeutet wörtlich "ergreifen", "erfassen" und hat für den Evangelisten zur Folge, dass er an einen neuen Einsatzort eingesetzt wird, um das Evangelium zu verkündigen. Der Heilige Geist bringt ihn zunächst nach Asdod (Zerstörer, Verwüster).  


Paulus

Von einer weiteren Entrückung lesen wir im zweiten Brief an die Korinther. Im zwölften Kapitel schreibt Paulus: Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren (ob im Leib, weiß ich nicht, oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß  es) einen Menschen, der entrückt wurde bis in den dritten Himmel. Und ich kenne einen solchen Menschen (ob im Leib oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es) dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die der Mensch nicht sagen darf (wörtlich: nicht öffentlich machen darf).


Drei Entrückungen in der Offenbarung?

In der Apokalypse lesen wir von drei Ereignissen, bei denen die Personen in den Himmel gehen. In Kapitel 4, 2 wird Johannes aufgefordert heraufzukommen. Das ist keine Entrückung im engeren Sinn, denn er wird nicht erfasst und weggerissen. Das griechische Wort lautet harpazo - αρπαζω - mit der Bedeutung von ergreifen, erfassen im Sinne von "Besitz ergreifen". Die Wortwurzel - haireomai - drückt Vorgang und Zweck der Entrückung verständlich aus. Haireomai bedeutet: für sich selbst nehmen bzw. vorziehen.

In Kapitel 12, 5 wird ein Kind, griechisch Teknon, entrückt und somit von Gott vorgezogen. Das Kind ist nicht, wie man oft zu hören bekommt, der Messias. Selbst auf der allegorischen Ebene lässt sich nicht erklären, warum Jesus hier als Kind, dazu noch als kleines Kind, beschrieben wird und dann auch noch in dieser jungen Phase des Lebens in den Himmel entrückt werden soll. Es ist schon verständlich, wenn Bibelgelehrte hier den Messias zu erkennnen glauben, weil:

  1. das Kind die Nationen mit eisener Rute weiden wird und
  2. es zu Gott und zu seinem Thron entrückt wird.

Aber vergessen wir nicht, in im vierten Sendschreiben lesen wir über die Gemeinde Thyatira:
Und wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt über die Nationen geben; und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe. Das Kind aus Offenbarung 12 steht bildlich für den zweiten Sohn. Die Gläubigen vor der Entrückung stehen bildlich für den Erstgeborenen, die Gläubigen nach der Entrückung stehen für eine Art Zweitgeborenen und weil das Kind erst innerhalb der ersten dreieinhalb Jahre der letzten Danielwoche geboren wurde, wird es richtigerweise auch als Kind beschrieben und entrückt also von Gott bevorzugt behandelt.

Aus dem Skript, "Struktur der Bibel", lassen sich die Zuordnungen der Lehrbriefe ganz einfach vornehmen. Wir haben den 1. Brief des Petrus der dritten Runde zugeordnet, die nach der Entrückung abgelaufen werden muss. Und genau in diesem Brief wird die richtige Nahrung für Kindlein beschrieben. Petrus schreibt: und wie neugeborene Kindlein seid begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, auf dass ihr durch sie wachset zu Errettung. Petrus empfiehlt den Kindern dringend die vernünftige Milch. Die Empfänger müssen demnach Kleinkinder im Glauben sein. Anders verhält es sich, wenn Paulus an die Korinther schreibt, Kapitel 3, 2: Ich habe (Vergangenheitsform) euch Milch zu trinken gegeben, nicht Speise; denn ihr vermochtet es noch nicht; aber ihr vermögel es auch jetzt nicht. Auch der 1. Korintherbrief wird im Skript "Struktur der Bibel" der Gemeinde Smyrna zugeordnet. Wer als Erwachsener noch "an der Flasche hängt", muss als unmündig bezeichnet werden.

Petrus schreibt, wie wir gesehen haben, an neugeborene Kindlein. Damit ist jedes einzelne Kind durch den Brief angesprochen. Nun sieht uns Gott immer auch als eine Einheit, wie z.B. als einen Sohn, als Braut, als den Tempel Gottes usw. Wenn in Offenbarung 12 das Kind entrückt wird, dann ist es die Gesamtheit aller neugeborenen Gläubigen, die nach der Entrückung zum Glauben an Jesus gekommen sind. Bevor die große Drangsal beginnt, wird Gott dieses Kind, seinen zweitgeborenen Sohn, entrücken.

Die Mutter, als Weib des Kindes bezeichnet, flieht in die Wüste. Sie wird dort dreieinhalb Jahre ernährt, während der Zeit der großen Drangsal wird sie 1260 Tage versorgt. Gleichzeitig stehen in dieser Zeit zwei Zeugen auf, das wird in Kapitel 10 beschrieben, genau in dieser Zeit, den 1260 Tagen, werden sie prophezeien. Das Weib wohnt in der Wüste und die zwei Zeugen verrichten den Dienst unter den Menschen.

