Lesarten: Markus1,2 - Die Bibel - Geheimnisse werden aufgedeckt

Lesarten des Neuen Testaments
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Lesarten: Markus1,2

Lesarten > Ebene 82
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TR
Ὡς γέγραπται ἐν τοῖς προφήταις, Ἰδοὺ ἐγὼ ἀποστέλλω τὸν ἄγγελόν μου πρὸ προσώπου σου, ὃς κατασκευάσει τὴν ὁδόν σου ἔμπροσθέν σου
Byz
siehe TR
NA
Καθὼς γέγραπται ἐν τῷ Ἠσαΐᾳ τῷ προφήτῃ· ἰδοὺ ἀποστέλλω τὸν ἄγγελόν μου πρὸ προσώπου σου, ὃς κατασκευάσει τὴν ὁδόν σου·

Markus 1,2

NA
wie geschrieben steht in Jesaias, dem Propheten: "Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird".

TR & Byz
wie geschrieben steht in den Propheten: "Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird".
Welche Textvariante entspricht dem Urtext? Nach unserem Studium können wir gar nicht anders entscheiden: Es könnte der Text von Nestle Aland sein, aber ... Warum das wissenschaftliche Team sich für die  Variante „Jesajas, dem Propheten“ entschieden hat, wissen wir nicht,  dürfen aber vermuten und zwar anhand der Textgestaltung, wie z.B. im  App-Modul unseres Bibelprogramms, denn dort setzen sie die Zitate nach  einem Punkt, der die Funktion eines Doppelpunktes hat. Das Entscheidende  des Satzes kommt für NA nach dem Doppelpunkt. Dem allerdings müssen wir aus  gutem Grund widersprechen.

Heute  wie damals muss ein Satz oder Text sinnvoll strukturiert werden, dazu  verwendet man Hilfsmittel u. a. Satzzeichen, wie z.B. Komma, Punkt und  Doppelpunkt. Aus einer Kolonne von großen Buchstaben die Einzelwörter  von einander abzugrenzen, um einen leicht lesbaren Satz zu bilden, war  damals nicht einfach. Ein ungeübter Leser tat sich schwer. Versuche dich  am folgenden kurzen Satz: NACHTAGENTRUGEINDIEB … um zu erahnen, welche  Leistungen Abschreiber Übersetzer vollbrachten.  

Was  wollte Markus dem Leser tatsächlich mitteilen? Das lässt sich ganz  einfach erklären: Man setze die Interpunktion neu: „Anfang des  Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes, gleichwie geschrieben steht  in Jesaja, dem Propheten.“

Und  was steht im Propheten Jesaja? Wir lesen vom Evangelium, dessen  Erfüllung Markus in seinem Buch bezeugt. An wen richtet sich Markus mit  seinem Zeugnis vor allem? Zitat aus Jesaja 42: „Siehe, mein Knecht, den  ich stütze, mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat.  Ich haben meinen Geist auf ihn gelegt, er wird den Nationen das Recht  kundtun.“ Markus richtet sich demnach an die Nationen. Das  Evangelistensymbol des Markus ist der Stier und der steht dafür, für die  Nationen, insbesondere für den Westen, erwachsen aus der  griechisch-römischen Kultur.

Am  deutlichsten tritt das Evangelium von Jesus Christus in Jesaja 53  hervor (hebr. “נג“);  Und deshalb heißt es richtigerweise: Anfang des  Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes, wie geschrieben steht in  Jesaja, den Propheten. Der Hinweis auf Jesaja war für die Griechen  wichtig, denn noch gab es das Neue Testament nicht. Ein Grieche musste  sich ein Altes Testament besorgen, um dem Hinweis von Markus  nachzugehen. Für einen Griechen wird  es eine Überraschung gewesen sein,  dass in den Schriften der Juden, die hunderte von Jahren zuvor  abgefasst wurden, Zukünftiges erzählt wird.  

Nach  dem Hinweis auf den Propheten Jesaja kehrt Markus zurück zum Anfang und  zitiert zum Beweis zwei Schriftstellen, die den Anfang vorhersagten.  Markus geht dabei chronologisch vor, deshalb musste er zuerst Maleachi  zitieren und erst dann Jesaja. Maleachi kündigt den Vorboten an und was  er tun wird. Mit dem Zitat aus Jesaja wird das öffentliche Auftreten des  angekündigten Boten beschrieben und dass er genau das tut, was Maleachi  gesagt hat. Johannes der Täufer bereitet den Weg für den Messias vor.  In Vers 4 bezeugt dann Markus kurz und knapp: Kam! Taufte! Und Predigte!   


Berlin, den 17. August 2026

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