Lesarten: Markus1,2
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. TR | Ὡς γέγραπται ἐν τοῖς προφήταις, Ἰδοὺ ἐγὼ ἀποστέλλω τὸν ἄγγελόν μου πρὸ προσώπου σου, ὃς κατασκευάσει τὴν ὁδόν σου ἔμπροσθέν σου |
Byz | siehe TR |
| NA | Καθὼς γέγραπται ἐν τῷ Ἠσαΐᾳ τῷ προφήτῃ· ἰδοὺ ἀποστέλλω τὸν ἄγγελόν μου πρὸ προσώπου σου, ὃς κατασκευάσει τὴν ὁδόν σου· |
Markus 1,2
NAwie geschrieben steht in Jesaias, dem Propheten: "Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird".TR & Byzwie geschrieben steht in den Propheten: "Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird".
Welche Textvariante entspricht dem Urtext? Nach unserem Studium können wir gar nicht anders entscheiden: Es könnte der Text von Nestle Aland sein, aber ... Warum das wissenschaftliche Team sich für die Variante „Jesajas, dem Propheten“ entschieden hat, wissen wir nicht, dürfen aber vermuten und zwar anhand der Textgestaltung, wie z.B. im App-Modul unseres Bibelprogramms, denn dort setzen sie die Zitate nach einem Punkt, der die Funktion eines Doppelpunktes hat. Das Entscheidende des Satzes kommt für NA nach dem Doppelpunkt. Dem allerdings müssen wir aus gutem Grund widersprechen.
Heute wie damals muss ein Satz oder Text sinnvoll strukturiert werden, dazu verwendet man Hilfsmittel u. a. Satzzeichen, wie z.B. Komma, Punkt und Doppelpunkt. Aus einer Kolonne von großen Buchstaben die Einzelwörter von einander abzugrenzen, um einen leicht lesbaren Satz zu bilden, war damals nicht einfach. Ein ungeübter Leser tat sich schwer. Versuche dich am folgenden kurzen Satz: NACHTAGENTRUGEINDIEB … um zu erahnen, welche Leistungen Abschreiber Übersetzer vollbrachten.
Was wollte Markus dem Leser tatsächlich mitteilen? Das lässt sich ganz einfach erklären: Man setze die Interpunktion neu: „Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes, gleichwie geschrieben steht in Jesaja, dem Propheten.“
Und was steht im Propheten Jesaja? Wir lesen vom Evangelium, dessen Erfüllung Markus in seinem Buch bezeugt. An wen richtet sich Markus mit seinem Zeugnis vor allem? Zitat aus Jesaja 42: „Siehe, mein Knecht, den ich stütze, mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich haben meinen Geist auf ihn gelegt, er wird den Nationen das Recht kundtun.“ Markus richtet sich demnach an die Nationen. Das Evangelistensymbol des Markus ist der Stier und der steht dafür, für die Nationen, insbesondere für den Westen, erwachsen aus der griechisch-römischen Kultur.
Am deutlichsten tritt das Evangelium von Jesus Christus in Jesaja 53 hervor (hebr. “נג“); Und deshalb heißt es richtigerweise: Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes, wie geschrieben steht in Jesaja, den Propheten. Der Hinweis auf Jesaja war für die Griechen wichtig, denn noch gab es das Neue Testament nicht. Ein Grieche musste sich ein Altes Testament besorgen, um dem Hinweis von Markus nachzugehen. Für einen Griechen wird es eine Überraschung gewesen sein, dass in den Schriften der Juden, die hunderte von Jahren zuvor abgefasst wurden, Zukünftiges erzählt wird.
Nach dem Hinweis auf den Propheten Jesaja kehrt Markus zurück zum Anfang und zitiert zum Beweis zwei Schriftstellen, die den Anfang vorhersagten. Markus geht dabei chronologisch vor, deshalb musste er zuerst Maleachi zitieren und erst dann Jesaja. Maleachi kündigt den Vorboten an und was er tun wird. Mit dem Zitat aus Jesaja wird das öffentliche Auftreten des angekündigten Boten beschrieben und dass er genau das tut, was Maleachi gesagt hat. Johannes der Täufer bereitet den Weg für den Messias vor. In Vers 4 bezeugt dann Markus kurz und knapp: Kam! Taufte! Und Predigte!
Berlin, den 17. August 2026
© Copyright by H. Randy Rohrer
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