In Kapitel 10 sehen wir folgende Szene: Zuerst soll Johannes den Tempel messen, das ist der geistliche Tempel. Den Vorhof soll er nicht messen, denn der steht für das sichtbare Zeugnis auf der Erde. Und nun macht es auch Sinn, warum die Nationen den Vorhof - die irdische Dimension - zertreten und zwar 42 Monate lang. Das sind in Tagen ausgedrückt wiederum die uns bekannten 1260 Tage.

Während dieser Zeit werden die zwei Zeugen auftreten, die als Propheten bezeichnet werden. Haben sie die Zeit ihres Zeugnisses, die 1260 Tage, beendet, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, sie überwinden und töten und zwar in Jerusalem. Aber nach dreieinhalb Tagen werden sie auferstehen. Johannes hört nach ihrer Auferstehung eine laute Stimme, aber keine, die mit einer Posaune verglichen wird, und die sagt zu den zwei Zeugen: Steiget hier herauf! Und so steigen die zwei Propheten in den Himmel und treten in die Wolke ein. Alles das wird von den Menschen gesehen, denn Johannes schreibt: und die Feinde schauen zu. Der Aufstieg der beiden Propheten wird ein Weltereignis sein.

Ab Vers 15, im elften Kapitel, ertönt dann die siebte und letzte Posaune. Johannes hört Stimmen die ausrufen: Das Reich der Welt unseres Herrn und seines Christus ist gekommen. In Vers 16 sitzen 24 Älteste auf ihren Thronen, doch bei den Stimmen, die Jesu Herrschaft ausrufen, fallen sie auf ihre Angesichter und beten Gott an. Hören wir rein, was die Ältesten sagen: Dein Zorn ist gekommen und die Zeit der Toten, um gerichtet zu werden, und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und die zu verderben, die die Erde verderben.

Die wichtigste Entrückung wollen wir nicht vergessen. Unser Herr, Jesus Christus, wurde 40 Tage nach seiner Auferstehung entrückt und seine Jünger, die mit ihm wahren, haben es bezeugt. Lukas schreibt in seiner Apostelgeschichte, in Kapitel 1, 9, nachdem Jesus ihnen die Verheißung des Heiligen Geistes in Erinnerung rief: Und als er dies gesagt hatte, wurde er - Jesus - emporgehoben, indem sie es sahen, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen hinweg. Im Evangelium nach Matthäus wird die Aufnahme in den Himmel nicht erwähnt und im Evangelium nach Markus heißt es: Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Im Evangelium nach Lukas lesen wir: Und es geschah, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde hinaufgetragen in den Himmel.  Und im Evangelium nach Johannes lesen wir, gleich wie in Matthäus, nichts von einer Entrückung.


Die Entrückungen und ihre Unterschiede

Bevor wir uns die Unterschiede der „Entrückungen“ ansehen, möchten wir auf zwei sehr wichtige Dinge hinweisen:

  1. Aus den Schriften der Bibel erhalten wir viele indirekte Hinweise zu diesem Thema, sie dienen uns als wichtige Puzzleteile.
  2. Das Geheimnis der Braut wird im Neuen Testament nur in den Briefen des Apostels Paulus erklärt, deshalb dürfen wir die Entrückung der Braut nicht in der Offenbarung suchen, denn die Apokalypse des Johannes wendet sich an Knechte, die noch auf der Erde sind, während die Braut bereits beim Herrn ist. (Im Alten Testament, dem Tanakh, ist die Braut in den Texten versteckt oder verschleiert). Nochmals: Es muss als völlig ausgeschlossen gelten die Entrückung der Braut in der Offenbarung, den Briefen von Jakobus, Petrus, Johannes oder Judas zu suchen.

Wir hoffen, dass unsere Deutung am Ende der von uns vorgetragenen Ausführungen dem Leser ein rundes und klares Bild liefert und viele Fragen beantwortet werden.


In der Diskussion gibt es drei unterschiedliche Sichtweisen:

  1. die Vorentrückung,
  2. die Entrückung während der Drangsal,
  3. die Entrückung nach der Drangsal.

Im Grunde haben alle drei Gruppen recht. Nicht weil wir das Thema dem Einzelnen es der Beliebigkeit überlassen, sondern weil es sich tatsächlich um drei Ereignisse handelt, die wir im Allgemeinen mit dem Begriff Entrückung bezeichnen. Jedes dieser Ereignisse schließt einen Rundgang auf dem Postrundweg Kleinasiens ab. Gott redet in seinem Wort nie eindimensional, sondern bezieht das Gesagte immer auf mehrere Aspekte. Auf dem Rundweg Kleinasiens sind es nach unseren Recherchen drei Phasen, die mit einer „sogenannten Entrückung“ abgeschlossen werden; und es benötigt vier Zeiten, bis zur Wiederkunft Jesu.

Die drei Phasen:

  1. Die 1. Phase: die Gemeinde von Pfingsten bis zur Entrückung-1, angedeutet in Offenbarung 1, in Esther 2, 2 verschleiert: der Erstgeborene Ephraim bzw. die Braut.
  2. Die 2. Phase: die ersten vier Feste Jahwes aus Leviticus 23 mündet in die „Entrückung-2" ein, das wird angedeutet in 2. Könige 2, in Esther 2, 19 und Offenbarung 4, 2: der Zweitgeborene Manasse (er ist dennoch eine Art Erstgeborener durch die natürliche Geburt).
  3. Die 3. Phase: die letzten drei Feste Jahwes aus Leviticus 23. Die zwei Zeugen aus Offenbarung 10 werden in den Himmel gerufen: Entrückung-3: das ist der Drittgeborene Benjamin (aber ein Zweitgeborener durch die natürliche Geburt). Zuvor findet die Auferstehung statt, wie sie in 1. Korinther 15, 51 beschrieben wird. Gemäß unserer Zuordnung richtet sich der Lehrbrief an Gemeinde Smyrna und so ist es nur folgerichtig, dass der Herr ihr im Sendschreiben ewiges Leben verspricht.


Anmerkung: Die Geburtsreihenfolge deutet auf die Stellung der Söhne und dennoch schreibt Jakokus in seinem Brief: "... auf dass wir eine gewisse Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien." Das lässt sich vereinfacht folgendermaßen erklären: Die Postroute Kleinasiens wird dreimal abgelaufen. Nach der ersten Runde wird der Sieger mit der Entrückung gekrönt. Nach der zweiten Runde gibt es wieder einen Sieger, denn auch er ist ein Erster, der Erste der zweiten Runde, denn Jakobus richtet sich an die Zurückgebliebenen, die den Zweitgeborenen, das ist Esau, darstellen. Auch auf der dritten Runde haben wir einen Sohn, der als Erster die Ziellinie überschreitet und das ist Benjamin. Auf diese Weise sind alle drei Erstlinge.

Für das Thema Entrückung scheint gleichfalls der biblische Grundsatz zu gelten, Hiob 33,29: Siehe, das alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Manne, um seine Seele abzuwenden von der Grube, dass sie erleuchtet werde von dem Lichte der Lebendigen. Das sagt Elihu zu Hiob. Elihu bedeutet: der Gott von ihm; in diesem Zusammenhang können wir sagen: Hiobs Gott redet zu Hiob. Und so redet Gott zu den Menschen der Endzeit dreimal und schließt sein Reden jeweils mit einer Entrückung ab. Und wie wir bereits gelesen haben, schauen die Menschen bei der letzten Entrückung der zwei Zeugen dem Ereignis zu.
Verachte nicht das Erstgeburtsrecht!  Wer weiß, ob du in der zweiten Runde noch eine Chance hast, weil Gott in deinem Leben  breits zwei- oder dreimal klar und deutlich geredet hatte?

Jetzt sehen wir uns die Schriftstellen an, die für die Vorentrückung ins Feld geführt werden. 1. Thessalonicher 4, 15-18:

Wir wollen aber nicht, Brüder, dass ihr, was die Entschlafenen betriff, unkundig seid, auf dass ihr euch nicht betrübet wie auch die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird auch Gott die durch Jesum Entschlafenen mit ihm bringen. (Denn dieses sagen wir euch im Worte des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten.)
Paulus macht klar, die in Christus Entschlafenen sind den Lebenden gleichgestellt, beide Gruppen werden als Lebende im selben Augenblick dem Herrn entgegengerückt. Das Entgegenrücken ist ein einmaliger Vorgang, bei allen anderen Entrückungen kommt ihnen der Herr nicht entgegen. In der Geschichte des Elia sehen wir, wie er von einem Wagen mit Pferden abgeholt wird und der zurückgebliebene Elisa ruft aus: Wagen Israels und seine Reiter.

Fortsetzung folgt!



(* 1) In der Elberfelder wird "deine Arbeit" nicht übersetzt, weil sie  den wissenschaftlichen Text von Nestle Aland zu Grunde legt. Wir, die Autoren dieses Skripts, sind zu der Ansicht gelangt, dass der Textus receptus die richtige Textvariante ist und damit den Urtext wiedergibt. Die Worte, "deine Arbeit", geben dann auch dem Text erst den richtigen Sinn: "Ich kenne deine Arbeit und den damit verbundenen Druck von Außen und der damit einhergehenden Armut".  Wie viele Arbeiter im Weinberg Gottes erhalten keinen Lohn von den Kirchen und Organisationen und Hochschulen, denn bei ihnen ist alles organisiert und durchstrukturiert. Ihre festangestellten Pastoren, Pfarrern, Doktoren und Professoren erhalten Gehälter,  die Gemeinde Smyrna ist in dieser Hinsicht arm, aber der Herr versichert ihr: Du bist reich.
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